Der neue Jaguar XJ

Fans in aller Welt haben lange auf die achte Generation des Jaguar XJ gewartet – hat es sich gelohnt? Anhänger des typischen Jaguar-Designs werden beim Anblick aufstöhnen: ein gänzlich neues Auto steht vor uns. Wie schon der Vorgänger ist auch dieser XJ wieder aus Aluminium gefertigt. Drei Motorvarianten (ein Diesel und zwei Benziner) sorgen für den Vortrieb. Dabei setzt der Diesel auf eine Weltneuheit: eine sequenzielle Bi-Turbo-Aufladung, die den 3,0-Liter V6 auf 275 PS bringt. Erstmals live zu sehen ist der neue Jaguar XJ auf der IAA im September, Bestellungen werden bereits entgegen genommen und auf die Straße rollt er im Januar 2010.

Jaguar XJ

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Seit 1968 gibt es den Jaguar XJ. Mit der achten Generation schneidet Jaguar alte Zöpfe ab. 40 Jahre lang wurde die Optik nahezu beibehalten und lediglich ein wenig dem Zeitgeist angepasst. Nun gibt es eine Generalüberholung und ein gänzlich neues Design außen und innen.

Beginnen wir an der Front: ein Maschendraht-Kühlergrill soll die Kraft des Motors nach außen hin zeigen und die schmalen Xenon-Augen, pardon, -Lampen bringen den Wagen optisch ins neue Familienbild, das mit dem XF begonnen hat. Seitlich fällt eine flache Fensterlinie auf, die zusammen mit der hohen Gürtellinie und einer ausgeprägten Sicke im unteren Bereich der Türen für einen sportlichen Auftritt des Wagens sorgt. Die D-Säulen sind mit verdunkeltem Glas verhüllt, wodurch es beinahe so wirkt, als würde das Dach über dem Auto schweben. Am schlicht gehaltenen Heck finden sich zwei schmale Rückleuchten mit LED-Technik und das prominent platzierte Emblem: der springende Jaguar.

Wenden wir uns nun dem Interior zu. Fahrer und Beifahrer werden von einem Armaturenbrett begrüßt, dessen Design sichtlich von modernen Luxusyachten beeinflußt wurde. Eine umlaufende Holzleiste sorgt für diesen optischen Effekt. Gegenüber dem Vorgänger wurde noch mehr Leder verbaut – Instrumententafel, Sitze, Türverkleidungen und Armablagen sind mit der edlen Kuhhaut bezogen. Zentral im Armaturenbrett sitzt eine luxuriöse Analoguhr. Serienmäßig gibt es eine Klimaanlage und alle vier Sitze sind elektrische einstell- und beheizbar. Gegen Aufpreis gibt es unter anderem eine Sitzkühl- und eine Massagefunktion. Die Versionen mit langem Radstand bieten hinten 125 Millimeter mehr Beinfreiheit.

Der schon aus dem XF bekannte „JaguarDrive Selector™“ ersetzt den bekannten Automatikwählhebel auf der Mittelkonsole. Ebenso verfügt der neue XJ nicht mehr über analoge Instrumente für Tacho und Drehzahlmesser. An ihrer Stelle arbeitet ein 12,3 Zoll großer Monitor, auf dem die Instrumente digital dargestellt werden. Sie lassen sich vom Fahrer individuell anpassen, so können für ihn wichtige Informationen hervorgehoben werden, andere werden dafür ausgeblendet. Sollte es eine Warnmeldung für eine gerade nicht dargestellte Anzeigefunktion geben, so werden die anderen Darstellungen kurzfristig mit dieser überblendet. In der Mittelkonsole findet sich ein 8 Zoll großer Touchscreen-Monitor, der über eine Dualview-Funktion zulässt, dass Fahrer und Beifahrer gleichzeitig unterschiedliche Funktionen auf ihm abrufen.

Serienmäßig fährt im neuen Jaguar-Flaggschiff eine Soundanlage von Bowers & Wilkins mit, die mit ihren 20 Lautsprechern individuell auf dieses Fahrzeug abgestimmt wurde. Mittels moderner Soundprozessor-Verfahren werden 1200 Watt Spitzenleistung über 15 Kanäle gesteuert. Gegen Aufpreis lässt sich das Fahrzeug mit einem Entertainmentsystem für die Rücksitze ausstatten.

Auf der Motorenseite stehen ein Diesel- und zwei Benzinmotoren zur Wahl. Der 3,0-Liter V6-Diesel stellt dabei die Einstiegsmotorisierung dar. Dank der weltweit ersten sequenziellen Bi-Turbo-Aufladung leistet er 275 PS und beschleunigt den Wagen in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Was genau ist die sequenzielle Bi-Turbo-Aufladung? Die Abgase werden auf einen großen, schnell ansprechenden Turbolader mit sich variabel ausrichtenden Schaufeln geleitet, der in den Drehzahlbereichen bis 2800 U/min den Motor zwangsbeatmet. Erst darüber tritt der kleinere Turbolader in Dienst und sorgt für zusätzliche Leistung. Durch diese Technik wird ein Verbrauch von gerade einmal 7,0 Liter auf 100 km (im Mix) erreicht.

