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Stig

Jaguar XJ220 - Erfahrungsbericht

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chip
Geschrieben

Sehr emotionaler aber auch realistischer  Bericht sehr schön geschrieben vielen Dank !!!

ein echtes Traumauto das Design ist für die Ewigkeit. 

Wenn die nach heutiger Ansicht etwas unmodernen Felgen nicht wären, könnte man zumindest von außen  denke es handelt sich um einen aktuellen Supersportwagen. Verkaufen oder nicht das kann ich nicht beantworten es ist halt immer eine individuelle Entscheidung.

 

vw-fahrer
Geschrieben

Ein sehr schöner Bericht über ein Fahrzeug welches auch in meiner Jugend in meine "Traumgarage" gehörte. Da du eine sehr emotionale Bindung zu diesem Fahrzeug hast, würde ich es mir sehr gut überlegen, ob ein Verkauf das Richtige ist.

 

Gut Möglich, dass du bei einem Sinneswandel in ferner Zukunft nicht noch einmal die Gelegenheit bekommst, ihn zurückzukaufen.

 

Gruß - Stefan

Dany430
Geschrieben (bearbeitet)

Danke für diesen Bericht....

Wenn finanziell egal, natürlich behalten. 

bearbeitet von Dany430
993RS
Geschrieben

Ein sehr aufschlussreicher Bericht für ein wirkliches Traumauto.

netburner
Geschrieben

Toller Bericht, danke. Er führte mich gedanklich direkt zu meiner ersten Begegnung mit einem XJ220 zurück. Ich kann das Jahr nicht mehr genau einkreisen, aber es war kurz vor dem Ende von Auto Becker in Düsseldorf. Wir waren auf Klassenfahrt in der Stadt und hatten "Freigang", was ein Schulfreund und ich für einen ausgedehnten Spaziergang im Schnellgang zu Auto Becker genutzt haben (vom Hauptbahnhof aus war das schon ein echtes End zu laufen). Dort angekommen kannten wir uns natürlich nicht wirklich aus in dem Gewirr an Schauräumen, waren kurz bei Ferrari drin und gingen dann durch ein Parkhaus mit Gebrauchtwagen. Da Auto Becker bekanntlich nicht nur mit den Nobelmarken handelte, sondern auch Allerweltsautos im Angebot hatte, reihten sich dort Nissan Micra an Opel Kadett, aber in gefühlten 50 Metern Entfernung ragte eine flache Schnauze aus der sauber wie Perlen auf der Schnur geparkten Reihe. Also hin da und erkunden: Ein XJ220. Wie dein Fahrzeug in Le Mans Blau, gebraucht, guter Zustand, aber leicht eingestaubt. Ein Wahnsinnsanblick, speziell zwischen den 08/15-Angeboten ringsum.

Anschließend dauerte es viele Jahre, bis ich wieder einen XJ220 gesehen habe, inzwischen sind es schon einige geworden und ich freue mich jedes Mal, wenn ich wieder vor einem stehe :)

  • Gefällt mir 5
fridolin_pt
Geschrieben

Schöner Bericht, viel gelernt. Leider habe ich nie einen gefahren.

lambodriver
Geschrieben

Ein sehr schön geschriebener Bericht.

 

Ich kann mich auch glücklich schätzen, dass ich in meiner Jungend mit den Traumautos der 80/90er in Kontakt kam und oft mitfahren und auch säubern durfte. Mclaren F1, 959,F40,EB110,XJ220, Diablo SE30 Jota einfach wunderbare Fahrzeuge, die alle für sich einen ganz eigenen Charakter haben. 

Wie Ronnie schon oben geschrieben hat, sind die Ausmaße eines XJ220 wirklich extrem. Gerade die massive Front lässt ihn um einiges wuchtiger und breiter wirken als z.B. einen Diablo, der vorne er schmal und hinten breit wird. Insgesamt bin ich 3x verschiedene XJ220 mitgefahren. 1x silber-grau, 1x blau-grau, 1xblau-beige. Ich meine es gab ab Werk verschiedene Felgenfarben, ein silber und ein anthrazit. 

