Edo Enzo XX Evolution – Einzigartiger Umbau

Der Ferrari Enzo ist ein absolut faszinierender Supersportwagen, doch für manche Besitzer nicht genug. Bereits im vergangenen Jahr brachte daher ein Kanadier seinen Supersportler nach Ahlen und ließ sich den Edo Enzo XX Evolution bauen. Doch erst jetzt rollte die finale Version mit 840 PS auf die Straße. Optisch an der Rennversion FXX angelehnt, darf diese Boden-Boden-Rakete bald auf nordamerikanischen Landstraßen auf die Jagd gehen.

Edo Enzo XX Evolution

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Rund 400 Ferrari Enzo gibt es weltweit, also ist die Chance, in direkter Nachbarschaft auf einen weiteren Besitzer zu treffen prozentual sehr sehr gering. Dennoch gibt es immer Leute, denen das Gute nicht gut genug ist und die sich „mehr“ wünschen. Mehr Leistung, mehr Optik, mehr Rennfeeling, eben einfach „mehr“.

Dies trifft auch auf den kanadischen Besitzer dieses gelben Enzo zu. 2009 sah er sich daher weltweit nach einem geeigneten Betrieb zum Umbau seiner Rarität zu einem einzigartigen Unikat um. Fündig wurde er in Ahlen/Westfalen bei Beckum im Kreis Warendorf. Hier sitzt die Firma Edo Competition, die schon durch manche Umbauten von sich Reden machte. Unvergessen ist mit Sicherheit die „Biene Maja“, die man an sonnigen Tagen als „Touri-Schreck“ auf der Nordschleife erleben kann. Der Enzo XX Evolution wurde zwar bereits Ende 2009 der Presse vorgestellt und stand auch auf der Essen Motorshow, erst jetzt auf der lokalen Motorshow in Bad Salzuflen in Ostwestfalen stand jedoch die finale Version inklusive finaler An- und Umbauten.

Wunschgerecht wurde die Karosserie optisch in Richtung der nicht straßentauglichen Enzo-Rennversion FXX verschoben. Hinten finden sich zwei Heckflügelflaps oberhalb der Stellen, an denen normalerweise die runden Rückleuchten sitzen. Diese wurden durch LEDs ersetzt und wanderten nach unten, während an ihrer Stelle nun der Auspuff durch je zwei Rohre pro Seite ans Tageslicht quillt. Dazwischen sitzt ein ausfahrbarer Heckflügel mit großer Abrisskante. Der riesige Diffusor wurde in Wagenfarbe lackiert. Neu gegenüber den ersten Pressebildern ist nun eine Dachhutze mit Lufteinlass, die dem Motor Frischluft zukommen lässt. Die Heckscheibe wurde durch ein Luftauslassgitter ersetzt, um den Hitzehaushalt im Motorraum auf einem gesunden Level zu halten.

Das ist auch bitter nötig, immerhin wurde am Allerheiligsten des Ferrari kräftig Hand angelegt. Der Hubraum wurde von 6 auf 6,3 Liter vergrößert. Dazu kommen neue Nockenwellen, neue Pleuelstangen und Federteller aus Titan, modifizierte Zylinderköpfe, eine stärkere Ölpumpe, eine Fächerkrümmeranlage, eine Sportabgasanlage mit neuen Katalysatoren und ein Sportluftfilter zum Einsatz. Der rote Bereich des Drehzahlmessers beginnt nun erst bei 9.600 U/min. Insgesamt scharren nun 840 wütende italienische Rennpferde mit den Hufen, das sind 618 Kilowatt! 780 Newtonmeter Drehmoment lassen die Hinterreifen in Rauch aufgehen.

Zeitgleich hat Edo es geschafft, dem Enzo 100 Kilogramm Gewicht abzutrainieren. Die Fahrleistungen sind entsprechend beeindruckend: Sprint auf 100 in 3,2, auf 200 in 9 und auf 300 km/h in nur 19 Sekunden. Maximal sollen über 390 Stundenkilometer möglich sein. Möglich wird dies auch durch eine neue Kupplung und verringerte Schaltzeiten des sequenziellen Getriebes. Während die Serienversion des Enzo 110 Millisekunden pro Gangwechsel braucht, benötigt der Edo Enzo XX Evolution dafür nur 60.

Das Fahrwerk entstand in Zusammenarbeit mit den Experten von KW. Dreifach verstellbare Stoßdämpfer ermöglichen für jeden Einsatzzweck die richtige Einstellung. Das originale System, um die Nase des Wagens vor hohen Kanten anzuheben, bleibt erhalten. 19 Zoll Räder vorn und 20 Zöller hinten halten jederzeit den bestmöglichen Kontakt zur Straße.

Zwar ist der Enzo XX Evolution bislang ein Unikat, auf Wunsch baut Edo Competition jedoch auch weitere Enzo um. Im Preis inbegriffen ist ein Testtag mit einem ausgebildeten Instruktor, Mechanikern und persönlichem Datarecording plus Transport des Autos und Verpflegung an der Strecke.

Quelle: Edo Competition

Bilder: Edo Competition (4), Matthias Kierse (2)

Autor: Matthias Kierse

3. April 2010|Categories: Magazin|Tags: |

One Comment

  1. brobox 5. April 2010 at 01:04

    Selbst wenn ich mir die albernen Schriftzüge wegdenke gefällt mir ein originaler Enzo um Längen besser.