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Toni RF 355

355 GTS - ein Jahr Erfahrungen, Zwischenbilanz, Kosten

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Toni RF 355
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Hallo Ferraristi,

jetzt ist es ziemlich genau ein Jahr her, seitdem ich meinen schönen Roten habe. Ist nach einigen anderen Sportwagen mein erster Ferrari. Möchte mal eine Zwischenbilanz ziehen. Ist vielleicht auch für die interessant, die mit dem Gedanken spielen, selbst einen zu kaufen - und die sich nicht vorstellen können, was auf einen zukommt.

 

Das Fahrzeug

Habe einen 95er GTS in Rosso Corsa, noch mit der alten 2,7 Bosch Elektronic, trotzdem aber Airbag (dürfte in der Kombi nicht allzu oft vorkommen). Innen Leder Crema, auch das sieht man in Deutschland selten, aber ich liebe die hellen Innenfarben. Auspuff Serie, Kats Metall, hinten 15mm Dimex, sonst alles Serie. Keine Tieferlegung (würde ich auch niemandem raten, der vor allem auf öffentlichen Straßen fahren will...)

 

Der Einsatz

Habe jetzt 54376 km drauf. Bin in dem ersten Jahr 1816 km gefahren. Das klingt nach wenig, ist aber mehr, als es scheint. Habe insgesamt 31 Touren gemacht (führe Buch über alles mögliche), rechnerischer Durchschnitt also 58 km. In der Regel wird der Wagen für Spazierfahrten am Sonntagnachmittag eingesetzt, nur bei schönem Wetter. Meist Landstraße, aber auch mal durch die Stadt (wenns nicht zu voll ist). Autobahn nur selten, bin Genussfahrer (außerdem haut man sich beim Tempobolzen massenhaft Steinschläge rein).

 

Der Motor

Enzo hat Recht, das Herz schlägt in der Mitte (naja, leicht nach hinten versetzt). Nachdem ich vor dem Kauf viel über die mangelnde Leistung von Ferri-Motoren gelesen habe, war ich nicht zu euphorisch. Gut, ich weiß nicht, wie viel PS er real hat. Aber gemessen an meinem Vorgänger-Porschi mit 250 PS geht er ein ganzes Stück besser. Ich würde mal sagen, er hat so um die 350 gefühlte PS - und das reicht mir voll und ganz.

Viel wichtiger ist mir der Charakter. Bis auf einmal (komme noch darauf) ist der Wagen immer angesprungen. Nach rund 10 km ist er einigermaßen warm und pendelt sich im Stand schön um 1000 Umdrehungen ein. Sanft nimmt er Gas an, zieht zwar unter 3000 nicht so besonders, ist aber dennoch schon ab Standgas weich und elastisch. Mein Ferri-Mech hat mir ohnehin gesagt, es ist besser, ihn eher über als unter 3000 zu halten.

Im Grunde hat man drei Charakteristika. Von Leerlauf bis 3500 ein schönes, tiefes Grollen (vor allem nach einem heißen Ritt oder beim Gaswegnehmen). Dann von 3500 bis 6000 ein kräftigeres, deutlich anhebendes Knurren; und von 6000 bis 8500 ein Fauchen und Kreischen, wie es wohl nur wenige Autos hervorbringen. Verbunden ist das Ganze mit einem warmen Unterton, der mich irgendwie an meinen alten luftgekühlten Elfer erinnert (lang ist's her, ein 2,7 von 76) - nur eben eine Oktave höher.

 

Das Fahren

Als ich den Wagen gekauft habe, habe ich (halb im Spaß, aber auch halb im Ernst) den Verkäufer gefragt: "Aber fahren kann man damit schon..?" Das drückte nur aus, ob es bei all der optischen Delikatesse auch noch ein "ganz normales Auto" sei. Nun, die Antwort lautet eindeutig JA. Man muss ihn fahren - er funktioniert. Das Fahrwerk ist stabil, wird ruhiger, je schneller man fährt (es geht hier nicht um Top-Speed-Bereiche), die Lenkung ist schön direkt, fast schon zu leichtgängig. Auf Landstraßen lässt sich der Wagen leicht und spielerisch dirigieren. Klar, es ist ein altes Auto, aber eben vor allem auch ein gutes Auto.