Die Preise sind in den vergangenen 5 Jahren, wenn man den Autoplattformen glauben schenken darf, wieder gestiegen. Ich weiß noch, 2014 war auf der Essen Motorshow ein silber-graues Exemplar für knapp unter 200.000€. Zu dem Zeitpunkt hatte ich wirklich mit dem Gedanken gespielt, mir einen neben den Diablo zu stellen.  Hätte ich es mal gemacht...hätte....

Stig
Geschrieben

Vielen Dank für Eure Feedbacks.

 

Ergänzend kann ich Euch noch ein Paar Fakten zum XJ220 aufzählen, einfach mal so wie es mir gerade in den Sinn kommt ohne logische Reihenfolge oder Zusammenhang:

 

  • Tiefe Preise deuten meistens auf einen Wartungsstau hin; Zahnriemen/Tank/Service kann schnell sechstellig kosten.
  • Die Rückspiegel (übrigens vom Citroen CX) sind unterschiedlich montiert; fahrerseits auf der Türe, beifahrerseits auf dem Kotflügel.
  • Reifen in Originalgrösse waren langezeit ein leidiges Thema; seit kurzem bietet Bridgestone eine Neuauflage an, welche das Auto viel besser zum fahren macht.
  • Weltweit gibt es noch zwei ausgewiesene XJ220-Spezialisten: DonLaw aus England und ROOS in der Schweiz.
  • Ersatzteile sind mittlerweile leider auch teilweise rar geworden; Jaguar hat sein grosses (nicht benötigtes) Lager vor einigen Jahren geräumt. Das meiste davon hat DonLaw aufgekauft. Oft kriegt man Ersatzteile nur in ganzen Paketen und nicht einzeln.
  • Es gab fünf verschiedene Aussenfarben: Spa silver, Le mans blue, Monza red, Silverstone green und Daytona black.
  • Auf dem offiziellen Schlüsselanhänger von Jaguar Sport ist hinter der Plakette die Chassisnummer eingraviert.
  • Optional gab es ein das S-Upgrade, mit welchen vermutlich fünf Stück ausgestattet wurden.
  • PininFarina gestaltete einige XJ220 auf Wunsch des Sultans von Brunei um. Ein heute guter Freund von mir hat dieses Projekt dazumal geleitet. Einer dieser Pininfarina-XJ220 befindet sich nach wie von in Italien.
  • 1993 starteten drei XJ220 beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Eines der Autos gewann in seiner Klasse, allerdings wurden alle drei nachträglich disqualifiziert, weil sie ohne den inzwischen obligatorischen Katalysator fuhren.
  • Im extra für den XJ220 gebauten Werk in Bloxham wurde nach dessen Produktion der Aston Martin DB7 produziert.
  • Aufgrund der explosiven Charakteristik und des gewaltigen Schubs sind viele XJ220 verunfallt. Nicht selten auf Probefahrten durch Mechaniker, ich selber kenne zwei davon denen das passiert ist.
  • Die Modellbezeichnung XJ220 kommt von der avisierten Höchstgeschwindigkeit: 220 MPH (352km/h).

 

  • Gefällt mir 19
MVThomas
Geschrieben

Hallo Stig,

 

danke für den schönen Bericht. Ein wirklich faszinierendes Auto, wohl auch, weil man es recht selten zu Gesicht bekommt. Bis vor einiger Zeit stand in der Klassikstadt in Frankfurt ein Exemplar, ich meine in silber im 2. Stock.

 

Die von Dir genannte Breite von 2,20 m schockt mich fast, das hätte ich nicht gedacht. Gibt es überhaupt breitere zugelassene Sportwagen?

 

Grüße

Thomas

PoxiPower
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Stig:

Tiefe Preise deuten meistens auf einen Wartungsstau hin; Zahnriemen/Tank/Service kann schnell sechstellig kosten.

