Lotus Elan – Der Vierte im Bunde

Aller guten Dinge sind… 5? OK, wir sind hiermit bei der vierten Lotus-Neuvorstellung von der Pariser Motorshow. Heute: Der Lotus Elan. Die dritte Neuauflage eines alten Namens, sowie die dritte Serie, denn auch vom Elan gab es schon zwei. Beim Neuen gibt es reichlich Leistung. 450 PS, um Zahlen zu nennen, verbunden mit Innovation, Alltagstauglichkeit, der neuen Lotus-Design-Philosophie und natürlich Umweltbewusstsein.

Lotus Elan

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Teil 4 der Erweiterungen der Lotus-Modellpalette: Lotus Elan. Wie schon beim Lotus Elite und auch der Elise handelt es sich bei diesem Projekt um die dritte Serie der jeweiligen Fahrzeuge. Der allererste Elan wurde von 1962 bis 1975 gebaut. Dabei handelte es sich um einen 680 kg leichten Roadster, für den man auch ein abnehmbares Hardtop bestellen konnte. Drei Jahre später gab es eine Version mit fest verschweißtem Hardtop, dann mit einem wirklichen Festdach, als eigenes Modell. Sie bekam den Namenszusatz „Fixed Head Coupé“ und hatte schon den Baucode Typ 36. Angetrieben wurden sie jeweils von einem 1,5 Liter-Lotus-Ford-Vierzylinder, welcher im Elan 1500 gute 74 kW/100 PS und im Elan 1600 dann 77 kW/105 PS lieferte. In der Rennversion, dem Typ 26R, waren es dann sogar beachtliche 118 kW/160 PS auf gerade einmal 600 kg Leergewicht.

Im vermutlich bekanntesten Elan, dem Elan Sprint von 1971 – auffällig durch die Zweifarben-Lackierung (wohl am weitesten verbreitet: oben Rot, unten Weiß, in der Mitte ein goldener Zierstreifen mit dem Schrifzug „Elan Sprint“) – standen immerhin schon 93 kW/126 PS aus dem selben Motorblock zur Verfügung. 1967 entstand ein familenfreundlicher Elan, dem man zwei zusätzliche Sitze verschaffte. Der Elan +2, ein 2+2 Coupé, wurde ebenfalls mit dem Lotus-Ford-Motor versehen, hatte also die gleiche Leistung. Am Produktionsende 1975 waren insgesamt gut 17.000 Elan und Elan +2 fertiggestellt und auch sehr erfolgreich verkauft worden.

Erst 1989 gab es wieder einen Lotus mit dem Namen Elan, diesmal der Typ M100. Der Großteil der gut 4.000 bis 4.500 (Quellen differieren) in vier Jahren gebauten M100 Elan der ersten Serie sind mit einem 1,6 Liter großen Vierzylinder-Turbo-Motor ausgestattet worden, der es auf 119 kW/162 PS an der Vorderachse brachte. Exklusiv in Großbritannien wurden 129 Fahrzeuge ohne Aufladung verkauft, bei denen man sich mit 96 kW/130 PS zufrieden geben musste. Bei gerade einmal 1.110 kg war das jedoch nicht zu wenig. 1992 endete die Produktion des „S1“ M100, 1994 legte Lotus noch einmal ein Modell nach. Der auf 800 Stück limitierte Lotus Elan M100 „S2“ war im Wesentlichen das gleiche Auto wie schon bekannt, hatte aber, da der Einsatz von Katalysatoren nun gesetzlich vorgeschrieben war, die etwas geringeren Leistungsdaten wie zuvor die US-Modelle.

450 PS aus einem aufgeladenen 4-Liter-V6 an der Front gehen auf die Hinterachse. Wir schreiben das Jahr 2013, Lotus plant für diesen Sommer die Wiederbelebung des Modells Elan. Optisch so futuristisch, wie damals der M100. Modellvarianten wie beim Ur-Elan. Heißt: Sowohl Zweisitzer, wie auch 2+2 Coupe. Ein Mix also, aus allem was die beiden vorigen Elan zu denen machte was sie heute bedeuten?

Man wird die Fahrberichte und -tests abwarten müssen. Dabei wird sich dann rausstellen, ob das KERS-System seinen Dienst so erweist, wie Lotus es sich wünscht. Dort wird sich auch zeigen, wie sich der fast 1.300 kg schwere Elan der dritten Serie in den Kurven macht, oder auch bei 310 Stundenkilometern Spitzengeschwindigkeit. Die Leistungsentfaltung sollte allerdings definitiv beeindrucken, bedenkt man 465 Newtonmeter Drehmoment, gekoppelt an ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. 75.000,- £, also fast 85.500,- € möchte Lotus mindestens, wenn die Fahrzeuge ab Herbst 2013 bei den Händlern stehen. Dabei ist die Aufpreisliste mit Sicherheit nach oben offen.

Quelle: Lotus

Autor: Michael Müller

16. Oktober 2010|Categories: Magazin|Tags: |