Seat Leon Cup Racer – Zurück auf die Piste

Mit dem neuen Seat Leon Cup Racer kehren die Spanier zurück auf die Rennpiste. Das Fahrzeug mit seinen 330 PS steht für Rundstrecken- und Langstreckenrennen zur Verfügung. Auch eine Weiterentwicklung für die Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC ist im Gespräch. Sein Debüt feiert das neue Rennauto auf dem Wörtherseetreffen, das sonst eher für die Konzernschwester VW und deren Golf GTI bekannt ist.

Seat Leon Cup Racer

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Der Seat Leon Cup Racer wird auf dem Wörtherseetreffen in Österreich präsentiert und zeigt sich in mattem Grau mit Akzenten in orange.

Seat und der Motorsport – diese zwei Begriffe gehörten über Jahrzehnte eng zusammen. Ob Rallye-WM oder Tourenwagensport, die Spanier waren immer wieder mit dabei. Allerdings zog man vor einigen Jahren aus Kostengründen den Stecker und überließ die ausgemusterten Werkswagen einigen Privatteams, die damit beispielsweise in der WTCC und in der VLN auf der Nürburgring Nordschleife um Positionen kämpften. Nun möchte das Werk den Kundenteams ein neues Renngerät bieten, um zurück auf die Pisten zu gehen und zeigt dazu auf dem Wörtherseetreffen am Volkswagen-Konzernstand den Leon Cup Racer.

Bis zur Auslieferung der ersten Exemplare wird zwar noch ein wenig Testarbeit nötig, aber das ausgestellte Fahrzeug zeigt bereits die durchaus sportliche Optik auf. Auf Basis des fünftürigen Leon erarbeitete die Seat Motorsport Abteilung ein Rennfahrzeug, das in möglichst vielen Rennserien weltweit eingesetzt werden soll. Unter den Kotflügelverbreiterungen wird Platz für eine 40 Zentimeter breitere Spur und 18 Zoll große Leichtmetallräder mit Slick-Reifen geschaffen. Dazu gibt es eine Frontschürze mit großem Lufteinlass, Luftauslässe in der Carbon-Motorhaube, tief heruntergezogene Schweller und eine Heckschürze mit integriertem Diffusor, der gemeinsam mit dem einstellbaren Heckflügel an der Dachkante für Abtrieb sorgt.

Den Vortrieb des Seat Leon Cup Racer übernimmt ein 2 Liter großer Vierzylinder-Turbomotor. Dieser bringt 243 kW/330 PS und ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern auf die Vorderachse, die über ein Sechsgang-Direktschaltgetriebe mit Wippen am Lenkrad und ein elektrisches Sperrdifferential übertragen werden. Für Ausdauerrennen, beispielsweise die Läufe der VLN, ist auch ein sequentielles Getriebe mit Schalthebel auf dem Mitteltunnel und manuellem Sperrdifferential erhältlich. Über eine WTCC-Variante mit 1,6 Liter Turbomotor wird aktuell noch nachgedacht.

Innen wird die notwendige Gewichtserleichterung für den Motorsport ersichtlich. Jegliche Art von Dämmung entfällt ebenso wie die Rückbank und der Beifahrerplatz. Lediglich ein Carbon-Schalensitz mit HANS-Aufnahme findet sich hinter dem spartanischen Sportlenkrad. Dahinter findet sich ein Multifunktionsdisplay für Tempo, Drehzahl und weitere Informationen. Auf dem Mitteltunnel ist bei der Rundstreckenvariante ein Carbongestell mit Knöpfen für die wichtigsten Funktionen vorgesehen. Auch das Armaturenbrett wird durch ein formgleiches Teil aus Kohlefaser getauscht, auf dem unter anderem eine Abbildung der zu fahrenden Rennstrecke angebracht werden kann. Selbstverständlich sorgt ein vollwertiger FIA-Überrollkäfig für Steifigkeit und Sicherheit.

Das Rundstreckenfahrzeug mit DSG-Getriebe kann für 70.000,- € zuzüglich Steuern bestellt werden, während die Langstrecken-Variante mit 95.000,- € plus Steuern eingepreist wird. Ab wann der Leon Cup Racer auf die Piste gehen wird, ist noch nicht bekannt.

Quelle: Seat

Autor: Matthias Kierse

7. Mai 2013|Categories: Magazin|