Mercedes-Benz E 63 AMG – Frischzellenkur mit Überdruck

Die sportliche Oberklasselimousine aus Stuttgart erhält eine Frischzellenkur, die gleichzeitig einen Motorenwechsel beinhaltet. Im Mercedes-Benz E 63 AMG arbeitet ab jetzt ein 5,5 Liter großes Biturbo-Triebwerk anstelle des V8-Saugers. 525 PS stehen zur Verfügung, um die Fuhre auf Touren zu bringen. Mit Performance Package sind es sogar 557 wilde schwäbische Rennpferde, die zum Tanz mit der Fahrdynamik bitten.

E 63 AMG (W212)) 2011

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Von außen unterscheidet sich die Neuauflage des Mercedes-Benz E 63 AMG vom Vorgänger nur durch kleine Details.

Seit Jahren erfreuen sich die Oberklassemodelle aus Affalterbach großer Beliebtheit. Ob E 50, E 55 oder E 63 AMG – stets mussten die Händler nicht lange auf interessierte Kunden warten. Nun erhält die aktuelle Auflage eine Modellpflege, bei der gleichzeitig das Herzstück einer Neukonstruktion weichen muss, die bereits aus S-Klasse, CL und CLS bekannt ist: Der V8-Sauger wird gegen einen Biturbo-Motor ausgetauscht.

Intern heißt das neue Kraftwerk M157 und verfügt über 5,5 Liter Hubraum. Dank Benzindirekteinspritzung und Leichtbauweise mit komplettem Block aus Aluminium, sowie einem Start-Stopp-System konnte der Verbrauch gegenüber dem direkten Vorgänger um rund 2,8 Liter pro 100 Kilometern gesenkt werden. Gleichzeitig kletterte die Leistungsausbeute auf 386 kW/525 PS und ein maximales Drehmoment von 700 Newtonmetern an. Damit rennt die Limousine in nur 4,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer. Die traditionell T-Modell genannte Kombi-Variante braucht lediglich eine Zehntelsekunde mehr. Beide Versionen sind bei 250 km/h elektronisch abgeriegelt.

Wer gern das Quentchen „mehr“ haben möchte, kann zum optionalen AMG Performance Package greifen. Die Motorleistung steigt hierbei auf 410 kW/557 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment an, die Beschleunigungszeiten sinken je Modellvariante um 0,1 Sekunden. Die Mehrleistung generiert sich durch einen erhöhten Ladedruck der Turbos. Zu erkennen sind diese Fahrzeuge durch eine Motorabdeckung in Sichtcarbon, rot lackierte Bremssättel und einer Carbon-Abrisskante auf dem Kofferraumdeckel der Limousine.

Die Kraft des Biturbo-Triebwerks wird über das 7-Gang MCT-Speedshift-Automatik mit nasser Anfahrkupplung anstelle eines Drehmomentwandlers auf die Hinterräder übertragen. Diese verfügt über vier verschiedene Modi. Im Komfortmodus C schaltet das Getriebe besonders früh und spritsparend hoch, während gleichzeitig die Start-Stopp-Funktion dafür sorgt, dass der Wagen sich im Stillstand selbst abschaltet. In den Programmen S (Sport), S+ (Sport plus) und M (manuell) steigert sich die Fahrdynamik spürbar. Beim Runterschalten gibt der Computer automatisch Zwischengasstöße, die nicht nur ein akustischer Genuss sind, sondern zusätzlich auch das Getriebe schonen.

Durch das serienmäßige AMG Ride Control-Fahrwerk mit 56 Millimeter breiterer Spur rundum und negativem Radsturz ergibt sich viel Grip in schnell gefahrenen Kurven. Der Fahrer kann zwischen den Modi Comfort, Sport und Sport + auswählen und den E 63 AMG damit perfekt an die gewünschte Fahrsituation anpassen. Gegenüber den normalen E-Klassen verfügt die AMG-Version über eine direkter übersetzte Lenkung um das Kurvenhandling deutlich agiler zu gestalten. Dazu gibt es ein ESP, dass sich in drei verschiedenen Stufen einstellen und ganz abschalten lässt, und eine Hochleistungsbremsanlage. Optional ist auch eine Carbon-Ceramic-Bremse erhältlich, die gegenüber der herkömmlichen Anlage rund 40% Gewicht einspart.

Von außen ist die Modellpflege des Mercedes-Benz E 63 AMG nur an Details zu erkennen. So finden sich in den Radhäusern neue 10 Speichen-Leichtmetallfelgen in 18 Zoll mit 255/40er Reifen vorn und 285/35ern hinten. Hinter den Vorderrädern sitzen „V8 Biturbo“-Schriftzüge in den eigenständig geformten Kotflügeln. Im Interieur verfügt der Fahrer ab jetzt über das neue Dreispeichen-AMG-Performance-Lenkrad mit Aluminium-Schaltpaddles und den Automatikwählhebel mit geprägtem AMG-Logo, die bereits im neuen CLS 63 AMG zu finden sind. Auch das mehrfarbige, dreidimensionale TFT-Display im Tacho ist aus dem viertürigen Coupé bereits bekannt und begrüßt den Fahrer nach dem Öffnen der Fahrertür mit einem AMG-Logo.

Preislich beginnt die Reise im E 63 AMG bei 105.791,- € für die Limousine und 108.409,- € für das T-Modell. Für das Performance Package sind zusätzlich 8.306,20 € einzuplanen. Wer das Fahrzeug gern ab Werk noch weiter individualisieren möchte, findet im Optionenkatalog des AMG Performance Studio genug Gelegenheiten. Ob Performance-Fahrwerk, andere Felgen, Sperrdifferenzial an der Hinterachse, Carbon-Paket außen und innen oder das AMG Driver’s Package, das eine Teilnahme an einem Performance-Fahrertraining und die Aufhebung der Tempolimitierung auf 300 km/h beinhaltet – jeder Kunde dürfte fündig werden.

Quelle: Mercedes-Benz

Autor: Matthias Kierse

23. April 2011|Categories: Magazin|

One Comment

  1. Hessenspotter 27. April 2011 at 15:48

    Schade, genau deswegen habe ich die E63 so gemocht. Über kurz oder lang wird er dann noch wohl im SLS ersetzt.
    Good bye Sauger