Renault Twin’Run Concept – Hommage an den R5 Turbo

Als Hommage an den legendären Mittelmotor-Kompaktwagen R5 Turbo hat Renault im Rahmen des Monaco Grand Prix das Twin’Run Concept vorgestellt. Auch hier sitzt das Triebwerk, ein 3,5 Liter großer V6, hinter den Passagieren und vor der Hinterachse. 320 PS sorgen für eine Sprintzeit von 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Ob es eine Serienumsetzung geben wird, ist noch nicht bekannt.

Renault Twin'Run Concept

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Mit dem Renault Twin'Run Concept zeigen die Franzosen eine gut gemachte Hommage an den legendären R5 Turbo und den Clio V6, die beide auf Kompaktwagen basierten und den Motor in der Mitte trugen.

Welcher Autofan erinnert sich nicht gern an die wilden 1980er Jahre, in denen nicht nur einige Tuner mit wilden Kreationen für sich warben, sondern auch in den Entwicklungsabteilungen diverser seriöser Hersteller offenbar frei geträumt werden durfte? Eins der bis heute berühmtesten Ergebnisse dieser Tagträume ist der Renault 5 Turbo, bei dem die Franzosen das zwangsbelüftete Triebwerk hinter der Besatzung einbauten, die Antriebsachse ebenfalls nach hinten verlagerten und das Ergebnis im Rallyesport antreten ließen. Rund 18 Jahre später wurde ein ähnliches Antriebskonzept im damals aktuellen Clio durchgeführt, allerdings mit einem V6-Saugmotor. Nun wiederholt sich die Geschichte möglicherweise ein drittes Mal, sofern es von der gerade vorgestellten Studie eine Serienumsetzung geben wird.

Im Rahmen des Formel 1 Rennens in Monaco präsentierte Renault das Twin’Run Concept, bei dem hinter den beiden Passagieren ein 3,5 Liter großer V6-Motor verbaut ist. Optisch sind die Anleihen beim R5 Turbo nicht zu übersehen. In der Frontalansicht erinnert die Form der Scheinwerfer in Verbindung mit den Zusatzscheinwerfern an die Rallyevariante des legendären Mittelmotor-Sportlers, was ebenso für den Dachflügel am Heck gilt. Dank Fiberglas-Karosserie, Rohrrahmen-Chassis und Carbon-Verwendung am Dach, den Kotflügelverbreiterungen, dem Frontsplitter und Heckschürze bringt der Twin’Run lediglich 950 Kilogramm auf die Waage. Ganz so niedrig wird das Gewicht beim kommenden Twingo wohl nicht ausfallen, aber diverse optische Ideen der Studie dürften dennoch den Weg in die Serie finden. Die ausgestellten Radhäuser schaffen Platz für 18 Zoll große Leichtmetallräder mit 205/40er Reifen vorn und 245/35er Pneus hinten.

Das 3,5 Liter große Triebwerk bringt es auf 235 kW/320 PS und ein maximales Drehmoment von 379 Newtonmetern. Damit spurtet der Twin’Run in 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Renault mit 250 km/h an. Über ein sequentielles Sechsgang-Getriebe und ein Sperrdifferenzial wird die Kraft auf die Hinterräder übertragen. Üblicherweise findet man den im Twin’Run verbauten V6 in der Renault Megane Trophy, wo er in einem reinrassigen Rennfahrzeug arbeitet.

Im Interieur gibt es wenig Luxus. Zwei Sparco-Rennschalensitze mit Sechspunktgurten halten die beiden Passagiere an ihrem Platz. Der Schalthebel des sequentiellen Getriebes und der Handbremshebel sind dicht am Lenkrad positioniert, damit der Fahrer die Hand so wenig wie möglich vom Steuer nehmen muss. Anstelle klassischer Rundinstrumente ist auf einem mittig angeordnetem Instrumentenbrett ein 5,5 Zoll großes LCD-Display verbaut, auf dem alle wichtigen Informationen eingeblendet werden. Dazu gibt es sechs Kippschalter und schwarzes Wildleder auf Türverkleidung und Armaturenbrett, das sich dank einer speziellen Verarbeitung wie Alcantara anfühlt und mit roten Kontrastnähten aufgewertet wird.

Quelle: Renault

Autor: Matthias Kierse

26. Mai 2013|Categories: Magazin|