Drei Neuheiten von Novitec Rosso für den Genfer Automobilsalon 2011

Auf dem Genfer Automobilsalon wird Ferrari-Veredler Novitec Rosso gleich drei kraftvolle Neuheiten vorstellen. Mit dem Novitec Rosso California Race 606 rollt eine 606 PS starke Version des Faltdachfahrzeugs heran. Der 458 Italia wird mittels klassischem Motortuning auf 609 PS gebracht und als absolutes Highlight rollt ein veredelter Ferrari 599 GTO mit gigantischen 888 PS ins Rampenlicht, der über 340 km/h erreicht.

Novitec Rosso 458 Italia

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Dem Novitec Rosso 458 Italia wächst vorne optisch ein Schnurrbart. Man verlängerte die Designelemente im Kühlereinlass nach außen auf die Schürze. Unten wuchs zusätzlich ein Frontspoiler.

Die Frage, ob man einen Ferrari wirklich noch verbessern muss oder kann, stellt sich nachweislich meist nur Leuten, die sich eh niemals ein solches Auto leisten könnten. Besitzer der italienischen Sportwagen finden indes immer ein wenig Verbesserungspotenzial und einige von ihnen geben ihre Autos dann an Spezialisten ab, um genau an den gefundenen Stellen Hand anlegen zu lassen.

Einer dieser Spezialisten ist Novitec Rosso. Auf dem Genfer Automobilsalon wird dieser deutsche Tuner gleich drei neue Verbesserungsvorschläge auf Ferrari-Basis vorstellen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und einmal quer durch das Modellportfolio der Pferdemarke aus Maranello reichen. Ob Acht- oder Zwölfzylinder-Motor, offenes Auto oder klassisches Coupé, Novitec Rosso weiß, was die solventen Kunden wünschen und setzt es konsequent um.

Die erste Neuheit ist der Race 606 auf Basis des Ferrari California. Dieses Fahrzeug ist ein wenig zu unrecht als „Hausfrauen-Ferrari“ oder „Einstiegsmodell“ in Verruf geraten, obwohl es Fahrleistungen bietet, die nur wenige andere Autos erreichen. Novitec Rosso schärft den Wagen gezielt nach und versucht damit, dem Ruf des Autos entgegenzutreten.

Optisch gelingt dies durch gezielt angebrachte Carbon-Applikationen, einen Frontspoiler, eine Lufthutze auf der Motorhaube zur besseren Versorgung mit Frischluft und einen großen Diffusor am Heck. Auch die Seitenschweller erfuhren eine Überarbeitung und präsentieren sich nun in sportlicherer Optik. Die Dachhaut des Blech-Faltdaches besteht nunmehr aus Sichtcarbon. In den Radhäusern drehen sich vorn 21 und hinten 22 Zoll große Leichtmetallräder vom Typ Novitec Rosso NF3, die mit einer mattgrauen Sichtcarbonbeschichtung versehen sind. Darauf abgestimmt wurde das neue Sportfahrwerk mit einer Tieferlegung um 35 Millimeter und einer hydraulischen Hebeanlage für die Front, um über Geschwindigkeitshubbel in 30er Zonen besser hinweg zu kommen.

Unter der Haube verbaut Novitec Rosso einen Kompressorkit inklusive Ladeluftkühler, neu konzipiertem Ansaugtrakt, neu abgestimmter Motorelektronik, größeren Einspritzdüsen und Sportabgasanlage. Durch diese Maßnahmen klettert die Leistung des California von serienmäßigen 460 auf nunmehr 606 PS (446 kW) an. Dank 603 Newtonmetern Drehmoment beschleunigt der „Race 606“ genannte Wagen in weniger als 3,8 Sekunden auf 100 und erreicht maximal 325 km/h.

Als zweite Neuheit stellt Novitec Rosso einen veredelten 458 Italia auf die Messe in Genf. Optisch tut sich einiges. An der Front werden die Designelemente im Grill seitlich verlängert, was dem Wagen einen kleinen Schnurrbart verleiht. Zwischen den Türen runden neue Seitenschweller den sportlichen Look ab, während am Heck einHeckflügel über den Lampen wächst und der Diffusor eine Überarbeitung erfuhr. Alle Anbauteile sind aus hochfestem Carbon gefertigt und wurden im Windkanal ausgetüftelt, um dem Wagen mehr Abtrieb zu verleihen. Wie bereits beim California Race 606 kommen auch beim 458 Italia die NF3-Leichtmetallfelgen mit 21 Zoll vorn und 22 Zoll hinten zum Einsatz. Auch die Liftfunktion für die Vorderachse und das Sportfahrwerk sind mit an Bord.

Unter der Haube legte Novitec Rosso Hand an die Luftzuführung des Triebwerks und verbaut eine neue Airbox aus Carbon. Zusätzlich gibt es einen Hochleistungsauspuff und ein darauf abgestimmtes Motormanagement, wodurch der 458 Italia 39 zusätzliche PS im Motorblock zusammentrommelt und mit nunmehr 448 kW/609 PS auf den Asphalt losgeht.

Als absolute Krönung des momentanen Angebots präsentiert Novitec Rosso als dritten Neuling den 599 GTO. Dieser streng limitierte Supersportwagen hat eigentlich ab Werk kein Tuning nötig, dennoch gibt es auch hier interessierte Kunden die einfach „mehr“ fordern. Optisch hielt sich Novitec beim GTO sehr zurück und beließ ihn in der originalen Farbgebung, die man bei Ferrari bestellen kann: Silber mit gelbem Streifen quer über die Motorhaube und weißen Startnummernfeldern. Diese Farbgebung soll an einen Ferrari 250 GTO erinnern, mit dem Lucien Bianchi und Georges Berger die 1964er Tour de France für Autos gewinnen konnten. Einzig schwarze Rückleuchten und die vier, je 90 Millimeter großen Flüstertüten am Heck verraten, dass hier nicht alles vom Werk in Maranello stammt. Auf Wunsch offeriert Novitec Rosso auch hier wieder die Liftanlage für die Vorderachse.

Unter der langen vorderen Haube bleibt jedoch wenig beim Alten. Novitec Rosso operiert das 6 Liter große V12-Aggregat und implantiert zwei Kompressoren. Die Leistungsdaten lassen den Atem stocken: Mit 653 kW/888 PS und 862 Newtonmetern Drehmoment lässt der veredelte 599 GTO selbst Hochleistungsrennmaschinen wie den Ferrari FXX links liegen. Die Fahrleistungen lesen sich ähnlich beeindruckend: 3,2 Sekunden auf 100, 9,1 auf 200 und maximal mehr als 340 km/h möglich. Kein Wunder, wenn man den bisher schnellsten je gebauten Serien-Ferrari als Basis nimmt.

Für alle genannten Fahrzeuge sind selbstverständlich auch umfangreiche Veredelungsmöglichkeiten aus Leder, Alcantara, Aluminium und Carbon für den Innenraum erhältlich. Da Novitec Rosso davon jedoch noch keine Bilder veröffentlicht hat und die technischen Daten eh schon interessant genug waren, haben wir uns auf selbige konzentriert.

Quelle: Novitec Rosso

Autor: Matthias Kierse

27. Februar 2011|Categories: Magazin|Tags: , |

2 Comments

  1. brobox 27. Februar 2011 at 23:19

    Der Schnurrbart am 458 Italia ist ja wie gemacht für einen bekennenden Ferrari-Fan namens Horst Lichter 😉

  2. tomekkk 3. März 2011 at 09:45

    Der California sieht sehr sehr geil aus!