Renault Sport Spider – 15 Jahre lang grenzenlos offen

Große Menschenmenge, ein abgedecktes Fahrzeug, ein Tusch, das Tuch wird heruntergezogen und – Sprachlosigkeit! Was sollte das denn sein, was Renault da auf dem Genfer Salon 1995 der Öffentlichkeit vorstellte? Radikal offen, nicht einmal eine Windschutzscheibe verbaut, Flügeltüren. Den Renault Sport Spider verstand nicht jeder auf Anhieb. Die 147 PS konnten jedoch dabei helfen, eine heiße Liebe zu diesem Auto aufzubauen.

Renault Sport Spider

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Wer dieses Fahrzeug heute sieht, wird grob nachempfinden können, zu welchen Reaktionen es 1995 führte – weil es heute immer noch nicht so richtig in den Verkehr passen mag.

Ein unfassbar flaches Fahrzeug wurde da von Renault auf dem Genfer Salon präsentiert. Inklusive Überrollbügel reckt er sich gerade einmal 1,25 Meter gen Himmel. In der ursprünglichen Version des Sport Spider ist eine Windschutzscheibe nicht vorgesehen. Stattdessen gibt es einen kleinen Windabweiser und im Lieferumfang enthaltene Helme für Fahrer und Beifahrer inklusive Gegensprechanlage. Ein Jahr nach der Markteinführung erscheint aber auf vermehrten Wunsch der Kundschaft eine weitere Version mit Scheibe und Fahrer-Airbag. Für Fans des ursprünglichen Fahrzeugs handelt es sich dabei scherzhaft um die „Hausfrauenversion“, denn woran erkennt man den freundlichen Sport Spider-Fahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen.

Um die kleinen Insekten dort auch ordentlich einzumeißeln, sorgt ein 2 Liter Vierzylinder-Motor für 108 kW/147 PS und beschleunigt den Sport Spider in 6,9 Sekunden von null auf einhundert km/h. Maximal sind 215 km/h möglich.

Anfänglich waren drei Lackierungen im Angebot: gelb/grau, blau/grau und rot/grau. 1997 folgte titangrau. Insgesamt wurden etwa 1.640 Fahrzeuge gebaut, von denen lediglich rund 350 mit dem Windabweiser ausgeliefert wurden. Dank einer Karosserie aus Glasfaser-verstärktem Kunststoff wiegt die scheibenlose Version nur 930 kg, mit Scheibe und Airbag sind es 35 kg mehr.

Zwischen 1996 und 1998 gab es eine Markenpokal-Rennserie mit dem Sport Spider. Dazu wurden circa 90 Rennfahrzeuge aufgebaut, die in weltweiten Wertungsläufen zum Einsatz kamen.

Neu kostete der Sport Spider mit Windabweiser 56.900,- DM, die Windschutzscheiben-Version kostete 1.600,- DM Aufpreis. Heute zahlt man für gut erhaltene Fahrzeuge zwischen 25.000,- und 40.000,- Euro.

Quelle: Renault, CP-Archiv

Autor: Matthias Kierse

28. Januar 2010|Categories: Magazin|

5 Comments

  1. Vincentonator 28. Januar 2010 at 22:30

    Schön ist was anderes, aber das Auto hat was :-))!

  2. S.Schnuse 29. Januar 2010 at 01:46

    Erstaunlich dass der gute 200 Kilogramm schwerer ist als eine Lotus Elise S1. Aber interessanter Artikel über ein interessantes Auto! :-))!

  3. Muhviehstar 29. Januar 2010 at 13:33

    Die Elli konnte vieles besser: Tiefer, leichter, schneller! Das Fahrgefühl ohne Frontscheibe muss dennoch gigantisch sein.

  4. JK 29. Januar 2010 at 19:05

    Das beifahrgefühl ist auf alle Fälle klasse und auch super zum Fotografieren.

    Selten hat das Mitfahren so viel Spaß gemacht wie in dem Flitzer:-))!

  5. fiat5cento 3. Februar 2010 at 12:17

    Die Elise mag leichter sein, aber das Fahrwerk des SportSpider ist zumindest in technischer Hinsicht ein echter Leckerbissen. Pushrodanlenkung der Federbeine, Unibal-Gelenke, das hat nichtmal die Elise.

    Würde den SportSpider gerne mal fahren.