Audi A7 Sportback – Vier Ringe am viertürigen Coupé

Ab Herbst erhält die Palette der vier Ringe eine neue Nummer: Mit dem Audi A7 Sportback rollt ein Modell zu den Händlern, das sich zwischen A6 und A8 in der oberen Mittelklasse als Grandcoupé mit vier Türen einsortiert. Dank riesiger Heckklappe bietet er beim Beladen fast schon Kombikomfort. Vier V6-Motoren (zwei Benziner, zwei Diesel) mit bis zu 300 PS sorgen für den Vortrieb, der über Front- oder Allradantrieb auf die Straße gebracht wird.

Audi A7 Sportback

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Mit dem A7 Sportback erobert Audi ab Herbst 2010 ein Marktsegment, das bislang von Fahrzeugen mit den vier Ringen im Kühlergrill weiträumig umfahren wurde: viertürige Grandcoupés der oberen Mittelklasse. Hier wird man zukünftig gegen den neuen Mercedes-Benz CLS und das kommende viertürige Coupé von BMW antreten und um die Gunst der Käufer werben. Und dafür hat man in Ingolstadt durchaus gute Argumente auf Lager.

Da wäre zuallererst natürlich einmal die Karosserieform des A7 Sportback zu nennen. Es handelt sich weder um eine klassische Limousine, noch um einen Kombi – bei Audi bekanntlich Avant genannt. Am ehesten kommt die Silhouette an Schrägheckmodelle heran, die bis etwa Ende der 1990er Jahre über eine gewisse Fangemeinde in Deutschland verfügten, in den letzten Jahren jedoch zunehmend an Bedeutung verloren haben. Dank der niedrigen und bereits früh nach hinten abfallenden Dachlinie kann man jedoch bei diesem Audi durchaus eher von einem viertürigen Coupé sprechen. Die Kofferraumklappe umschließt die Heckscheibe und macht somit beim öffnen viel Platz zum ein- und ausladen. Um die Klappe dabei in Bewegung zu setzen muss der Besitzer im übrigen nur einen Finger krumm machen: Auf der Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung befindet sich ein Knopf, der den Kofferraum elektrisch öffnet und schließt.

Ab Werk strahlt der Audi A7 Sportback nachts aus Bi-Xenon-Scheinwerfern in die Dunkelheit, gegen Aufpreis sind jedoch auch die vom A8 und R8 bereits bekannten Voll-LED-Scheinwerfer erhältlich. Die Rückleuchten vertrauen so oder so auf Leuchtdioden als Lichtgeber. Untenrum sind mindestens 18 Zoll große Leichtmetallräder verbaut, die gegen Aufpreis gegen 19 oder 20 Zoll messende Derivate weichen.

Im Innenraum empfangen die Passagiere geschwungene Linien und ein sehr hoher Verarbeitungsstandard, auf den Audi besonders stolz ist. Die Farben und Materialien von Armaturenbrett, Sitzen und Türverkleidungen sind perfekt aufeinander abgestimmt und werden durch neuartige Schichtholz-Dekorleisten abgerundet. Jeder A7 Sportback verfügt über ein schlüsselloses Start-/Stopp-Verfahren mittels einer Taste neben der Lenksäule und das MMI Radio ab Werk. Optional kommen ein Head-Up-Display, das MMI Navigationssystem plus mit Touchscreen-Monitor und Google-Internetdiensten oder das Advanced Soundsystem von Bang & Olufsen zum Einsatz.

Auch auf Seiten der Fahrerassistenzsysteme bietet Audi dem Käufer viel an. Mit dem Abstandsregeltempomat adaptive cruise control (ACC) der neuesten Generation hält auch eine Stop&Go-Funktion Einzug ins Fahrzeug, die den Fahrer auch bei Staus im Berufsverkehr zuverlässig mittels Radar- und Ultraschallsensoren, sowie einer Kamera auf Abstand zum Vordermann hält. Das System wertet zusätzlich den Lenkwinkel und die Blinkeraktivität aus und rechnet sie in die Abstandsmessung mit ein. Auch ob ein Anhänger am Fahrzeug hängt oder nicht ist Teil der Berechnung. Der ACC funktioniert bis zur elektronisch-begrenzten Endgeschwindigkeit von 250 km/h. Dabei kann der Fahrer über das MMI-System auswählen, wie sich der ACC verhalten soll. Im dynamischen Modus beschleunigt der Wagen kraftvoll bis zur eingegebenen Wunschgeschwindigkeit, wenn der Weg frei ist, während er im Standard-Modus ausgewogen und im Comfort-Modus kraftstoffsparend unterwegs ist.

