Bentley Continental GT – Auf ins zweite Leben

Es einfach nur ein umfangreiches Facelift zu nennen, würde den Bemühungen der Bentley-Ingenieure nicht wirklich gerecht, auch wenn es strenggenommen die korrekte Bezeichnung für diese Überarbeitung wäre. Der Bentley Continental GT geht mit gestraffter Optik und neuem Interieur in seine zweite Lebenshälfte. Ab Ende 2011 wird es zusätzlich einen V8-Motor als Einstiegs-Alternative zum W12 geben. Die Leistung des 12-Enders steigt unterdessen auf 575 PS an. Neben Benzin vertragen die Aggregate nun auch den Biokraftstoff E85.

Bentley Continental GT

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Seit 2003 zählt der Bentley Continental GT zu den erfolgreichen Vertretern in der Klasse der luxuriösen viersitzigen Coupés. Mit seinen Modellgeschwistern Continental GTC und Continental Flying Spur deckt Bentley nebenbei auch den Markt der viersitzigen Luxuscabrios und den der Business-Limousinen mit ab, was zu recht hohen Absatzzahlen führte – zumindest für Bentley-Verhältnisse.

Nun wird es Zeit für eine umfangreiche Überarbeitung des Fahrzeugs. Bentley selbst geht soweit, vom „New Continental GT“ zu sprechen und so ganz Unrecht hat man damit nicht, wenn man sich einmal die ersten Pressebilder anschaut.

Speziell an der Optik wurde einiges verfeinert. Dank neuer Formtechniken für Aluminiumteile erhielt speziell die Motorhaube kraftvollere Linienführungen. Die Frontleuchten wurden grafisch an die Lampen des neuen Flaggschiffs Mulsanne angepasst. Durch große Lufteinlässe wird gewährleistet, dass die Motoren stets mit ausreichend viel Frischluft versorgt werden.

Die Motoren? Ja, richtig gelesen. Erstmals wird es für den Continental GT ein weiteres Kraftwerk neben dem bekannten W12 geben. Gegen Ende 2011 wird ein neu entwickelter V8-Motor angeboten, der besonders in den Bereichen „Verbrauch“ und „CO2-Emmissionen“ gegenüber dem 12-Zylinder deutlich punkten soll. Selbiger erhält derweil eine Kraftkur und stemmt nunmehr 423 kW/575 PS und gigantische 700 Newtonmeter Drehmoment auf den permanenten Allradantrieb, der ab jetzt nicht mehr beiden Achsen gleich viel Power zuschiebt, sondern mit einem Verhältnis von 40:60 besonders die Hinterräder in Mitleidenschaft zieht – vorausgesetzt der Fahrer weiß mit dem Gaspedal nicht feinfühlig genug umzugehen. Der Motor verträgt ab jetzt serienmäßig neben normalen Super-Benzin auch Kraftstoffe mit Ethanol-Beimischung bis hin zu E85.

Die Fahrleistungen können sich selbstverständlich sehen lassen und müssen sich keinesfalls hinter hochkarätigen Sportwagen verstecken. Nach nur 4,6 Sekunden kann der Continental GT-Fahrer auf dem Tacho die 100 km/h-Marke fallen sehen. Sollte genug Auslauf vorhanden sein, sind als Maximum 318 Stundenkilometer möglich. Dies wird nicht nur durch die höhere Leistung, sondern auch durch ein um 65 Kilogramm leichteres Gesamtgewicht des Fahrzeugs und die neue, 50% schneller schaltende Quickshift-Automatik ermöglicht.

Wenden wir uns jedoch noch einmal der Optik des überarbeiteten Bentley Continental GT zu, immerhin haben wir uns bislang nur die Front angesehen. Seitlich fallen die etwas markanteren, muskelähnlichen Ausbuchtungen über den Radhäusern ins Auge, die durch die 20 Zoll großen Leichtmetallräder besonders unterstrichen werden. Auf Wunsch gibt es sogar 21 Zoll große Räder. Die Ausbuchtungen sind nötig, um die vorn 41 und hinten 48 Millimeter breitere Spur und die somit weiter außen stehenden Räder unterzubekommen.

