Renault Sport R.S. 01 – Markenpokalrenner

Auf dem Moskau International Auto Salon zeigt Renault den neuesten Markenpokalrennwagen, der ab der kommenden Saison im Rahmen der World Series by Renault zum Einsatz kommen wird. Der Renault Sport R.S. 01 wiegt lediglich rund 1.100 Kilogramm und wird von einem mehr als 500 PS starken V6-Triebwerk angetrieben. Erste Runden dreht der Renner Mitte Oktober beim Saisonfinale im spanischen Jerez.

Renault Sport R.S. 01

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Der neue Renault Sport R.S. 01 wird ab der kommenden Saison in einem eigenen Markenpokal im Rahmen der World Series by Renault an den Start gehen.

Mit der World Series by Renault haben die Franzosen 2005 eine Ansammlung von Rennserien erschaffen, die sich inzwischen als Publikumslieblinge und Talentschmieden entpuppt haben. Neben Markenpokalen mit dem Clio und dem Megane Trophy rollen auch Formel-Fahrzeuge mit Renault-Motoren an den Start. In der obersten Liga, der Formel Renault 3.5 wurde beispielsweise der heutige McLaren-Formel-1-Fahrer Kevin Magnussen im vergangenen Jahr Meister. Nun wird im Rahmen des Internationalen Auto Salons in Moskau ein weiteres Fahrzeug vorgestellt, das diese tollen Rennwochenenden bereichern wird: Der Renault Sport R.S. 01.

Während sich die anderen Markenpokalfahrzeuge von Renault mehr oder weniger eng an bekannten Serienfahrzeugen anlehnen, durften die Ingenieure beim R.S. 01 frei arbeiten und ein wahrhaftiges Rennauto mit Abtrieb-orientierter Aerodynamik erschaffen. Optisch sind ein paar Anleihen am aktuellen Markendesign sowie Konzeptstudien wie dem DeZir oder der Alpine A110-50 zu erkennen. Als Namenspatron wurde der allererste Renault-Formel-1-Rennwagen von 1977 gewählt, der ebenfalls RS01 hieß und mit dem die Franzosen die Turbo-Ära einläuteten.

Das aktuelle Renault-Design beginnt an der Front mit dem zentral in Szene gesetzten Markenlogo. Durch weit um die Bremsbelüftungsöffnungen herumgezogene Tagfahr-LEDs wird die Fahrzeugbreite von exakt zwei Metern zusätzlich betont. Gleichzeitig ist der R.S. 01 lediglich 1,116 Meter hoch, was in Verbindung mit dem geringen Abstand zwischen Frontsplitter und Asphalt dazu führt, dass er für das Auge quasi am Boden klebt. Damit dieser optische Effekt auch beim Fahren Wirklichkeit wird, sorgt aerodynamischer Feinschliff rundum für einen Anpressdruck von rund 1,7 Tonnen bei 300 km/h, womit der R.S. 01 alle aktuellen GT3-Rennwagen übertrumpft und ungefähr auf dem Niveau der DTM liegt. In der World Series by Renault können allenfalls die Monoposti der Formel Renault 3.5 mithalten.

Neben Anpressdruck zählen im Rennsport aber auch Attribute wie Sicherheit und Leichtigkeit. Beide führen unweigerlich zu Hochleistungswerkstoffen wie Kohlefaser. Der Renault Sport R.S. 01 erhielt daher ein Monocoque aus Carbon, das vom italienischen Rennwagenbauer Dallara entwickelt wurde. In diesem wannenartigen Chassis wird neben dem Fahrer auch der 150 Liter fassende Tank untergebracht. Ein Überrollkäfig aus Stahlrohren sorgt für zusätzliche Steifigkeit und guten Schutz im Falle eines Überschlages. Vorn und hinten schließen sich Crashelemente an, die beim Unfall gezielt Energie absorbieren. Der Fahrer ist in einem Sabelt-Schalensitz mit Sechspunktgurt verzurrt. Insgesamt entsprechen die Sicherheitsmaßnahmen den FIA-Anforderungen für aktuelle LMP1-Rennfahrzeuge. Zusätzlich schlägt sich die Bauweise auch auf der Waage nieder: Weniger als 1.100 Kilogramm stehen zubuche.

