Nachbauten des legendären Lotus Super Seven gibt es bereits seit vielen Jahren. In dieser Zeit wurden die verschiedensten Motoren in den Einbaum gepflanzt. So fiel es schon ein wenig schwer, noch etwas Neues zu erfinden. Irmscher ist dies mit dem Irmscher 7 Selectra dennoch gelungen, denn hier sprotzelt kein Verbrennungsmotor unter der Haube. Stattdessen springt der Funke über, wenn der Elektromotor aufdreht.

Irmscher 7 Selectra

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Die Form des Irmscher 7 Selectra ist altbekannt, die Technik hingegen in dieser Verpackung ganz neu.

Donkervoort, Westfield, Caterham – die Liste der Nachbauten des legendären Lotus Seven und Super Seven lässt sich beliebig lang fortsetzen. Einige Hersteller setzen auf Saugmotoren, andere auf Turbos, doch so richtige Neuheiten gibt es im Segment der „Einbäume“, wie der Seven unter Fans liebevoll tituliert wird, bereits seit Jahren nicht mehr. Sollte das Konzept dieses mittlerweile vom Prinzip her über 50 Jahre alte Auto am Ende seiner Entwicklungsfähigkeit angelangt sein?

Wenn es nach dem bekannten Opel-Tuner Irmscher geht, sicher nicht! Neben den Produkten auf Rüsselsheimer Basis bietet die Remshaldener Firma bereits seit einiger Zeit ebenfalls eine eigene Interpretation des luftigen Sportwagens an, den Irmscher 7. Für den jüngst beendeten Autosalon in Genf entwickelte man nun eine besonders leise und umweltfreundliche Variante. Der Wagen ist in der Tat so ruhig, dass man bei Höchstgeschwindigkeit außer Wind- und Reifengeräuschen nichts hören kann. Als Grund dafür lässt sich unter der Motorhaube ein 144 Volt starkes Elektroaggregat finden.

Dieser Elektromotor bringt es auf 175 kW, was in der gängigeren Pferdestärken-Angabe 238 PS entspricht. Ein Drehmomentgipfel von 800 Newtonmetern sorgt für Leistungsreserven im Überfluss – immerhin wiegt der Wagen lediglich 900 Kilogramm. Damit rennt der Irmscher 7 Selectra in unter 5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und erreicht bis zu 186 km/h.

Bei Dauertempo 80 liegt die Reichweite bei ordentlichen 200 Kilometern, im Mix ergeben sich bis zu 350. Danach müssen die Lithium-Eisen-Phosphat-Akkus, die zur besseren Gewichtsverteilung vorn und hinten eingebaut sind, wieder aufgeladen werden. Hierzu kann neben den bekannten Möglichkeiten einer herkömmlichen Haushaltssteckdose oder einer Schnell-Ladestation auch die so genannte Induktionstechnik verwendet werden. Dabei steht das Fahrzeug auf einem speziell präparierten Feld und wird kabellos durch Funkwellen aufgeladen. Für reine Stadtfahrten gibt es einen Eco-Modus, in dem lediglich 100 der 1.400 Ampere an der Hinterachse anliegen.

Der Irmscher 7 Selectra verfügt über das selbe Fahrwerk wie der normal-motorisierte Irmscher 7 und geht daher um die Ecken, dass es eine reine Wonne ist. Jeder Lenkbefehl am minimalistischen Lenkrädchen wird in Richtungsänderungen umgesetzt. Als kleines Komfortzugeständnis gibt es Sitzheizungen für Fahrer und Beifahrer, einen Bordcomputer und immerhin sechs Rundinstrumente, die über alle wichtigen Fahrzustände informieren.

Sollte der Irmscher 7 Selectra in Serie gehen, wird das Fahrzeug rund 90.000,- € kosten. Interessenten können sich unter www.irmscher.de melden.

Quelle: Irmscher

Autor und Fotograf: Matthias Kierse