Die Alltagstauglichkeit

 

Positiv überrascht hat mich die Übersichtlichkeit. Sie ist nach vorne wie hinten sehr gut. Dennoch, gibt es eine Reihe von Problemen, die man mit normalen Autos nicht hat. Schon das Parken. Erstens will ich wenn möglich den Wagen sehen (beruhigt die Nerven und ist ein Genuss), doch viele Parklücken sind zu schmal. Und die Gefahr, mit der langen Nase vorne und dem breiten Radstand hinten Bordsteine zu kontaktieren, ist enorm.

Dann das Aufsetzen. Obwohl der Wagen nicht tiefer gelegt ist, genügen schon mittlere Bodenwellen, und vorne kratzt es. (Von Auffahrten, kleinen Vertiefungen, oder Parkhäusern ganz zu schweigen - no entry!) Kleine, unbekannte Landstraßen können zur Falle werden - gerade hier im Rheinland gibt es reichlich geschwindigkeitshemmende Bodenwellen, an denen man schlicht hängen bleibt. Das Beste ist, sich vorher eine bekannte Route zurechtzulegen.

 

Das Offenfahren

Gerade, weil es mir nicht um Geschwindigkeit geht, muss der Ferri für mich offen sein. Die GTS-Lösung finde ich prima bis genial. Der Offenfahr-Effekt ist enorm, mehr Luft will ich gar nicht. Der Bügel hinten schützt, dennoch kann ich über die Fenster die Luftzufuhr regeln. Viele sagen, der GTS (und auch Porsche Targas) haben unangenehme Luftverwirbelungen. Das finde ich nicht. Natürlich bläst es ganz leicht, aber für die Landstraße (70 bis 120) ist das genau ideal. Und selbst wenn man mal kurz auf der AB bis 200 oder mehr hochzieht, ist das offen überhaupt kein Problem.

"Four Hours" sagt der gute Jeremy, bis er (mit Pflastern an den Fingern...) seinen GTS-Deckel abgenommen hat. Ich sage: Das gehört einfach dazu, das ist Prozedur, das lässt sich ganz einfach und in Ruhe zelebrieren.

 

Klar: Wenn das Dach drauf ist, knarzt es etwas (vor allem im kalten Zustand), da hilft auch Vaseline nur bedingt. Und wer wer vor allem auf der Bahn schnell fahren will, für den ist die Berlinetta die bessere Wahl. Ich aber bin GTS-Fan - und würde ihn nie gegen einen Spider eintauschen, bei dem mir einfach in geschlossenem Zustand die elegante Coupe-Linie fehlt - und in offenem Zustand der gedachte Bogen von der A-Säule über den Bügel zum herrlichen Heckabschwung.

 

Die Zuverlässigkeit

31 Ausfahrten habe ich gemacht, 30 mal sprang er sofort an. Einmal lief er nicht auf allen 8 Töpfen. Der Grund waren Probleme in der Motorelektronik. Wir haben die Kontakte an den Luftmassenmessern und den Steuergeräten gereinigt und vergolden lassen. Dazu neue Zündkerzen, und alles war wieder in Ordnung. Zweites Problem in diesem Jahr: Am Ventilator links brach der Propeller ab. Haben dann einen neuen eingebaut (den wir allerdings nicht mehr in Deutschland bekommen haben, sondern aus GB). Am Ventildeckel gab es eine Ölundichtigkeit, Stehbolzen wurde neu gemacht.

 

Die Kosten

Benzinverbrauch über alles gut 16 Liter im Durchschnitt (da macht es sich halt bemerkbar, dass man auch im Stadtumland am Sonntag manchmal im Stau steht...)

Sind 440 Euro.

Steuer 529 Euro.

Versicherung VK Ganzjahr (occ) mit 2500 SB 1432 Euro

Reparaturen:

Ventilator 763 Euro

Elektronik instandgesetzt, Stehbolzen, Jahreswartung (öl, Zündkerzen, dazu kleine Schönheitsreparaturen wie Aschenbecher mit Carbonfolie überzogen: 2310 Euro.

Putz- und Pflegemittel: 250 Euro.

Laufende Kosten insgesamt: 5724 Euro.

 

Dazu rechne ich noch einen Wertverlust von rund 4000 Euro (das ist eine theoretische Annahme, dazu haben wir oben in der Diskussion über "Wertverlust 355" ausführlich diskutiert - als vorsichtiger Kaufmann setze ich das einfach mal an.

