Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé Black Series – Die schwarze 4

Mit der vierten schwarzen Serie seit 2006 präsentieren der schwäbische Traditionsautobauer einen ordentlichen Sportwagen. Der Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé Black Series rollt im Januar 2012 mit 517 PS und 620 Nm Drehmoment zu den Händlern. Damit spurtet der Wagen in nur 4,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Ob das Black Series Coupé 2012 den SLS als Formel 1-Safetycar ablösen wird, steht noch nicht fest.

Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé Black Series

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Bereits von vorn wird deutlich, dass der Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé Black Series gut in die bisherige Tradition der radikalen "schwarzen Serie" aus Affalterbach hineinpasst.

Als 2006 das erste Fahrzeug der AMG Black Series in Form des SLK 55 auf den Markt kam, war die Erfolgsgeschichte dieser besonders radikalen und sportlichen Ableger noch nicht absehbar. Mit dem CLK 63 und dem SL 65 folgten zwei weitere Fahrzeuge, die den Ruf der schwarzen Serie festigten. Pünktlich zum Formel 1-Rennen am Nürburgring an diesem Wochenende wurde nun die neueste Variante präsentiert. Auf Basis des erst kürzlich gezeigten C 63 AMG Coupé rollt Black Series Nummer 4 an den Start. Dieser wird jedoch auf den Januar 2012 verschoben, um finale Feinabstimmungen vornehmen zu können.

Selbst Laien werden dem C 63 AMG Black Series ansehen, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Coupé handelt. Die Lufteinlässe in der Frontschürze schnüffeln dicht über dem Asphalt nach Frischluft für Motor und Bremsen, während eine darunter angebrachte Spoilerlippe für mehr Abtrieb an der Vorderachse sorgt. In der Motorhaube sind zwischen den Powerdomes zwei Entlüftungsöffnungen integriert, um die Abwärme des AMG-Triebwerks besser entweichen zu lassen. Seitlich mündet die neue Frontschürze in auffällig ausgestellte Radhäuser, in denen hinter den Vorderrädern ebenfalls Entlüftungsöffnungen integriert sind. Während dahinter im oberen Bereich an der Rohkarosserie des C 63 AMG Coupé nichts verändert wurde, transportieren breite Schwellerleisten die motorsportliche Optik weiter in Richtung Heck. Dort angekommen finden sich erneut um 42 Millimeter pro Seite verbreiterte Radhäuser mit Bremsbelüftungsöffnungen und in die Heckschürze eingefassten Löchern zur Abfuhr der Warmluft. Zwei Doppelendrohre mit eckigem Querschnitt sorgen dafür, dass der 6,2 Liter große Motor angemessen ausatmen kann. Dazwischen ist ein Diffusoreinsatz zur Erhöhung des hinteren Abtriebs eingelassen.

Die deutlich verbreiterte Karosserie soll natürlich nicht einfach nur prollig wirken, sondern erfüllt einen Zweck. Um das C 63 AMG Coupé in der Black Series deutlich agiler und fahraktiver zu machen, wuchs die Spurbreite vorn um 40 und hinten um 79 Millimeter. Dazu gibt es 19 Zoll große Leichtmetallräder mit 255/35er Reifen vorn und 285/30er Pneus an der Hinterachse. Die in besonders leichter Schmiedetechnik hergestellten Felgen sind titangrau lackiert und werden anschließend für ein hervorragendes Finish glanzgedreht. Sie sparen gegenüber herkömmlich produzierten Felgen der selben Größe rund 11 Kilogramm ungefederte Masse ein. Exklusiv dem C 63 Black Series vorbehalten ist ein einstellbares Gewindefahrwerk, mit dem der Besitzer sein Fahrzeug für jeden Einsatzzweck individuell abstimmen kann. In Verbindung mit neuen Stabilisatoren und der AMG Sportparameter-Lenkung ist eine gute Fahrdynamik garantiert.

Unter der Haube arbeitet der bekannte, 6,2 Liter große V8-Saugmotor, der dank eines Techniktransfers aus dem AMG-Flaggschiff SLS nun über Schmiedekolben, -pleuel, sowie die Leichtbaukurbelwelle des Flügeltürer-Aggregates verfügt und daher auf eine Spitzenleistung von 380 kW/517 PS und ein maximales Drehmoment von 620 Newtonmeter kommt. Die Kraft wird über das 7-Gang-MCT-Sportshift-Getriebe auf die Hinterachse übertragen, wo ein Sperrdifferenzial dafür sorgt, dass die Pferdestärken auch tatsächlich auf der Straße ankommen. Die Gangwechsel dauern in den sportlichsten Einstellungen lediglich 100 Millisekunden und sorgen dafür, dass AMG für den Spurt auf 100 km/h einen vorläufigen Wert von 4,2 Sekunden angibt. Finale Beschleunigungswerte und die Höchstgeschwindigkeit werden in den nächsten Monaten bei den Feinabstimmungsfahrten noch ermittelt.

