Oldtimer Grand Prix 2013 – Feuer und Flamme

Am zweiten Augustwochenende fand zum 41. Mal der AvD Oldtimer Grand Prix am Nürburgring statt. Diverse hochklassig besetzte Rennklassen begeisterten bei Show- und Meisterschaftsläufen auf der Strecke, während im Fahrerlager und auf den Clubparkplätzen diverse Exoten und Klassiker zum verweilen einluden. Zusätzlich wurde in diesem Jahr dem deutschen Ausnahmetalent Stefan Bellof mit einem Tribute gedacht.

Oldtimer Grand Prix 2013

Bild 1 von 16

Der 41. AvD Oldtimer Grand Prix ist seit einer Woche vorbei und dennoch darf man immer noch Feuer und Flamme von dieser Veranstaltung sein, wie unsere Galerie zeigt.

Der AvD Oldtimer Grand Prix besteht seit nunmehr 41 Jahren und schafft es Jahr für Jahr Autofans aus ganz Europa und von weiteren Kontinenten an den Nürburgring zu ziehen. Kein Wunder, erfindet sich die Veranstaltung doch Jahr für Jahr in Teilen neu, während gleichzeitig eigentlich alles beim Alten bleibt: Tolle Rennaction mit klassischen Fahrzeugen auf der Piste, wobei hier immer wieder andere Rennkategorien das Programm bereichern und zeitgleich die Möglichkeit eine derartige Vielzahl von Old- und Youngtimern, sowie modernen Exoten im Umfeld der Eifelrennstrecke zu entdecken, dass die drei Tage hierfür eigentlich gar nicht ausreichen.

Für die Exotendichte auf den Parkplätzen und im Fahrerlager sorgen neben den diversen Markenclubs natürlich auch die offiziellen Auftritte diverser Hersteller. So zeigte Jaguar beispielsweise erstmals auf deutschem Boden den fahrbaren Prototypen des C-X75, einem Hybrid-Supersportwagen, dessen Serienfertigung eingeplant war, jedoch Anfang diesen Jahres wieder aus der Planung gestrichen wurde. McLaren, vertreten durch den Händler aus Frankfurt, zeigte mit dem F1 GTR Longtail ein Fahrzeug, dessen aktive Rennzeit zwar schon einige Jahre zurückliegt, das aber im Rahmen des Oldtimer Grand Prix bislang noch nicht starten darf, da es noch keine Klasse für die historischen GT1-Rennwagen gibt.

Wer neben dem Eintrittsgeld noch weitere Scheine in der Geldbörse mitführte, konnte bei der Coys of Kensington Auktion am Samstag im Fahrerlager diverse Renn- und Straßenfahrzeuge ersteigern. Zwar war der angekündigte Benetton Formel 1-Renner von Michael Schumacher aus der Saison 1992 nicht eingetroffen, aber einer von nur 12 gebauten Maserati MC12 Corsa kann eine Garage definitiv ebenfalls aufwerten. Noch seltener war allenfalls der Zender Vision 3, den man am Sonntag unter den diversen Exoten im Fahrerlager ausmachen konnte.

Vor 30 Jahren wurde der Nordschleife im Rahmen des letzten 1000-Kilometer-Rennens auf dem 20,83 Kilometer langen Kurses eine Rundenzeit aufgestempelt, die bis heute ungebrochen ist. Ein Porsche 956 aus der legendären Gruppe C umrundete die Eifelachterbahn in 6:11,13 Minuten und erreichte damit als bislang einziges Fahrzeug einen Rundendurchschnitt von mehr als 200 km/h. Am Steuer befand sich der damalige Werksfahrer Stefan Bellof, der zu jenem Zeitpunkt auf dem Weg zu höchsten Rennfahrerehren war. Leider kam er zwei Jahre später beim Sportwagenrennen in Spa-Francorchamps bei einem Rennunfall ums Leben. Aufgrund des runden Jubiläums der Rekordzeit gab es beim Oldtimer Grand Prix ein Stefan Bellof Tribute mit Kinonacht, Streckenteilbenennung und Ehrenrunden seines ehemaligen Teamkollegens Derek Bell in exakt dem Porsche 956, mit dem die Bestzeit erreicht wurde. Das Fahrzeug musste in langer Handarbeit komplett restauriert werden, da Stefan Bellof die Bestzeit im Training erreicht hatte und beim Versuch, sie im Rennen noch zu verbessern, an der Kuppe von Pflanzgarten 2 Unterluft bekam, rund 100 Meter weit durch die Luft segelte und anschließend für eine unsanfte Kaltverformung des Renngerätes sorgte, was ihn jedoch nicht davon abhielt, direkt nach dem aussteigen Autogramme zu schreiben. Der Bereich, in dem er damals das Auto abstellen musste, heißt von nun an Stefan-Bellof-S und erinnert damit an diesen viel zu früh verstorbenen Rennfahrer, über den im Laufe des Wochenendes diverse Anekdoten erzählt wurden.

Die Kurven des 1984 eröffneten Grand Prix Kurses wurden derweil am gesamten Wochenende von diversen Rennklassen umrundet. Ob Formelfahrzeuge oder Sportwagen, GTs oder Renntourenwagen, das Publikum durfte sich am Motorensound und feinem Motorsport erfreuen. Auch die Demofahrten von Opel, Porsche und BMW konnten sich sehen lassen. Vor allem der wiederbelebte Brabham BT52, der mit BMW Turbomotor 1983 die Formel 1 Weltmeisterschaft gewonnen hatte, konnte mit seinen Stichflammen beim Herunterschalten so ziemlich jedes Motorsportlerherz erwärmen.

Das Thema “Erwärmung“ nahmen allerdings besonders die Piloten des Revivals der Deutschen Rennsport Meisterschaft ernst. Selten dürften so viele Feuer speiende Fahrzeuge auf der gleichen Strecke zur gleichen Zeit unterwegs gewesen sein. Ob Porsche 934 und 935 oder BMW M1 Procar und M1 Turbo, die Meute zog fauchend und brüllend ihre Bahnen um den Ring. Dazwischen konnten allerdings auch die BMW CSL und Ford Capri RS ihre Stellungen behaupten.

Alles in allem war der 41. AvD Oldtimer Grand Prix erneut eine Veranstaltung, für die man Feuer und Flamme sein konnte, was in diesem Jahr ausnahmslos auch für das Wetter gilt. Allenfalls die Belegung mancher Clubparkplätze hätte etwas reichhaltiger ausfallen können, aber irgendwas ist ja bekanntlich immer.

Autor: Matthias Kierse

Fotografen: Heinz Kierse und Matthias Kierse

19. August 2013|Categories: Magazin|Tags: |