Porsche 997 GT3 R Hybrid – Intelligenter Rennsport

Nach mehr als 20.000 Rennsiegen in 45 Jahren mit dem Porsche 911 schlägt der Zuffenhausener Sportwagenhersteller mit dem Porsche 997 GT3 R Hybrid ein vollkommen neues Kapitel auf. Erstmals wird der bekannte Boxermotor von zwei Elektromotoren mit je 60 kW Leistung unterstützt. Anstelle von Akkus gibt es einen Schwungradspeicher. Die ersten Rennen sollen auf der berühmten Nürburgring-Nordschleife gefahren werden.

Porsche 997 GT3 R Hybrid

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Exakt 110 Jahre nach Ferdinand Porsches erstem Hybridfahrzeug, dem Lohner-Porsche Semper Vivus, stellt Porsche auf dem Genfer Salon im März das erste Rennfahrzeug der Markengeschichte mit Hybridantrieb vor. Der Porsche 997 GT3 R Hybrid verfügt über den bekannten 4 Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 353 kW/480 PS im Heck, wird jedoch durch zwei jeweils 60 kW (umgerechnet je 81,5 PS) starke Elektromotoren an der Vorderachse unterstützt. Somit verfügt das Fahrzeug über Allradantrieb und eine kurzfristige Gesamtleistung von 473 kW/643 PS.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Hybridsystemen in Straßenfahrzeugen bekommt der 997 GT3 R Hybrid keine Unsumme von Akkus eingepflanzt, die das Gewicht in astronomische Höhen treiben würden. Stattdessen befindet sich neben dem Fahrer im Cockpit ein Schwungradspeicher. Hierbei handelt es sich um einen Rotor, der mit bis zu 40.000 Umdrehungen in der Minute rotiert und die elektrische Energie mechanisch in Form von Rotationsenergie speichert. Bei jedem Bremsvorgang kehren die beiden Elektromotoren an der Vorderachse ihre Funktion um auf Generatorbetrieb und laden damit den Speicher auf. Die gespeicherte Energie kann der Pilot dann auf Knopfdruck beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven oder zum Überholen nutzen. Dabei steht ihm die zusätzliche Kraft bei voll aufgeladenem Speicher für sechs bis acht Sekunden zur Verfügung.

Die Stärke des Hybridantriebes liegt jedoch nicht nur in zusätzlicher Leistung, sondern auch in Effizienz. Da der Speicher bei jedem Bremsvorgang geladen wird, steht häufig die Kraft der Elektromotoren zur Verfügung, was den Benzinmotor schont und damit hilft, Kraftstoff zu sparen. Somit sind während der Rennen weniger Tankstopps nötig als mit einem herkömmlichen Rennfahrzeug.

Die Erprobung des neuen Rennfahrzeugs soll im Rahmen der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf der Nürburgring Nordschleife erfolgen. Auch beim Saisonhöhepunkte, dem 24-Stunden-Rennen, soll der 997 GT3 R Hybrid an den Start gehen. Porsche selbst strebt dabei jedoch nicht den Sieg an, sondern möchte den Wagen als „rollendes Labor“ verstanden wissen, mit dem Erfahrungswerte unter Rennbedingungen gesammelt werden sollen, die später in Serienfahrzeuge einfließen können.

Quelle: Porsche

Autor: Matthias Kierse

11. Februar 2010|Categories: Magazin|Tags: , , |

2 Comments

  1. Mercedisto 11. Februar 2010 at 11:19

    Interessante Technik. Hier der wikipedia-link zum Schwungradspeicher, wen es näher interessiert: [URL="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwungradspeicherung"]http://de.wikipedia.org/wiki/Schwungradspeicherung[/URL]

  2. FutureBreeze 11. Februar 2010 at 12:07

    hm – ich stelle mir gerade die frage wie die hohen kreiselkräfte wohl ausgeglichen werden…
    …wenn der kreisel wie in diesem beispiel liegt, so könnten die hohen kreiselkräfte ja dazu führen, dass der wagen an steigungen stärker vorne einnickt als vorher und auch die reaktionsgeschwindigkeit des fahrzeugs auf seitliche fahrbahnneigungen… diese wird das fahrzeug doch nicht mehr so gerne mitmachen oder?

    Wenn man sich mal überlegt, was man mit kreiseln alles so stabilisieren kann, könnte ich mir vorstellen, dass das system auf der fahrwerksseite eher nachteile liefert 🙁