Ferrari 599XX Evo – Erdbebenhilfe mal anders

Nachdem im Mai zwei heftige Erdbeben die Region der Emilia-Romagna in Italien erschüttert hatten, stellte Ferrari eine außergewöhnliche Online-Auktion zusammen, deren größter Gegenstand nun im Rahmen des Formel 1-Rennens in Monza übergeben wurde: Ein einzigartiger Ferrari 599XX Evo, der allein rund 1,4 Millionen Euro einbrachte. Die Gesamteinnahmen der Auktion werden für den Wiederaufbau der Region eingesetzt.

Ferrari 599XX Evo

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Die Enthüllung des Ferrari 599XX Evo aus der Online-Auktion zur Erdbebenhilfe fand im Rahmen des Grand Prix in Monza statt.

Die Emilia-Romagna kennen Deutsche wohl am Besten als interessante Urlaubsregion. Im Mai diesen Jahres kamen jedoch andere Schlagzeilen auf, die weniger erfreulich waren: Gleich zwei schwere Erdbeben erschütterten die Region rund um Modena innerhalb von 9 Tagen und sorgten für hohen Sachschaden und einige Tote und Verletzte. Da in diesem Gebiet auch alle italienischen Sportwagenhersteller zu Hause sind, war die Aufregung auch unter den Autofans durchaus groß. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass die Produktionsstätten kaum betroffen waren. Dennoch beteiligten sich die Hersteller direkt am Wiederaufbau. Ferrari beispielsweise rief eine außergewöhnliche Online-Auktion ins Leben, bei der diverse Automobilia des Rennteams unter den virtuellen Hammer kam. Die Hauptattraktion war jedoch ein vollwertiges Fahrzeug.

Bekanntlich unterhält Ferrari mit der Corse Clienti XX ein Kundenrennteam, bei dem wohlhabende Kunden mit FXX und 599XX auf den bekanntesten Rennstrecken der Welt gegeneinander und gegen die Uhr antreten können. Mit der Hauptattraktion der Online-Auktion steht die Teilnahme hier direkt offen: Ein nagelneuer Ferrari 599XX Evo, der vom Besitzer nach Wunsch konfiguriert werden konnte. Unter der Haube tobt ein 750 PS starker 6-Liter-V12-Motor, der für eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 340 km/h sorgen kann. Seine Abgase werden hinter den Vorderrädern ins Freie entlassen. Dazu gibt es ein Aerodynamikpaket mit einem Drag Reduction System (DRS) am Heckflügel, der wie in der Formel 1 dafür sorgt, dass auf den Geraden der Abtrieb abnimmt und das Fahrzeug schneller wird.

Bei einem Startpreis von 1,35 Millionen Euro war die Anzahl der ernsthaften Bieter naturgemäß gering. Am Ende standen 1,4 Millionen Euro als Höchstgebot fest, die auf einer Bieterkarte aus den USA vermerkt waren. Der 599XX Evo geht an Benjamin Sloss, einen hochrangigen Google-Mitarbeiter. Er hatte nach den Nachrichten aus der Emilia-Romagna bereits darüber nachgedacht, wie er dort am besten helfen könne und empfand diese Möglichkeit der Online-Auktion als gute Idee. Nach erfolgreichem Gebot setzte sich Ferrari mit ihm in Verbindung, um die genaue Konfiguration und die Übergabe auszuhandeln. Herr Sloss entschied sich bei der Farbgebung für ein historisches Rennmotiv, mit dem bereits in den 1970er Jahren der Ferrari 512 S über die Rennstrecken tobte. Passend dazu wählte er auch die Startnummer 512.

Übergeben wurde der nicht straßenzugelassene Neuwagen nun am vergangenen Wochenende von Ferrari-Chef Luca di Montezemolo und den beiden F1-Piloten Felipe Massa und Fernando Alonso im Rahmen des Grand Prix in Monza, bei dem Benjamin Sloss und seine Frau als VIP-Gäste von Ferrari zugegen waren. In Zukunft wird er den 599XX Evo bei ausgesuchten Corse Clienti-Veranstaltungen an den Start bringen.

Quelle: Ferrari

Autor: Matthias Kierse

11. September 2012|Categories: Magazin|Tags: , |

One Comment

  1. joejackson 17. September 2012 at 19:47

    Ich kann mit nicht helfen, aber der Heckflügel sieht aus wie aus dem Baumarkt.