Brabus SV12 R Biturbo 800 – Sportwagenkiller oder Büro?

31. Oktober 2010 | 4 Kommentare

Brabus schärft ein Fahrzeug nach, das eh schon eine gespaltene Persönlichkeit hat: Ist es nun eher Sportwagen mit vier Türen oder Büro auf Rädern? Der Brabus SV12 R Biturbo 800 beantwortet diese Frage souverän: Beides! Mit 800 PS und einem so gewaltigen Drehmoment, dass es auf 1.100 Nm heruntergeregelt werden muss, verfügt der SV12 R über genug Leistungsreserven, um vielen Sportwagenfahrern graue Haare wachsen zu lassen.

Brabus SV12 R Biturbo 800

Brabus SV12 R Biturbo 800
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Wer an einen Mercedes-Benz S 600 denkt, dem kommen mit Sicherheit eher selten Gedanken wie „zu wenig Motorleistung“ oder „viel zu wenig Ausstattung“, oder vielleicht doch? Immerhin muss es genügend Anfragen bei Brabus in Bottrop gegeben haben, die genau diese eklatanten Mängel angeprangert haben und um Abhilfe baten. Anders ist der Brabus SV12 R Biturbo 800 schlecht zu erklären.

Immerhin erinnern die Leistungsdaten dieser Luxuslimousine weniger an eine S-Klasse als viel mehr an einen Supersportwagen bester Schule. Brabus bringt den im Original 5,5 Liter großen V12-Biturbomotor durch eine Spezial-Kurbelwelle mit längerem Hub, feingewuchtete Kolben und Pleuel und größeren Zylinderbohrungen auf 6,3 Liter Hubraum und addiert zusätzlich schärfere Nockenwellen, strömungsoptimierte Zylinderköpfe, eine neuentwickelte Ansauganlage und einem neuen Abgassystem, in dem neben speziell bearbeiteten Krümmern auch die beiden Turbolader und vier wassergekühlte Ladeluftkühler beinhaltet sind.

Dank einer optimierten Motorelektronik stehen am Ende nicht nur gigantische Leistungsdaten auf dem Datenblatt – der SV12 R erfüllt sogar die strengen Euro5-Abgasnormen mit Bravour. Nun haben wir die Daten lange genug zurückgehalten: Insgesamt 588 kW/800 PS haben sich versammelt, um den Hinterreifen das Fürchten zu lehren. Dazu gesellt sich jedoch eine noch furchterregendere Kraft, nämlich das gigantische Drehmoment von 1.420 Newtonmetern. Da diese Brutalität die Hinterreifen gänzlich überfordern würde, wird das Drehmoment auf 1.100 Nm begrenzt, was immer noch mehr ist, als man in anderen Serien-PKW bekommt. 3,9 und 10,3 sind zwei weitere beeindruckende Zahlen. In sowenigen Sekunden schießt die Limousine auf 100, beziehungsweise 200 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 350 Stundenkilometer begrenzt, was ausreichen dürfte, um die allermeisten Sportwagen dieser Welt im Regen stehenzulassen.

Brabus verstärkt das Fünfgang-Automatikgetriebe und verbaut an der Hinterachse ein 40%iges Sperrdifferenzial. Zusätzlich entwickelten die Bottroper ein Elektronikmodul für die Luftfederung, um den SV12 R rundum 15 Millimeter tieferzulegen. Hinter den Leichtmetallrädern, die es je nach Geschmack zwischen 19 und 21 Zoll gibt, verbirgt sich die Hochleistungsbremsanlage mit 380 Millimeter großen Scheiben vorn und 355 Millimeter großen Scheiben an der Hinterachse.

Auch an der Karosserie wurde in Bottrop gezielt Hand angelegt. Dazu besuchte man intensiv den Windkanal und entwickelte Anbauteile, die nicht nur gut aussehen, sondern zusätzlich die Fahrstabilität erhöhen und Anpressdruck erzeugen. Das beginnt mit dem markanten Gesicht durch die neue Frontschürze mit großem zentralen Lufteinlass, der die Bremsen und die Motorkühlung optimiert. Ebenso sind Zusatzscheinwerfer und LED-Tagfahrleuchten integriert. Am unteren Ende findet sich eine Carbon-Spoilerlippe. Die Serienkotflügel mussten Aluminiumteilen mit Luftauslässen in Sichtcarbon weichen. Die somit deutlich sportlichere Optik wird durch die Schwellerverkleidung fortgesetzt, in denen sich LED-Einstiegsbeleuchtungen verbergen. Hinten wird der Auftritt durch eine Carbon-Spoilerlippe auf dem Kofferraumdeckel und die Heckschürze mit Diffusoreinsatz und Ausschnitten für die vier Endrohre der Sportabgasanlage abgerundet.

Für das Interieur stehen den Kunden fast jedes denkbare Material und nahezu alle Farben des Regenbogens zur Verfügung, um den SV12 R Biturbo 800 zu einem individuellen Unikat zu verwandeln. Ob Leder und Alcantara, Carbon, Edelhölzer oder sogar Steindekore, Brabus hilft gern weiter. Dazu kommt eine Multimedia-Ausstattung, die ebenfalls keine Wünsche offenlässt. Ob Einbindung des iPad, Bildschirme in der Rückseite der vorderen Kopfstützen oder in der Decke, Einbau von DVD-Bluray-Playern oder Spielekonsolen – denkbar ist fast alles. Man kann den Brabus SV12 R Biturbo 800 also sowohl als Medienzentrum, als auch als Sportwagenkiller einsetzen. Wahrlich ein Fahrzeug mit zwei Persönlichkeiten.

Quelle: Brabus

Autor: Matthias Kierse

Tags:

Kategorie: Magazin

Kommentare (4)

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  1. Daniel J. sagt:

    Fünfgangautomatik? Die neue S-Klasse hat doch serienmäßig eine Siebengängeautomatik verbaut oder nicht???

  2. netburner sagt:

    Der S 600, auf dem der Brabus SV12 R basiert, hat immer noch eine Fünfgang-Automatik, da die Siebengang-Automatik das hohe Drehmoment nicht aushält.

  3. tomekkk sagt:

    Ja, aber 5 Gänge sind bei diesem Drehmoment absolut ausreichend, wozu also eine 7-Gang Automatik?

  4. Markus Berzborn sagt:

    Sogar drei Gänge würden ausreichen.

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