 

Als Gesamtkosten ergeben sich bei mir 9724 Euro für ein Jahr Ferri-Fahren. Das ist ok (auch wenn die km natürlich wenig sind, aber das auf den km runter zu rechnen, halte ich für sinnlos, da sich der Ferri eben nicht durch die Menge der bewältigten km definiert, sondern durch sein Gesamtkunstwerk.

 

Die Show

Ob man das nun will oder nicht: Fahren im Ferrari ist ein öffentliches Ereignis. Man wird angesprochen, fotografiert, gefilmt - Daumen hoch (oder eben auch nicht) quer durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten. Wir haben die Drei-Drittel-Erfahrung gemacht: Ein Drittel schaut nicht hin, weil für sie Autos generell uninteressant sind. Das zweite Drittel schaut hin, hat aber Probleme, das zu zeigen. Und das dritte Drittel ist einfach begeistert. Wir haben es erlebt, dass manche Fussgänger an der Ampel bei grün stehen bleiben und warten, bis wir losfahren....Diese kollektive Freude ist einfach Teil des Ferrari-Fahrens. Wem das nicht gefällt, der sitzt im falschen Auto.

 

Fazit

Ich hatte noch nie ein Auto, das einen emotional so packt wie der Ferrari. Vor kurzem hat mich ein Freund gefragt, wie das denn nun sei, wenn man sich einen Traum erfüllt hat - "Lässt das dann nach?" - Nein, ganz im Gegenteil, es wird stärker! Die kriegst den Wagen einfach nicht mehr aus dem Kopf - ganz egal, ob du ihn jetzt fährst, in der Garage polierst, oder ob du dich schon während der Woche darauf freust, dass du ihn am Wochenende einfach mal laufen lässt...

...und Sonntag soll das Wetter wieder toll werden.

Toni

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Achim_F355
Geschrieben

Ein tadelloser Bericht, besser hätte man das glaub ich kaum sagen können. :-))! Ich hab ja auch einen 355GTS und kann daher nur sagen: Viel Spaß weiterhin, vielleicht sehen sich die beiden Roten ja mal in freier Wildbahn, Köln und D´dorf is ja nich sooo weit auseinander. :wink:

Eckhardt1965
Geschrieben

Bericht sehr gut.

Habe auch so ein 95 GTS in Crem und schon 5.Jahre.

Aber schon 20.000 tkm runter.

Wie sehen noch deine Sitze aus.

Gruß Jürgen

Pach
Geschrieben

Hallo,

toller Bericht. Ans Aufsetzen wirst Du dich gewöhnen (im Vergleich zum 328 ist der 355 ein SUV), - der ist dafür ausgelegt.

Gruss (derheutemitdem355andencomerseefahrende) Pach

F40org
Geschrieben

@ Toni :-))! :-))! :-))!

Einwandfreier Status-Bericht nach dem ersten Jahr auf der italienischen Seite des Autolebens. Rosso corsa / crema ist eine in Deutschland nicht sehr geliebte und verbreitete Kombination. Hier überwiegt immer noch schwarz als Innenfarbe - egal zu welcher Aussenfarbe.

Für mich spiegelt rosso corsa / crema das italienische Flair noch viel mehr wider. Je südlicher du kommst um so mehr sieht man diese Kombination. Besonders das crema zu rosso ist für mich eine wunderschöne - sommerliche - Schönwetterkombination. 8)

Interessant, dass Du trotz größten Enthusiasmus und Genuss so akribisch Buch führst. Das ist dann wohl die deutsche Gründlichkeit gepaart mit dem "lockeren Italienischen".

Danke, dass Du die Zahlen so offen legst. Somit kann sich ein etwaiger Interessent gleich ein Bild machen mit welchen laufenden Kosten er - bei ähnlicher Handhabung - zu rechnen hat.

Wünsch Dir unendlich viel Spass mit dem GTS im 2., 3., 4., 5., 6., ..........Jahr.

