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Telekoma

Wie hoch ist euer Ölverbrauch und in welchen Intervallen wechselt Ihr?

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Telekoma
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Es ist ja schon unglaublich, wie langlebig das Öl heutzutage ist und wie wenig die modernen Motoren davon verbrauchen.

Bei dem BMW 3.0L Sechszylinder (265 PS) meines Fahrzeugs ist der letzte Ölwechsel bei 24.000 Kilometer gemacht worden.

Inzwischen hat das Auto 51.000 Kilometer auf der Uhr und ich habe seitdem zweimal knapp einen Liter nachgefüllt.

Die Anzeige steht aktuell in der Mitte, das heisst ca. 0,5 Liter fehlen.

Das entspricht einem Ölverbrauch von ca. 1,5 Liter auf 27.000 Kilometer.

Ist das eigentlich normal für einen Sechszylinder, der forciert gefahren wird? (In den letzten 4 Monaten sogar hauptsächlich auf Kurzstrecken von 5 Kilometer durch Stop and Go Stadtverkehr?)

Das finde ich schon wirklich enorm, wenn man das mit leistungsstarken Motoren von früher vergleicht.

Wie handhabt Ihr das bei "normalen" Autos (Lambo, Ferrari usw. mal aussen vor) mit dem Ölwechsel?

Richtet Ihr euch da nach den Herstellerangaben, oder setzt Ihr euch eine persönliche Grenze?

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littlemj
Geschrieben

Also bei meinem Reihensechser (2,8 Literchen) habe ich seit ca. 34 tkm keinen messbaren Ölverbrauch.

Serviceintervalle gibt der Bordcomputer vor, sprich Ölwechsel im Rahmen des Kundendienstes.

Wenn du dein Auto nur wenig fahren würdest würde ich sagen ein Ölwechsel/Jahr, ansonsten reichen die normalen Intervalle.

Bei meinem alten Vectra (gut, der hatte nur 4 Zylinder) hab ich alle 3.000 km nen Liter nachschütten müssen, von daher gehts bei deinem ja noch :wink:

FutureBreeze
Geschrieben

Wie ich vor kurzem von Manni308 lernen durfte gibt es sowas wie "Ölverdünnung" durch Treibstoff!

Vorallem wenn der Wagen nur auf Kurzstrecken betrieben wird und der motor nie richtig warm wird verschwindet dieses benzin im Öl auch nicht - so kommt es dir dann trotz ölverbrauch so vor, als ob der wagen keines verbraucht, da immer bei kurzstrecken das öl ein wenig mit Benzin aufgefüllt wird ;-)

Wenn du wirklich wissen willst wie viel reines Öl in deinem Motor ist, so musst du ihn richtig warm fahren und dann erst messen.

Wenn dann immer noch alles in Butter ist - freuen und weitermachen ;-)

Telekoma
Geschrieben

Wo Du das gerade ansprichst.

Mir ist aufgefallen, dass der Ölstand bei vielen Vollgasetappen auf Langstrecken tatsächlich niedriger angezeigt wird.

Das "erholt" sich allerdings fast völlig, wenn man wieder rollen lässt.

Ich denke zum großen Teil wird das wohl mit der Ölverteilung bei kontinuierlich hoher Drehzahl zusammenhängen.

Wenn es allerdings ein Strichlein weniger wird, geschieht das meistens nach einer langen Autobahnfahrt.

Insofern könnte ich mir schon vorstellen, dass da auch ein Benzinanteil verdunstet.

FutureBreeze
Geschrieben

deshalb ist mein auto wohl auch so gesund ;-)

er bekommt jeden tag 80 Kilometer, wird immer warm und bekommt häufig vollgas ;-)

Natürlich auch alle 15000 kilometer neues ÖL. Alle 5000 Kilometer muss ich aber schon mal nen halben liter Öl nachfüllen ;-)

LittlePorker-Fan
Geschrieben

Benzin im Motoröl dürfte bei modernen Motoren nicht mehr sein. Das war beim Vergaser und frühen Einspritzern ein Problem, besonders im Winter bei Kurzstreckenbetrieb. Durch länger geschlossene Starterklappe beim Vergaser bzw. übermäßige Gemischanreicherung bei früheren Einspritzern hat sich dann immer Kraftstoffkondensat an den Kolbenringen vorbei gemogelt.