Das Heck wird durch neu gestaltete LED-Rückleuchten und einen völlig umgestalteten Heckdeckel geprägt, der durch eine integrierte Abrisskante die Aerodynamik deutlich verbessert. Ganz unten entströmen durch zwei ovale Endrohre die Lebenszeichen des W12-Aggregates ins Freie. Ob der V8 ebenfalls diese Abgasanlage erhalten wird oder sich durch eigenständige Endrohre auszeichnen wird, steht noch nicht fest.

Auch der Innenraum war fällig für eine Generalinventur. Alles wurde von den Bentley-Ingenieuren genau betrachtet und überdacht. Herausgekommen ist wieder ein Innenraum in hervorragender britischer Handwerkskunst, der jedoch in vielen Details und auch im groben Ganzen ein neues Bild erzeugt. Aufeinander abgestimmtes, zweifarbiges Leder und ein Armaturenbrett, dass den Innenraum optisch in eine Fahrer- und eine Beifahrerzone aufteilt fallen dem Betrachter als erstes auf. Dazwischen befinden sich Dekortafeln in edlem Holz und der Touchscreen-Bildschirm des Bordcomputers, der zeitgleich auch das Navigationssystem beherbergt. Darüber hinaus kann man hier auf einer 30 Gigabyte großen Festplatte alle seine Lieblingsmusikstücke speichern. Natürlich gilt auch für den neuen Continental GT das übliche Bentley-Credo, dass kein Kundenwunsch, der legal umsetzbar ist, abgeschlagen wird und so kann der Kunde aus diesem Fahrzeug auch weiterhin sein ganz individuelles Unikat zaubern.

Quelle: Bentley

Autor: Matthias Kierse

7. September 2010|Categories: Magazin|Tags: , |

4 Comments

  1. Markus Berzborn 8. September 2010 at 00:00

    Gar nicht schlecht, die Überarbeitung. Heckansicht und Innenraum für meine Begriffe gelungen, und Front auch recht ansprechend.
    Diese blöde Mode zu immer größeren Felgen finde ich zwar ein bisschen albern, aber muss man heute anscheinend mitmachen.

  2. RK Coupe´ 8. September 2010 at 08:14

    Gerade die Frontansicht finde ich sehr gelungen. Im Vergleich zum Vorgänger gefällt mir das Facelift doch wesentlich besser :-))!
    Wird der V8 denn ein reiner Sauger, oder auch doppelt aufgeladen wie bei BMW beispielsweise?

  3. Andreas1984 8. September 2010 at 10:52

    Ich finde die Überarbeitung auch äußerst gelungen.

    Bei dem V8 dürfte es sich IMO um den ominösen aufgeladenen V8 handeln, der sowohl über einen Turbo als auch über einen Kompressor verfügt. das ist zumindest das, was ich bisher gehört und gelesen habe.

  4. Atombender 8. September 2010 at 13:54

    Sehr wichtiges Detail, den Innenraum aufzuwerten und zu modernisieren (sprich: Navi). Um dem geflügelten B gerecht zu werden und sich vom A8 abzusetzen, sind bilige Detaillösungen wie die Cupholder nur am falschen Ende gesparte Mätzchen.

    Grundsätzlich fand ich das Außendesign des Contis schon immer gelungen, gerade die Convertibles. Der neue sieht noch eine Spur dynamischer aus und dürfte auch einen verbesserten cw-Wert haben. Auch die Front bleibt eigenständig und wird nicht vom Mulsanne mit seinen "hängenden" Scheinwerfern abgekupfert.

    Der V8 dürfte einiges an Gewicht einsparen, von daher ist der "Verlust" von 4 Zylindern wohl verschmerzbar. Sehr schön auch die Flexfuel-Möglichkeit.