BMW Vision ConnectedDrive – Bayrische Zukunftsvision

BMW ist immer für eine Überraschung gut. So auch für den diesjährigen Genfer Automobilsalon, der Anfang März seine Türen öffnet. Mit dem BMW Vision ConnectedDrive stellen die Münchner dort einen rassigen Roadster vor, der die Zukunft der mobilen Vernetzung mit sportlichem Design kombiniert. Die Formensprache soll in künftige Serienmodelle ebenso einfließen, wie die Fahrerassistenzsysteme im Innenraum. Ob der Roadster kommt, ist indes ungewiss.

BMW Vision ConnectedDrive

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Formtechnisch kann der BMW Vision ConnectedDrive absolut überzeugen: Genauso muss ein sportlicher, bayrischer Roadster aussehen.

BMW gehört ohne Frage zu den Pionieren der mobilen Vernetzung von Autos und Umgebung. So kann man bereits seit einigen Jahren in Modellen der 5er- und 7er-Reihen per Knopfdruck den nächsten Supermarkt mit japanischen Spezialitäten oder das beste italienische Restaurant in der Umgebung finden. Im Falle eines Unfalls sorgt der Wagen selbsttätig für eine Telefonleitung zur Rettungsstelle und informiert diese über den exakten Standort. Gleichzeitig verfügen die Fahrzeuge über immer mehr Fahrerassistenzsysteme, die der Besatzung das Leben einfacher und komfortabler machen.

Da diese Techniken zwar interessant sind, das Auto an sich jedoch nicht unbedingt aufregender machen, haben sich die BMW-Ingenieure Gedanken darum gemacht, wie man die neueste Generation der Fahrzeugvernetzung spannend verpacken kann. Heraus kam der BMW Vision ConnectedDrive, der auf dem Automobilsalon in Genf Anfang März seine Weltpremiere feiern wird. Der Wagen verfügt über eine rassige Roadster-Karosserie mit langer Motorhaube, die beinahe übergangslos in die kurze Windschutzscheibe übergeht. Um die Vernetzung von Fahrer und Fahrzeug optisch darzustellen, zieht sich ein tieferer Bereich aus der Haube in den Innenraum hinein, zusätzlich visualisiert durch ein leuchtendes Band, das sich von der Front einmal um das Interieur herum und bis zu den Heckleuchten zieht. Diese präsentieren sich in L-Form mit markanter Grafik. Direkt an die beiden Sitze schließen sich Überrollbügel an, die wie bei historischen Rennfahrzeugen in breiten Finnen auf dem Kofferraumdeckel enden.

Neben den aggressiv-gestalteten Rückleuchten und dem auch sonst an Sportlichkeit kaum zurückhaltenden Heck fällt aufmerksamen Betrachtern schnell auf, dass BMW keinerlei Auspuffendrohre vorgesehen hat. Dies kann an zwei Gründen liegen: Zum einen könnte es sein, dass es sich bei diesem Fahrzeug noch um einen nicht fahrbaren Tonblock handelt, der als reine Messe-Attraktion zu verstehen ist. Da es sich bei der ausstellenden Marke jedoch um BMW handelt, tippen wir eher auf ein innovatives Antriebskonzept, vermutlich mit Elektromotoren und somit ohne Abgasausstoß. Die Bayern halten momentan noch dicht und werden finale Details zur Technik wohl erst in Genf bekanntgeben.

Das Interieur präsentiert sich für einen BMW eher ungewohnt. Wo sonst eher luftige Weiten herrschen, ist hier eine deutliche Trennung zwischen Fahrer und Beifahrer vorgesehen. Allerdings nur optisch. Der Beifahrer kann während der Fahrt aktiv Einfluss auf die Anzeigen auf der Fahrerseite nehmen und beispielsweise Adressdaten aus dem Internet auf das Navigationssystem aufspielen und dem Fahrer mitteilen. Dieser verfügt über ein dreidimensionales Head-Up-Display in der Windschutzscheibe, das mit seinen Anzeigen für eine Verschmelzung der virtuellen Inhalte mit der realen Welt sorgt. Das System kann zum Beispiel bei jeder Wetterlage exakte Hinweise geben, wo sich die vom Navigationssystem angesagte Abbiegemöglichkeit im Bezug zur aktuellen Fahrzeugposition genau befindet. Darüber hinaus kann der Fahrer weitere Informationen, beispielsweise zu Motordaten oder Geschwindigkeit einblenden, die je nach Fahrzustand und momentaner Wichtigkeit in den Vordergrund gerückt werden. Über Sensoren innerhalb der Scheinwerfer werden Verkehrsschilder gescannt und ebenfalls angezeigt. Weitere Daten können auf einem frei programmierbaren Display hinter dem Lenkrad abgerufen werden.

Auch die Heckleuchten arbeiten als Sensoren, zum Beispiel bezüglich des Abstands zum Hintermann und helfen so zum einen beim Einparken, zum anderen straffen sie per Signal die Gurte, falls sie einen Heckaufprall im fließenden Verkehr oder an der roten Ampel prognostizieren. Alle anderen Fahrassistenzsysteme, die bereits aus anderen BMW-Modellen bekannt sind, sind auch in der Vision ConnectedDrive mit an Bord, allerdings in der jeweils neuesten Version. Fahrer und Beifahrer können je nach ihrer emotionalen Verfassung die Informationen, die der BMW Vision ConnectedDrive empfängt, filtern und die relevanten Ergebnisse anzeigen. So erfährt man bei der Fahrt mit seiner Frau am Valentinstag den schnellsten Weg zum besten Restaurant am Platz und kann unterwegs bereits den Tisch reservieren, während auf einer geschäftlichen Langstreckentour aufgrund der Verbrauchswerte und des Tankinhaltes die in Frage kommenden Tankstellen angezeigt werden.

Der BMW Vision ConnectedDrive gibt laut den Münchnern einen ersten Ausblick auf das Design kommender Modelle. Ob ein solcher sportlicher Roadster als Nachfolger des aktuellen Z4 zu erwarten ist, steht indes noch nicht fest. Wünschenswert wäre es.

Quelle: BMW

Autor: Matthias Kierse

12. Februar 2011|Categories: Magazin|