Spada Codatronca Monza – Radikale Freiheit

Mit dem Spada Codatronca Monza rollt aus Italien ein derartig radikales Gefährt heran, dass einem beim Betrachten der Bilder kurzfristig die Worte fehlen. Scharfe Kanten und seichte Rundungen stehen im krassen Wechsel miteinander. Unter der Haube werkelt passend zum Design ein radikales Triebwerk: Der auf 720 PS hochgezüchtete V8 aus der Corvette. Somit dürften Begegnungen mit dem Codatronca Monza von sehr kurzer Dauer bleiben.

Spada Codatronca Monza

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Ein freier Radikaler ist der Spada Codatronca Monza ohne Frage. Er verzichtet auf alles, was überflüssig erscheinen könnte, also auch das Dach.

Viele italienische Sportwagen betören den Betrachter mit ihrem ausgewogenen Design. Nehmen wir Klassiker wie den Ferrari 250 GTO oder moderne Formwunder wie den Lamborghini Aventador, stets finden sich direkt viele Bewunderer, wenn diese Fahrzeuge auch nur kurz irgendwo anhalten. Von moderner Kunst auf Rädern wie dem Pagani Zonda wollen wir gar nicht erst reden. Doch nun rollt ein Wagen aus italienischer Produktion heran, der nicht nur auf den ersten Blick eher verstörende als betörende Wirkung hervorruft: Der Spada Codatronca Monza. Bereits 2008 hatte Spadaconcept die geschlossene Variante vorgestellt, nun folgt der radikal offene Roadster.

Der Wagen sieht nicht nur radikal aus, er ist auch radikal auf sommerliches Wetter ausgerichtet. Daher verfügt er nur über eine minimale Frontscheibe und verzichtet gänzlich auf jegliche Art von Regenschutz oder gar ein Dach. Formal greift er die geschlossene Version mit ihren ineinander übergehenden Kanten und Rundungen auf. Ercole Spada, Gründer und Präsident von Spadaconcept, ist ein Altmeister auf dem Gebiet aerodynamisch effizienter Fahrzeuge. So entwickelte er bereits in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts die erfolgreichen Alfa Romeo TZ-Modelle, die das von Wunibald Kamm erfundene Heck mit Abrisskante aufnahmen und verfeinerten. Es verwundert also kaum, dass dieses Heck auch am Codatronca zum Einsatz kommt und somit auch den offenen Monza ziert. Wer ein wenig italienisch spricht, hat sich das beim Namen vielleicht bereits gedacht, bedeutet doch „Codatronca“ soviel wie „abgebrochenes Heck“.

Während man beim Design durchaus geteilter Meinung sein kann, lässt das Triebwerk des Spada Codatronca Monza wenig Wünsche offen. Unter der vorderen Haube arbeitet der bekannte V8 mit 7 Litern Hubraum aus der Corvette, der mittels doppelter Kompressoraufladung auf 530 kW/720 PS aufgepustet wurde. Damit rennt der offene Radikale in nur 3,0 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht bis zu 335 km/h. Dank manueller Sechsgang-Schaltung kann der Fahrer selbst verwalten, wie sehr er sich und seinem Beifahrer den Atem raubt. Zusätzlich hilft eine einstellbare Traktionskontrolle mit drei Programmen dabei, die Kraft auf den Boden zu bekommen. Über ein Telemetrieprogramm können bis zu 80 Stunden lang alle gewünschten Daten, vom Lenkwinkel bis zur Rundenzeit, aufgezeichnet und anschließend ausgewertet werden.

Um nicht nur durch den Wegfall des Daches Gewicht zu sparen, wurde auch der Innenraum von allem befreit, was bei der Fahrt ablenken könnte. Dank einer Karosserie aus Kunststoff und einem fein abgestimmten Fahrwerk liegt das Gesamtgewicht bei lediglich 1.180 Kilogramm. Natürlich lässt sich das Fahrwerk vom Besitzer an jede Rennstrecke dieser Welt individuell anpassen. Große Pirelli P Zero Corsa-Reifen im Format 285/35 vorn und 345/35 hinten auf 19 Zoll großen OZ-Felgen sorgen für hervorragende Bodenhaftung. Dahinter verbirgt sich eine Brembo-Bremsanlage mit 380 Millimetern Durchmesser an der Vorderachse und 355 Millimetern hinten.

Während im Präsentationsfahrzeug zwar bereits eine Plakette mit allen wichtigen Daten hängt, die den Monza als „TSS“ ausweist (Turismo Super Sportivo, mehr Leistung gegenüber dem geschlossenen Turismo Sportivo), ist über die geplante Anzahl oder den Preis bislang noch nichts bekannt geworden.

Quelle: Spadaconcept und Spada Vetture Sport

Autor: Matthias Kierse

23. Juli 2011|Categories: Magazin|

One Comment

  1. Markus Berzborn 24. Juli 2011 at 21:34

    Das Auto ist zwar nicht unbedingt schön, aber diese Konsequenz gefällt mir dann doch wieder.

    Innen ist er aber wirklich scheußlich.