:-o

 

 

Als Kleinverdiener hoffe ich hier ja noch auf einen Schreibfehler. Ansonsten stürze ich mich im Angesicht meiner Armut lieber gleich aus dem Fenster :-(((°

  • Gefällt mir 1
  • Haha 3
lambodriver
Geschrieben

Anbei einige Fotos aus meinem Archiv:

1991 XJ220 Production Bloxham.PNG

1992-jaguar-xj220-03.jpg

umriss.gif

XJ220 production at Abbey Panels.jpg

weitere:

444.jpg

IMG_8519.JPG

Apropos Brunei:

3303922g.jpg

3303922h.jpg

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3303922k.jpg

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Brunei7.jpg

Jaguar XJ220 Brunei (1).PNG

Jaguar XJ220 Brunei (2).PNG

Jaguar XJ220 Brunei (3).PNG

Jaguar XJ220 Brunei (4).PNG

Jaguar XJ220 Brunei (5).PNG

Prototyp mit dem eigentlichen V12 Konzept:

1024_3933376539306533.jpg

1024_3966616231663362.jpg

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  • Gefällt mir 15
Markus Berzborn
Geschrieben
vor einer Stunde schrieb MVThomas:

 Gibt es überhaupt breitere zugelassene Sportwagen?

 

Sehr gute Frage. Nachdem ich jetzt über eine Stunde darüber nachgedacht habe und sämtliche Marken im Kopf durchgegangen bin, ist mir keiner eingefallen. :)

 

Gruß

Markus

Luimex
Geschrieben
vor 4 Stunden schrieb Stig:

Aufgrund der explosiven Charakteristik und des gewaltigen Schubs sind viele XJ220 verunfallt.

einen davon hatte ich hier.....

 

1799266212_JaguarXJ220017.thumb.JPG.adcf73ade69dc597b5229eda53c58fba.JPG  1732752220_JaguarXJ220019.thumb.JPG.3a8dae71feff0b5972737a187777e69e.JPG

 

 

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rx7cabrio
Geschrieben

der brauch aber bisschen Politur.....  :cry:

S.Schnuse
Geschrieben

Der XJ220 begleitet mich auch schon mein ganzes Autoleben, leider nur in meinen Träumen. Drei Anekdoten dazu fallen mir dennoch ein.

 

- als Jugendlicher sah ich einen dunkelblauen bei Auto Becker stehen, könnte der gleiche wie beim netburner gewesen sein

- am Olivaer Platz in Berlin stand lange Zeit einer Nachts unter der Laterne geparkt. War wohl ein daily driver.

- In der Classic Remise beim Michael Groß hab ich mal einen auf der Hebebühne bewundert. Moskauer Kennzeichen auf dem Weg nach London in Berlin gestrandet. Da hatte wohl jemand Flugangst.

  • Gefällt mir 1
Stig
Geschrieben

Motiviert durch Eure Beiträge bin ich vorhin den Unterlagenordner meines Autos (#176) durchgegangen; nebst der Neuwagenrechnung habe ich sogar noch die VIP-Einladung zur Präsentation gefunden.

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  • Gefällt mir 13
Markus Berzborn
Geschrieben (bearbeitet)

Sehr intereressantes Zeitdokument. 👍

 

Ich überlege gerade: Was waren im Oktober 1992 wohl "weitere Neuheiten aus dem Jaguar-Programm"?

Der überarbeitete XJS kam ja schon 1991 und der neue Zwölfzylinder mit 6 Litern erst Anfang 1993, wenn ich mich richtig entsinne.

 

Gruß

Markus

bearbeitet von Markus Berzborn
F40org
Geschrieben

@Stig

 

Sind das alle Boardbücher die es zum Fahrzeug gab?

 

 

CIMG5863.jpg

Stig
Geschrieben

Müsste ich nachsehen, meine Ledermappe ist allerdings beige. Eventuell hängt dies mit der Innenfarbe der Ausstattung zusammen.

Ich erinnere mich an eine dieser Betriebsanleitung, wo explizit darauf hingewiesen wird, dass es sich hierbei um eines der schnellsten Autos handelt und sehr auf einen vorsichtigen Umgang damit hingewiesen wird 🙂

 

Übrigens ist der "Kofferraum" ja lachhaft klein; ein Tester schrieb mal, da passe bloss die Zahnbürste sowie eine Kreditkarte rein. Etwas mehr ist es schon, immerhin passt ein schmaler "Weekender" rein.

Von DonLaw gibt es die Möglichkeit, das Kofferraumvolumen deutlich zu vergrössern. Ein Freund von mir, dessen Vater dazumal auch einen XJ220 hatte, hat diese Modifikation bei seinem machen lassen.

IMG_6127.JPG

  • Gefällt mir 2
AC/DC_Gallardo
Geschrieben

Danke Stig, wunderbarer Beitrag und ganz tolle Informationen!

