Gumpert Tornante – Italienisches Design mit deutschen Genen

Zusammenarbeiten zwischen deutschen Automobilfirmen und italienischen Designern hat es bereits häufig gegeben. Nun wird ein neues Kapitel hinzugefügt: Der Gumpert Tornante. Dieser 700 PS starke Supersportler entstand in Kooperation mit Touring Superleggera und ist noch im Konzeptstadium, könnte jedoch theoretisch als neues Modell ins Gumpert-Portfolio aufgenommen werden. Die wichtigsten Zutaten bringt er auf jeden Fall mit.

Der Gumpert Apollo ist momentan der einzige in Serie gebaute Supersportwagen aus Deutschland. Zugegeben, die Serienfertigung entlässt allenfalls homöopathische Dosen des geflügelten Renners in die Öffentlichkeit, aber ansonsten gibt es in diesem Sektor momentan nichts mit dem Siegel „Made in Germany“. Positive Resonanzen auf dem Genfer Autosalon vorausgesetzt könnte sich bald ein zweiter Wagen hinzugesellen – auch von Gumpert.

Diesmal überließ Gumpert einen wichtigen Part einer Firma in Italien: Das Design. Den Apollo hatten die Mannen rund um Firmengründer Roland Gumpert selbst entworfen und viele Sportwagen-Enthusiasten konnten sich genau damit nicht anfreunden. Das neue Fahrzeug entstand in Zusammenarbeit mit der italienischen Designfirma Touring Superleggera und hört auf den Namen Tornante. Bislang ist erst eine Zeichnung veröffentlicht worden, diese ist jedoch sehr vielversprechend.

Der Gumpert Tornante könnte bereits ab 2012 zum Portfolio der Marke aus Altenburg in Ostdeutschland gehören und den Markt bereichern. Touring Superleggera und Gumpert sprechen im Zusammenhang mit diesem Fahrzeug von einem „Fast Tourer“. Dies liegt an der hervorragenden Kombination von Geschwindigkeit, Effizienz und gleichzeitiger Zufriedenstellung der Besatzung in jedem Fahrzustand.

Gumpert und Touring Superleggera verfolgen jeweils den Grundsatz, dass man alles Unwichtige bei einem Fahrzeug weglassen sollte. Während Gumpert alles weglässt, was beim wirklich schnellen Fahren stören könnte, schafft Touring Superleggera es, die Karosserie ohne unnötige Schnörkel daherkommen zu lassen und gleichzeitig die Ausstattung vollständig und zugleich ultraleicht zu gestalten. Ergonomie und Komfort sind für den Tornante also keine Fremdwörter aus einem Paralleluniversum, sondern durchaus Bestandteile des Gesamtkonzepts.

Das Kohlefaser-Monocoque mit Karosserieteilen, die ebenfalls aus Carbon bestehen, sitzt auf einem Chrom-Molybdän-Stahl-Spaceframe, was dem Tornante nicht nur extreme Steifigkeit, sondern auch so wenig wie möglich Gewicht ermöglicht. Die Türen sind am Dach angeschlagen, wodurch die Familienverbindung zum Apollo hergestellt wird. Das Heck soll überraschend praktisch ausfallen, was auf der veröffentlichten Zeichnung noch nicht erkennbar ist. Lassen wir uns überraschen.

Unter dem Carbon-Kleid arbeitet die Technik des Gumpert Apollo. Der 4,2 Liter große V8-Motor, dessen technische Grundzüge von Audi stammen, leistet stramme 700 PS in der Basisvariante und ist mit einem sequenziellen Getriebe mit Schaltpaddeln am Lenkrad verbunden. Für die Serienfertigung ab 2012 ist zusätzlich eine Variante mit Bio-Ethanol-Antrieb eingeplant.

Quelle: Gumpert und Touring Superleggera

Autor: Matthias Kierse

11. Februar 2011|Categories: Magazin|Tags: |