AC MkVI GT – Cobra made in Germany

Einer der wohl bekanntesten offenen Sportwagen der 60er Jahre, der nicht aus Italien kommt? Zweifelsfrei: Die AC Cobra. Was unerschrockene Rennfahrer mit diesem Fahrzeug auf den Rennstrecken dieser Welt anstellten, war großes Rennsportkino. Bis heute wird das Original neben zahlreichen Replikas immer noch gefertigt. Als AC MkVI GT rollte die neueste Variation mit 437 PS starkem V8 auf den Genfer Salon 2012.

AC MkVI GT

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Eine AC MkVI GT da, wo sie am meisten Spaß macht: Auf der sonnigen Landstraße.

Wenn sich im Rheinland zwei alte Freunde nach vielen Jahren wiedertreffen, kann man hin und wieder in den Genuss des folgenden Satzes kommen: „Jung, watt hasse dir verändert!“ Blicken wir auf die AC MkVI GT, so bleibt dieser Satz aus. Zwar ist mittlerweile der Anblick von echten AC Cobras nicht mehr wirklich alltäglich, aber verändert hat sich an der mittlerweile sechsten Ausbaustufe trotz mittlerweile 50 jähriger Bauzeit eigentlich nur äußerst wenig. Noch immer werkelt unter der typisch geformten Roadsterkarosserie ein amerikanischer V8 mit viel Leistung, noch immer wiegt das gesamte Auto möglichst wenig. Nur der Fertigungsort hat sich dramatisch geändert.

Während die Marke AC zu den britischen Traditionsherstellern zählt, deutete sich bereits seit einiger Zeit an, dass die neueste Ausbaustufe des legendären Sportwagens nicht auf der britischen Insel produziert werden würde. Für Traditionalisten könnte es wohl kaum schlimmer werden, denn die MkVI wird tatsächlich in Deutschland gefertigt! Um genau zu sein im ostdeutschen Heyda. Weniger strenge Markenfans attestieren der sechsten Auflage befriedigt eine umso höhere Fertigungsqualität.

Die Karosserieform hat sich, wie bereits beschrieben, wenig geändert. Einzig wenn man die Gelegenheit hat, eine MkI oder MkII Cobra neben dem Neuling zu parken, fällt auf, dass der Roadster über die Jahre deutlich an Breite gewonnen hat. Wer eher auf die zierliche Urform steht, bekommt bei AC Cars bis heute die weiterhin produzierte MkII direkt vom Band – welches allerdings mittlerweile in Südafrika steht. Unter der dünnen Plastikhaut werkelt beim MkVI GT ein 6,2 Liter großer V8-Motor mit 321 kW/437 PS, wodurch der offene Sportwagen bei Bedarf bis zu 278 km/h schnell wird. Die Kraftübertragung wird über ein manuelles Sechsgang-Getriebe gewährleistet, welches die Hinterräder im Format 295/35 ZR 18 antreibt. Vorne sind 235/40 ZR 18er Räder im klassischen Stil verbaut.

Farblich ist von klassischen Dekoren mit Rennstreifen bis hin zu modernen Effektlacken vieles möglich. Das Interieur lässt sich mit farblich passend abgestimmten Leder anpassen. Sowohl die Speichen des Sportlenkrads als auch der Überrollbügel hinter dem Fahrerkopf zeigen polierten Edelstahl. Unterhalb der Türen bollert der V8 seine Töne durch unterarmdicke Sidepipes ins Freie.

„Jung, schön datte noch da bis‘!“ Was wäre die Welt ohne diesen Sportler? Auf jeden Fall ein gutes Stück langweiliger.

Quelle: AC Cars

Autor: Matthias Kierse

11. März 2012|Categories: Magazin|Tags: , |

One Comment

  1. brobox 19. März 2012 at 01:41

    Mehr noch als der etwas unpassende Herstellungsort stören mich zwei Stilbrüche. Die Felgen sind zu gross und der Motor stammt vom falschen Konzern. So nähert sich die "originale" AC Cobra leider den zahlreichen namenlosen Repliken an.