Nach dem LEsen Deiner Zeilen will man sofort los - nur stehen hier bereits die Regenwolken am Himmel. :cry:

MVThomas
Geschrieben

Hallo Toni,

schöner, informativer Bericht. Ich dachte schon, ich bin der Einzige der akribisch "Buch" führt O:-)

Ich freue mich auch schon sehr auf die demnächst anstehenden ersten Fahrten. Für mich sind Tagestouren in kleineren Gruppen noch eine Genusssteigerung. Nicht zu toppen ist die Fahrt an die Geburtsstätte - denk mal darüber nach, sicherlich ein unvergessliches Erlebnis (habe ich auch im 2. Jahr gemacht :-))!).

Rund 30 Fahrten zu im Schnitt 60 km sind aber eher kurze Fahrten :oops:, hast Du wenig Zeit oder magst Du keine längeren Tagestouren ? In NRW gibt es doch auch eine hohe "Ferraridichte".

Grüße

Thomas

Eckhardt1965
Geschrieben

Hallo Thomas,

Bist Du auch bei der Odenwald Tour am 02.04.2011 dabei.

( Autohaus Ulrich Frankfurt )

Gruß Jürgen

Achim_F355
Geschrieben

"In NRW gibt es doch auch eine hohe "Ferraridichte". Echt? Und wo sind die alle? :???:

mbduc
Geschrieben

Der Motor

Enzo hat Recht, das Herz schlägt in der Mitte (naja, leicht nach hinten versetzt).

Meinte Enzo nicht: "Der Esel gehört vor dem Karren!" ??

Markus

Gast CP11
Geschrieben

1800km in einem Jahr, bin ehrlichgesagt sprachlos. Hoffentlich bekommt der schöne Wagen keine Standschäden.

ItaliaToni
Geschrieben
"In NRW gibt es doch auch eine hohe "Ferraridichte". Echt? Und wo sind die alle? :???:

Das frage ich mich auch. Wenn es hochkommt, sehe ich im Sommer ein oder zwei Ferrari in 6 Monaten.

7-series
Geschrieben
Das frage ich mich auch. Wenn es hochkommt, sehe ich im Sommer ein oder zwei Ferrari in 6 Monaten.

In Dortmund sehe ich öfters mal einen Ferrari oder Lamborghini Gallardo - jetzt auch nicht täglich ein paar Dutzend, aber 1-2 pro Woche bestimmt.

Zum Thema: Toller Bericht!

dxdream
Geschrieben

Hallo Toni,

vielen Dank für den tollen Bericht ! :-))!

Mir erging es sehr oft wie dir, was nicht daran liegt, dass wir fast ein identisches Auto fahren. Es ist einfach immer wieder ne Wucht mit diesem "alten" Auto durch die Gegend zu düsen. Die Emotionen sind unbeschreiblich.

Du solltest wirklich mal an einer Ausfahrt mit mehreren Roten teilnehmen. Dies ist auch ein wahrhaft tolles Erlebnis. Leider bist du nicht gerade ums Eck, aber wenn es dich in den Süden der Republik zieht können wir ja mal zusammen rumdüsen.

Weiter viel Spaß mit dem Roten !

Viele Grüße

Dirk

Gast
Geschrieben

Hallo und schönen Abend!

Hab mich sehr über den thread gefreut und werde, wenn ich morgen abend Zeit habe, sozusagen als Ergänzung, meine Erfahrungen über meine erste Woche:D mit meinem 355 GTS schildern...:-))!

Grüsse

Bertram

Mikes996
Geschrieben
ch hatte noch nie ein Auto, das einen emotional so packt wie der Ferrari. Vor kurzem hat mich ein Freund gefragt, wie das denn nun sei, wenn man sich einen Traum erfüllt hat - "Lässt das dann nach?" - Nein, ganz im Gegenteil, es wird stärker! Die kriegst den Wagen einfach nicht mehr aus dem Kopf - ganz egal, ob du ihn jetzt fährst, in der Garage polierst, oder ob du dich schon während der Woche darauf freust, dass du ihn am Wochenende einfach mal laufen lässt...

oh Gott,dass bringt es sowas von auf den Punkt,in meinem Kopf ist auch nur noch alles rosso corsa..klasse geschildert und sehr empfehlenswert für pot.Käufer..vielen Dank dafür..etwas wenig km zwar für mein Empfinden (ca. 1.800 km hatte ich von Anfang Januar bis Anfang März runter)

Mike

Toni RF 355
Geschrieben

Hallo Jungs,

das sag ich jetzt mal so als 48jähriger Ferri-Fan. Freue mich riesig über eure Resonanz. Bin ja jetzt auch schon seit einem Jahr hier im Forum aktiv, mit nicht allzu vielen Beträgen - aber dann doch mit etwas längeren.

