Peugeot Onyx Concept – Französischer Sportwagentraum

Auf dem Pariser Autosalon Ende diesen Monats rollt mit dem Peugeot Onyx Concept eine neue Supersportwagenstudie ins Messelicht. Ein 600 PS starkes V8-Mittelmotor-Turbodiesel-Aggregat wäre eigentlich schon kräftig genug, wird jedoch durch ein Rekuperationssystem um weitere 80 PS für schnelle Beschleunigungsmanöver ergänzt. Das Interieur zeigt einen neuen Ansatz im Design durch fest integrierte Sitzschalen und einen modernen Materialmix.

Peugeot Onyx Concept

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Neben mattschwarzem Carbon findet sich an der Karosserie des Peugeot Onyx Concept auch poliertes Kupfer, das mangels Klarlackschicht auf Dauer patinieren wird.

Wer in die Markenhistorie von Peugeot schaut, wird zwar keine Serien-Supersportwagen finden, aber immer wieder spannende Studien zum Thema, die zu Träumen anregten. Am Ende blieben es jedoch Einzelstücke für ein paar Messeauftritte. Nach Quasar, Proxima, Oxia und 907 wird dieses Schicksal vermutlich auch dem neuen Peugeot Onyx Concept blühen, der auf dem Pariser Salon Ende diesen Monats präsentiert wird. Einige Designideen wird man wohl an zukünftigen Peugeot-Modellen wiederfinden, andere wohl kaum.

So wird es wohl eher nicht dazu kommen, dass ein Serien-Peugeot mit polierten Kupferteilen an der Karosserie auf den Markt rollt. Beim Onyx Concept bestehen Türen und vordere Kotflügel aus dem Edelmetall und bringen damit einen alten Wertstoff erneut in den Automobilbau – allerdings in deutlich größerem Ausmaß als bei den Kupferlaternen von Oldtimern aus der Ära kurz nach der Erfindung des Autos. Da auf dem Metall keinerlei schützende Lackschicht aufgebracht wurde, wird dieses mit der Zeit eine ähnliche Patina wie alte Kirchendächer entwickeln. Die restliche Karosserie zeigt sich in mattschwarz lackiertem Carbon, wodurch der sportliche Gedanke und die Leichtigkeit des Supersportwagens unterstrichen werden soll. Flach, angriffslustig und windschlüpfrig steht der Onyx da und wartet darauf, endlich losrennen zu dürfen. Der cW-Wert von 0,30 sagt bereits einiges über die Feinarbeit im Windkanal aus, wo der Wagen mit einem voll verkleideten Unterboden ausgestattet wurde. Das aerodynamische Konzept ist so gut, dass fast vollkommen auf Flügel und Spoiler verzichtet werden konnte. Zur Stabilisierung fährt lediglich bei hohen Geschwindigkeiten ein kleiner Heckflügel automatisch aus.

Dafür steht direkt hinter den Passagieren ein 3,7 Liter großer HDi-FAP-Turbodieselmotor mit acht Zylindern zur Verfügung, der seine 441 kW/600 PS über ein sequentielles Sechsgang-Getriebe an die Hinterräder weitergibt. Dank einer neuartigen Carbon-Chassis-Struktur, die aus lediglich 12 Einzelteilen besteht und nur knapp 100 Kilogramm auf die Waage bringt, konnte auch das Gesamtgewicht des Supersportwagens gering gehalten werden. Insgesamt muss der V8-Diesel lediglich rund 1.100 Kilogramm in Marsch versetzen. Falls dabei die 608 Diesel-Pferdchen nicht ausreichen sollten, stehen für schnelle Beschleunigungsmanöver noch einmal weitere 80 PS zur Verfügung, die von einem Rekuperationssystem – bei Peugeot HYbrid4 genannt – bei jedem Bremsvorgang in Form von elektrischer Energie in Lithium-Ionen-Akkus gespeichert werden.

Das Interieur wurde gezielt so gestaltet, dass beide Passagiere sich als Teil des Fahrzeugs fühlen. Mit einem gezielten Materialmix wird dabei auch optisch dargestellt, wofür das Onyx Concept stehen soll: Carbon steht für die Sportlichkeit, Kupfer und Glas für Tradition, sowie Filz und Papier für natürliche Gegenstände des alltäglichen Lebens. Der gesamte Bezug von Sitzen und Mitteltunnel besteht aus einem einzigen Stück Filz, das neben der Funktion des Sitzbezuges auch gleich die Geräuschdämmung, den Bodenbelag und den Dachhimmel mit ablöst. Während der Mitteltunnel und das Dach an einigen Stellen die zugrunde liegende Carbonstruktur offen zeigen, wurden die beiden Sitzmulden gezielt unterpolstert, um bequeme Fahrten zu ermöglichen. Als Neuerung erweisen sich die in den Dachhimmel integrierten Kopfstützen, die ebenfalls mit Filz bezogen sind. An Armaturenbrett und Mitteltunnel lässt sich ein neuartiges Holz ausmachen. Es stamm vom Zeitungsbaum. Spaß beiseite: Diese Holzdekorleisten werden aus alten Zeitungen hergestellt, die formgenau zusammengepresst wurden. Auf den ersten Blick scheint es sich tatsächlich im helle Holzleisten zu halten, aber spätestens beim zweiten Blick erblickt man hier und dort Überreste von Schlagzeilen. Hinter dem kleinen, filzbezogenen Carbon-Sportlenkrad findet sich die Instrumenteneinheit mit digitalen Bildschirmen. Der Starterknopf und weitere Funktionen finden sich in einer Aluminiumkonsole am Dachhimmel, wo auch die drei Bildschirme der Rückfahrkameras angebracht wurden, die die Außen- und Innenspiegel ersetzen.

Wie bereits erwähnt: Viele der kreativen Ideen, die im Peugeot Onyx Concept stecken, werden wohl niemals in die Serienproduktion gelangen. Aber manchmal ist es doch auch einfach schön, wenn man ein wenig träumen darf, oder nicht? Wer mitträumen mag, hat dazu auf dem Mondial de l’Automobile in Paris ab dem 29. September Gelegenheit.

Quelle: Peugeot

Autor: Matthias Kierse

13. September 2012|Categories: Magazin|