Peugeot EX1 Concept – Rundenrekord für Elektrofahrzeuge

Am vergangenen Mittwoch erreichte das Konzeptfahrzeug Peugeot EX1 auf der legendären Nürburgring Nordschleife einen neuen Rundenrekord für Elektrofahrzeuge. Der umgerechnet rund 340 PS und 480 Newtonmeter starke Roadster wurde von Rennfahrer Stéphane Caillet pilotiert und umrundete die 170 Kurven des bekannten Rennkurses in knapp über neun Minuten und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 138,324 km/h.

Peugeot EX1 Concept

Bild 1 von 4

Der Anblick des Peugeot EX1 im Karussell der Nürburgring Nordschleife dürfte für nicht wenige Ringbesucher ein äußerst merkwürdiger Anblick gewesen sein.

Viele Menschen sind immer noch der Meinung, dass man mit einem Elektrofahrzeug nicht schnell unterwegs sein könne. Von „sportlich“ mal ganz zu schweigen. Diese Vorurteile baute Peugeot am vergangenen Mittwoch auf der Nürburgring Nordschleife nachhaltig ab. Mit dem bereits im September 2010 präsentierten Roadster EX1 gingen die Franzosen dort an den Start, um einen Rundenrekord für Elektrofahrzeuge aufzustellen. Soviel sei vorweggenommen: Das Ziel wurde erreicht.

Der Peugeot EX1 ist ein zweisitziger Roadster, der durch zwei Elektromotoren angetrieben wird, von denen einer die Vorder-, der Andere die Hinterachse antreibt. Beide Triebwerke geben je 240 Newtonmeter Drehmoment und 125 kW ab, was in der immer noch gebräuchlicheren Sprachweise 170 PS entspricht. Die Gesamtleistung liegt somit bei 250 kW/340 PS und 480 Newtonmetern. Direkt nach der Präsentation im letzten September erzielte das Fahrzeug mehrere Beschleunigungsrekorde in der Klasse der Landfahrzeuge mit Elektroantrieb mit einem Leergewicht zwischen 500 und 1.000 Kilogramm. Als Beispiel wurde die Viertelmeile in 14,4 Sekunden durcheilt.

Die Optik des Fahrzeugs ist mit den hinten eng zusammenliegenden Rädern gewöhnungsbedürftig. Das Auto ist jedoch eindeutig als sportlicher Roadster zu erkennen, bei dem auf unwichtige Bauteile, die nur zusätzliches Gewicht mit sich bringen würden, konsequent verzichtet wurde. So gibt es nicht nur keinerlei Dach, auch eine Windschutzscheibe sucht man vergeblich. Die geschwungenen Scheinwerfer und der Kühler sorgen optisch für eine gewisse Nähe zum den aktuellsten Peugeot-Serienmodellen, obwohl der EX1 niemals über den Status eines Konzeptfahrzeugs hinauskommen wird.

Am vergangenen Mittwoch, dem 27.04.2011, machte sich Peugeot nun daran, die Nürburgring Nordschleife zu erobern. Hierzu wurde der EX1 im Entwicklungszentrum Belchamp bei Montbéliard ordentlich auf den Rekordversuch vorbereitet. Speziell das einzigartige Streckenprofil des Eifelrundkurses wurde dabei ins Auge gefasst, um die Abstimmung des Antriebs und des Fahrwerks optimal einzustellen. Als Fahrer wurde der französische Rennfahrer Stéphane Caillet ausersehen, der den Peugeot EX1 nach einer Einrollrunde mit fliegendem Start durch die Lichtschranke fuhr und sich auf den Weg um die 20,83 Kilometer lange Strecke machte. Nach 9:01,338 Minuten war er bereits wieder da und stellte damit einen von WIGE Performance offiziell gestoppten Rundenrekord. Somit stellte die Löwenmarke nach dem Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans 2009 mit dem Diesel-Rennwagen 908 ein weiteres Mal unter Beweis, dass man sich um alternative Antriebskonzepte durchaus ernsthafte Gedanken macht.

Quelle: Peugeot

Autor: Matthias Kierse

29. April 2011|Categories: Magazin|

3 Comments

  1. fiat5cento 30. April 2011 at 19:29

    mhhh 340PS, weniger als 1000kg und dann braucht das Teil über 9Minuten? X-)

  2. netburner 30. April 2011 at 19:39

    Bedenke, dass Elektroautos selten auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt werden. Beschleunigung ja, aber ich tippe mal (Daten dazu wurden nicht veröffentlicht), dass die Geschwindigkeiten in den schnellen Abschnitten nicht überragend gewesen sind.

  3. fiat5cento 1. Mai 2011 at 09:22

    was heisst nicht auf Höchstgeschwindigkeit ausgelegt? Dann müssen sie dem Teil halt ein Getriebe spendieren.

    Fakt ist, der Fortschritt ist hier nicht erkennbar. Ein Lotus Exige, 2-11, oder ein X-Bow fährt das Teil mit konventioneller Technik in Grund und Boden.