 

Habe den Wagen schon ein paarmal im Autobau in Romanshorn bestaunt und finde die Kombination aus diesem futuristischen, gradliniggen Design und gleichzeitig wieder simplen (naja eher "billigen") Lösungen wie zB die Rückleuchten echt genial und halt "britisch".

 

Magst du noch etwas zur Invoice mit den jährlichen Aufpreisen für 90-93 erzählen?

Wurden da jährlich steuern auf das Auto gerechnet von Bestellung bis Auslieferung?

Mit der Teuerung kanns ja kaum zu tun haben, ganz so extrem dürfte diese ja dann doch nicht gewesen sein.

 

 

 

Gruess us Winti

 

 

Roman

  • Gefällt mir 1
993RS
Geschrieben

@AC/DC_Gallardo

soweit ich das richtig verstanden hatte, wurde das Fahrzeug beim Importeur gelagert, somit sind die Kosten wohl daher!

Stig
Geschrieben

Nein, das ist tatsächlich eine Indexierung, an welche der ursprüngliche Kaufpreis von 290'000£ geknüpft war (vermute Landesindex für Konsumentenpreise).

 

 

Stig
Geschrieben

Noch etwas zum Motor: vielmals wird erzählt bzw. geschrieben, der Motor stamme aus dem MG Metro Rallyecrossauto. Dies ist nur "die halbe Wahrheit", korrekt ist:

 

TWR erwarb 1989 die Rechte an dem Motor von MG (Austin Rover) und entwickelte einen völlig neuen Turbomotor mit dem Codenamen JV6, der konstruktiv dem MG zwar ähnelt, aber für Sportwagenrennen besser geeignet war.

Der neue JV6 Motor wurde zuerst in den Rennwagen XJR-10 und XJR-11 eingesetzt und gelang dann in die Serienversion des XJ220.

Übrigens liess sich JaguarSport bei der Konstruktion des JV6 auch vom Cosworth DFV Formel-1-Motor inspirieren.

  • Gefällt mir 1
Ultimatum
Geschrieben

ja, die liste der verpassten Chancen wird erneut um eine Episode erweitert:

der autosalon grünwald hatte den xj220 in dunkelblau jahrelang in der hintersten ecke stehen und erfolglos zum verkauf angeboten. das dürfte so um das jahr 2000 herum gewesen sein. an den preis kann ich mich nicht mehr genau erinnern, ich meine so um die 150.000 DM. danach hat der wagen bei weiteren händlern gestanden bevor er verschwand. er hatte am vorderen spoiler einen kleinen riss, den nie jemand repariert hatte.

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    • irontomi
      Hallo erstmal danke für die Aufnahme hier in diesem Forum. Ich habe gleich mal eine Frage was haltet ihr von einem Ferrari 430 Baujahr 2008 mit zwei Novitec Kompressoren mit 50000 km Laufleistung kann man so etwas kaufen oder holt man sich da mit potenziellen Ärger ins Haus da der Motor ja mehr belastet wurde als ursprünglich angedacht hat jemand Erfahrungen mit einem solchen Wagen? Ach ja und was muss denn passieren damit die Katalysatoren bei einem 430 verschwunden sind und aus dem Endschalldämpfer ihre Überreste herausgeholt werden müssen Fragezeichen für Infos wäre ich sehr dankbar mit freundlichen Gruß Tom
    • F430Matze
      Hallo 
       
      Nachdem ich mit meinem ATS-V knappe 10 tkm glücklich und ohne wirkliche Zwischenfälle (einmal Bremsscheibentausch vorne auf Garantie, da krumm geworden am Track) abgespult hatte, habe ich irgendwann gemerkt, dass der V6 Biturbo doch keinen V8 ersetzen kann. Also bin ich, da vom C63S auch noch etwas AMG verseucht, den aktuellen E63S probe gefahren, war allerdings bis auf die beeindruckende Launch Controll, die einen, Allrad sei Dank, in 3,4 sek auf 100 schießt, ziemlich enttäuscht. Ein ziemlich langweiliges Auto ohne Emotionen, also zurück zu Cadillac. Ich hatte mich beim ATS-V nicht nur in das Auto verliebt, sondern auch in die Farbe "Vector Blue". Beim ATS-V ist das kein Problem, beim CTS-V jedoch schon, offiziell war bzw ist diese Farbe nur beim US-Modell bestellbar, für den EU-Markt wird diese nicht angeboten. Als ich den ATS-V abholte, stand bei Herrn Steppe jedoch ein blauer CTS-V im Verkaufsraum, damals habe ich schon etwas geliebäugelt, wunderschönes Auto, war allerdings schon verkauft, da es Herr Steppe für einen Kunden besorgt hatte.