Kurz zu den 1800 km und den durchschnittlich 60 Kilometern. Da sind auch einige Kurzfahrten dabei, also wenn das Wetter schön ist (wie letzte Woche), dann fahren wir schon mal 100 km am nachmittag. Natürlich, auch das ist nicht so wahnsinnig viel. Aber für mich ist Ferrari fahren sehr intensiv, jedes Schalten, Gasgeben, Schnorcheln des Motors - ich sauge alles auf. Ehrlich: 50 Kilometer über Landstraßen sind eine Stunde fahren. Und das reicht mir, dann mach ich erst einmal Pause.

Standschäden? NOOO!! Gerade weil die Touren nicht so lang sind, war ich in dem Jahr JEDES Wochenende unterwegs, bei dem das Wetter gepasst hat! Ich habe mich auch mal in einem Thread beschwert, wo sie denn nun sind, die ganzen schönen Ferraris. In D-Dorf und Umland kreuzen wir bei schönem Wetter herum und sehen keinen anderen. Dann fahren wir manchmal aus Verzweiflung zu Lueg nach Meerbusch, um noch ein paar Rote zu sehen.

Noch eins. Die Defekte hatte ich im Juli und im Oktober (Mist, waren gerade herrliche Wochen). Das schlägt sofort auf die Kilometerleistung durch.

Ich habe den Wagen auch bewußt ganzjährig angemeldet, weil es im Winter auch schöne Tage gibt (bin früher mit dem Mopped zu Weihnachten bei Trockenheit gefahren, war super).

Empfindlichkeit helles Leder: Vorab: Also ich bin richtig happy, dass ich einen Crema erwischt habe. Schwarz innen empfinde ich wie Kohlenkeller (Sorry, ist ohne Frage klassisch, ist nur meine Meinung). Bisher war ich fixiert auf tan. Als ich den Crema dann gesehen habe, war ich hin und weg..

Empfindlichkeit: Also an der linken Wange Fahrersitz hat er leichte Abschürfungen. Aber das haben alle, die ich bis jetzt gesehen habe, auch schwarze mit nur 20000 km (siehe Meilenwerk derzeit, der Blaue). Das Leder hat schon etwas Patina, aber keine Brüche, keine Abfärbungen und nur eine leichte Maserung. Derzeit pflege ich mit Lexol. Wahrscheinlich werde ich nächsten Winter das Leder mal lackieren lassen - mein Mech kennt da jemanden.

Beim Fahren trage ich übrigens eine helle Hose, die auch keine Nieten oder heftige Knöpfe hat.

Nochmal zu der Farbkombi. In der Tat, in den meisten Köpfen ist rosso/nero. Aber ich mache immer wieder die Beobachtung, wenn man rosso/crema live sieht, dann ist fast jeder positiv überrascht ("Hätte ich nicht gedacht, dass das so gut aussieht"). Und vergesst nicht, wie Tiff (damals 1994/95) so schon in seinem klassischen Test sagte: Two-Tone-Leather! Teppich ist schwarz, oben Leder ja auch. Damit hat das Ganze auch die klassische Nero-Anmutung, ist aber gleichzeitig aufgelockert und hell.

Gruß Toni

(zumindest trocken ist es morgen im Rheinland...)

Toni RF 355
Geschrieben (bearbeitet)

Noch eins: unter "Cruising with our Ferrari F 355 GTS" hab ich vor kurzem ein kleines video ins Netz gestellt. Ist nicht spektakulär, aber eben real.

Toni

bearbeitet von Toni RF 355
FerraristiV12
Geschrieben

Toni, benutze im Tunnel auch mal die 2. Drehzahlhälfte vom 355.

Das muss Beben in der Röhre !

Ich finde das Crema auch wunderschön, der Innenraum wirkt größer, edler, luxoriöser. Aber wenn man nicht irgendwo kompromissbereit auf der Suche nach seinem 355 ist ( meiner ist nero ), sucht man unter umständen eben Jahre nach einem ,, guten ´´.