Wer lieber Benzinmotoren fährt, bekommt gleich zwei Leckerbissen vorgesetzt. Zum einen wird es einen 5,0-Liter V8 Direkteinspritzer mit 385 PS geben, zum anderen kommt vom gleichen Motor eine Kompressorvariante mit gigantischen 510 PS, die den Wagen in 4,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen werden. Dank der Benzindirekteinspritzung ist der Verbrauch beim neuen XJ nicht höher als bei der Vorgänger-Generation. Alle Motoren sind mit einem ZF-Sechsgang-Automatik-Getriebe verbunden und erfüllen die EURO5-Abgasnorm.

Generation 8 besteht wieder aus Aluminium. Jedoch wurde das Gewicht und die Komplexität des Aufbaus im Vergleich zur siebten Generation deutlich reduziert. Gegenüber einer ähnlich großen Stahlkarosserie hat die Aluminiumkarosserie des Jaguar XJ einen Gewichtsvorteil von 150 kg.

Das Fahrwerk des XJ besteht ebenso zu großen Teilen aus Alu. Vorder- und Hinterachse sind ähnlich aufgebaut, wie die bereits in XF und XK verbauten Einheiten und sorgen für ein zugleich sportliches wie ausgewogenes und gediegenes Fahrverhalten. Alle XJ-Modelle sind serienmäßig mit einer Stahlfederung an der Vorderachse und einer Luftfederung an der Hinterachse ausgestattet. Auf diese Weise wird, ähnlich wie bei einer Niveauregulierung, ständig die optimale Fahrzeughöhe gewährleistet. Je nach Ausstattung rollt der XJ auf 18 oder 19 Zoll großen Leichtmetallfelgen vor. Der Kompressor-V8 bekommt sogar 20 Zoll-Alufelgen.

Ergänzend zu den bekannten elektronischen Sicherheitssystemen bekommt der neue Jaguar XJ unter anderem eine Understeercontrol, die bei anfangendem Untersteuern mittels Bremseingriffen den Wagen wieder auf Kurs bringen soll. Die Xenon-Scheinwerfer sind optional mit adaptivem Kurvenlicht, Abbiegelicht und einem Fernlichtassistenten ausrüstbar. Außerdem sind Reifen mit Luftdrucksensoren und ein Radar-basiertes System zur Überwachung des toten Winkels erhältlich.

Auf der Liste der passiven Sicherheitselemente stehen zweistufig auslösende Fahrer- und Beifahrer-Airbags, Kopf- und Seiten-Airbags, sowie aktive Kopfstützen, Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer. Außerdem ist der XJ mit der von XK und XF bekannten aktiven Motorhaube ausgestattet, die im Falle eines Unfalls mit einem Fußgänger blitzschnell ein Stück hochfährt und dem Fußgänger somit einen Puffer zu den harten Teilen im Motorraum bietet.

Der neue XJ ist ab 76.900,- € zu haben. Interessenten können ihre Bestellungen bereits jetzt beim Jaguar-Händler tätigen. Sein Messe-Debut wird das Fahrzeug auf der IAA in Frankfurt im September feiern. Ausgeliefert werden die ersten Kundenfahrzeuge dann im Januar 2010.

Mehr Infos demnächst unter www.jaguar.de

Quelle: Jaguar Presseserver

Autor: Matthias Kierse

13. Juli 2009|Categories: Magazin|Tags: |

5 Comments

  1. Achim_F355 14. Juli 2009 at 13:45

    Der sieht ja mal wirklich sch… aus – is das ein Lancia? O:-)

  2. Vincentonator 15. Juli 2009 at 22:24

    Von vorne gefällt er, hinten geht gar nicht…

  3. JeffG 16. Juli 2009 at 13:35

    vorne sieht er halt wie der XF aus, ein bischen besser. Hinten gehts mittlerweile. Hat bei mir ein bischen gedauert. Bin schon gespannt wie er dann in natura aussieht. Ist halt kein Retro mehr und ich könnte mir vorstellen, dass die hardcore jaguar XJ Fahrer ihn verdammen, aber andererseits könnte es ähnlich wie beim 7er BMW Vorgänger auch klappen, dass die Fans treu bleiben und neue angezogen werden. Gefällt mir auf jeden Fall besser als die S-Klasse und der aktuelle 7er. Der neue A8 wird vermutlich auch gut werden. Mal schaun…
    :-))! für den Mut, den Jaguar bewiesen hat und ich bin schon auf den nächsten X-Type gespannt. Der muss unbedingt besser werden als der jetzige um Jaguar endlich auch ein bischen Masse zu bescheren.

  4. MarioRoman 16. Juli 2009 at 23:30

    Nach dem sich Jaguar beim XF leider nicht getraut hat das Studien Design durchzusetzen haben sie es beim XJ dann doch noch gepackt. Schöne Front und ein elegantes Heck… ich bin begeistert. Das entschuldigt den schwachen XF Auftritt.

  5. BMW-M5 25. Juli 2009 at 00:43

    OMG, was ist nur aus dem guten altem XJ geworden?
    Eine Mischung aus Lancia Thesis und Citroen von hinten, das ist wohl ein Griff ins Klo würde ich sagen. Die Verkaufszahlen werden dementsprechend sein.

    Dafür werden jetzt die richtigen XJ immer billiger. 8)