      Durch Zufall erfuhr ich, dass GM nochmals 2 Stück 2018er als EU Modell als Lagerfahrzeug gebaut hatte und diese noch verfügbar waren und wurde mir mit Herrn Steppe handelseinig, dass er mir den ATS-V in Zahlung nimmt und mir den CTS-V ab Lager abruft. Meiner Info nach gibt es in Europa nur 3 Stück CTS-V in dieser Farbe. Wenn ihr also einen seht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich es bin. Bitte dann freundlich winken. 
       
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      Wunderschönes Auto, auf den ersten Blick verliebt. Super verarbeitet, tolle Haptik bei den Materialien... Schlüsselübergabe und Autotausch vollzogen und es sollte nach Hause gehen. Leider dann doch etwas gefunden, der Beifahrersitz ist fehlerhaft verarbeitet und hat eine Beule in der Rückenheizungsmatte, hier kommt nächste Woche auf Garantie ein neuer Bezug rein. Es ist schade, das hatte ich beim ATS-V auch beim Beifahrersitz, allerdings auf der Sitzmatte, auch hier wurde sie direkt nach Auslieferung erneuert und danach war alles gut. Da die Sitze vom Zulieferer Recaro sind, kann hier Cadillac eigentlich nichts für, hatte allerdings schon in vielen Autos Recaros drin und nie solche Probleme, sei's drum, vielleicht haben die nur bei Sitzen für europäische Autos richtig Lust, gute Arbeit abzuliefern.
       
      Ansonsten ist die Verarbeitung über alle Zweifel erhaben und steinigt mich, aber mein 488 ist im Innenraum von der Passgenauigkeit nicht annähernd gleich gut verarbeitet. Gegen die serienmäßige BOSE Anlage mit 16 Lautsprechern sieht die Serienanlage im Ferrari auch alt aus - wunderbarer, satter Klang ohne Rauschen oder Knistern, wo der Ferrari schon ziemlich schnell vom Bass her an seine Grenzen kommt und "flattert".

      Nachdem ich vor meiner Ferrari Zeit regelrecht Corvette infiziert war und immer noch eine C4 habe, sowie regelmäßig den Corvette Stammtisch besuche, kam mir der CTS-V gerade recht. Der Antriebsstrang, also Motor und Getriebe, kommen aus der Corvette C7 Z06, das weckt immer noch ordentlich Emotionen für das Auto bei mir.
       
      Eckdaten des ATS-V:
      6,2 Liter V8 Kompressor mit 649 PS / 855 Nm
      8 Gang Automatik aus der C7 Z06
      0 - 100 km/h in 3,7 sek (allerdings Werksangabe, wg. Heckantrieb nicht im Alltag erreichbar)
      > 320 km/h Spitze
      5,05 Meter lang (mit dem Aero Paket), 1980 kg schwer
       
      Vom Verbrauch bin ich positiv überrascht, ich fahre das Auto zwischen 14 und 16 Liter, das sind 2 - 4 Liter weniger, als mein RS4 / C63S gebraucht haben. Dies ist natürlich der langen amerikanischen Übersetzung geschuldet, bei 130 km/h kann man mit weit unter 2500 Umdrehungen dahinblubbern.

      Das Auto fährt sich für seine Größe sensationell, Motor und Getriebe harmonieren erste Sahne... erst neben dem 488 sieht man die Schiere Größe von dem Auto, im Alltag fühlt es sich deutlich handlicher an. Der Motor, der dank Kompressoraufladung ohne merkliche Verzögerung anspricht und dabei ein Mischung aus Turbinensound und V8 Blubbern von sich lässt, harmoniert sich sehr gut mit der Wandlerautomatik, deutlich besser als der V6 Biturbo. In diesem Auto vermisse ich das Doppelkupplungsgetriebe nicht, die Wandlerautomatik passt perfekt zur Dampfhammercharakteristik.
       