F40org
Geschrieben

Klassisch ist rooso/nero wie gesagt nur in unseren Breitengraden.

Früher wurden alle neuen Ferrarimodelle in rosso/tan vorgestellt. Also das etwas dunklere "crema"

Eckhardt1965
Geschrieben

Habe ja auch ein in Creme geil und Super schön.

Braucht auch viel Flege, schon gar die Sitze.

Weil die Sitzauflage und Rückenteil in Creme ist.

Habe 2.Jahre noch so ein gesucht.

ziva696
Geschrieben (bearbeitet)

Mein 430 ist auch in rosso / creme, bin damit total glücklich, ich finde es eleganter. Mit der Aussage "es ist egal welche Farbe ein Auto hat Hauptsache schwarz" kann ich nichts anfangen. Was hat es eigentlich damit auf sich, keine Jeans bei hochwertigen Ledersitzen anzuziehen? mal abgesehen von den Nieten?

bearbeitet von ziva696
AM-DBS
Geschrieben

Je nachdem wie neu oder hochwertig die Jeans ist, kann es zu Abfärbungen kommen, was dann vorallem bei hellem Leder schnell unschön aussieht.

Toni RF 355
Geschrieben

Hallo FerraristiV12,

ja, Du hast völlig recht. Das kurze Video haben wir (mein Sohnemann) gleich am zweiten Tag aufgenommen, als wir den Ferri gekauft haben. Ins Netz kams später. Ich war also noch sehr vorsichtig, als wir durch den Tunnel fuhren - das waren so 6500 Umdrehungen. Ich bin später mit meiner Holden noch mal mit 8000 durch, offen - einfach der Wahnsinn. Sie hat sich dabei schon etwas erschrocken - und dann gefragt, wie schnell man eigentlich offen fahren kann, ohne "abzuheben"....

Ich wollte übrigens mit meiner Crema-Euphorie keineswegs die schwarzen schlecht machen; das sieht schon klassisch aus. Mir geht es aber eben so, dass ich mich in einem Auto mit heller Innenausstattung einfach wohler fühle. Ich habe 17 Jahre lang einen 944 turbo gehabt, der innen sehr dunkel blau war, auch der Dachhimmel. Das war richtig eng und düster - und ich habe ernsthaft darüber nachgedacht, den vom Sattler bei einer Renovierung hell machen zu lassen. Dazu kams dann nicht, habe den Wagen dann doch verkauft - und der Käufer hat gesagt, alles würde ihm an dem Wagen gefallen, nur innen hätte er gern SCHWARZES LEDER. ....jedem halt sein Geschmack.

Gruß Toni

aya
Geschrieben (bearbeitet)
Hallo Ferraristi,

Das Fahren

.. Man muss ihn fahren - er funktioniert. Das Fahrwerk ist stabil, wird ruhiger, je schneller man fährt (es geht hier nicht um Top-Speed-Bereiche), die Lenkung ist schön direkt, fast schon zu leichtgängig. Auf Landstraßen lässt sich der Wagen leicht und spielerisch dirigieren.

Die Alltagstauglichkeit

... Schon das Parken. Erstens will ich wenn möglich den Wagen sehen (beruhigt die Nerven und ist ein Genuss), doch viele Parklücken sind zu schmal...

Die Show

Ob man das nun will oder nicht: Fahren im Ferrari ist ein öffentliches Ereignis. Man wird angesprochen, fotografiert, gefilmt - Daumen hoch (oder eben auch nicht) quer durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten. Wir haben die Drei-Drittel-Erfahrung gemacht: Ein Drittel schaut nicht hin, weil für sie Autos generell uninteressant sind. Das zweite Drittel schaut hin, hat aber Probleme, das zu zeigen. Und das dritte Drittel ist einfach begeistert. Wir haben es erlebt, dass manche Fussgänger an der Ampel bei grün stehen bleiben und warten, bis wir losfahren....Diese kollektive Freude ist einfach Teil des Ferrari-Fahrens. Wem das nicht gefällt, der sitzt im falschen Auto.

Fazit

Ich hatte noch nie ein Auto, das einen emotional so packt wie der Ferrari. Vor kurzem hat mich ein Freund gefragt, wie das denn nun sei, wenn man sich einen Traum erfüllt hat - "Lässt das dann nach?" - Nein, ganz im Gegenteil, es wird stärker! Die kriegst den Wagen einfach nicht mehr aus dem Kopf - ganz egal, ob du ihn jetzt fährst, in der Garage polierst, oder ob du dich schon während der Woche darauf freust, dass du ihn am Wochenende einfach mal laufen lässt...

