Gillet Vertigo .5 Spirit – Belgische Kostbarkeit

In welchen Ländern Europas werden Sportwagen gebaut? Fällt Ihnen beim Aufzählen auch „Belgien“ ein? Nein? Und doch entsteht hier seit fast 20 Jahren in einer kleinen Manufaktur ein Sportcoupé mit extravagantem Design. Der Gillet Vertigo. Nun präsentierte man mit dem Gillet Vertigo .5 Spirit die neueste Ausbaustufe mit einem 420 PS starken Maserati-V8-Motor. Auf Kundenwunsch ist noch mehr Leistung möglich.

Gillet Vertigo .5 Spirit

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Wir schreiben das Jahr 2010. Die Sportwagenwelt ist fest in den Händen von Deutschen, Italienern, Briten, Amerikanern und ein paar Holländern. Die ganze Sportwagenwelt? Nein, mitten in Belgien wagt es eine kleine Manufaktur standhaft der Übermacht Widerstand zu leisten.

Dabei handelt es sich um die Mannschaft, die Tony Gillet vor Jahren um sich geschart hat. Als ehemaliger Rennfahrer machte er sich bereits in den 1980er Jahren auf die Suche nach möglichst viel Leistung bei geringem Gewicht und wurde so zum Donkervoort Generalimporteur für den belgischen Markt. Nebenbei machte er sich daran, ein Auto ganz nach seinen Vorstellungen zu erstellen. Der erste Prototyp rollte 1991 auf die Straßen und wurde ein Jahr später auf der Motorshow in Brüssel gezeigt. Anschließend musste der Wagen die üblichen Crashtests und Einzelabnahmen über sich ergehen lassen, um eine Straßenzulassung zu ergattern. Seit 1994 kann der Gillet Vertigo käuflich erworben werden und hat sich – zumindest in Belgien – eine gewisse Fangemeinde angeeignet.

Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Gillet den Wagen als Rennversion in der beliebten BelCar-Rennserie einsetzte, um dort gegen renommierte Konkurrenten anzutreten. Das Rennfahrzeug erhielt den Beinamen Streiff, um an den belgischen Rennfahrer Philippe Streiff zu erinnern, der seit einem Trainingscrash beim Grand Prix Brasilien 1989 querschnittsgelähmt ist. Philippe Streiff erhielt einen speziell umgerüsteten Vertigo mit Joystick-Steuerung. Nebenbei machte der Wagen auch durch eine hervorragende Beschleunigungszeit von nur 3,26 Sekunden von 0 auf 100 km/h auf sich aufmerksam, womit er kurzzeitig den Rekord für straßenzugelassene Autos im Guiness-Buch der Rekorde hielt.

Während das Modell besonders mit dem 3 Liter großen Alfa Romeo V6-Motor bekannt geworden ist, sorgt Gillet mit der neuesten Kreation jetzt für standesgemäßen Vortrieb. Im Motorraum rumort beim Vertigo .5 Spirit ab jetzt der 4,2 Liter-Maserati-V8-Motor, der aus GranTurismo und GranCabrio bekannt ist. Gillet bringt das Aggregat auf 309 kW/420 PS, ist aber bei entsprechender Kundennachfrage durchaus bereit, nach weiteren Pferdestärken zu suchen und den Motor noch ein wenig auszukitzeln. Die Kraft wird über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe auf die 19 Zoll großen Hinterräder übertragen.

Das Design des Gillet Vertigo .5 Spirit mit seinen ins Dach reichenden Schmetterlingstüren, dem äußerst kurzen Radstand und der sehr langen Motorhaube darf durchaus als skurril bezeichnet werden, erfüllt jedoch auf jeden Fall seinen Zweck. Lediglich 950 kg bringt der Vertigo leer auf die Waage. Zu verdanken hat er das seinem aus der Formel 1 entliehenen Vollcarbon-Chassis, welches mit gerade einmal 58 Kilogramm zu den absoluten Leichtgewichten zählt.

Die Kunden können neben Lackierung und Farbgebung des Leders im Innenraum auch bestimmen, ob der Wagen eher sportlich oder komfortabel abgestimmt sein soll. Auch Sondereinbauten werden von Gillet gern vorgenommen, sofern sie sich verwirklichen lassen und den Grundcharakter des Vertigo nicht zerstören. Natürlich sind auch die Rennversionen käuflich zu erwerben. Um sowohl Straßen- als auch Rennfahrzeug gut kennenzulernen, kann man an speziellen Gillet Vertigo-Trackdays teilnehmen.

Mehr Infos rund um Gillet und den Vertigo erhalten Sie unter www.gilletvertigo.com (in französischer Sprache).

Quelle: Automobiles Gillet

Autor: Matthias Kierse

13. November 2010|Categories: Magazin|

2 Comments

  1. S.Schnuse 13. November 2010 at 20:14

    Der war mir bisher gänzlich unbekannt – interessant!

  2. Bärlin 14. November 2010 at 11:54

    Der Wagen ist von mir vor einem Jahr einmal thematisiert worden. Nicht sehr schmeichelhaft allerdings bei der Umfrage nach dem hässlichsten Sportwagen der letzten Jahre. Und jetzt sehe ich, dass er diese "Ehre" auch für den Innenraum verdient hat. 8)