Koenigsegg Agera R – Noch schneller, noch besser

Obwohl der Koenigsegg Agera R erst ein Jahr alt ist, steht auf dem Genfer Salon bereits eine überarbeitete Version. Die Schweden legten in Sachen Leistung nach und bringen gleichzeitig noch sieben weitere Neuheiten ans Fahrzeug. Darunter eigens entwickelte Carbon-Felgen, durch die ungefederte Masse eingespart wird und der Agera R noch fahrdynamischer wird, als er eh schon ist. Auch die Flügel wurden überarbeitet.

Koenigsegg Agera R

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Vor exakt einem Jahr sorgte der Koenigsegg Agera R auf dem Genfer Salon für Aufsehen. Immerhin handelte es sich um den ersten Supersportwagen weltweit, den es ab Werk auf Wunsch mit Dachbox gibt. Nun, ein Jahr später, lässt Christian von Koenigsegg weitere Verbesserungen in sein Topmodell einfließen – insgesamt acht. Damit legt er gleichzeitig die Latte im Kleinserien-Sportwagenbau erneut ein wenig höher.

Gehen wir die acht Veränderungen einmal chronologisch an und beginnen bei der Karosserie des Agera R. Koenigsegg beließ es hier bei den bekannten Formen, die in ihren Grundzügen bereits vom allerersten Modell CC8S bekannt sind. Neu für die 2012er Modellgeneration ist der Frontsplitter, der unter der Schürze angebracht wurde und dabei den Formen der Front folgt. Dazu gibt es Flics in den Luftauslässen vor den Vorderrädern, durch die der Luftstrom besser geregelt wird. Auch der Heckflügel wurde aerodynamisch überarbeitet, verfügt jedoch weiterhin über die patentierte Technik, durch die er sich bei hohen Geschwindigkeiten aufgrund des hohen Anpressdrucks selbst flachstellt und damit den Luftwiderstand reduziert. Dank der neuen Form generiert der Flügel bei 250 km/h 20 Kilogramm mehr Abtrieb.

Die Änderungen 2, 3, 4 und 5 betreffen den Motor nebst Umgebung. Die 2012er Generation der Koenigsegg-Modelle Agera und Agera R sind die ersten Produktionsfahrzeuge weltweit, die über nanobeschichtete Zylinder-Laufbuchsen verfügen, wodurch die Reibung und damit der Verbrauch reduziert wird. Dazu gibt es ein überarbeitetes Motor-Management-System inklusive OBD-II-Anschluss und neuen Funktionalitäten. Der Drehzahlbegrenzer wurde von 7.250 auf 7.500 Umdrehungen pro Minute angehoben, wodurch die Leistung des Agera von 691 kW/940 PS auf 706 kW/960 PS beim Betrieb mit 98-Oktan-Benzin ansteigt. Der Agera R leistet wenn er mit E85 betrieben wird nun 838 kW/1.140 PS anstelle der vorher im Fahrzeugschein angegebenen 820 kW/1.115 PS. Die Abgase des Biturbo-V8-Aggregates werden ab jetzt durch einen leichteren Auspuff abgegeben, der zudem die Wirksamkeit des Diffusors verbessert.

In Zusammenarbeit mit dem schwedischen Dämpferhersteller Öhlins entwickelte Koenigsegg ein neuartiges Triplex-Federungssystem, das ab dem Modelljahr 2012 Serienstandard im Agera R wird. Dazu entwickelte das hauseigene Software-Team „KES“. KES steht für Koenigsegg Electronic Stability und ist die Umsetzung der ESP-Vorschriften für Neuwagen für den EU-Markt.

Die letzte Neuheit setzt Maßstäbe: Koenigsegg entwickelte eine eigene Methode zur Herstellung von hohlspeichigen Carbon-Felgen. Diese sparen gegenüber konventionellen Felgen rund 20 Kilogramm ungefederte Masse ein. Das einzige Metallteil an der gesamten Felge ist das Luftdruckventil. Sie werden mit Zentralverschlüssen am Agera R befestigt.

Zusätzlich zum überarbeiteten Agera R wird Koenigsegg auf dem Genfer Salon erste Infos zu einem neuen Motorenkonzept bekanntgeben. Bereits seit einiger Zeit arbeitet man an einem Motor ohne Nockenwelle. Wie in der Formel 1 möchte man in Zukunft die Ventilsteuerung pneumatisch und Computer-gesteuert vornehmen, wodurch man sich Verbrauchs- und Leistungsvorteile erhofft. Man darf also auch in Zukunft gespannt darauf sein, was Koenigsegg in Kleinstserie in Schweden zusammenbaut – immerhin kann man hier einem technischen Vorreiter über die Schulter schauen.

Quelle: Koenigsegg

Autor: Matthias Kierse

2. März 2012|Categories: Magazin|Tags: , |

2 Comments

  1. Bärlin 3. März 2012 at 00:00

    Ehrlich gesagt beeindruckt mich diese Firma noch weit mehr als Pagani. Und da soll noch mal einer sagen, kleine Firmen könnten gar keine ausreichenden technischen Kapazitäten generieren – auch wenn Koenigsegg natürlich auch seine externen Technologie-Zuträger und Entwickler hat.

  2. Maschetti 3. März 2012 at 01:57

    Wäre toll wenn Top Gear mal den Agera testen würde. Leider habe ich vom Agera noch keinen vernünftigen Test in Videoformat gefunden.