Porsche 918 Spyder – Verkaufsstart erfolgt

Nachdem Porsche bereits im Juli 2010 das „Go ahead“ für den neuen Supersportwagen bekanntgab, begann am heutigen Tag der Verkauf des neuen Überfliegers. Der Porsche 918 Spyder wird sich eng an das in Genf vorgestellte Conceptcar halten, erhält den V8-Hybridantrieb mit rund 718 PS und kommt in einer limitierten Auflage von nur 918 Fahrzeugen auf den Markt. Der Preis wird in Deutschland bei rund 770.000,- € liegen.

Porsche 918 Spyder

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Die Serienversion des Porsche 918 Spyder hält sich optisch dicht an die 2010 auf dem Genfer Salon vorgestellte Studie. Auch der Antrieb wird fast unverändert übernommen.

Als Porsche letztes Jahr in Genf den 918 Spyder als Konzeptstudie auf die Messebühne rollte, standen die Fans Kopf. So kurz nach Einstellung des Carrera GT hatte man noch nicht mit einem neuen Supersportwagen aus Zuffenhausen gerechnet. Dazu nicht mit einem Hybridauto mit V8-Hochdrehzahl-Aggregat in Kombination mit Elektromotoren. Ein „grüner“ Sportwagen? Kann man damit wirklich Spaß haben?

Offensichtlich ein Gedanke, an den wir uns gewöhnen sollten, denn neben dem Design behielt Porsche bei der Serienumsetzung auch die Technik in großen Teilen bei. Und der Fahrspaß wird mit Sicherheit nicht auf der Strecke bleiben. Zum einen stehen unendliche Weiten an Kopffreiheit zur Verfügung, wenn man die Dachhälften manuell ausgeklinkt und im Stauraum in der Front verstaut hat. Zum anderen stellt der Mittelmotor-V8, der in Grundzügen auf dem Renntriebwerk des RS Spyder aus der American Le Mans-Rennserie basiert, bereits 368 kW/500 PS zur Verfügung, die durch den Elektroantrieb mit je einem Motor an der Vorder- und einem an der Hinterachse auf rund 528 kW/718 PS ergänzt werden. Wer schon einmal in den Genuss der puren Beschleunigung in einem Elektroauto gekommen ist, kann sich grob vorstellen, was diese Kombination bereitstellen kann, für diejenigen, die diese Erfahrung bislang nicht hatten können die Zahlenwerte eventuell Aufschluss geben: Aus dem Stand auf Tempo 100 geht es in rund 3,2 Sekunden. Maximal werden rund 320 km/h möglich sein. Porsche strebt an, mit dem 918 Spyder die Nordschleife des Nürburgrings in weniger als 7 1/2 Minuten zu umrunden. Möglich werden diese Werte auch durch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Gleichzeitig soll der neue Supersportler Bestwerte im Kapitel Benzinverbrauch setzen. Dank des Hybridantriebes kommt man im NEFZ-Mix auf rund 3 Liter Verbrauch pro 100 Kilometern. Da es sich um einen hochgerechneten Wert und zusätzlich um einen Labortest handelt, darf man im realen Leben von rund 5 bis 6 Litern im Mischbetrieb (Stadt/Land/Autobahn) ausgehen und an genau dieser Stelle gehen sogar die Daumen der notorischen Sportwagen-Nörgler nach oben – auch wenn diese vermutlich nie von diesem Auto Notiz nehmen werden.

Grund dafür ist die Optik, die das Beste von 917, RS Spyder und Carrera GT aufnimmt und in einem neuen Supersportwagen zusammenführt. Gegenüber der Studie entfallen die Rückfahrkameras und werden durch traditionelle Spiegel ersetzt. Dies liegt weniger daran, dass die Technik noch nicht so weit wäre, als vielmehr daran, dass die Zulassungsbehörden weltweit bislang keine Freigabe dafür herausgegeben haben. Zusätzlich zu Spiegeln: ja, nur Kameras: nein. Der Porsche 918 Spyder verfügt, wie sein legitimer Vorgänger, der Carrera GT, über ein Carbon-Monocoque und eine Karosserie, die ebenfalls komplett aus dem ultraleichten und hochfesten Rennsport-Material besteht. Wie bereits angesprochen erhält die Serienversion zwei herausnehmbare Dachhälften, um das Fahrzeug ein wenig wettertauglicher zu machen.

Die Aufladung der flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie kann sowohl an Schnell-Ladestationen, als auch an der heimischen Garagen-Steckdose erfolgen und dauert rund drei Stunden. Zusätzlich läd der Akku auch bei Bremsmanövern mittels Rekuperationstechnik auf. Im rein elektrischen Betrieb sind rund 25 Kilometer Reichweite möglich, was für ruhige Fahrten durch die Innenstadt oder lautloses wegfahren am frühen, sonnigen Morgen in der eng bebauten Nachbarschaft durchaus ausreicht.

Insgesamt wird Porsche lediglich 918 Exemplare des neuen Supersportwagens herstellen. Seit heute können interessierte Kunden den Kaufvertrag unterschreiben. Hier gilt: Wer zuerst unterschreibt, bekommt auch zuerst. Der 918 Spyder wird ab dem 18. September 2013 (in amerikanischer Schreibweise lautet das Datum 9/18 2013) am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen beginnen, die ersten Autos werden dann ab November 2013 ausgeliefert. Der Grundpreis in Deutschland beträgt inklusive Mehrwertsteuer 768.026,- €.

Quelle: Porsche

Autor: Matthias Kierse

21. März 2011|Categories: Magazin|Tags: , |

3 Comments

  1. ToniTanti 22. März 2011 at 13:39

    Was für eine Preisexplosion vom CGT zum 918…….
    Da bin ich mal gespannt, ob alle 918 Stück für 770.000 EUR verkauft werden (oder ob vorher der Verkauf gestopt wird, wie seinerzeit beim CGT…..) Aber ansonsten sehr schickes Automobil. Und ob im Jahr 2013 noch 700 PS ausreichen?????

  2. DWI 22. März 2011 at 15:47

    Ehrlich gesagt haben die einen gewaltigen Sprung in der Schüssel, also ich meine die Käufer……

    Ein 599 Aperta, von dem es nur 80 Exemplare gibt (mit ziemlich vergleichbaren Fahrleistungen auch noch) wurde für ~400 T€ angeboten, …..

    ….oder sollte man in diesem Zusammenhang eher sagen "Verramscht" ?????

  3. Atombender 22. März 2011 at 17:03

    Toni: Für was sollen 700 PS denn nicht reichen? Wenn ich mich mal so umschaue (Aventador, Huayra, evtl. Enzo Nachfolger) liegt die Konkurrenz in der gleichen Umgebung.