Oldtimer Grand Prix 2012 – In weiser Voraussicht

In rund vier Wochen ist es soweit: Der AvD Oldtimer Grand Prix findet zum 40sten Mal auf dem Nürburgring statt. Wie immer wird es ein Stelldichein von Rennfahrzeugen aller Baujahre sein, dem sich diverse Marken- und Modellclubs auf den umliegenden Parkplätzen anschließen werden. Auf der Strecke wird es um den einen oder anderen Pokal gehen, während auf den Tribünen und im Fahrerlager eine Sprache vorherrscht: Hier wird Blech gesprochen!

Oldtimer Grand Prix 2012

Bild 1 von 4

Beim Oldtimer Grand Prix 2012 wird man wieder allerorten beobachten können, dass alte Autos ihre Nasen aus den Boxengaragen strecken, um ein wenig Rennluft zu schnuppern.

„Wenn der Vater mit dem Sohne…“, so fangen manche Erzählungen an. In unserem Fall muss es jedoch heißen: „Wenn der Sohne mit dem Vater… zum Oldtimer Grand Prix fährt, werden sie was erleben.“ Bereits seit vielen Jahren zählen wir als Vater-Sohn-Gespann zu den Besuchern des AvD Oldtimer Grand Prix – liebevoll OGP abgekürzt – und möchten diese wohl einmalige Veranstaltung keinesfalls mehr in der jährlichen Terminplanung missen. Warum? Weil für jeden etwas dabei ist, egal ob Vorkriegsrennwagen, neuester Supersportwagen oder einfach der benzingetränkte Plausch mit Gleichgesinnten, am Ring wird man fündig. Dazu kommt, dass in diesem Jahr der 40. Geburtstag des OGP begangen wird. Wer würde da fernbleiben wollen?

Und so ist unsere Herberge längst gebucht, sind die Tickets längst sicher verwahrt und einzig die Tage bis zum Motorsport-Highlight wollen und wollen nicht kürzer werden. Na gut, dann erzählen wir eben jetzt und hier den bislang Daheimgebliebenen mal, was sie da unter Umständen verpassen werden, am 10. bis 12. August des Jahres 2012. Der Freitag beginnt direkt einmal mit doppelter Action und das ist wörtlich zu verstehen. Während auf dem Grand Prix-Kurs des Nürburgrings die ersten Trainings abgehalten werden, machen sich rund 200 Fahrzeuge auf, um die legendäre Nordschleife zu erobern. Der Historic Marathon für Tourenwagen und GTs bis Baujahr 1965 und die Nürburgring Tophy führen die Teilnehmer über die 20,793 Kilometer lange Strecke auf dem Weg zu den ersten Siegern des Wochenendes.

Des weiteren sind mit den Rennen zur World Sportscar Masters (Prototypen der 1960er und 70er Jahre), der Tourenwagen-Trophäe mit Fahrzeugen bis Baujahr 1965, den Historic Grand Prix Cars (Formel 1 Rennwagen bis 1960), den Grand Prix Masters (Formel 1 Rennwagen von 1966 bis 1985), den zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61 und der Historischen Formel Junior weitere Klassen am Start, die heiße Rennaction versprechen. Nicht zu vergessen natürlich die beiden Rennklassen, die den deutschen Fans wohl einen kleinen Schauer über den Rücken treiben – wobei natürlich nicht nur denen: Im Revival der Deutschen Rennsportmeisterschaft treten Fahrzeuge der ehemaligen Renn-Gruppen 2 und 5 gegeneinander an. Was sich recht langweilig liest wird dank BMW CSL und M1 Procar, Porsche 911 RSR, 934 und 935, DeTomaso Pantera, Chevrolet Corvette Stingray und ähnlichen Geräten schnell zu einem äußerst kurzweiligen Event. Des weiteren präsentieren sich erneut die Fahrzeuge der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft ab 1984 dem Publikum. Ob Mercedes-Benz 190E in jeglicher Evolutionsstufe, BMW M3 der Baureihe E30 oder Ford Sierra RS Cosworth, ob Audi V8 quattro oder Opel Calibra, hier sind die Lieblinge der Massen allesamt noch einmal zu sehen – wenn auch leider nur in Präsentationsläufen ohne Wertung.

Dazu gesellen sich mit den „Roaring Twenties and Golden Thirties“ die beliebten Vorkriegs-Wagen, also jene Autos, die schon zur Eröffnung des Nürburgrings vor nunmehr 85 Jahren über eben diese Strecke rollten. Außerdem finden mit der Jaguar E-Type Challenge und dem BMW M-Jubiläumsrennen zwei Markenveranstaltungen hier eine Bühne. BMWs M-Division wird in diesem Jahr ebenfalls 40 Jahre alt und nutzt daher die Möglichkeit, um möglichst viele BMW-Rennfahrzeuge live und in Farbe vorzuführen – und das natürlich in Fahrt, denn wie sonst soll man die Faszination erleben?

Teile des Fahrerlagers und einige der umliegenden Parkplätze werden indes durch Markenclubs eingenommen und zeigen ein buntes Bild, bestehend aus den diversesten Modellen der jeweiligen Hersteller. Hier finden sich immer wieder neue Exoten und Bildmotive. Nicht selten erblickt man hier Raritäten, die früher zum normalen Alltagsverkehr gehörten, heute jedoch sehr gesucht sind. Dazwischen mengen sich immer wieder Mitglieder der aktuellen Auto-High-Society, seien es Sport- oder Luxuswagen. Im restaurierten Alten Fahrerlager sind die ältesten automobilen Teilnehmer des OGP 2012 untergebracht und lassen sich bestaunen.

Kurz gesagt: Wer sich den Oldtimer Grand Prix entgehen lässt, hat definitiv etwas verpasst. Zwei Tipps geben wir Neulingen jedoch gern noch mit auf den Weg:

  1. Packen Sie möglichst von der Badehose bis zu den Gummistiefeln und vom T-Shirt bis zur Winterjacke alles ein. Der Nürburgring liegt in der Eifel und das Wetter dort ist nicht planbar. Frei nach dem schönen Motto: „Kannst du die Nürburg nicht sehen, regnet es gerade. Kannst du sie sehen, wird es gleich regnen!“
  2. Der Erwerb der aktuellen Ausgabe der Motor Klassik könnte sich durchaus am Kassenhäuschen des OGP rentieren.

Nun freuen wir uns auf einen tollen 40. Geburtstag, den der OGP im Kreise seiner Teilnehmer, Helfer, Funktionäre und Fans feiern wird, drücken die Daumen für gutes Wetter und gehen im Geiste bereits die Packliste durch.

Text und Fotos: Heinz und Matthias Kierse

16. Juli 2012|Categories: Magazin|Tags: |