Melkus RS2000 Black Edition – Ostdeutscher Schwarzseher

Auch abseits des bereits einsetzenden Messetrubels in Genf rollen automobile Neuheiten ins Rampenlicht. Mit dem Melkus RS2000 Black Edition tritt ein auf nur 5 Exemplare limitierter Sportwagen aus Ostdeutschland hervor, der sich durch eine Lackierung in schwarzem Klavierlack, Carbonanbauteile und ein besonderes Interieur auszeichnet. Mittig hinter den Passagieren arbeitet ein 325 PS starker Turbomotor.

Melkus RS2000 Black Edition

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Der Name Melkus stand bereits zu DDR-Zeiten für sportliche Automobile in der zur jeweiligen Zeit bestmöglichen Qualität. Seit Ende 2009 entsteht mit dem RS2000 der würdige Nachfolger des DDR-Sportwagens RS1000. Die Basis, also das Chassis, stammt dabei von Lotus. Sportliche Gene sind also auch in dieser Hinsicht bereits vorhanden. In Handarbeit entstehen lediglich 25 Fahrzeuge pro Jahr, die von den 15 Mitarbeitern liebevoll zusammengesetzt werden. Nun rollt ein Sondermodell heran, das ein Fünftel einer Jahresproduktion umfasst: Die RS2000 Black Edition.

Die Grundkarosserie des Melkus RS2000 wird beim Sondermodell durch das optionale Aerodynamik Sportkit in Sichtcarbon ergänzt. Dieses besteht aus speziellen Seitenschwellern, Lufthutzen an den seitlichen Lufteinlässen, einem Frontflap, einem Diffusor und einem großen Heckflügel. Dazu wird das Carbon Exterieurkit verbaut, wodurch auch die Scheinwerfermasken, die Außenspiegelgehäuse und die Kühlermaske Sichtcarbon tragen. Die restlichen Karosserieteile bestehen aus GFK und werden bei der Black Edition in schwarzem Klavierlack lackiert.

Leichtmetallräder von Team Dynamics mit Reifen der Dimensionen 205/40 R 17 vorn und 245/35 R 18 am Heck sorgen für die nötige Bodenhaftung. Sie hängen an doppelten Dreiecksquerlenkern und einem einstellbaren Sachs Gewindefahrwerk. Ein vorderer Querstabilisator sorgt für zusätzlichen Grip. Eine Hochleistungsbremsanlage von AP mit Servo-Bremskraftverstärker und ABS hilft dabei, den RS2000 zum Stillstand zu bringen, wenn die Pferde mal wieder mit dem Fahrer durchgegangen sein sollten. Immerhin verfügt der 2 Liter große Turbomotor über 239 kW/325 PS und ein maximales Drehmoment von 430 Newtonmetern, die mit dem Leergewicht von nur 975 Kilogramm naturgemäß leichtes Spiel haben. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Sechsgang-Getriebe. Heraus kommt eine Höchstgeschwindigkeit von 270 km/h und eine Beschleunigungszeit von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden.

Die hauseigene Sattlerei veredelt das Interieur der RS2000 Black Edition mit schwarzem Nappaleder auf Türinnenseiten, Schwellern und den Sportschalensitzen. Dabei kann der Kunde eine Kontrastfarbe für die Nähte und die Außenkante der Sitze frei wählen. In die Kopfstützen ist der „Black Edition“-Schriftzug zusammen mit der individuellen Nummerierung des jeweiligen Wagen eingestickt, während in den Schwellern der Text „by Sepp Melkus“ zu finden ist. Der Dachhimmel besteht aus schwarzem Alcantara, die Teppiche in Fuß- und Kofferraum aus schwarzem Velours.

Kunden, die sich für einen Melkus RS2000 Black Edition interessieren, können sich über eine umfangreiche Serienausstattung freuen. Eine Alarmanlage, elektrische Fensterheber, eine Klimaanlage, ein Navigationssystem mit 6,95 Zoll großem TFT-Touchscreen-Bildschirm, DVD- und MP3-Player, USB-Schnittstelle, SD-Karten-Leser, Rückfahrkamera und Bluetooth-Freisprecheinrichtung, sowie einem Koax Soundsystem mit 4 mal 80 Watt Leistung und einem 150 Watt Subwoofer sind ab Werk im Fahrzeug verbaut. Der einzige Punkt auf der Optionsliste ist ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad. Dieses würde den Kaufpreis des Melkus RS2000 Black Edition, der bei 149.900,- € inklusive Steuern liegt, um 4.800,- € erhöhen.

In der Tradition seiner Vorgänger ist die Black Edition auf lediglich 5 Fahrzeuge limitiert und wie bereits erwähnt auf den Sitzen und zusätzlich auf der Carbon-Motorabdeckung durchnummeriert. Somit wird es vom RS2000 Black Edition am Ende genausoviele Exemplare geben, wie vom 2006 neu aufgelegten RS1600, der die historische Karosserie des nur 116-mal (101 davon zu Zeiten der DDR, weitere 15 zwischen 2006 und 2008 als Neuauflage) gebauten RS1000 mit einem modernen Motor verband. Schade, dass man den RS2000 wohl nicht auf dem Genfer Salon zu Gesicht bekommen wird.

Quelle: Melkus

Autor: Matthias Kierse

25. Februar 2012|Categories: Magazin|