Lotus Evora Type 124

Kaum ist der erste Lotus Evora seinem glücklichen englischen Besitzer übergeben worden, präsentiert die kleine britische Sportwagenfirma ein neues Werks-Motorsportprogramm inklusive neuem Langstreckenrennwagen. Der Lotus Evora Type 124, gesprochen „One Twenty-Four“, wird sein Renndebüt 2010 beim 24h Rennen auf der Nordschleife geben. Im Anschluss sind Einsätze bei weiteren 12- und 24-Stunden-Rennen weltweit geplant.

Lotus Evora Type 124

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Der Evora ist der erste 2+2-Sitzer von Lotus seit den 1970er Jahren. Präsentiert wurde er auf dem Genfer Salon dieses Jahr, die Produktion lief vor einem Monat an. Ab kommendem Jahr möchte man nun dieses Fahrzeug auf der Rennstrecke präsentieren, um die Performance und Langlebigkeit unter Beweis zu stellen. Dazu hat Lotus sein Werksteam reaktiviert und den Evora Type 124 aufgebaut. Der Name wird, angelehnt an den Einsatzzweck, „One Twenty-Four“ ausgesprochen und nimmt somit vorweg, dass Lotus sich durchaus Siegchancen bei den hart umkämpften 24-Stunden-Rennen ausrechnet.

Vom straßentauglichen Evora blieb im Endeffekt nur die Rohkarosserie übrig. Innen wurde der Wagen komplett ausgeräumt und mit einem FIA-tauglichen Überrollkäfig ausgestattet. Auch der Recaro-Rennschalensitz, die 6-Punkt-Gurte und das Motorsportlenkrad sind FIA-abgenommen. Durch das ausgeräumte Interieur und weitere Leichtbaumaßnahmen konnte das Fahrzeuggewicht um 200 kg auf unter 1.400 kg gesenkt werden. Abhängig von den jeweiligen Renn-Regularien leistet der Toyota-V6 im Heck bis zu 400 PS. Am Serien-Layout als Mittelmotorsportwagen hat sich nichts geändert, wodurch sich eine sehr gute Gewichtsbalance des Rennwagens ergibt. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles Sechsgang-Getriebe mit Paddle-Schaltung hinterm Lenkrad. Um bei Langstreckenrennen nicht überflüßig viel Zeit an der Box verbringen zu müssen, wurde ein 120 Liter großer Renntank verbaut.

Von außen unterscheidet sich der Type 124 nur unwesentlich von seinem straßentauglichen Bruder. Frontsplitter, Heckspoiler und Diffusor aus Carbon, sowie die breiten Pirelli-Slick-Reifen und die AP-Bremsanlage mit sechs Bremskolben vorne und hinten sind die auffälligsten Merkmale. Wer genau hinschaut entdeckt ein leicht verändertes Design der Frontschürze, sowie angepasste Seitenschweller.

Lotus gehörte schon immer in den Motorsport und dort ist man endlich wieder angekommen. Schon 1948, als Anthony Colin Bruce Chapman die Marke gründete (seine Initialen schmücken noch heute das Markenlogo), liefen die ersten gebauten Fahrzeuge erfolgreich in verschiedenen nationalen und internationalen Rennen mit. Seitdem hat sich eine beispiellose Motorsporthistorie in den Hallen von Lotus angehäuft, die von Formel 3- über Le Mans- bis hin zu GT-Siegen läuft und auch vor Formel 1 Weltmeistertiteln keinen Halt machte. Nun soll der Evora Type 124 ein neues Kapitel aufschlagen.

Ersteinsatz wird das 24h Rennen auf der Nordschleife im Mai 2010 sein. Anschließend sind das 12-Stunden-Rennen „Merdeka Millenium“ in Sepang/Malaysia, das BritCar 24 Hours in Silverstone und die 24 Stunden von Dubai fest eingeplant. Weitere Einsätze, sowie eine Kleinserie für private Rennteams sind nicht ausgeschlossen.

Quelle: Lotus Presseserver

Autor: Matthias Kierse

11. September 2009|Categories: Magazin|Tags: , |