Romeo Ferrari Abarth 500 – Abarthiges Renngerät

Ein Fiat 500 mit 100 PS ist langweilig? Der Abarth 500 zu langsam, mit dem „esse esse-Kit“ wird das auch nicht besser und der Abarth 500 Assetto Corsa ist für Sie noch lange nicht Rennstrecken-tauglich genug? OK, erste gute Nachricht: Es gibt noch mehr Leute, die so denken. Zweite gute Nachricht: Romeo Ferrari zwängt 362 italienische Rassepferde in den 500er und geht damit auf der Rennstrecke spielen.

Romeo Ferrari Abarth 500

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Alles begann 1957 mit einem kleinen, aber sehr ansehnlichen Schuhkarton, dem man einen 479 ccm, 13 PS Zweizylinder ins Heck implantierte. Fiat gilt seit dem mit dem 500 als Mitbegründer der, heutzutage häufig als City-Flitzer benannten, Kategorie der Kleinfahrzeuge. Fast 10 Jahre später stellte sich die Firma Abarth aus Österreich der Herausforderung, dem Kleinen ordentlich einzuheizen. So verpasste man der Basisversion 7 PS mehr. Auf dem späteren D-Modell des 500 basierend, baute man mit dem Abarth 595 sogar eine 30 PS Variante, die, im Vergleich zum Standardfahrzeug, schon einen waschechten Sportwagen darstellte.

Nach 18 Jahren Produktion, 6 Modellvarianten und 3 verschiedenen Motorisierungen, wurde die Produktion zu Gunsten des Fiat 126 eingestellt. Bis 2007 die Neuauflage des 500ers den Erfolg fortsetzen sollte.

Gut 40 Jahre später also, im neuen Fiat 500, der durch moderne Sicherheitsmaßnahmen erheblich gewachsen ist, verrichtet natürlich ein größerer, wahlweise 51 kW/69 PS (1,2 Liter) oder 74 kW/100 PS (1,4 Liter) starker 4 Zylinder Benzinmotor seine Arbeit, nun in der Front zu finden. Den Diesel möchten wir an dieser Stelle vernachlässigen. Auch bei diesem Fahrzeug setzte Abarth kurze Zeit später die Schraubenschlüssel an, baute einen Turbolader auf den 1,4-Liter Reihen-4-Zylinder und schraubte damit die Leistung auf 99 kW/135 PS herauf. Da dies offenbar immer noch nicht genügte, schob man den Abarth esseesse nach, nun auf 120 kW/160 PS leistungsgesteigert. Nicht genug? Das dachte man sich auch in Italien und stellte mit dem Abarth 695 „Tributo Ferrari“ einen 130 kW/180 PS starken, limitierten Flitzer zur Verfügung.

Für die Straße sind die Leistungswerte des neuen Fiat 500, und natürlich all seiner Sonder- und Abarth-Versionen, schon außerordentlich gut ausgelegt, so dass man mit den größeren Varianten durchaus in jeder Lebenslage spaßiges Fahren geboten bekommt. Ist man aber besonders gern auf Rennstrecken unterwegs, bietet sich mit dem 150 kW/200 PS starken Abarth Assetto Corse die passende Kirsche auf der Sahnetorte.

Nun gibt es allerdings Menschen, besonders solche der rennfahrenden Sorte, die noch immer ein bisschen mehr oben drauf wollen. So auch der italienische Rennstall Romeo Ferrari und dessen gleichnamiger Besitzer, der sich nun an Fiats 1,4 Liter Turbo-Motor, der sich bis dahin in einem normalen 500er Abarth befand, zu schaffen gemacht hat. Man verpasste dem Flitzer ein Carbon-Kleid, so dass der doch recht schwach anmutende 4 Zylinder nicht mehr so viel Gewicht über die Vorderachse herumziehen muss. Allerdings sprach man dem Motor ein wenig Mut zu, womit nun irrsinnige 226 kW/362 PS auf den Asphalt gezwungen werden wollen.

Der geplante erste Antritt dieses Über-Gokart ist ein 6 Stunden Ausdauer-Rennen, welches am 28. November diesen Jahres in Vallelugna stattfindet. Die pilotierende Mannschaft, bestehend aus Aldo und Michela Cerruti, sowie Mario Ferraris, wird dann bei den Versuchen, den durchdrehenden Rennwagen zu bändigen, zu verfolgen sein.

Quelle: Romeo Ferrari

Autor: Michael Müller

20. November 2009|Categories: Magazin|Tags: |

One Comment

  1. JeffG 23. November 2009 at 10:20

    Ich find der Heckflügel ist noch ein bischen zu klein 😀 – ansonsten scharfes Eisen :-))!