Xenatec Maybach 57S Coupé – Wenn das Werk nicht will…

Seit 2002 bietet Maybach mit dem 57 und dem 62 zwei Luxuslimousinen der Spitzenklasse an. Darüber hinaus gibt es noch das halboffene 62 Landaulet, aber einen luxuriösen Zweitürer auf Basis des 57 hat die Nobelmarke bislang nicht auf die Räder gestellt. Hier greift Xenatec aus Weinsberg ein und bringt eine auf 100 Stück limitierte Sonderserie heraus. Unterm Blech arbeitet die Technik des 57S mit 612 PS, gut für 275 km/h Spitze.

Xenatec Maybach 57S Coupé

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Als Gegner zu Rolls-Royce und Bentley sollte die wiederbelebte Marke Maybach positioniert werden – die technische Finesse ist auch zweifelsohne vorhanden. Allerdings ist die Konzentration auf lediglich zwei verschieden lange Limousinen und eine sündhaft teure halboffene Variation auf Basis der Langversion mit Namen 62 Landaulet nicht zwingend dazu geeignet, den beiden britischen Traditionsmarken nachhaltig in die Suppe zu spucken.

Was im Vergleich zu den genannten Engländern fehlt, ist ein luxuriöses Coupé, in dem die Herrenfahrer von Welt nicht nur gefahren werden wollen, sondern sich auch durchaus gern selbst einmal hinter das Volant klemmen. Bislang ist ein solches Fahrzeug vonseiten Maybach nicht in Sicht. Eine Lücke im Portfolio, die nun extern gefüllt wird.

Aus Weinsberg bei Heilbronn kommt von der Firma Xenatec nun ein formvollendetes und bestens ausgestattetes Maybach Coupé. Dabei legen die Ingenieure nicht einfach nur Hand an eine Limousine und schneiden zwei Türen heraus. Stattdessen bleiben vom Basisfahrzeug lediglich die Front und Teile des Hecks unverändert. Die Seitenpartie ist komplett neu gestaltet, die Türen deutlich verlängert und das Dach abgesenkt, um eine sportlichere Linienführung zu erreichen. Am Heck verbaut Xenatec Leuchten mit neuer Optik, die sich allerdings am Maybach-Design orientieren. Die dritte Bremsleuchte wandert vom Kofferraumdeckel in die Heckschürze, die ebenso wie das vordere Pendant deutlich sportlicher gestaltet ist.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass auch die Radhäuser bearbeitet wurden und nun rund 20 Millimeter weiter herausstehen. So passen auch die 20 Zoll großen Leichtmetallräder hinein. Optional können die Kunden auch 21 Zoll große Räder bestellen. Wie bei den serienmäßigen Maybach-Limousinen kann auch das Coupé sowohl ein- als auch zweifarbig geordert werden. Dabei gibt es keinerlei Einschränkungen in der Farbwahl.

Auch das Interieur wird von Xenatec an die neue Karosserieform angepasst. Auf Wunsch gibt es ein großes Glasdach, um möglichst viel Licht herein zu lassen. Alle vier Sitze sind elektrisch einstell- und beheizbar. In den Rücklehnen der Vordersitze sind Bildschirme für das Rearseat-Entertainment-System verbaut. Die von den Limousinen bekannten Tacho-Einheiten in der Decke sind auch im Xenatec Coupé verbaut und informieren die hinteren Passagiere über die aktuelle Geschwindigkeit.

Xenatec bezieht die Maybach 57S-Basisfahrzeuge direkt beim Werk und verändert lediglich die Optik. Technisch bleibt es beim Biturbo-V12 mit 450 kW/612 PS und 1.000 Newtonmetern Drehmoment. Damit erreicht das Coupé bis zu 275 km/h. Maximal 100 Exemplare werden entstehen, wobei Xenatec noch eine Sports- und eine Evo-Variante nachschieben möchte. Der Grundpreis ohne Extras liegt in Deutschland bei rund 773.500,- € inklusive Mehrwertsteuer. Es war eben schon immer etwas teurer, einen guten Geschmack zu haben.

Quelle: Xenatec

Autor: Matthias Kierse

7. Oktober 2010|Categories: Magazin|Tags: |

6 Comments

  1. ToniTanti 8. Oktober 2010 at 12:48

    100 Stück? Sehr optimistisch, zumal ich den Grund für einen Zweitürer nicht erkennen kann. Wer "quält" sich denn bitte bei einem 770.000 EUR Wagen auf die hinteren Sitze? Selbstfahrer hin oder her.
    Aber sonst ganz nett anzuschauen.

  2. AStrauß 8. Oktober 2010 at 14:58

    Genau das habe ich mir auch gedacht.

  3. netburner 8. Oktober 2010 at 17:43

    Bentley Brooklands und Rolls-Royce Phantom Coupé lassen sich auch verkaufen, also ist ein Maybach Coupé nicht soooooo abwegig 😉

  4. Bodania 9. Oktober 2010 at 21:44

    Darüber lässt sich trefflich streiten. Wieder ein Auto mehr als Antwort auf eine Frage, die niemand gestellt hat!

  5. Murcielag0 9. Oktober 2010 at 23:34

    Ich meine wenn sich einige Käufer dafür finden ist dies doch schön. Wenn jemand eine gute Idee hat und die sauber umsetzt verdient das Respekt. Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, den Gedankengang eines potentiellen Käufers nicht nachvollziehen zu können.

  6. 3NZ0_660 10. Oktober 2010 at 21:30

    Ja welchen Gedankengang wird ein potenzieller Käufer wohl haben?
    Den gleichen wie jeder andere Coupé/Sportwagen-Käufer auch.
    Einen Kauf eines solchen Autos tätigt man doch nicht nach rationalen Gründen.