Trident Iceni – Neues Kapitel im Sportwagenbau

Rund 11 Jahre nachdem der erste Prototyp auf die Straße rollte, biegt ein englisches Sportwagenprojekt auf den Weg Richtung Kleinserie ein. Der Trident Iceni wird Anfang September beim Salon Privé in London offiziell in seiner serienreifen Version vorgestellt und verfügt über ein Novum im Sportwagenbau: Einen 6,6 Liter großen V8-Turbodieselmotor, der neben normalem Diesel auch Biodiesel und Pflanzenfett verträgt.

Trident Iceni

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Nach nun mehr als 11 Jahren Entwicklungsarbeit geht der Trident Iceni endlich in Serie. Bei der Grundkonzeption als zweisitziger, sportlicher Roadster ist es geblieben.

Diesel im Sportwagen – spätestens seit den Le Mans-Siegen von Audi und Peugeot mit einem derartigen Antrieb ist dieses frühere Tabuthema durchaus nicht mehr so unwahrscheinlich, wie es noch vor zehn Jahren war. Dennoch gibt es bislang keinen Serienhersteller, der diese siegreiche Kombination auch auf die Straße gebracht hätte. Wenn keiner der Großen will, muss eben ein Kleiner ran. Die britische Sportwagenmarke Trident arbeitet bereits seit 2001 an einem neuen Fahrzeug, dem Iceni. Nun, nach immerhin 11 Jahren biegt das Projekt doch noch in Richtung Serienfertigung ab. Unter der Haube des zweisitzigen Roadsters findet sich dabei ein großvolumiger Selbstzünder.

Um bei den Fakten zu bleiben handelt es sich um einen 6,6 Liter großen V8-Turbodiesel, der in der Basisvariante 321 kW/436 PS und ein maximales Drehmoment von 1.287 Newtonmetern auf die wimmernden Hinterräder loslässt. Darüber hinaus soll es eine Version mit 492 kW/669 PS und einem noch gewaltigeren Drehmoment von wahnsinnigen 1.422 Newtonmetern geben. Bereits das Grundmodell erreicht die 100 km/h-Marke nach nur 3,7 Sekunden und rennt bei genügendem Auslauf rund 320 Stundenkilometer schnell.

Noch beeindruckender sind hingegen die Verbrauchswerte. Bei konstanten 70 Meilen pro Stunde (rund 113 km/h) dreht der großvolumige Motor mit lediglich 980 Umdrehungen pro Minute. Damit liegen jedoch bereits 948 Newtonmeter Drehmoment an und der Verbrauch sinkt auf hervorragende 3,46 Liter pro 100 Kilometer. Mit einer Tankfüllung sind so theoretisch mehr als 3.200 Kilometer am Stück möglich. Das Triebwerk verträgt übrigens neben normalem Diesel auch Biodiesel und Leinsamenöl.

Der Trident Iceni wird in Norfolk auf individuelle Kundenbestellung hin gefertigt und kostet in Großbritannien ab 75.000,- GBP (umgerechnet rund 95.000,- €). Einen ersten Blick auf dieses neue Kapitel im Seriensportwagenbau können Interessenten am zweiten Septemberwochenende auf dem Salon Privé in London werfen.

Quelle: Trident

Autor: Matthias Kierse

22. August 2012|Categories: Magazin|

2 Comments

  1. Wiesel348 23. August 2012 at 06:53

    Ein weiterer Kleinstserienhersteller mit einer orginellen Idee, der bestenfalls ein paar wenige Autos produziert, bevor er in die Insolvenz geht.

    Wer will schon einen Roadster mit einem Getriebe mordenden Schiffsdiesel? Zudem sind die Fahrleistungen reine Theorie, weil sich dieses urgewaltige Drehmoment kaum von den Hinterrädern auf die Strasse übertragen lässt.

    Ein Auto mit bestensfalls tiefen dreistellen Produktionszahlen kann doch niemals rentieren bei Stückpreisen um die EUR 95’000.00 (vermutlich vor Steuern), vor allem wenn zuerst noch der Vertrieb aufgebaut werden muss etc. Kommt hinzu, dass der Trident als Engländer ein Rechtssteuerer ist und deshalb für die meisten relevanten Märkte ausserhalb GB umgerüstet werden muss, was die Entwicklungs- und Produktionskosten nochmals in die Höhe treibt.

    Zudem frage ich mich, wer dieses Auto wartet, da ich keinen Grossserienhersteller kenne, der einen solchen Diesel im Angebot hat (ausser LKW-Produzenten).

  2. Muhviehstar 23. August 2012 at 19:27

    Der Dodge Ram Cummins ist mit einem 6,7l Turbodiesel (R6) und 355 PS auf dem Markt. Kommt dem ja schon mal nahe.