Ford Focus RS Le Mans Classic – Fünf Unikate im Rennlook

Seit Jahren unterstützt die Ecurie Ford France das Le Mans Classic Event auf der berühmten Langstrecken-Rennstrecke. In diesem Jahr bringt man fünf Unikate auf Basis des erfolgreichen Ford Focus RS mit, die durch ihre Gestaltung an berühmte Ford-Fahrzeuge erinnern, die an den 24 Stunden von Le Mans in der Vergangenheit teilgenommen haben. Darunter die bekannte Gulf-Lackierung, aber auch die Farbgebung des Capri RS.

Ford Focus RS Le Mans Classic

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Ford hat eine lange und wohlklingende Historie, wenn es um den Langstreckenklassiker in Le Mans geht. Dies ist hauptsächlich auf die Erfolge des GT40 in den 1960er Jahren zurückzuführen, aber auch später holten Ford-Fahrzeuge noch Klassensiege.

In diesem Jahr findet zum fünften Mal das Le Mans Classic auf der selben Rennstrecke statt, auf der vor kurzem erst der diesjährige Langstreckenkrimi entschieden wurde. Aus so gut wie allen vorangegangenen Le Mans-Rennen rollen heute noch existente Fahrzeuge erneut an die Startlinie und liefern sich interessante Duelle. Ford zählt bei diesem Event von Beginn an zu den Hauptsponsoren. Anlässlich des kleinen Jubiläums baute man fünf Unikate auf Basis des beliebten und erfolgreichen Ford Focus RS auf, die jeweils optisch an ein berühmtes Ford-Rennfahrzeug aus Le Mans erinnern.

In Erinnerung an den 1966 siegreichen Ford GT40 Mk II erhielt das erste Unikat eine schwarze Lackierung mit zwei silbernen Streifen längs übers Fahrzeug und einem weiteren silbernen Streifen im unteren Seitenbereich, in dem sich ein Ford-Schriftzug an der Stelle befindet, an der beim Rennvorbild der Modellname „GT40“ aufgeklebt war. Selbiger hatte damals die seit 1960 ungebrochene Siegesserie von Ferrari endlich beendet und gleichzeitig erstmals eine Gesamt-Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h über die 24 Stunden Renndistanz erfahren.

Auch im Folgejahr konnte der Ford GT40 wieder siegen. Das Fahrzeug war zum Mk IV weiterentwickelt worden, das optisch nicht mehr viel mit der eigentlichen GT40-Form zu tun hatte. So aufgerüstet trat er gegen die berühmten Ferrari 330 P4 an und rang sie gnadenlos nieder. Dan Gurney und A.J. Foyt setzten einen neuen Distanzrekord mit 5.232,9 gefahrenen Kilometern und erreichten dabei eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 218 km/h inklusive aller Boxenstopps.

Der dazu passend gestaltete Focus RS verfügt über eine rote Außenlackierung mit zwei schwarz eingerahmten weißen Längsstreifen und auch wieder dem Ford-Schriftzug im Streifen an der Fahrzeugseite, wie ihn auch der schwarze Focus hat.

Zwar war Ford als Hersteller 1968 und 1969 nicht in Le Mans vertreten, man hatte jedoch weiterentwickelte GT40 Mk II an das JWA Team von John Wyer gegeben, die als Hauptsponsor den Mineralölkonzern „Gulf“ hatten und somit eines der berühmtesten Rennauto-Outfits einführten: Gulf-Blau mit orange-farbenem Längsstreifen. Der Hauptgegner war 1968 nicht mehr Ferrari, sondern Alfa Romeo mit dem Tipo 33/2 und Porsche mit dem 907. Der von Lucien Bianchi und Pedro Rodriguez gesteuerte Gulf GT40 konnte das Rennen jedoch deutlich gewinnen und damit den GT40-Hattrick perfekt machen.

Ein Jahr später wurde die Konkurrenz umso härter, da Porsche neben dem ganz neuen 917 auch die bewährten 908er einsetzte, Matra mit den Typen 630 und 650 angriff und auch Erzfeind Ferrari mit dem neuen 312 P zurückschlagen wollte. Es wurde der bis heute heißeste Krimi auf dem Sarthe-Kurs und am Ende trennten gerade einmal rund 120 Meter das Heck des GT40 und die Front des Porsche von Hans Hermann. Damit hatte Ford eine bis dahin einzigartige Siegesserie von vier aufeinanderfolgenden Erfolgen mit dem „selben“ Auto errungen und ging nicht nur für die Fans in die Le Mans-Geschichtsbücher ein.