Da stinkt dann das Öl auch richtig nach Benzin und der Ölstand steigt. Es wurde bei diesen Autos auch ein winterlicher Zwischenölwechsel empfohlen, weil die Gefahr eines Motorschadens recht hoch war.

Heutige Motoren haben -außer bei Defekt- dieses Problem nicht mehr, weil der Kaltstart inzwischen elektronisch für Kurzstrecke optimiert wird und kein nennenswerter Anteil Benzin mehr ins Motoröl gelangt. Auch ältere Motoren sind nicht mehr so betroffen, weil sich in den letzten 20-30 Jahren die voll- und teilsynthetischen Öle durchgesetzt haben, die nicht mehr so leicht ´umkippen´ da sie das Benzin besser binden.

Wird das Motoröl trotzdem mehr und stinkt nach Benzin, schleunigst wechseln und nach der Ursache forschen.

Ölverbrauch:

Mein Z4 mag das Öl relativ gerne (ca. 0,25l pro 1.000 km).

Audi A4 hatte praktisch keinen Ölverbrauch (+/-0 pro 25tsd km), 320d ebenfalls nicht (ca. 0,5l pro 30tsd km). Meinen neuen A4 kann ich noch nicht abschätzen.

Der VR6-Passat mochte es früher weniger, inzwischen ist er dem Öl nicht abgeneigt (ca. 0,25l 1.000 km).

Der Rest fährt zu wenig um einen Ölverbrauch zu messen. Ein ehemaliger Porsche 944S verbrauchte 1,5l auf 1.000 km. Nach einem panschen von Motoröl verstärkte sich der Effekt, dass ich einen Motorschaden befürchtete (ca. 4-6l auf 1.000 km). Nach wechseln des gepanschten Öls (gleiche Viskosität nur zwei verschiedene Hersteller), brauchte er wieder 1,5 Liter auf 1.000 km :D

FutureBreeze
Geschrieben

hm - das kommt davon, wenn man nicht darauf aufpasst in welchem Forum man schreibt - jetzt haben sich für mich sämtliche zweifel an der theorie von Manni308 erledigt, da er sich wohl auf einen der älteren spaltmasswunder bezogen hatte

Manni308
Geschrieben

Also, dann müssen wir mal ins Eingemachte gehen! Richtig ist, daß Ölverdünnung bei Benzinmotoren neuerer Bauart nicht mehr vorkommt(normalerweise)! Falsch ist, daß es Ölverdünnung bei heutigen Motoren nicht mehr vorkommt. Beispiel: Commonraildiesel mit selbstreinigenden Partikelfilter! Hierbei wird nach einer bestimmten Zeit Diesel zusätzlich eingespritzt, um die Abgastemperaturen zu steigern und eine Reinigung des Partikelfilter zu erreichen. Viele Hersteller verbauen dazu sogar eine Kontrolleuchte, oder haben auf dem Peilstab eine Markierung, die oberhalb der Max.-Markierung liegt. Wenn der Ölstand diese

Markierung erreicht hat, dann muß das Öl gewechselt werden, da die Ölverdünnung zu stark ist. Dies tritt sehr oft bei Kurzstreckenfahrern auf, wo der zusätzliche Kraftstoff zwar eingespritzt wird, aber auf Grund von zu kurzer Strecke, oder zu niedriger Drehzahl die Nachverbrennung nicht vollständig ablaufen kann. Gruß Manni308

Rodemarc
Geschrieben

Grundsätzlich scheinen sich die Ölverbräuche im Vergleich mit älteren Motoren wirklich sehr reduziert zu haben.

Der Golf V 1.4 von meiner Mutter brauchte nach den ersten 1.000km einen kleinen Schluck, danach nichts mehr. Neben dem planmäßigen Ölwechsel musste nie mehr was nachgefüllt werden.

Und man kann auf der Autobahn nicht gerade von schonender Fahrweise reden. Wird eigentlich immer zügig gefahren.

Beim GTI das gleiche, ein Schlückchen nach der Einfahrphase und danach nur 0,5l auf 20.000km. Egal ob Dauervollgas Sonntags auf der Autobahn oder übermäßig viele Kaltstarts.

