Porsche 997 GT2 RS – Lift-off in ten, nine, eight…

Schon der 997 GT2 war ein durchaus ernstzunehmender Anwärter auf den Titel „Rakete mit Straßenzulassung“, doch nun schraubt Porsche die Ansprüche nach oben. 620 PS und weniger als 1,4 Tonnen Gesamtgewicht – Houston, we have a lift-off! Mit dem Porsche 997 GT2 RS rollt nicht nur die Krönung der 911-Baureihe zu den Händler, sondern der stärkste Serien-Porsche, der bislang seine Räder auf öffentlichen Asphalt setzen durfte.

Porsche 997 GT2 RS

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Die Vorbereitungen sind in vollem Gange. Treibstoff? Check. Besatzung? Check. Flügeleinstellung? Check. Triebwerk? Check. Reifen? Check.

Reifen? Ja, diese Rakete ist nicht für den Flug zu fernen Planeten gebaut worden, sondern um ihrer Besatzung möglichst viel Freude beim Umrunden verschiedener Rennstrecken weltweit zu bieten. Dazu haben sich die Zuffenhausener Ingenieure einen 997 GT2 zur Brust genommen und mit einem 997.2 GT3 RS vereint. Man könnte es „das Beste aus zwei Welten“ nennen, denn genau das steht hier vor uns. Neben der gewaltigen Leistung des turbo-aufgeladenen Boxermotors, verfügt der Neuling nun zusätzlich über die ungeheuren Kurvenfähigkeiten des GT3 RS, was soll nun noch schiefgehen? Einzig ein schlecht ausgebildeter Pilot kann jetzt noch zu Abstürzen des Systems führen.

Unter Idealbedingungen erreicht der Pilot des neuen Porsche 997.2 GT2 RS auf der berühmten Nürburgring Nordschleife Rundenzeiten rund um 7:18 Minuten. Viel besser geht es eigentlich nicht mehr, zumindest wenn man das Fahrzeug auch noch zumindest ansatzweise im Alltag nutzen können möchte. Gut, der 3,6 Liter große Sechszylinder-Boxermotor mit zwei variablen Turboladern fühlt sich definitiv auf Autobahn und Rennstrecke wohler, als in Tempo 30-Zone oder Stadtverkehr, möglich ist dennoch auch das.

Sollte sich der GT2 RS auf seinen Lieblingsuntergründen befinden, sind Beschleunigungszeiten von 3,5 oder 9,8 Sekunden möglich, bei genug Auslauf auch 28,9 Sekunden. In diesen Zeiten erreicht die Asphaltfräse 100, 200 und 300 km/h. Der Vortrieb erreicht erst bei 330 km/h ein physikalisches Ende. Dass der Durchschnittsverbrauch dennoch bei lediglich 11,9 Litern pro 100 Kilometern liegt, ist absolut bemerkenswert. Möglich sind diese Werte dank einer Leistungsabgabe von 456 kW/620 PS und einem Gesamtgewicht von 1.370 Kilogramm (ohne Besatzung). Damit erhält der GT2 RS eine Leistungssteigerung von 90 PS gegenüber dem vorigen GT2 und verliert 70 Kilogramm Hüftspeck. Wenn Abnehmen doch immer so einfach wäre… Kein Wunder, dass Porsche den Neuen zusammen mit einer Raketenabschussbasis fotografieren ließ.

Um den gewaltigen Vortrieb im Fall der Fälle ordentlich im Zaum zu halten, verfügt der Porsche GT2 RS serienmäßig über die Porsche Ceramic Composite Brake (PCCB). Das Fahrwerk entspricht dem GT3 RS und ist entsprechend sportlich abgestimmt. Dazu gesellen sich adaptive Dämpfer (PASM) und dynamische Motorlager, sowie das Stabilitätsmanagement (PSM).

Für den Porsche 997 GT2 RS sind lediglich vier Außenfarben im Angebot: Indischrot, Carraraweiß, Schwarz oder GT-Silber. Sie können mit schwarzen, silbernen oder goldenen Felgen kombiniert werden. Die vorderen Kotflügel sind wie beim aktuellen GT3 RS ausgestellt, unter der Front sitzt ein neu gestalteter Spoiler, am Heck sorgen ein großer Heckflügel in Sichtcarbon und ein Diffusor für ordentlichen Abtrieb und an den Seiten haben die Lufteinlässe ihre mittlere Strebe im Vergleich zum 997 GT2 verloren. Sie sind, ebenso wie die vordere Haube, aus mattschwarzem Sichtcarbon gefertigt. In den Radhäusern finden sich neue Leichtmetallräder mit Zentralverschlüssen.

Das Interieur wird durch Leichtbau-Schalensitze und den serienmäßigen Überrollkäfig direkt in die angestrebte Richtung – Rennsport – gelenkt. Eine Mischung aus schwarzem Leder, rotem Alcantara und Sichtcarbon-Teilen zieht sich durch den gesamten Innenraum. Aber keine Bange, für Kunden, die es nicht ganz so farbenfroh möchten, ist auch eine komplett schwarze Innenausstattung im Programm. Auf dem Handschuhfachdeckel sitzt eine GT2 RS-Plakette inklusive der laufenden Limitierungsnummer.

Damit sind wir auch schon bei der einzig schlechten Nachricht: Vom neuen Porsche 997 GT2 RS werden nur 500 Exemplare gefertigt. Seine Premiere feiert er auf dem Autosalon in Moskau im August und rollt einen Monat später zu den europäischen Händlern. Der Grundpreis inklusive Mehrwertsteuer liegt dabei in Deutschland bei 237.578,- Euro. Wenn man bedenkt, dass der 612 PS starke Carrera GT vor fünf Jahren neu das Doppelte davon gekostet hat, könnte man beinahe von einem Schnäppchen sprechen.

Quelle: Porsche

Autor: Matthias Kierse

12. Mai 2010|Categories: Magazin|Tags: , |

4 Comments

  1. Atombender 12. Mai 2010 at 17:26

    Abgesehen von den 70 Mehr-PS, was sind die weiteren Unterschiede zum GT-2, der im August überarbeitet wird?

  2. netburner 12. Mai 2010 at 17:46

    Da es noch keine Infos zum Facelift des GT2 gibt, kann ich dir da nicht weiterhelfen. Unterschiede zum Vor-Facelift GT2 sind ein höherer Heckflügel, andere Lufteinlässe, eine neue Frontspoilerlippe, eine vordere Haube aus Carbon, Zentralverschlussräder, breitere Reifen, Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern und den Federn vom GT3 RS, dynamische Motorlager, 70 PS mehr, 90 kg weniger, weniger Verbrauch und die Interieurgestaltung mit schwarzem Leder, wahlweise rotem oder schwarzem Alcantara und weiteren roten Accessoires.

  3. Porschefan GT3 RS 13. Mai 2010 at 18:56

    Hey Mathias,

    sind es nicht 90 PS mehr und 70 Kilo weniger? O:-)

  4. netburner 13. Mai 2010 at 19:02

    Steht zur Not ja richtig oben im Text 😉