Der Audi side assist weist den Fahrer ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h darauf hin, wenn sich ein Fahrzeug im toten Winkel befindet, während man die Spur wechseln möchte. Sollte ein solcher Spurwechsel ohne Blinkerbetätigung ablaufen, erinnert der lane assist daran. Über die Verkehrsschilderkennung werden wichtige Tempolimits und einige weitere Verkehrszeichen erkannt und im Display für den Fahrer eingeblendet. Mittels eines Nachtsichtgeräts mit Wärmebildkamera sinkt die Gefahr, nachts ungewollt Passanten oder Tiere zu überfahren. Selbst das Rückwärtseinparken müssen A7 Sportback-Besitzer gegen Aufpreis nicht mehr selbst erledigen. Mittels Ultraschallsensoren werden quer und längs zur Fahrtrichtung liegende Parklücken bei langsamer Vorbeifahrt auf ihre Größe gecheckt. Wenn die Lücke genug Raum für den A7 bietet, kann der Fahrer auf einen Knopf drücken und sich auf das Bedienen von Gas- und Bremspedal konzentrieren. Die Lenkarbeit übernimmt der Computer für ihn.

Unter der Motorhaube des Audi A7 Sportback kommen vier verschiedene V6-Motoren zum Einsatz, die sich auf zwei Benziner und zwei Diesel aufteilen. Die Einstiegsmaschine 2.8 FSI verfügt über 150 kW/204 PS und 280 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist eine Beschleunigung auf 100 km/h in 8,3 Sekunden und eine Endgeschwindigkeit von 235 km/h machbar, während der Durchschnittsverbrauch bei rund 8 Litern pro 100 Kilometer liegen soll. Topmotorisierung des A7 Sportback wird der 3.0 TFSI mit Kompressor, der 220 kW/300 PS und 440 Newtonmetern Drehmoment aus dem Block kitzelt. So gerüstet spurtet das Grandcoupé in 5,6 Sekunden auf 100 km/h und wird bei 250 elektronisch eingebremst. Dank Rekuperation, einer Technik, die bei Bremsvorgängen Energie zurückgewinnt, und effektivem Leichtbau liegt der Durchschnittsverbrauch um lediglich 0,2 Liter je 100 Kilometer höher als beim Einstiegsbenziner.
Die „landwirtschaftlichen Motoren“, wie Diesel immer noch von einigen Zeitgenossen abgetan werden, müssen sich auf keinen Fall hinter ihren benzingetriebenen Artgenossen verstecken. Im A7 Sportback steht ein 3.0 TDI mit 180 kW/245 PS und 500 Newtonmetern Drehmoment oder ein ebenfalls 3 Liter großer TDI mit 150 kW/204 PS und 400 Newtonmeter mit Frontantrieb oder 450 Newtonmetern mit Allradantrieb zur Auswahl.

Damit sind wir auch schon beim Antriebskapitel. Beide Benziner und der leistungsstärkere Diesel sind lediglich in Verbindung mit dem quattro-Allradantrieb und dem Siebengang-S tronic-Getriebe lieferbar. Der 204 PS-TDI ist wahlweise mit Frontantrieb und stufenloser Multitronic oder quattro-Allradantrieb und S tronic erhältlich. Optional ist für die quattro-Varianten ein Sportdifferential im Angebot

Zusätzlich zum aufwändig konstruierten Fahrwerk, das überwiegend aus Aluminium besteht, liefert Audi für den A7 Sportback gegen Aufpreis auch eine Luftfederung mit elektronisch geregelter Dämpfung. Wer lieber sportlich unterwegs ist, dürfte mit dem Sportfahrwerk und der Tieferlegung um 10 Millimeter jedoch vermutlich glücklicher werden. Für noch härtere Wünsche hat die quattro GmbH ein nochmals strafferes Sportfahrwerk im Angebot.

Der Audi A7 Sportback rollt ab Herbst zu einem Grundspreis von 51.650,- € zu den Händlern in Deutschland.

Quelle: Audi

Autor: Matthias Kierse

27. Juli 2010|Categories: Magazin|

4 Comments

  1. Anonymous 27. Juli 2010 at 18:02

    Innen einigermaßen HUI- Aussen doch eher PFUI! 🙁

  2. JK 28. Juli 2010 at 14:59

    Sehe ich genauso, aber das ist bei allen Audis so. Innen absolut Top doch von außen allesamt (außer R8 ) totale Geschmacksverirrung und alles der selbe Einheitsbrei.

  3. Anonymous 28. Juli 2010 at 16:33

    Der TT ist aber auch noch ganz OK! 😉

  4. Whoosaa 29. Juli 2010 at 00:19

    Muss mich dem als großer Audi-Fan leider, leider anschließen – von hinten ist der A7 eine einzige Zumutung. Das sieht einfach so grauenhaft aus, da schüttelt es mich regelrecht. Keine Ahnung, wer das durchgewunken hat, und wie viel Promille er dabei hatte.. 😕