Ganz anders der Golf 3 den ich jetzt eigentlich regelmäßig fahre. Der 1.8l braucht mittlerweile schon 1l auf 1.000-2.000km. Ist nie so ganz gleich. Das liegt für mich aber noch im Rahmen, sollte das extremer werden muss ich mal zur Werkstatt.

Man muss dazu sagen, dass der Wagen bis zu meiner Übernahme zu 90% nur Kurzstrecke gefahren ist. Insofern besteht noch die Hoffnung, dass sich das jetzt bei meinem täglichen Weg zur Uni (20km AB) etwas einpendelt.

Ich muss aber dazu sagen, dass unsere Autos immer gepflegt und sorgfältig warmgefahren werden. :-))!

itf joegun
Geschrieben

Im 330i E46 (Baujahr 2002) hatte ich ca. 1 Liter auf 5tkm, inkl. vielleicht eines Trackdays. Beim Alpina, der Motor ist von der Entwicklung her nicht viel anders (ebenfalls BMW R6er usw.), habe ich 0.0 Liter Ölverbrauch, ebenfalls mit einem Trackday gerechnet.

Das mit dem Ölverbrauch habe ich noch nie verstanden. Identische Autos, vernünftige Fahrer, das eine Auto benötigt 1 Liter auf 5tkm, das andere die Hälfte...

Mein Vectra (1.8 16V) hatte ebenfalls keinerlei Ölverbrauch, obwohl der manchmal auch hart rangenommen wurde...der 320i Touring meiner Frau brauch etwa 2 Liter auf 5tkm und wird bedeutend sanfter gefahren als der 330i je gefahren wurde.

@Ben

Um auf die Frage zurück zu kommen, ich nutze grundsätzlich das vom Autohersteller angegebene Öl. Was man beim Alpina alles über "umölen" usw. so lesen kann ist teilweise abenteuerlich. So lange mein Roadster kein Öl braucht, kommt das gewöhnliche BMW Öl rein.

Die Werkstattintervalle mache ich ebenfalls nur vom BC abhängig. Nach einem Trackday kann der schon mal 3000 km weniger anzeigen als ich gefahren bin, von daher wird der Verschleiß also tatsächlich gerechnet. Das reicht mir und ich habe damit noch keinen schlechten Erfahrungen gemacht. Einzig wenn ein Trackday ansteht lasse ich schonmal gerne die Bremsen prüfen, ich will ja keinen 1000 Euro Trackday wegen 150 Euro Bremsbelägen in den Sand setzen...an sonsten halte ich mich an die Vorgaben vom Hersteller...

Manni308
Geschrieben

Das Problem ist eben, daß die Motoren nicht identisch sind! Toleranzen bei Einbauspielen, unterschiedlicher Verschleiß, unterschiedliches Gußmaterial, unterschiedliche Verdichtung, vielleicht ein kleiner Grat in einer Ventilführung, unterschiedliche Ausdehnung des Materials etc. Es gibt hunderte Stellen, wo Unterschiede im Ölverbrauch herkommen können! Gruß Manni308

LittlePorker-Fan
Geschrieben

Jep, sieht man vor allem bei älteren Porsches. Die einen brauchten nie was, die anderen normal (0,25-1 Liter 1.000 km) und dann gibts die Ausreißer wie der besagte 944 S mit eben 1,5 Liter/1000 km ... aber lt. Vorbesitzer brauchte er das schon als Neuwagen. Der Wagen lief übrigens fantastisch und brachte es auf 200.000 km ohne irgendein Zipperlein.

Nur wenn man anderes Motoröl nachfüllte wurde er bockig X-)

Wenn die Leistung stimmt, der Motor sauber läuft, das Öl(Öldeckel)/Kühlwasser in Ordnung ist und keine Rauchfahne aus dem Auspuff kommt, würde ich mir keine Gedanken wegen Ölverbräuche machen, zumindest bei älteren Motoren und wenn es unter 1,5-2 Liter/1.000km bleibt.