...und Sonntag soll das Wetter wieder toll werden.

Toni

Hallo Toni,

Deinen Ausführungen :-))! kann ich mir nur voll ganz anschliessen, bis auf den kleinen Unterschied, dass ich einen Rosso/Nero 355 spider habe. Aber das ist, wie Du schon geschrieben hast, reine Geschmacksache.

Ich starte am Freitag in die zweite Saison und freue mich :D jetzt schon mehr, als letztes Jahr nach dem Kauf! Es macht einfach Spass diesen Wagen zu bewegen.

Ach ja das Parken. Mir wurde letztes Jahr auch schlagartig klar, warum Ferrari's immer anders parken als andere. Früher dachte ich noch, es gehört zur Show. Nein, es geht meist nicht anders! (Manchmal ... ich die Dicke und Länger der Türen).

Bezüglich der Show deckt sich deine Beschreibung zu 100% mit meiner Erfahrung.:wink:

Da ich letztes Jahr nur eine halbe Saison hatte, macht eine Statistik wie die Deine noch nicht wirklich Sinn, aber ich plane Ende dieser Saison ein ähnliches Fazit machen. Ich denke solche Informationen sind einfach interessant und hilfreich.

Vielleicht trifft man sich ja mal bei einer Ausfahrt.

Rosso Corsa Grüße

Alex

bearbeitet von aya
carlousa66
Geschrieben

Servus Toni,

Gratulation zu diesem Bericht. Ich selber fahre nun auch seit zwei Jahren einen 355 GTS 2.7 Bj. 1995 in rosso/nero.

Dein Bericht spiegelt absolut das wieder, was einem erfährt diese Göttin bewegen zu dürfen. Es ist wirklich jedesmal ein Traum, damit eine kleine Ausfahrt zu unternehmen.

Bezüglich Kosten kann ich nur zustimmen. Ich selber lasse aber bei einer jährlichen Laufleistung von ca. 1500 km nicht jedes Jahr einen Service durchführen, ausser ist

irgendwas nicht in Ordnung. Bei Verwendung von hochwertigen voll syntetischen Ölen macht dies auch keinen Sinn.

Mille Grazie,

Carlo

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      Die Verarbeitungsqualität war bei meinem LP560 schon hervorragend und ist beim Aventador S (mit Baujahr 2018) noch besser geworden, auf höchstem Niveau. Es scheint so als würden sich die gehobenen Qualitätsanforderungen vom Mutterkonzern richtig gut auf Lamborghini auswirken. Vor allem die Lackqualität (NeroAldebaran) ist das Beste was ich jemals bekommen habe. Gleichmäßige Spaltmaße und die homogene Klavierlackqualität von Vorne bis Hinten runden das Gesamtbild ab. Im Vergleich dazu ist das was in diesem Preis- und Sportwagen-Segment aus Maranello kommt sehr bescheiden und für mich nicht passabel wenn man jahrzehntelang Porsche- bzw. AUDI-Qualität gewohnt ist (sorry, rein objektive Feststellung ohne alle Emotionen).
       
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      Am Besten schaltet man das automatisierte Schaltgetriebe manuell. Das Gaspedal wird im richtigen Moment beim Schaltvorgang kurz angehoben und im festen Gang wieder Vollgas gegeben (falls erforderlich). Dadurch lassen sich hektische Schaltschläge und unangenehme Lastwechselreaktionen effektiv vermieden. Wenn man richtig reagiert und das Prinzip begriffen hat macht das Ganze einen Höllenspaß und der Aventador ist brutal schnell unterwegs.
       
      Die Herausforderung Mensch und Maschine in Einklang zu bringen bzw. den Stier an den Hörner zu packen und zu zähmen ist genau der besondere Reiz was bei den heute üblichen automatisierten und assistenzsystemunterstützten (fast idiotensicheren) Fahrzeuge immer mehr fehlt.
       