Wie bereits geschrieben, erinnern sich die meisten Fans bei der Erwähnung des GT40 wohl an die legendäre Gulf-Lackierung, die später noch auf vielen weiteren Rennfahrzeugen auftauchte. In exakt diesen Farben ist das dritte Focus RS-Unikat gehalten. Die gesamte Karosserie ist Gulf-blau lackiert, während sich aus der orange-farbenen Stoßstange vorn ein orangener Längsstreifen bildet, der mittig über das gesamte Fahrzeug verläuft. Auch die Felgen sind vorbildgerecht orange lackiert.

Ein weiteres, bis heute unvergessenes Rennfahrzeug aus dem Haus mit der blauen Pflaume im Kühlergrill ist der Ford Capri RS. 1972 setzte die Sportabteilung dieses Fahrzeug in der Spezial-Tourenwagenkategorie in Le Mans ein und konnte diese auch gewinnen. Im Gesamtklassement erreichte der Wagen unter Gerry Birrel und Claude Bourgoignie den zehnten Platz.

Der Capri RS trug dabei eine bis heute bekannte Lackierung in weiß und blau, die seine Form hervorragend zur Geltung brachte. Diese Farbgebung hat auch auf dem Focus RS durchaus ihre Reize. Schade, dass es bei diesem Einzelstück bleibt.

Das fünfte Fahrzeug im Bunde war als Original nicht so erfolgreich, wie die anderen vier. Beim 24 Stunden Rennen in Le Mans 1967 schieden Guy Ligier und Jo Schlesser in der dreizehnten Rennstunde nach einem Ausritt neben die Strecke. Dafür konnte die selbe Fahrerpaarung anschließend das letzte ausgetragene 12 Stunden Rennen in Reims gewinnen und dem GT40, mit dem sie unterwegs waren, zumindest noch ein wenig Motorsportehre einbringen.

Die Lackierung des Wagens ist ebenfalls durchaus interessant, aber aufgrund dessen, dass dieser GT40 in Le Mans nicht angekommen ist, beinahe in Vergessenheit geraten. Es handelt sich um die Farben der Ecurie Ford France, die auch jetzt hinter den fünf Focus RS-Unikaten steckt. Die Karosserie ist komplett weiß, während sich in der Mitte des Fahrzeugs und an den Seiten ein blauer Streifen mit zwei roten Parallellinien entlangzieht. Auch hier findet sich wieder der seitliche Ford-Schriftzug.

Im Rahmen der Le Mans Classics werden die fünf Fahrzeuge zusätzlich zu ihrer Farbgebung auch die Startnummern der Vorbilder tragen. Während des Events wird es mehrere Vorstellungsrunden auf der kompletten Strecke geben, um den Fans diese tollen Autos und den limitierten Focus RS500 vorzuführen. Im Anschluss an das Juli-Wochenende gehen die Unikate schließlich in den Verkauf. Sie sind entweder mit dem RS- oder dem RS Technologie-Paket ausgestattet.

Im Innenraum verfügen alle fünf Wagen über speziell aufgepolsterte und mit einem Leder-Alcantara-Mix bezogene Recaro-Sportsitze mit Ziernähten, die auf die Außenfarben abgestimmt sind. Auch Schalthebel, Handbremshebel und Mittelarmlehne sind mit Leder bezogen und mit farblichen Nähten verziert. An den Sportsitzen sind spezielle Ledergurtschlaufen angebracht, die dem Fahrer die Gurtsuche abnehmen. An der Mittelkonsole sitzt eine Plakette, die in Kurzform die Story des Vorbildfahrzeugs wiedergibt und außerdem die außergewöhnliche Limitierungsnummer „1 of 1“ aufführt.

Die fünf glücklichen Kunden erhalten nicht nur ein absolutes Ford Focus RS-Unikat, sondern darüber hinaus auch einen Le Mans Classic-Chronographen, der auf 600 Stück weltweit limitiert ist.

Quelle: Ford

Autor: Matthias Kierse

23. Juni 2010|Categories: Magazin|

One Comment

  1. brobox 24. Juni 2010 at 11:20

    Man hätte es ahnen können, dass das Marketingkonzept von Bugatti (Edition Centenaire) Nachahmer findet. Aber dass es Ford sein würde…

    Trotzdem für Sammler und Spekulanten sicher weitaus interessanter als die mattschwarz folierten RS500.