Bei älteren Dieseln (Daimler W123, W115 und ähnliche Landmaschinen) darfs sogar ein Liter mehr sein.

bmw_320i_touring
Geschrieben

Ich kann jetzt nur für den 2,8l im E46 sprechen. Ich hatte den Wagen über 60'k km und musste außerhalb des Werkstattintervalls nur einmal einen halben Liter Öl nachfüllen. Also nahezu kein Ölverbrauch.

Beim E30 320i sah das schon anders aus. Ich kann nicht micht mehr erinnern wieviel Öl er verbracuht hat, aber dort musste ich schon das ein oder andere Mal etwas nachkippen. Aber insgesamt hielt es sich auch in vertretbaren Grenzen.

ToM3
Geschrieben

Wenn mir einer diese Frage stellt, kann ich nur antworten: "Wenig bis fast gar keins und alle vorgeschriebenen Intervalle werden eingehalten."

Mein S54 3,2l (Cabrio, MJ2006) braucht zwischen den Ölwechseln vielleicht 1,0-1,5 Liter Öl.

Mein Ex S54 3,2l (Coupe, MJ2003) brauchte ca. 1,5-2,0 Liter Öl zwischen den durchgeführten Ölwechsel.

Also wirklich sparsam für so eine hochgezüchtete Maschine.

Telekoma
Geschrieben

Dann stelle ich also fest, dass Ölverbrauch (ausser in einigen Einzelfällen) wirklich kein Thema mehr ist.

Ich kann mich erinnern, dass ich früher schon öfter mal eine Literflasche kaufen musste. Nur habe ich das nie wirklich kontrolliert.

Vor allem bin ich zu der Zeit vielleicht ein Viertel der Strecke gefahren, die ich heute so zurücklege.

So ein moderner Motor ist schon ein kleines Wunderwerk.

(Aber ja bekanntlich immer noch sehr sehr ineffizient)

Chris_ST220
Geschrieben

ToM3, wie schlägt sich der Mustang beim Ölverbrauch?

mein Mondeo braucht ca. 1L/5.000 km, ist ok

itf joegun
Geschrieben
Dann stelle ich also fest, dass Ölverbrauch (ausser in einigen Einzelfällen) wirklich kein Thema mehr ist.

Würde ich nicht so sehen. Du kannst auf Basis des Threads eigentlich nur feststellen, dass es auch bei baugleichen Motoren, auf Grund der von Manni308 ausgeführten Faktoren, unzählig viele Möglichkeiten für einen erhöhten oder erniedrigten Ölverbrauch gibt.

Meiner Ansicht nach ist der Blick auf den Ölstab alle paar tausend Kilometer dennoch auch bei modernen Motoren weiter notwendig. Ich mache das so einmal im Monat, das sind dann etwa 1000 Kilometer und VOR und NACH einem NS oder Trackday-Besuch...

ToM3
Geschrieben

@Chris

Habe heute mal (bei 7000km) nachgemessen. Der Pegel steht schön auf der Mitte des Peilstabs.

Verbrauch? Tja, leider hab ich keine Ahnung wie der Füllstand bei Auslieferung war :oops:

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      Diese hat Vorteile, aber auch Nachteile.

      Vorteil ist, auch bei hohen Temperaturen bleibt sie formstabil. Es bilden sich keine Dampfblasen in der Flüssigkeit.

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      Nun gibt es ja nach Einsatzzweck, Temperaturfenster und Verschleisswilligkeit des Materials verschiedene Sportbremsbeläge. Diese sind nach Farben (die man natürlich für den eventuellen Strasseneinsatz (welcher ja verboten ist) mit schwarzmatt aus der Spraydose beseitigen kann) gekennzeichnet.

      Um nun den für sich richtige Bremsbelag zu finden gibt es Temperaturstreifen, die auf den Bremssattel geklebt werden und Farbe für die Bremsscheiben. Je nach benötigtem Temperaturfenster (welches durch den Fahrstil und Fahrzeug festgelegt wird) sollten nun die Sportbremsbeläge bestellt werden.

      Beim 360ger kannst Du Dir den Kauf aber sparen, da funzt am besten Pagid RS 19 gelb und Das Bremsöl von Castrol SRF - Racing Brake Fluid.

