Bugatti 16C Galibier Concept

Die kraftvollste, exklusivste und wohl auch teuerste Limousine der Welt könnte ab kommendem Jahr aus Molsheim stammen. Das Bugatti 16C Galibier Concept besteht, wie sein Sportwagen-Bruder EB16.4 Veyron, aus Kohlefaser und Aluminium und bekommt von diesem auch den bekannten 16-Zylinder-Motor mit 8 Litern Hubraum, hier jedoch nicht mit Turbo, sondern mit Kompressor und zusätzlich mit Flex-Fuel-Funktion, wodurch ein Betrieb mit Ethanol möglich wird.

Bugatti 16C Galibier Concept

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Viele Fans erwarteten diesen Paukenschlag für die IAA in Frankfurt, vorgestellt wurde die neue Bugatti-Limousine schließlich aber nur am Wochenende vorher auf einem exklusiven Kunden-Event am Stammsitz im französischen Molsheim. Selbst auf der VW-Konzern-Presseveranstaltung am Montag Abend in der Nähe von Frankfurt kam der 16C Galibier nur kurz zur Sprache, Bilder oder gar das Auto waren nicht zu sehen.

Der Bugatti 16C Galibier könnte für Bugatti der nächste Schritt im Luxuswagen-Segment werden. Der Supersportwagen Veyron war von Anfang an nur 300-mal geplant, dazu 150-mal als Roadster mit dem Namen Grand Sport. Die 300er Marke ist beim Coupé beinahe erreicht und auch der offene Veyron verkauft sich sehr gut, so dass ein neues Modell definitiv in die Feinplanung gehen musste. Mit einer viertürigen Luxuslimousine greift man auf ein Segment zurück, das von Bugatti bereits in den 1930er Jahren bedient wurde. Und so verwundert es auch nicht, dass der Galibier Formen und Details aus der damaligen Zeit rezitiert und neu aufarbeitet.

Dem Bugatti-Motto „Art – Forme -Technique“ folgend zeigt sich die neue Bugatti-Limousine von außen her bereits als das, was sie sein will: überragend. Eine windschlüpfrige Fließheck-Karosserie, bei der Heck, Dach und Motorhaube aus Kohlefaser bestehen, während die Türen und vorderen Kotflügel aus Aluminium gefertigt sind, macht sofort deutlich, dass der 16C Galibier auf keinen Fall als langsam durchgehen möchte. Außerdem greift die Grundform die torpedo-haften Linien des Bugatti Type 35 auf und schafft damit eine Neuinterpretation der Bugatti-Tradition. Vorn trifft man auf den markentypischen Bogengrill und große Xenon-Scheinwerfer. Über das Dach und mitten durch die Heckscheibe verläuft eine Kammlinie, die an den berühmten Type 57 SC Atlantic erinnern soll. Die Kohlefaserteile wurden mit 9 Lackschichten versehen, lassen aber dennoch die Carbon-Struktur erkennen. Das Aluminium wurde hochglanzpoliert und funkelt dem Betrachter im Sonnenlicht entgegen. Acht Auspuffendrohre und große LED-Rückleuchten prägen die Rückansicht der neuen Limousine.

Die Motorhaube ist zweigeteilt und schwingt zur Mitte hin auf. Unter ihr verbirgt sich der bekannte 8-Liter-V16-Motor, der hier jedoch nicht, wie im Veyron, über eine Turboaufladung verfügt, sondern von zwei Kompressoren den Marsch geblasen bekommt. Genaue Leistungsdaten hat Bugatti bislang nicht veröffentlicht, man darf aber davon ausgehen, dass er nicht ganz so kraftvoll wie der hauseigene Supersportwagen sein wird. Der Motor bietet als Besonderheit eine Flex-Fuel-Funktion, wodurch ein Betrieb mit Ethanol möglich ist. Über einen permanenten Allradantrieb wird die Leistung auf alle vier Räder übertragen und mittels einer Carbon-Ceramic-Bremse wird der Luxusliner wieder sicher zum Stillstand gebracht.

Im Innenraum werden Fahrer und Passagiere von einer Luxuslandschaft erwartet. Kunststoff sucht man hier vergebens. Stattdessen wurde alles mit Leder und Holz ausgestattet, was man auch nur irgendwie versehentlich anschauen könnte. Zwei zentrale Rundinstrumente informieren über das Tempo und die momentan abgerufene Leistung und sind auch aus dem Fond gut ablesbar. Die Uhr stammt von Parmigiani und ist herausnehmbar. Sie kann dann an einem speziellen Armband befestigt werden und somit vom Besitzer auch außerhalb des Fahrzeugs stolz gezeigt werden.

Der Name Galibier stammt im übrigen von einem anspruchsvollen Alpenpass, der gerne von der Tour de France befahren wird. Auch im Hause Bugatti hat dieser Name eine Tradition, denn vom Typ 57 gab es bereits eine viertürige Limousine unter dieser Bezeichnung.

Quelle: Bugatti Presseserver

Autor: Matthias Kierse

19. September 2009|Categories: Magazin|Tags: , |

2 Comments

  1. brobox 20. September 2009 at 01:21

    Der Innenraum ist ein Traum. So ungefähr hatte ich mir den BMW 7-er E65 vorgestellt, als man damals intern verkündete, man wolle angesichts der Vielzahl von Knöpfen und Schaltern gründlich aufräumen und sich beim Design eher an wertigem Wohndesign als an Automobilinterieurs orientieren. Beim 7-er war ich damals enttäuscht bis entsetzt, als ich das Ergebnis der Bemühungen erstmals sah, der Bugatti zeigt wie sowas aussehen muss.

  2. chris 911 2. Oktober 2009 at 17:44

    Sehr schön aber 8 Endrohre ist doch schon etwas viel …