Artega SE – Sportlicher Elektrorenner

Wenn man einen Blick auf aktuelle Automobilmessen wirft, findet man in jeder Ecke Elektroautos. Dieser Trend umfasst alles, vom Klein- bis zum Sportwagen. Auch Kleinserienhersteller wie Artega können vor der Zukunft nicht die Augen verschließen und so präsentierte die Delbrücker Manufaktur in Genf den Artega SE mit zwei Elektromotoren im Heck, die zusammen 380 PS leisten und das Coupé in 4,3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Artega SE

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Wäre die Elektrozapfsäule nicht, man würde den Artega SE als ganz normales Auto einstufen.

Die Delbrücker Sportwagenmanufaktur Artega richtet den Blick in die Zukunft. Natürlich kann niemand heute vorhersagen, wie es in 10 oder 15 Jahren sein wird, aber einige Bedingungen sind bekanntlich schon länger absehbar. Ein Fakt ist, dass auf kurz oder lang die Erdölreserven soweit geschrumpft sein werden, dass Benzin zum teuren Luxusgut verkommt. Und dann? Sollen wir uns dann vom Sportwagen endgültig verabschieden?

Ein Gedanke, der Artega absolut nicht gefallen wollte. Zumal man ganz frühe Prototypen des GT bereits vor einiger Zeit an das Fraunhofer Institut gegeben hatte, um Forschungen am Elektroantrieb voranzutreiben. Ein Teil dieser Erkenntnisse floß jetzt in den neuen Artega SE ein, der mit dem GT lediglich die Karosserie teilt. Unter der Motorhaube im Heck arbeiten zwei parallel-geschaltete Elektromotoren, die weiterhin die Hinterachse antreiben. Dank der direkten Leistungsabgabe ab Leerlauf ist das Beschleunigungsvermögen des Elektro-Coupés besser als beim Bruder mit Verbrennungsmotor.

Die beiden Elektromotoren erreichen eine kombinierte Spitzenleistung von 280 kW, was im gebräuchlicheren Sprachjargon 380 PS entspricht. Damit beschleunigt der Artega SE in nur 4,3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und soll rund 250 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit erreichen. Die Beschleunigungszeit ist damit eine halbe Sekunde schneller als beim Artega GT, während die Höchstgeschwindigkeit auf einem ähnlichen Niveau liegt. Das sportliche Fahrverhalten bleibt dabei natürlich erhalten, da man am hervorragenden Fahrwerk nichts verändert hat.

Die Optik der Karosserie wurde ebenfalls nicht angetastet. Einzig der Artega SE-Schriftzug und die Steckdose in der Heckblende geben aufmerksamen Betrachtern einen Hinweis darauf, dass es sich hier nicht um einen normalen Artega aus der laufenden Produktion handelt. Beim Showcar für den Genfer Autosalon wurde der linke hintere Kotflügel aufgeschnitten, um einen Einblick in die Technik im Motorraum geben zu können. Zwar kann man bei Elektromotoren nicht viel beim laufenden Betrieb sehen, aber dennoch ist so ein Blick unter die Haut durchaus mal interessant. Spannend ist auch, dass das Trockengewicht des Artega gegenüber der benzingetriebenen Variante um lediglich 115 Kilogramm angestiegen ist und mit 1.400 kg immer noch durchaus im Sportwagenbereich angeordnet werden kann.

Neben den Motoren sind im Heck auch zwölf der 16 Batteriemodule untergebracht. Jedes Modul besteht seinerseits aus zwölf Batteriezellen und arbeitet weitgehend autark von den anderen Modulen. Alle Module sind wassergekühlt und erreichen eine kombinierte Nennspannung von 350 Volt bei einem Energiegehalt von 37 Kilowattstunden. Die Reichweite soll laut Artega bei rund 200 Kilometern liegen. Nach NEDC-Norm sind es zwar sogar 300 Kilometer, aber das sind im Labor errechnete Werte. Das bei einem Elektrofahrzeug wichtigste Thema sind natürlich die Ladezeiten. Hier braucht der SE an einer haushaltsüblichen Steckdose rund acht Stunden, während die Schnellaufladung an einer speziellen Stromtankstelle in etwa 90 Minuten abgeschlossen ist.

Im Innenraum spendierte Artega dem SE eine neue digitale Tachoeinheit, auf der alle wichtigen Informationen vom aktuellen Tempo über die Restreichweite bis hin zur Außentemperatur eingeblendet werden können. Ob dieses Anzeigeinstrument in Zukunft auch im GT erhältlich sein wird, oder der Serienversion des SE ab 2012 vorbehalten bleibt, konnten wir nicht in Erfahrung bringen. Ein interessantes Feature sind die Schaltwippen hinter dem Lenkrad, die beim GT die Gänge des Direktschaltgetriebes wechseln. Beim SE kann der Fahrer hier die Stärke der Rekuperation beim Bremsen regeln. Der Einstellbereich geht dabei vom „segeln“, also einer Rollfunktion beim loslassen des Gaspedals, bis hin zur vollen Rekuperation, bei der bis zu 75 kW Leistung an die Akkus geliefert werden und diese wiederaufladen. Einen ersten Fahreindruck des Artega SE werden wir im Sommer nachliefern, sobald ein fahrbereites Fahrzeug bereitsteht.

Quelle: Artega

Autor: Matthias Kierse

5. März 2011|Categories: Magazin|Tags: |

2 Comments

  1. Ultimatum 5. März 2011 at 22:23

    Bin auf den fahrest gespannt, auf das erste serienmodell und den Preis. Würde ich kaufen.

  2. Muhviehstar 7. März 2011 at 21:41

    Er wird um die 150t€ kosten, es ist geplant, dass ab Juni Probefahrten gemacht werden können.