Peugeot Exalt Concept – Zweiter Anlauf

Nach der Weltpremiere auf der Motorshow in Peking im April zeigt Peugeot die Konzeptstudie Exalt nun in neuem Gewand erneut auf dem Pariser Autosalon ab Anfang Oktober. Dank Benzin-Hybrid-Antriebs bringt die sportlich gestaltete Limousine 340 PS auf die Straße. Sowohl beim Bau der Karosserie als auch im Interieurbereich kommen neuartige Materialien zum Einsatz, die es möglicherweise demnächst auch in Serie geben könnte.

Peugeot Exalt Concept

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Der stark hervorgehobene Kühlergrill des Peugeot Exalt Concept könnte sich demnächst an Serienmodellen der Franzosen wiederfinden.

Der Autosalon in Paris zählt seit Jahrzehnten zum Stolz der französischen Automobilindustrie. Wo sonst wenn nicht dort könnte man innovative Fahrzeugkonzepte vor heimischem Publikum medienwirksam in Szene setzen? Auch wenn viele dieser Studien anschließend in hermetisch abgeriegelten hauseigenen Fahrzeugsammlungen landeten und dort der Vergessenheit Preis gegeben wurden, landeten doch zumindest viele Ideen im Design, der Materialwahl oder der Technik anschließend tatsächlich in den Serienfahrzeugen.

Auch der Peugeot Exalt, der bereits in anderer Lackierung auf der Motorshow in Peking im April zu sehen war, wird wohl nie in Produktion gehen. Dennoch liefert er interessante Einblicke in die aktuellen Entwicklungen im PSA-Konzern. Unter der Haube arbeitet beispielsweise ein 1,6 Liter großes Vierzylinder-Turbo-Triebwerk mit 199 kW/270 PS, das von einem 50 kW (68 PS) starken Elektromotor an der Hinterachse unterstützt wird. Die Systemleistung wird von Peugeot mit 250 kW/340 PS angegeben, die über eine Sechsgang-Automatik auf alle vier Räder verteilt werden. Dank Bremsenergierückgewinnung können die Akkus auch während der Fahrt wieder geladen werden – dies geschieht sobald der Fahrer seinen Fuß vom Gaspedal nimmt.

Speziell bei der Materialwahl erlaubt Peugeot beim Exalt einen Blick in die Zukunft des Autobaus. Die Karosserie zeigt sich von weitem betrachtet in zwei Grautönen, einem helleren bis zum Ende der hinteren Türen und einem dunkleren dahinter. Schaut man jedoch näher hin, entpuppt sich der vordere Grauton als unbehandelter und unlackierter Stahl, der von Hand in Form gebracht wurde. Der Heckbereich wurde mit einem Stoffgewebe namens Shark Skin bezogen, wobei die Namensgebung bereits auf die Eigenschaften schließen lässt: Wie bei der Haut eines Hais wurden die Fasern so verarbeitet, dass der Fahrtwind ungehindert vorbeiströmen kann. Damit wird der Luftwiderstand und somit auch der Verbrauch des Exalt gesenkt.

Um die aerodynamische Effizienz noch weiter zu steigern finden sich am Heck eine klar hervorgestellte Abrisskante am Kofferraumdeckel und ein in die Schürze integrierter Diffusor. Die Kofferraumklappe zeigt allerdings noch eine weitere Besonderheit auf: Sie ist motorbetrieben und braucht durch eine neuartige Scherenkinematik wenig Platz zum Öffnen, gibt jedoch eine große Beladeluke frei. Unter dem Ladeboden des Kofferraums ist zudem ein klappbarer Elektroroller, der HYbrid-kick verborgen, mit dem man sich in der Stadt fortbewegen kann.

Auch im Interieur gibt es überraschende Materialien zu finden. So zeigen sich am Armaturenbrett, den Türpaneelen und der Mitteltunnelverkleidung großflächige Holzverkleidungen. Dieses „Newspaper Wood“ wird aus recycleten Wirtschaftszeitungen hergestellt und erhält dadurch seine lachsfarbene Beschaffenheit. Auf den Sitzen, dem oberen Teil des Armaturenbretts, dem Dachhimmel und den Seitenverkleidungen findet sich ein melierter Stoff auf Wollbasis. Zwischen Stoff und Holz wurde in den Türverkleidungen ein per 3D-Drucker hergestelltes Brückenmodul integriert, in dem sich die Lautsprecher des Hifi-Systems verbergen. Das Leder auf den Sitzseitenwangen weist kleine Fehler wie Narben oder Insektenstiche auf, die üblicherweise nicht im Interieursbereich bei Automobilen zu finden sind. Peugeot möchte auf diese Weise einmal die natürliche Seite von Leder, abseits der Perfektion aufzeigen.

Das Peugeot Exalt Concept kann zwischen dem 4. und 19. Oktober auf dem Mondial de l’Automobile in Paris besichtigt werden.

Quelle: Peugeot

10. September 2014|Categories: Magazin|Tags: |