Natürlich dürfen bei einem modernen Sportler wie dem C 63 AMG Black Series auch Fahrassistenzprogramme nicht zu kurz kommen, immerhin lesen auch die Kommissare in Brüssel mit. Somit ist das Coupé mit einem ESP-Programm ausgestattet, das sich jedoch per Knopfdruck komplett deaktivieren lässt. Dazu sorgen Bremsscheiben im Familienpizzaformat für Verzögerungswerte, die den EU-Politikern vermutlich jegliche Falten aus dem Gesicht ziehen werden. Bereits die 360 Millimeter Durchmesser der hinteren Scheiben dürften als „groß“ gelten. Vorn setzt AMG jedoch mit 390 Millimetern ein Ausrufezeichen. Selbstverständlich sind alle vier Scheiben innenbelüftet und zur besseren Kühlung perforiert. Rot lackierte Bremsbacken mit sechs Kolben vorn und vier Kolben hinten nehmen die Scheiben in die Zange und sehen gleichzeitig gut aus.

Während man das normale C 63 AMG Coupé mit bis zu drei Freunden gemeinsam genießen kann, muss man im Black Series Prioritäten setzen. Lediglich ein weiterer Platz steht neben dem heiß begehrten Fahrersitz zur Verfügung. Wenn der Freundeskreis jedoch zu laut maulen sollte, können Sie bei AMG den C63 Black Series auch als Viersitzer mit der Sitzanlage des normalen AMG Coupé ordern. Aber wer will das, wenn man die Leichtbauschalensitze sieht, deren Wagen mit schwarzem Leder bezogen sind, während auf der Sitzfläche die neuartige Kunstfaser DINAMICA eingearbeitet wurde, die besonders lichtecht ist. Auch auf den Türtafeln und am Lenkrad wurde ein Mix aus Leder und DINAMICA verarbeitet, was dem Interieur einen sportlich-edlen Look gibt. Auf den Kopfstützen ist das AMG-Logo eingestickt. Rote Sicherheitsgurte und ebenfalls rote Kontrastnähte an Schalthebel, Türarmauflagen, Sitzen, Lenkrad und der Mittelkonsole geben einen willkommenen farblichen Akzent. Auf dem Armaturenbrett finden sich Dekorleisten in schwarzem Klavierlack mit einem „Black Series“-Logo über dem Handschuhfach.

Vom C 63 AMG Coupé unterscheidet sich die Black Series zusätzlich durch drei eigenständig gestaltete Rundinstrumente, in denen ein farbiger, dreidimensionaler TFT-Bildschirm integriert ist. AMG-Einstiegsleisten und sportliche Pedale aus Edelstahl unterstreichen den sportlichen Anspruch ebenso, wie die umfangreiche Serienausstattung mit Klimaautomatik und CD-Radio inklusive Bluetooth-Freisprecheinrichtung und USB-Schnittstelle. Gegen Aufpreis lassen sich die Räder mattschwarz lackieren, Teile von Ex- und Interieur in Sichtcarbon ausführen oder Heck- und Seitenscheiben abdunkeln.

Darüber hinaus bereitet AMG zwei Pakete für Kunden vor, die mit ihrem Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé Black Series auf die Rennstrecke möchten. Das „Track Package“ enthält in Zusammenarbeit mit Dunlop entwickelte Sportreifen und eine aktive Hinterachsgetriebekühlung. Für mehr Abtrieb an Vorder- und Hinterachse gibt es im „Aerodynamik-Paket“ eine größere Frontspoilerlippe, Flics seitlich an der Frontschürze und einen feststehenden Heckflügel. Alle Komponenten werden aus ultraleichtem und stabilem Carbon gefertigt.

Wenn wir nun Ihr Interesse für den Mercedes-Benz C 63 AMG Coupé Black Series geweckt haben, sollten Sie schon einmal Ihren Kontostand überprüfen. Um diesen Renner in die heimische Garage zu stellen, sind mindestens 115.430,- € (inkl. MwSt.) nötig. Allerdings auch noch eine Menge Geduld, denn die Markteinführung findet erst im Januar 2012 statt. Damit sind wir aber immerhin den Amerikanern und Asiaten voraus, die bis mindestens März warten müssen.

Quelle: Mercedes-Benz

Autor: Matthias Kierse

23. Juli 2011|Categories: Magazin|