Ferrari Superamerica 45 – Neues Einzelstück mit Klappdach

Was tun, wenn man schon alle Modelle der aktuellen Ferrari-Kollektion besitzt, sogar einige ältere Varianten, aber dennoch Lust auf „mehr“ hat? Man kann zum Beispiel bei der Special Projects-Abteilung in Maranello anfragen, ob sich eventuell was machen ließe. Hier entstehen absolute Unikate, wie jetzt der Ferrari Superamerica 45. Auf Basis des bereits stark limitierten 599 SA Aperta aufgebaut für einen US-amerikanischen Sammler.

Ferrari Superamerica 45

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Der Ferrari Superamerica 45 basiert auf dem 599 SA Aperta, hat jedoch ein Dachsystem wie der 575 Superamerica.

Nach zwei Fahrzeugen, die bereits in der Vergangenheit im Special Projects-Team von Ferrari entstanden sind, rollt nun ein drittes Auto aus den heiligen Hallen. Dieses wird auf dem Concours d’Elegance an der Villa d’Este am Comer See präsentiert und basiert auf dem limitierten Ferrari 599 SA Aperta. Damit bleiben von diesem Modell lediglich 79 Exemplare übrig, der Neuling jedoch bleibt ein Unikat. Der Name? Ferrari Superamerica 45.

Erbaut und entwickelt wurde dieser Wagen für den US-amerikanischen Ferrari-Sammler Peter Kalikow. Dieser kaufte vor exakt 45 Jahren seinen ersten Sportwagen aus Maranello, worauf die „45“ im Modellnamen des Unikats hindeutet. Gegenüber dem 599 SA Aperta verfügt der neue Superamerica über ein ähnliches Dachsystem, wie es im 2004 präsentierten 575 Superamerica zum Einsatz kam. Dieses besteht aus blau eingefärbter Kohlefaser und schwenkt im Ganzen an der B-Säule von vorn nach hinten, um sich auf dem Kofferraumdeckel abzulegen. Hinter den Sitzen bleibt eine kleine Heckscheibe senkrecht stehen.

Neben dem Dachsystem wurden einige weitere Details gegenüber dem 599 SA Aperta verändert. Vorn in den Kotflügeln finden sich je Seite zwei große Entlüftungsöffnungen. Die Heckschürze verfügt ebenfalls seitlich über neue Entlüftungen für die Radhäuser und integriert zusätzlich mittig einen großen Diffusoreinsatz. Auf dem für das Superamerica-Dach veränderten Kofferraumdeckel sitzt ein Heckflügel, in dem die dritte Bremsleuchte sitzt. Gegenüber dem 599 SA Aperta wurden die seitlichen Finnen hinter den Türen bis zu den Rückleuchten verlängert.

Extra für Peter Kalikow wurde der Farbton des Ferrari Superamerica 45 angerührt. Es handelt sich dabei um eine moderne Interpretation der Lackierung, die sich in der Kalikow’schen Sammlung auf einem historischen Ferrari wiederfindet. Genau gesagt: Auf einem 400 Superamerica Cabriolet von 1961, einem von lediglich 9 Gebauten. Die Farbe trägt den Namen „Blu Antille“ und findet sich auch auf den Felgen wieder, die der Superamerica 45 vom 599 SA Aperta übernimmt. Der Frontscheibenrahmen, die Außenspiegel und die Türgriffe tragen als Kontrast gebürstetes Aluminium.

Sie sind nicht die einzigen Bauteile, die unverändert vom Basisfahrzeug übernommen wurden. Neben den Leuchten ist vor allem die Technik 1:1 in den Superamerica 45 gewandert. Warum hätte man hier auch etwas ändern sollen? Immerhin arbeitet im Aperta der 6 Liter große V12 aus dem 599 GTO und sorgt für 493 kW/670 PS, sowie Höchstgeschwindigkeiten weit jenseits der 300 km/h-Schallmauer. Diese wird Peter Kalikow vermutlich nicht ausloten können, da in seiner Heimat, den Vereinigten Staaten, zu strenge Tempolimits gelten. Aber wer weiß, vielleicht macht er sich nach der Weltpremiere des Fahrzeuges an der Villa d’Este ja noch zu einer „Tour d’Europe“ auf?

Bequem hätte er es dabei allemal. Wie von Ferrari gewöhnt wurde auch der Innenraum des Superamerica 45 mit edlem Leder ausgeschlagen. Der Farbmix aus Cuoio-braun und dunklem blau passt perfekt zum Exterieur und wird durch blau eingefärbtes Carbon auf den Dekorleisten abgerundet. Was all diese Pracht kostet? Darüber machen weder Ferrari, noch Peter Kalikow präzise Angaben. Wenn man sich jedoch vor Augen führt, dass der auf 80 Exemplare limitierte Ferrari 599 SA Aperta bereits über 400.000,- € gekostet hat, darf man bei diesem exklusiven Einzelstück vermutlich noch ein wenig drauflegen. Es war eben schon immer etwas teurer, wenn man einen guten Geschmack ausleben wollte.

Quelle: Ferrari

Autor: Matthias Kierse

19. Mai 2011|Categories: Magazin|Tags: |