Ferrari 599 SA Aperta – Offen, limitiert, ausverkauft

Lange geisterte sie durch die Gerüchteküche des Auto-Blätterwaldes, nun kommt sie endlich, die offene 599er Variante. Und dann das: Der Ferrari 599 SA Aperta mit seinem Notdach und dem 670 PS starken Motor aus dem 599 GTO ist bereits ausverkauft, bevor er überhaupt auf die Messebühne in Paris rollt. Nur 80 Stück werden gebaut und weltweit verkauft. Er dient als Geburtstagsgeschenk an Pininfarina.

Ferrari 599 SA Aperta

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Den Wunsch, ein Auto auf den Markt zu bringen, das bereits vor der Präsentation ausverkauft ist, hat wohl jede Marke. Für Ferrari ist er in Erfüllung gegangen. Die offene Variante des 599 GTB Fiorano ist nur aufgrund einer Kunden-Vorpremiere und der stetigen Gerüchteküche bereits vor dem offiziellen Debut auf der Mondial de l’Automobile in Paris nicht mehr erhältlich.

Schauen wir uns den Wagen dennoch einmal näher an. Die Grundkarosserie entspricht dem bekannten 599 GTB. Die A-Säulen wurden so angepasst, dass sie die seitlichen Halterungen des Notdaches aufnehmen können. Hinter den Sitzen befinden sich zwei geschwungene Überrollbügel, die die Rundungen des Karosserie-Designs aufnehmen und weiterführen. Neu gestaltete Felgen verhelfen dem 599 SA Aperta zu einem sportlichen Auftritt. Im Kofferraum findet sich das besagte Notdach, das laut Ferrari rudimentären Wetterschutz im Falle eines plötzlichen Regenschauers bietet. Allerdings gibt bereits der Beiname des neuen Modells seinen Haupteinsatzzweck wieder: „Aperta“ bedeutet im italienischen „offen“.

Im Interieur bleibt vieles beim bekannt-guten Ambiente des 599ers. Allerdings kommen auf den Sportsitzen neue Steppungen und farblich zum Exterieur passende Ledereinsätze zum Einsatz, die den 599 SA Aperta einzigartig werden lassen. Wo wir schon beim Stichpunkt „Farbe“ angelangt sind: Es ist schwer zu vermuten, dass viele Aperta im Standard-Ferrari-Lack rot bestellt werden, aber warum sollte man dabei auf langweiligen Unilack setzen? Mit der Farbe Rosso Fuoco bieten die Italiener einen Dreischicht-Metallic-Lack mit viel optischem Tiefgang an. Für farbenfreudigere Kunden sind solche Dreischicht-Lacke auch in gelb (Giallo Tristrato), schwarz (Nero Stellato) und blau (Blu Elettrico) an. Auch klassische Farbtöne wie Rosso Dino – ein ins orange gehendes rot – sind im Angebot und ermöglichen es den Kunden, aus ihrem Ferrari 599 SA Aperta ein absolut individuelles Einzelstück werden zu lassen. Der Windschutzscheibenrahmen, die Außenspiegel und die Überrollbügel sind dabei stets in silber lackiert, um einen Kontrast zur Karosseriefarbe zu bilden.

Um diese persönlichen Unikate ordentlich in Marsch zu setzen, verbaut Ferrari den V12-Motor aus dem 599 GTO unter der langen Fronthaube. Mit den daher anliegenden 493 kW/670 PS lässt der Aperta viel Luft durch die Haare seiner Besatzung wehen. Genaue Fahrwerte haben die Italiener noch nicht bekanntgegeben, man darf aber von einer Höchstgeschwindigkeit jenseits der 300 km/h ausgehen.

Woher der Beiname „Aperta“ stammt, haben wir weiter oben ja bereits erklärt, was aber soll das Kürzel „SA“ bedeuten? Ganz einfach. In diesem Jahr feiert der Karosseriedesigner Pininfarina sein 80-jähriges Bestehen. Mit dieser Firma verbinden Ferrari-Fans und -Fahrer viele Erinnerungen, immerhin stammen viele berühmte Modelle aus der Feder der Zeichenmeister aus Turin, darunter auch der aktuelle California oder eben auch der 599 GTB Fiorano.

An der Spitze von Pininfarina steht die Familie Farina, die in den 1960er Jahren den Nachnamen auf den Rufnamen „Pininfarina“ (kleiner Farina) ändern durften. Gegründet wurde der Betrieb 1930 durch Battista „Pinin“ Farina, dessen Sohn Sergio Pininfarina die Zügel 1966 übernahm und schließlich an seinen Sohn Andrea Pininfarina weitergab, der 2008 bei einem Unfall ums Leben kam. Aktuell sitzt Andreas Bruder Paolo auf dem Chefsessel bei Pininfarina.

Im Gedenken an Sergio und Andrea Pininfarina, die für Ferrari viele tolle Autos gezeichnet haben, nahm die Sportwagenfirma ihre Anfangsbuchstaben S und A und stellte diese aufgrund des 80. Jubiläums von Pininfarina mit in den Modellnamen des offenen 599ers.

Ebenfalls in Anlehnung an das Pininfarina-Jubiläum wurde die Anzahl des limitierten Sondermodells gewählt. Lediglich 80 Exemplare des Ferrari 599 SA Aperta werden gebaut und zu einem Preis von rund 400.000,- € angeboten – ach nee, da war ja was. Dank der Gerüchteküche im Auto-Blätterwald und der Vorpremiere auf dem Concours d’Elegance in Pebble Beach, wo ausgesuchte Kunden in einem abgeschotteten Zelt einen ersten Blick auf den Wagen werfen konnten, ist die gesamte Produktion des Aperta bereits restlos ausverkauft. Wer dennoch einen Blick auf dieses Fahrzeug werfen möchte, sollte zum Mondial de l’Automobile nach Paris reisen, der am Donnerstag eröffnet wird.

Quelle: Ferrari

Autor: Matthias Kierse

26. September 2010|Categories: Magazin|Tags: , |

One Comment

  1. Atombender 26. September 2010 at 16:34

    Wenn mich jemand vorher gefragt hätte, was das SA heißt, hätt ich ohne zu zögern Superamerica gesagt. Das nenn ich mal ne Aufklärung. Freu mich schon auf Bilder von dem Wagen in bianco oder blu.