      Wie beim ATS-V ist die Motorhaube, wie auch das komplette Aeropaket, serienmäßig aus Carbon, was für eine in dieser Fahrzeug klasse tolle Gewichtsverteilung von 53 % VA zu 47 % HA sorgt.
       
      Viel zu optimieren oder zu verbessern gibt es meiner Meinung nach bei dem Auto nicht, obwohl ich dies liebend gerne mache. Einziger Umbauplan, der derzeit läuft, ist an der Vorderachse der Stahlbremse goodbye zu sagen, nachdem mir diese in kleinerer Form schon beim ATS-V krumm wurde. Hier sollen statt der 390 x 36 mm Stahlscheiben vom Ferrari 458 Keramikscheiben in 398 x 36 mm mit GTC-4 Lusso Bremsbelägen Platz finden... von meinen Berechnungen her, geht das alles mit dem Serienbremssattel, der zu 90 % baugleich zu den Keramiksätteln auf der C7 Z06 ist und von den Abmessungen identische Bremsbeläge fährt wie der GTC-4 Lusso. Bin gespannt, ob alles so klappt, wie berechnet. Da beides Brembo ist, müssten sich die mehrteiligen Stahlscheiben auch perfekt umtopfen lassen, sodass ich den original Cadillac Topf auf der Ferrari Keramik montieren kann... bis alles verbaut ist und die Machbarkeit bewiesen ist, werden aber noch ein paar Wochen vergehen. 

      Ich mache gerne solche Umbauten, habe allerdings noch nie den original Stahlsattel beibelassen... aufgrund der fast baugleichen Art und Größe, werde ich dies hier versuchen, am wichtigsten ist es dabei, die Beläge für die Stahlscheiben gegen Beläge für die Keramikscheiben zu tauschen. Was am Ende fehlt, ist halt die Trockenbremsfunktion bei Nässe, darauf kann man sich jedoch einstellen, der erste RS4 B7 von mir hatte diese auch nicht und es war nie gefährlich. Angenehmer Nebeneffekt ist die Reduzierung der rotierenden Masse an der Vorderachse. Die Stahlscheibe wiegt gute 14 kg jeweils, die Keramikscheibe wiegt nur 6 kg. Ich spare mir also 16 kg rotierende Masse an der Vorderachse was nicht schlecht ist. 
       
      Werde berichten, wenn die Bremse drauf ist. 
       
      Die ersten 1800 km sind bereits abgespult, am Do stehen weitere schöne, schnelle und entspannte 800 km am Stück an, ich freue mich drauf. Im Sommer werde ich den Kleinen auch mal auf den Track lassen - ich traue es ihm zu.
       
      Und nochmals, das Auto macht sooooo unfassbar viel Spaß. Fahrt mal einen Probe, wenn ihr euch für E63S, RS7,  M5 interessiert und das Markenimage nicht braucht und mit einem dünneren Händlernetz leben könnt., vielleicht geht es euch so wie mir. Cadillac hat sogar immer wieder Aktionen in Großstädten, dass sie euch eurer Wunschauto für die Probefahrt bis zur Haustüre bringen, ihr dann selber mit einem Instruktor fahrt und anschließend wieder zu Hause oder an einem Wunschort abgesetzt werdet - coole Sache. Wie auch beim ATS-V gibt es 3 Jahre Garantie ab Erstzulassung obendrauf und ein Design, das sich von den Deutschen Autos abhebt und man nicht an jeder Straßenecke sieht.
       
       
       


    • Autopista
      Nachdem der GTR Thread inzwischen komplett ausgeufert ist, stell ich hier meinen Erfahrungsbericht zu dem Wagen ein.

      Ich bin den GTR am letzten WE etwa 2000km gefahren, davon knapp 500km Rennstrecke in Leipzig (Performance Training bei Porsche Leipzig, genialer Event:-))!).

      Zunächst ein paar Vorinfos, die meines Wissens nach noch nicht bekannt sind.

      Es gibt für den GTR 2 Setups, eines für die Straße, eines für den Track. Letzteres verstellt den Sturz auf extreme Werte, schnell für die Piste aber für die Straße nicht zu empfehlen. Ich bin mit dem Straßensetup gefahren, weil die Daten noch nicht verfügbar waren.

