Lamborghini Halbjahresergebnisse – Der Bulle erobert Asien

Nachdem man vor kurzem den 10.000 Gallardo feierte, der die Fertigungslinie in Sant´Agatha verließ gibt es aus wirtschaftlicher Sicht vielleicht nicht so 100%ig gute Nachrichten. Dennoch ist es so, dass sich der Umsatz um lediglich 2,6% im Gegensatz zum gleichen Vorjahreszeitraum zurückentwickelte, während man beim Fahrzeugabsatz ein 18 prozentiges minus im Vergleich zum Vorjahr einräumen musste. Was die vorgelegten Zahlen hingegen deutlich zeigen ist, dass die Nachfrage im asiatischen Bereich, allem voran in China deutlich zugenommen hat.

Der chinesische Markt brachte den Italienern einen Zuwachs um 200%, in Fahrzeugen gesprochen von 28 auf 86. Damit ist China zum zweitgrößten Markt für die italienischen Supersportler geworden. Es hat wohl auch seinen Grund, warum man daher für China das bekannte, speziellen Sondermodell des Lamborghini LP670-4SV auflegte

Auch Australien, Singapur, Hong Kong und Taiwan trugen zum insgesamt positiv zu sehenden Halbjahresergebnis bei. Hier betrug der Zuwachs immerhin noch 100% verglichen mit dem Vorjahr.

Der Lamborghini CEO Stefan Winkelmann scheint denn auch nicht so wirklich unglücklich über die aktuellen Ergebnisse zu sein, da das Jahr 2010 allgemein als ein Jahr des Übergangs gesehen wird, in welchem die Marke für ihre zukünftigen Entwicklungen positioniert werden soll. Zudem wir eine zukünftige Erholung der Märkte erwartet und man ist sich sicher, dass man dann neben den dynamischen asiatischen Märkten auch wieder in den angestammten Märkten mehr Fahrzeuge absetzen kann

Herr Winkelmann betonte im gleichen Atemzug, dass man an seiner aktuellen Strategie festhalten wird und daher zukünftig von den aktuellen Investitionen im Kohlefaserbereich profitieren wird.

Der wichtigste Parameter für Supersportwagen ist heute und in der Zukunft das sogenannte Leistungsgewicht. Da der Leistungssteigerung durch die Emissionsregulierungen Grenzen gesetzt sind, müssen wir an der Gewichtsreduktion arbeiten. Weitgehender Einsatz von Kohlefaser auch auf struktureller Ebene erlaubt uns eine Spitzenposition im Wettbewerb“, betont Winkelmann.

Aus diesem Grund wurde auch am Unternehmenshauptsitz in Sant´Agatha das „Advanced Composites Research Center“ eingerichtet um innovationsführende Entwicklungs- und Herstellungsmethoden für Kohlefaserelemente für kleine Produktionsvolumen sicherzustellen. Die Ingenieure haben bereits einen Durchbruch im Produktionsprozess von Verbundwerkstoffen erzielt, indem sie die Vorteile verschiedener Methoden vereinigt haben. Dank der patentierten „RTM light“-Methode kann Lamborghini nunmehr geringen Druck und niedrige Temperaturen bei der Herstellung von Kohlefaserelementen von höchster Qualität, Genauigkeit und bester Oberflächenbeschaffenheit nutzen.

Die ersten Ergebnisse dieser Forschungen kann man im aktuellen Lamborghini Gallardo LP570-4 Superleggera finden, der nur noch 1340kg wiegt und dessen Leistungsgewicht die Spitze im Supersportwagenbau markiert. Die zukünftigen Ergebnisse werden wir wohl dann im Nachfolger des Lamborghini Murcielago finden, der ja aktuell als Erlkönig seine Runden dreht.

Immerhin, die Gewichtserleichtung hat als positiven Nebeneffekt, dass sich zudem die CO2 Emissionen verringern. Bis zum Jahr 2015 möchte man eben auch eine 35 prozentige Reduktion selbiger erreichen.
Es bleibt als spannend rund um die Marke mit dem Stier.

Quelle: Lamborghini

Autor: Oliver Kühlein

6. August 2010|Categories: Magazin|Tags: |

One Comment

  1. Bodania 7. August 2010 at 01:40

    Na, da bin ich mal gespannt, was die alles patentiert haben. RTM light hiess früher mal Vakuum-Injektionsverfahren. Saurer-Arbon hat damit in den 50igern
    schon LKW-Kabinenteile gefertigt. Lotus hat in den 80er Jahren das VARI-System (Vacuum-Assisted-Resin-Injection) an die grosse Glocke gehängt.
    Wem es genügt, den Stand der Technik neu umzuschreiben (sprich Marketingmässig Alter Wein in neuen Schläuchen) dem wünsche ich viel Vergnügen bei der Temperaturfestigkeit der Bauteile im Alltagsgebrauch…