Stealth B7 – Von der Rennstrecke direkt auf die Straße

Die knorrigen Briten hatten schon immer einen eigenen Sinn für Humor, aber einen Le Mans-tauglichen Rennwagen auf die öffentliche Straße bringen? War was im Tee? Nein, der Stealth B7 ist real, und wie! 650 PS treffen hier auf lediglich 1.000 Kilogramm Lebendgewicht. Damit wird der Stealth B7 mit Sicherheit nicht nur zum TopTrumpf im Kartenspiel, sondern auch zum Liebling von Hobby-Rennfahrern. Wer lieber klein anfangen möchte, kann mit der 500 PS-Variante üben gehen.

Was genau braucht ein Auto wirklich? – Mit dieser Frage scheinen sich die Macher des Stealth B7 eingehend befasst zu haben. Sie kamen zum Schluß: vier Räder (möglichst breit und mit Semislicks bestückt), ein Lenkrad (klein und servolos, wir sind hier ja nicht im Kindergarten), ein Motor (schauen wir mal, was wir finden), eine Karosserie (möglichst leicht) und ein Spoiler, immerhin planen wir Leistung ein, wenn wir schon nach einem Motor suchen.

Fündig wurde man im Chevrolet-Baukasten, entnommen wurde selbstverständlich ein V8. Mit 6,5 Litern Hubraum bringt dieses Kraftwerk 478 kW/650 PS auf den Boden. Übertragen werden die Pferdestärken durch ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe – natürlich auf die Hinterachse, hallo, wir reden immerhin von einem richtigen Sportwagen.

Die technischen Daten sind also bereits durchaus beeindruckend, doch was hilft noch soviel Kraft, wenn sie überflüssiges Gewicht bewegen muss. Ergo wurde alles weggelassen, was Hüftspeck generieren könnte. Klimaanlage? Nein. Radio? Nein. Elektrische beheizbare Sitze? Machen Sie Witze? Carbon-Rennschalen reichen doch wohl als Komfortzubehör, oder nicht? Zusätzlich besteht die gesamte Karosserie über dem Rohrrahmen-Chassis aus dem ultraleichten Kohlefaser-Werkstoff und drückt damit das Leergewicht auf exakt 1.000 Kilogramm. Eine hervorragende Aerodynamik und der große Heckflügel erzeugen genügend Abtrieb, um den Stealth B7 auf dem Asphalt kleben zu lassen.

Eigentlich baut die Firma Stealth Cars Fahrzeuge für Renneinsätze bei den in Großbritannien sehr beliebten Club Races. Allerdings gab es auch auf Basis des Vorgängermodells Stealth B6 einige wenige Wagen, die für besonders wagemutige Kunden für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr vorbereitet wurden. Hierzu muss man jedoch anmerken, dass es auf der Insel deutlich leichter ist, an eine Zulassung zu kommen, als hier in Deutschland.

Auch den B7 wird es als Straßen- und Rennfahrzeug geben. Für unerfahrenere Fahrer oder Leute, die erst einmal etwas langsamer an Trackdays auf Rennstrecken herangehen möchten, ist auch eine 368 kW/500 PS starke Variante im Angebot. Ob und wieviele Fahrzeuge Stealth nach Deutschland liefern wird, ist bislang noch nicht bekannt.

Quelle: Stealth Cars

Autor: Matthias Kierse

26. Juli 2010|Categories: Magazin|

One Comment

  1. Graunase 27. Juli 2010 at 11:33

    Wenn der B7 jetzt auch noch gut aussehen würde…