Direkt hinter seinem Rücken ist ein 3,8 Liter großer Sechszylinder-Biturbomotor untergebracht, der als teiltragendes Bauteil ausgelegt wurde. Renault gibt für den von Nismo vorbereiteten und aus dem Nissan GT-R stammenden Antrieb eine Leistung von mehr als 500 PS und ein maximales Drehmoment jenseits von 600 Newtonmetern an. Gegenüber dem Serienaggregat erhält der Motor für den R.S. 01 eine Trockensumpfschmierung. Die Kraftübertragung zu den Hinterrädern übernimmt ein sequenzielles Siebengang-Getriebe mit Schaltwippen am Lenkrad. Aus Kostengründen wird für die Kundenteams nur eine Getriebeübersetzung angeboten, die weltweit eingesetzt wird. Durch eine Anti-Stall-Funktion der Kupplung wird bei abfallender Drehzahl, etwa nach einem Dreher, selbige per Computer angehoben, um ein abwürgen des Fahrzeugs zu verhindern.

Beim Aufhängungslayout nahmen die Renault-Sport-Ingenieure Prototypenrennwagen als Vorbild heran. Doppelte Querlenker mit Schubstreben und Rennsportstoßdämpfern mit einstellbaren Zug- und Druckstufen von Öhlins werden gekonnt miteinander kombiniert. Vorn sind die Dämpfer konventionell stehend, hinten liegend über dem Getriebe verbaut. Kohlefaserbremsen mit 380 Millimetern Scheibendurchmesser und Sechskolbensätteln sorgen für hervorragende Verzögerungswerte. Ein ABS-System von Bosch sorgt gleichzeitig dafür, dass die Bremsmanöver ohne blockierende Räder ablaufen.

Ab der kommenden Saison wird der R.S. 01 in der neu geschaffenen Renault Sport Trophy im Rahmen der World Series by Renault an den Start gehen. Den insgesamt 20 Teams mit Profis und Amateurrennfahrern stehen pro dreitägigem Rennwochenende mehr als vier Stunden auf der jeweiligen Strecke zur Verfügung. Sowohl für die Profis als auch für die Amateure winken neben Preisgeldern weitere attraktive Belohnungen am Saisonende. Der beste Profifahrer wird in ein Rennfahrer-Entwicklungs-Programm inklusive Simulatorschulung, körperlichem Training und Medienschulung eingebunden, um im Anschluss fit für ein Rookie-Training beim Nismo-Werksteam in der japanischen GT-Serie zu sein. Dem Sieger der Amateurwertung winkt ein Cockpit in einem LMP2-Prototypen bei den 24 Stunden von Le Mans 2016.

Wenn Sie sich die spannenden Rennen der World Series by Renault nicht entgehen lassen möchten, gibt es eigentlich kein Hindernis. Renault verlangt für die vollgepackten Rennwochenenden inklusive Formel-1-Demofahrten und Ausstellungen im Fahrerlager keinerlei Eintrittsgeld. Die Karten kann man jederzeit bequem zu Hause am Computer ausdrucken. Die Termine und Austragungsorte erfahren Sie unter http://www.worldseriesbyrenault.com/

Quelle: Renault

28. August 2014|Categories: Magazin|Tags: |

3 Comments

  1. brobox 30. August 2014 at 18:00

    Ich würde wetten, dass daraus ein Seriensportwagen abgeleitet wird. Vielleicht sogar unter dem Namen Alpine ???

  2. jeff 5. September 2014 at 14:58

    …bin ich der einzige der eine Ähnlichkeit zum Audi R8 sieht???

    • brobox 6. September 2014 at 07:23

      Nein, bist Du nicht, mein erster Eindruck beim Betrachten des Bildes war ebenfalls….. R8.