Hamann Spyridon – Weniger Gelände, mehr Verrücktheit

Falls ein G 65 AMG von Mercedes-Benz noch nicht ausreicht, kann Hamann mit dem Spyridon nachhelfen. Mittels gezieltem Tunings steigt die ohnehin beeindruckende Leistung des V12-Biturbos auf 702 PS, während die Karosserie in die Breite wächst und vorn neue Blinkleuchten in LED-Technik erhält. Drei Auspuffendrohre pro Seite entlassen als Sidepipes die Abgase nach außen und untermalen den Spyridon akustisch.

Hamann Spyridon

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Der Hamann Spyridon basiert auf dem Mercedes-Benz G 65 AMG, kommt jedoch mit einer um 80 Millimeter verbreiterten Karosserie und ohne die klassischen Blinker auf den vorderen Kotflügeln.

Seit letztem Jahr bietet Mercedes-Benz mit dem G 65 AMG die 612 PS starke Krönung der bereits über 30 Jahre alten Geländewagenbaureihe an. Doch was tun, wenn diese Leistungsausbeute nicht ausreicht? Was tun, wenn alle Nachbarn auch schon ihren G 65 in der Einfahrt stehen haben? An dieser Stelle kann Hamann weiterhelfen. Der seit langer Zeit bekannte Tuner aus Laupheim nahm sich den Geländewagen vor und trieb ihm die Geländegängigkeit endgültig aus. Dafür rennt das Fahrzeug nun vielen Mitbewerbern auf der Autobahn endgültig davon. Das Ergebnis hört auf den Namen Hamann Spyridon.

Vorgestellt wurde der Spyridon bereits auf dem Genfer Salon vor rund einem halben Monat, aber einige Details verrät Hamann erst jetzt. So hat man einen neuartigen Lack entwickelt, der auf dem Wappen an Front und Heck, dem Hamann-Pegasus, aufgetragen wurde und per Knopfdruck durch elektrische Spannung zum Leuchten gebracht werden kann. Dazu gibt es Kotflügelverbreiterungen rundum, die die Gesamtbreite um 80 Millimeter steigern. An der Front fällt auf, dass die gewohnten Blinker oben auf den Kotflügeln fehlen. Sie wurden durch LED-Streifen im unteren Bereich der neu gestalteten Frontschürze ersetzt, die sowohl als Signalgeber, als auch als zusätzliche Tagfahrleuchten arbeiten.

Anstelle der Serienhaube findet sich eine Carbon-Motorhaube, die lediglich dreieinhalb Kilogramm auf die Waage bringt. Auch die Außenspiegelgehäuse bestehen aus Kohlefaser und wurden beim Showcar für den Genfer Salon vergoldet, während alle Chromteile golden eloxiert wurden. In die tiefer heruntergezogenen Schwellerverkleidungen sind nicht nur LED-Bodenstrahler integriert, sondern auch die Sidepipes eingelassen, die beim Spyridon auf beiden Fahrzeugseiten dreiflutig ausgeführt sind. Am Heck sorgen ein Dachflügel und ein Diffusoreinsatz in der Schürze für ein wenig Abtrieb, um den Wagen auch bei hohen Geschwindigkeiten auf der Straße zu halten.

Gegenüber der Serienausführung verändert Hamann nicht nur die komplette Abgasanlage, sondern optimiert auch die Kennfelder des V12-Biturbo-Triebwerks. Somit steigt die Maximalleistung auf 517 kW/702 PS, während das maximale Drehmoment von 1.000 auf 1.110 Newtonmeter klettert. Auch für den kleineren G 63 AMG wird eine Leistungskur angeboten, die den V8-Biturbo von 400 kW/544 PS auf 449 kW/610 PS mit einem maximalen Drehmoment von 875 Newtonmetern bringt (Serie: 700 Newtonmeter). Die Kraft wird auf 24 Zoll große Leichtmetallräder im „Edition Race“ oder „Unique Forged“ Design übertragen, die jeweils aus einem Block Aluminium geschmiedet werden und mit Reifen der Dimension 305/35 vom Typ Vredestein Ultrac SUV Sessanta bezogen sind.

Beim Interieur durfte sich die Hamann-eigene Sattlerei austoben und bezog die Mittelbahnen der Sitze und Teile der Türverkleidungen mit goldfarbenem Leder, das durch goldene Nähte eine Rautensteppung erhielt. In die Kopfstützen wird dabei der Hamann-Pegasus eingestickt. Passend dazu wird in den Edelstahleinstiegsleisten der Hamann-Schriftzug weiß illuminiert. Eine Aluminium-Pedalerie und 24 speziell angefertigte Carbon-Dekorblenden runden den Innenraum optisch ab.

Stellt sich eigentlich nur noch die Frage, in welcher Nachbarschaft es vorkommen kann, dass vor jedem Haus ein G 65 AMG parkt? Ganz einfach, auf einem der Hauptabsatzmärkte von Hamann auf der arabischen Halbinsel kann dies in manchen Wohngebieten tatsächlich passieren. Auch einige wohlhabende Autofans mit russischer oder chinesischer Herkunft könnten durchaus zugreifen. Auf deutschen Straßen wird der Hamann Spyridon hingegen ein eher seltener Anblick bleiben.

Quelle: Hamann

Autor: Matthias Kierse

2. April 2013|Categories: Magazin|Tags: |