Ginetta G60 – Britischer Leichtbau-Renner mit US-Herz

Die Form mag Autokennern bekannt vorkommen, doch das Auto unterm Carbonkleid ist neu. Ginetta kaufte 2010 Farbio und übernahm den GTS als F400 ins eigene Programm, doch es fehlte an Serienreife. Also alles von vorn. Hier kommt nun der Ginetta G60 mit einem 314 PS starken V6-Motor aus dem aktuellen Ford Mustang. Dank des niedrigen Gesamtgewichts von 1.080 kg entsteht hier ein wahrer Sportwagen.

Ginetta G60

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Die Form des neuen Ginetta G60 stammt direkt vom 2004 präsentierten Farboud GTS ab. Unter der Frontschürze findet sich ein neuer Splitter.

Wer hätte gedacht, dass die Geschichte des 2004 präsentierten Farboud GTS einmal so weit entwickeln würde? Nach dem Abgang seines Entwicklers Arash Farboud wurde der Wagen 2007 als Farbio GTS in Kleinserie produziert. Aufgrund von Geldmangel verkaufte Farbio die Produktion schließlich letztes Jahr an die britische Sportwagenmarke Ginetta, die den Wagen als F400 ins Programm integrierte. Allerdings stellte man anhand der existierenden Fahrzeuge schnell fest, dass jedes Exemplar ein anderes Fahrverhalten an den Tag legte und auch die restliche Qualität eher einem Prototypen, denn einem Serienfahrzeug glich. Also alles auf Stopp und von vorne beginnen.

Die Karosserieform wollte Ginetta-Chef Lawrence Tomlinson hingegen nicht groß verändern, da diese einer der Gründe für ihn waren, Farbio zu übernehmen. Somit stand das Lastenheft für seine Ingenieure fest: Ein besseres Fahrwerk nebst guter Kraftquelle unter eine vorhandene Carbonhülle stecken. Selbige wurde im Windkanal nur minimal durch neu gestaltete seitliche Lufteinlässe vor den Hinterrädern und einen neuen Splitter unter der Frontschürze angepasst.

Untenrum kommt hingegen ein komplett neues, deutlich steiferes Rohrrahmen-Chassis zum Einsatz, in dem der 3,7 Liter große V6-Motor aus dem Ford Mustang ein neues Zuhause gefunden hat. 231 kW/ 314 PS werden über ein manuelles Sechsgang-Getriebe und ein Sperrdifferential von ATB auf die Hinterräder übertragen. Auch das Fahrwerk wurde durch neu entwickelte Komponenten versteift und gleichzeitig mit verstellbaren Feder-Dämpfer-Einheiten ausgestattet. Größere, gelochte und geschlitzte Bremsscheiben mit Vierkolben-Bremssätteln sorgen für fadingfreie Verzögerungen. Das ist auch nötig, immerhin beschleunigt der nur 1.080 kg wiegende Renner in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht mehr als 265 km/h.

Um ein solch geringes Gewicht erreichen zu können, verbaut Ginetta nicht nur Leichtbaumaterialien, sondern ließ vor allem überflüssige Dinge weg. Dazu gehörte nach umfangreichen Fahrtests vor allem eine Horde elektrischer Helferlein nebst dazu gehörenden Kabelbäumen. So verfügt der Ginetta G60 weder über ABS, noch über Servobremsen, Servolenkung oder Traktionskontrolle. Ein echter britischer Sportwagen also.

Jährlich sollen maximal 50 Exemplare des Ginetta G60 aus den Produktionshallen rollen, wodurch die weltweite Verbreitung natürlich äußerst gering bleiben wird. Über Preise und die Zulassungsfähigkeit in Märkten außerhalb des Inselreichs machte man bislang noch keine Angaben.

Quelle: Ginetta

Autor: Matthias Kierse

6. Oktober 2011|Categories: Magazin|

2 Comments

  1. Markus Berzborn 6. Oktober 2011 at 19:46

    Gefällt mir! Endlich noch mal ein puristischer Sportwagen.

  2. Autopista 6. Oktober 2011 at 21:26

    Ich durfte letztes Jahr in der noch aufgeladenen Variante mitfahren. Das ist wirklich ein absolut brutales Renngerät. Laut,tief, hart, leicht und schnell. Absolut unverfälschter Fahrspaß! Roh und original. Die neue Variante dürfte auch spannend sein und soll auch als Linkslenker nach Deutschland kommen.