      Mit diesem Kleinen Umbau (Bremsklötze und Flüssigkeit) lässt sich die Bremsleistung um 15-20% erhöhen. Zudem gibt es keine thermischen Probleme mehr.

      Einen Nachteil gibt es aber auch, abgesehen von der Strassenzulässigkeit. Das Fahrzeug wird stärker beansprucht und benötigt sicher mehr Einstellarbeiten. Und hin und wieder können Sportbremsbeläge durch Quietschgeräusche unangenehm auffallen.

      Dies ist nur eine ganz grobe Zusammenfassung über ein Bremsentuning, es spielen noch viel mehr Faktoren (Be/Entlüftung, Bremsmaterialen, Fahrbarkeit, usw…) in diesem Bereich mit, aber ich möchte ja hier auch keine Doktorarbeit schreiben.
    • w0rl
      Ich weiss grade nicht wo ich das posten soll, also mach ich es in Aus dem Alltag.
      Bisher konnte ich mit den Begriffen "Drehmoment" und "Leistung" gut umgehen, bzw ich hab es bis jetzt immer gedacht.
      Nur seit heute hat sich überraschend die Frage aufgetan, wieso ein 530d (193PS bei 4000U/min max Drehmoment bei 2000U/min) bei 2000U/min das beste beschleunigungspotential hat, also am besten "drücken" kann und wieso er bei 4000U/min die höchste Leistung hat, jedoch eklatant schlechter drücken kann.
      Wieso kann der bitteschön bei 4000U/min schlechter drücken als bei 2000U/min, wo er doch bei 4000 mehr Leistung hat ???
      Wieso kommt es bei einer Beschleunigung so gesehen auf den Drehmomentsverlauf und bei der Höchstgeschwindigkeit auf die Leistung an ????
      Wäre echt total glücklich , wenn mir das einer vernümftig erklären könnte, so dass ich das bis zum Lebensende gecheckt hab
    • Saphir
      Da wir bereits im VIP bereich darüber gesprochen hatten hier die vorgehensweise bei der berechnung der Geschwindigkeit:

      v= (2*P*e/1,225*cw*A*1,36)^(1/3) * 36

      erläuterungen: e ist die Effektivität des kompletten Antriebsstranges!
      P die PS-leistung! 1,225 die luftdichte, Cw*A der Luftwiderstandsindex, 1,36 zur umrechnung von Kilowatt in PS, die 36 bezieht sich auf km/stunde (erklär ich jetzt nicht genauer...)
      So bis hierhin vielen Dank an Cessna, der uns mit seinem physikalischen Know How die Formel erläutert hatte! Ich hab sie dann umgeformt, die werte eingesetzt und folgende "Zahlen der Wahrheit" errechnet:
      1. bei schaltwagen gehen wir von e=0,75 aus! Damit ergibt sich die formel: 34,76* (PS/CwA)^(1/3)
      2. bei guten automatikwagen wie dem SL liegt e bei 0,71! damit ergibt sich: 34,13* (PS/CwA)^(1/3)
      3. bei normalen automaten dann e=0,69 und die formel lautet: 33,81* (PS/CwA)^(1/3)
      Damit kann man also die Endgeschwindigkeit ziemlich genau berechnen!

      Umgekehrt kann man natürlcih auch die PS-leistung errechnen, wenn man die endgeschwindigkeit kennt (z.B. aus tests): PS= (v^3 * CwA/41990)
      v ist die endgeschwindigkeit!
      bei gutem automaten liegt der wert dann natürlich etwas darunter! habe ich mal nicht angegeben, damit ihrs euch selbst errechnet alles will ich euch auch nicht sofort verraten 8)
      Beispiel: SL 55 AMG lief im test 325 und CwA liegt bei 0,6: Damit ergibt sich eine leistung von PS=(325^3 * 0,6 / 38647) = 533! Ha...wie schon damals vermutet musste der Testwagen deutlich nach oben streuen! q.e.d.

      Es gibt noch eine Formel zum vergleich von autos bzgl. der Vmax: v2 = (P2/P1)^(1/3) * (cW1/cW2)^(1/3)
      wenn man also von beiden wagen PS-zahl und cw-werte kennt kann man die endgeschwindigkeit berechnen!
      Gruß Saphir

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