      Allgemein.......

      Der GTR ist wirklich riesig und erfordert einiges an Eingewöhnung. Der Wendekreis entspricht einem mittleren Bus. Man sitzt richtig hoch und für Gesellen ab 1.75m dürfte es mit Helm ziemlich schwierig sein eine gute Position zu finden. Die Ergonomie ist super, die Sitze find ich etwas mager beim Seitenhalt.

      Lange schnelle Autobahnfahrten führen teilweise zu einer enormen Hitze im Kofferraum. Lebensmittel sollte man dort nicht lagern, ebenso wenig Getränke im Mitteltunnel. Da wirds auch richtig warm, die Klima muss kräftig pusten.

      Den Playstation-Monitor hab ich teilweise verflucht. Wieso kann man Temperatur und Reifenluftdruck nicht gleichzeitig darstellen? Wer hat sich sowas ausgedacht? Auf der Strecke muss man ständig hin- und herschalten. Naja.....

      Nun zum wichtigen Teil:

      Also gleich vorweg: Der GTR ist ein brutaler Apparat. Motor und Getriebe hab ich so noch nie erlebt. Der Turbo spricht sofort an und feuert ab 3000 los, das Getriebe schaltet unglaublich schnell unter Volllast, da kommt nichts anderes mit, nicht einmal die famose Getriebebox aus dem California. Bei den Fahrleistungen spielt die Kiste locker in einer Liga mit dem 997 turbo, vielleicht ab 280 fällt der Nissan etwas ab. Eine Rolle spielt das aber in meinen Augen nicht.

      Fahrdynamik: Hammer, Hammer, Hammer! Der GTR fühlt sich überall super an. Lenkt zackig ein, liegt voll neutral, kennt keine Lastwechsel. Das komplette Inferno aber kommt am Kurvenausgang. Die Traktion ist Wahnsinn. Das Auto lässt sich voll im Drift fahren, die Karre kommt richtig aggressiv mit dem Heck, zackig gegenlenken,voll auf die Kette und man wird abgefeuert wie von einer Rakete. Wer das ein paar Runden gemacht hat ist dem GTR verfallen. Gibt sicher kein Auto mit dem man auf Anhieb so aggressiv am Limit fahren kann. Man muss absolut offen und ehrlich sagen, daß der 997 turbo da nicht mitkommen kann, so agil wie sich der GTR am Limit bewegt und wie apokalyptisch er aus der Kurve schiesst. Das Monster hat wirklich überall gewaltig Power und setzt diese zu 110% um. Bei dem Auto kann man an Stellen Gas geben, die mit anderen Sportwagen einfach nicht möglich sind.

      Einige Wehrmutstropfen aber bleiben trotzdem. Das Gewicht spürt man doch, beim Bremsen und an den Reifen. Die Brembos lassen nach einigen Runden schon nach und insgesamt ist der Wagen allgemein auf der Bremse etwas weich, nicht so definiert wie ein 997er. Die Reifen heizen sich extrem schnell auf, sind aber über einen breiten Bereich recht gut zu fahren, weil der GTR sehr gut ausbalanciert ist. Von 1,8-2,3 bar gehts knackig voran, dann wirds schmierig vor allem in schnellen Kurven. Das grösste Problem ist aber ohne Zweifel das Getriebeöl. Ich hab die Kiste 2mal abgestellt, weil die Temperatur an die 140 Grad ging. Wenn man es richtig fliegen lassen will, ist man nach 15min auch schon wieder fertig, länger packt es das Getriebe definitiv nicht!

      An der Stelle können die GTR Kritiker nun wieder auf den Wagen einschlagen. Sei's drum. Für gut 80.000 Euro ist der GTR trotzdem eine unglaubliche Kampfmaschine mit der man problemlos die Creme de la Creme ärgern kann auch wenns dann für den ultimativen Triumph nicht reichen wird. Ein 430 Scuderia z.b. fährt sich gerad erst warm, wenn der GTR bereits aus den Rohren dampft. Dennoch: Der Nissan GTR ist trotzdem eine ganz eigene Art von Sportcoupe. Ein echter Technikpanzer für Freaks. Das Auto hat einfach eine gewisse Ausstrahlung und ich hätte nie gedacht, daß er so gewaltig Spaß macht.........