      Motor: Im Aventador S arbeitet der 6,5-Liter-V12-Sauger noch mit nachhaltiger und robuster Saugrohreinspritzung. Er darf (bis auf die Katalysatoren) ohne Partikelfilter und Abgasturbolader frei aus- und einatmen wie ein wildes Tier. Aus meiner Sicht ist es kein Fehler, dass Lamborghini auf eine aufwändige Direkteinspritzung mit Hochdruckpumpe (hohe Temperatur und Druckbelastungen der Einspriztventile im Brennraum mit komplexerer, voluminöserer  Zylinderkopfkonstruktion) beim V12 verzichtet hat. Die Wirkungsgradvorteile der Verdampfungsenthalpie (Kühlung des Brennraum bei der Einspritzphase durch Energieaufnahme beim Aggregatzustandswechsel) werden signifikant verschlechtert, wenn der Auslass des Direkteinspritzer zusätzlich mit einem großem und schweren Partikelfilter vollgestopft werden muss um die neue Euronorm zu erfüllen. Von den negativen Auswirkungen aggressiver Verbrennungsrückstände an Einlassventile, Ventilsitze, Kolbenringe und den hochbelasteten Einspritzventile im Brennraum ganz zu schweigen. Hinsichtlich potentieller, zukünftiger Klassiker sind robuste Konstruktionen mit möglichst konventioneller Technik besonders relevant wie hier z. B. die vom Kühlwasser umströmten, reparaturfreundlichen Zylinderlaufbuchsen bei denen die Kolben nicht direkt im Motorblockmaterial mit all den typischen tribologischen Schwierigkeiten laufen müssen.
       
      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
      Schaltet man unter Volllast kurz vor dem Drehzahlbegrenzer die Gänge durch landet man recht zügig mit der Schaltung vom 6. im 7. Gang bei ungefähr 7500 U/min und über 330 km/h, was dank der 12 Zylinder einer schonenden Kolbengeschwindigkeit von 19 m/s entspricht. Er schreit sich dabei die Seele aus dem Leib ähnlich einem Formel1-Aggregat aus den 70er Jahre. Im direkten Vergleich mit voll geöffneten Klappen ist der Aventador S sogar noch lauter als der SVJ mit dem höhergelegtem Auspuff – probiert es mal aus, wichtig ist dass die Klappen beim S in den äußeren dicken Rohre dabei vollständig geöffnet bleiben.
       
      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • 996gt2rs
      Hallöchen
      Laut Teileliste von Ferrari sind die Laufbuchsen vom 360er und 355er gleich von der Teilenummer. 
      Weiss das jemand hier genau?
       
      Gruss Chris 
       
    • F355Guy
      Hallo liebe CP-Gemeinde
       
      War schon einen moment lang nicht mehr, nun ist es wieder soweit.
      Ich bin froh um Informationen, Erfahrungen wo ähnliches vorgefallen ist.
      Ferrari F355 GTB Jahrgang April-1995, CH-Modell
       
      Aktuell hat sich ein neues Geräusch bei meiner "lieben Zicke" manifestiert...
      Wenn man z.B. vom 3. in den 2. Gang zurückschaltet hört man oft so eine Art Klack-Geräusch.
      Gefühlt kommt dieses von der Örtlichkeit hinter der Fahrer irgendwo im Motorbereich [...tolle Beschreibung ich weiss 😞... ]
       
      Das Geräusch kann auch auftreten, wenn
      - vom 3. in den 2. Gang ( zu 70% immer...)
      - wenn das Gas "los gelassen" wird, ...auch mal ("Lastwechsel" ? )
      - vom 4. in den 3.  (eher seltener)
      - vom 4. in den 2.  (eher seltener)
       
      Ein bisschen Sorgen mach ich mir schon,...
      Nächstes Jahr liegt dann der ZR-Wechsel wieder an,...
       
      Bin froh um Feedbacks, Infos etc.
      Grüsse aus der CH, jetzt schon vielen Dank,
      F355Guy
    • mangusta
      Hallo,
       
       
      bei meinem F355 Baujahr 1996 leuchtet seit gestern die Fahrwerkskontrollleuchte (orange rechts - nicht die Sporteinstellungskontrollleuchte links) - zunächst für ein paar Kilometer und dann später dauerhaft.
       
      Wie kann ich den Fehler eingrenzen - Stellmotor defekt - welcher ?
       
       
      Herzliche Grüsse
       
      Rolf

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