      Also ihr lieben Porsche und Ferrari Fans, eure Autos sind nicht schlechter nur weil es den GTR gibt. Aber der Japaner ist definitiv eine Bereicherung für die Autowelt.

      PS.: Ebenso brachial wie der Antritt ist auch der Verbrauch. 50 Liter warens im Schnitt am Track. Wieder ein Grund, warums für die Langstrecke nicht reichen wird.

      PPS.: Mit keinem Auto erregt man derzeit soviel Aufsehen. Wirklich JEDER schaut der Kiste hinterher, will sich reinsetzen, etc.......Wieder eine Disziplin, die der Nissan beherrscht wie ein Exot obwohl er "nur" 80.000 kostet.
    • Amstaff
      Hallo,
      heute erschien in der Sport Auto 2/2019 der Supertest des McLaren 720S. Die Analyse des Tests ergibt eine nicht perfekte Track-Fahrdynamik, insbesondere im Vergleich zum GT2RS. Hauptsächlich wird auf die schlechte Performance mit dem Pirelli Trofeo im Vergleich zum Corsa hingewiesen. Leider wurde nicht eruiert, wieso hier eine "Unverträglichkeit" des 720S mit den Trofeos existiert, obwohl diese Semi- Slicks normalerweise auf dem Track immer schneller als die Straßen-Corsas sind, worauf auch hingewiesen wurde. Es wäre wirklich interessant gewesen, hier die Gründe zu erfahren. Sehr seltsam ist in diesem Zusammenhang, daß andere Tests zu vollkommen anderen Ergebnissen kamen. Aus dem gleichen Verlag erschien in der AMS Nr. 11/2018 ein Vergleichstest zwischen dem McL 720 und einem Porsche GT2 RS, den der McL klar, auch gerade bei der Fahrdynamik gewann. Auch die Rundenzeiten des McL waren gegenüber dem GT2RS fast 1 Sek. auf dem GP Kurs Hockenheim besser. Interessant ist auch, daß es sich offensichtlich um das gleiche Testfahrzeug handelte, zumindest war das Kennzeichen identisch.
      Hat hier jemand eine Erklärung für diese Unterschiede in den Resultaten und den Reifenproblemen oder was meint Ihr?
       
    • jbmclaren
      Guten Tag,
       
      kurz zu meiner Situation:
      Ich bin im Besitz eines Porsche 981 Cayman GTS. Dieser eignet sich außerordentlich gut für den ein oder anderen Track Day. Da ich aus OWL stamme, ergibt sich meistens der Bilster Berg als Fahrmöglichkeit. Beim Porsche weiß ich besonders zu schätzen, dass er sowohl auf dem Track abliefert, als auch als geeignetes Reisefahrzeug für ein langes Wochenende zu zweit dient.
       
      Meine Überlegung ist nun, den GTS abzugeben und gegen einen MP4-12C oder eben 12C ein zu tauschen; dass der McLaren platzbedingt weniger als Reiseauto taugt ist mir bereits klar.
      Erfahrungen mit der Marke habe ich gar keine, eine erste Probefahrt steht noch aus und wird nur stattfinden, sollten meine folgenden Fragen nicht mit den katastrophalsten Fakten beantwortet werden 😉
       
      Folgende Fragen:
      Mit welchen Wartungskosten ist bei McLaren in welchen Intervallen ungefähr zu rechnen? Wie schlägt sich der McLaren auf der Rennstrecke? Die Frage zielt speziell auf die Bremsanlage (Stahl) ab. Hier muss ich auch beim Cayman immer die Beläge wechseln, dies stellt kein Problem dar. Gibt es weitere Baugruppen, die im Track Day Betrieb besonders beachtet oder gewartet werden sollten? Auf welche Besonderheiten ist beim Gebrauchtwagenkauf zu achten? Ist das IRIS System in der ersten Version wirklich so schlecht? Wenn ja, was kostet ein Update ungefähr? Ich weiß, dass es sich bei einem solchen Fahrzeug um ein Auto handelt, welches neu gerne mal bis zu 300.000€ gekostet hat, trotzdem finde ich es sinnvoll vor der Anschaffung zu wissen, welche laufenden Kosten auf einen zukommen können, speziell im Track Day Betrieb.
       
      Beste Grüße
      Jan

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