Caterham Supersport – Reine Spaßmaschine

Was passiert, wenn man bei einem Auto so ziemlich alles weglässt, was nicht unbedingt gebraucht wird? Es entsteht ein kompromissloses Gefährt im Stil des Caterham Super Seven. Nun haben die Briten die Kunst fertiggebracht, dieses Fahrzeug noch sportlicher zu machen, was sich im Namen Caterham Supersport ausdrückt. 141 PS auf einem Gesamtgewicht von 520 kg genügen, um in 4,9 Sekunden auf Tempo 100 zu beschleunigen.

Caterham Supersport

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Nachdem kürzlich an dieser Stelle über den Elektro-Seven aus dem Hause Irmscher berichtet wurde, kommt nun das genaue Gegenteil der selben Spezies als Thema ums Eck. Caterham, die kleine englische Sportwagenmarke, die 1973 von Lotus die Originalrechte zur Weiterproduktion des Seven erhielt, zeigt mit dem neuen Supersport die wohl radikalste Art, einen Einbaum zu bewegen. Die neue Variante ist direkt vom hauseigenen Markenpokal abgeleitet und bringt die Performance des Rennfahrzeugs auf die Straße.

Lotus-Gründer Colin Chapman würde sich freuen: Endlich mal wieder ein modernes Auto, das auf jeglichen unnötigen Schnickschnack konsequent verzichtet. Selbst die Windschutzscheibe wurde eingespart, wodurch der Spruch: „Woran erkennt man den netten Caterham-Fahrer? An den Fliegen zwischen den Zähnen!“ wieder einmal unterstrichen wird. Insgesamt bringt der Caterham Supersport lediglich 520 Kilogramm auf die Waage, womit er eines der leichtesten Automobile der Jetztzeit ist.

Unter der Motorhaube kommt ein 1,6 Liter großer Motor von Ford zum Einsatz, der es auf 104 kW/141 PS bringt. Durch ein manuelles Fünfgang-Getriebe wird die Kraft auf die Hinterräder übertragen, wo sie für eine Beschleunigung von 4,9 Sekunden auf 100 km/h gut sind. Maximal kann man mit dem komplett offenen Sportler rund 200 km/h erreichen – sofern die Schneidezähne beim Grinsen dabei den tieffliegenden Insekten standhalten können. Die 13 Zoll großen Avon-Reifen sorgen für hervorragenden Grip.

Ein ultraleichtes Schwungrad, ein aus dem Motorsport abgeleitetes Sperrdifferenzial, überarbeitete Feder- und Dämpferraten, dickere Stabilisatoren und ein kleiner Windabweiser vor Fahrer und Beifahrer unterscheiden den Supersport optisch und technisch von seinen Geschwistern. Das Fahrzeug ist bei Caterham ab 22.650,- € als Bausatz oder alternativ ab rund 26.050,- € komplettiert zu erhalten (zuzüglich Steuern und Überführung). Damit erhält man ein Fahrzeug, das dem Sinn des Seven so nahe kommt, wie lange nicht mehr. Der originale Lotus Seven war ein Kind des Motorsports und genau das ist der Caterham Supersport auch.

Quelle: Caterham

Autor: Matthias Kierse

17. April 2011|Categories: Magazin|Tags: , |

7 Comments

  1. tomato 17. April 2011 at 21:58

    Und das ist genau das, was ich in meinem kritischen Beitrag zum Irmscher Elektro Seven gemeint hatte:
    Die Essenz des Fahrspaßes braucht keinen Elektromotor, der mit seinen Batterien ein derartiges Auto nur unnötig schwer macht und ihm damit seinen eigentlichen Charakter raubt.

  2. Felix 17. April 2011 at 22:44

    Der Preis hat mich jetzt doch sehr positiv überrascht! :-))!

  3. Hessenspotter 18. April 2011 at 19:08

    Für normale Menschen bitte den Widebody bestellen 😉

    Wir hatten uns mal für solche Fahrzeuge interresiert, bevor wir den M gekauft haben. Die Dinger sind geil geil geil, aber nix zum Touren fahren (das haben wir gesucht) für die Rennstrecke 1A. Aber dann nur alleine. Wenn zwei normale Deutsche in dem Auto sitzten haut der Fahrer bei jedem Schaltvorgang den Beifahrer mit dem Ellenbogen ;). Deswegen Widebody, selbst ich als leichter überdurschnittlicher Deutsche habe mit denen ein Problem, da braucht man dann Widebody XXL. 🙁

    Für den Preis bekommt man jedoch keine anderes Fahrzeug was mit solch einer Performance aufwarten kann (neu natürlich) wobei mir net ganz klar ist, ob der in Deutschland zugelassen werden kann (wegen Euro 5 und ESP Pflicht seit 1.1.2011).

  4. tomato 18. April 2011 at 22:22

    Ob das große oder kleine Chassis besser passt, sollte man einfach mal ausprobieren. Nach gut acht Jahren in verschiedenen Caterhams (immer im kleinen Chassis) hatte ich mit meinen 1,85m und nicht gerade zierlichen Ausmaßen jedenfalls keine Probleme, lediglich die Sitzwannenvertiefung würde ich bei meiner Größe dringend empfehlen.

    Was die ESP-Pflicht angeht, die gilt erst ab dem 01.11.2011 und da auch nur für Neuvorstellungen, für bestehende Fahrzeuge (also Fahrzeuge, die auch vorher schon als Neuwagen verkauft wurden) gelten diese Regeln erst ab 2014. Was dann sein wird und ob Kleinstserienhersteller (wie Caterham) von dieser Regel ausgenommen werden, weiss ich allerdings nicht. Ich weiss nur eins, ein Seven mit ESP ist kein Seven mehr.

  5. BMW-M5 19. April 2011 at 00:17

    ESP bräuchte es vllt nicht, aber über eine TC würde ich (selbst, wenn ich ein eingefleischter S7-Fan wäre) mal nachdenken. Hilft auch schon ein wenig…:-))!
    Zum Supersport: Für dem Jeld, unschlagbar!

  6. tomato 19. April 2011 at 22:07

    @BMW-M5

    Ich will ja hier nicht den Klugscheißer spielen, aber mich würde schon interessieren, wie Du darauf kommst, dass der Caterham eine Traktionskontrolle braucht.
    Sperrdifferential, gute Reifen und dank der hecklastigen Gewichtsverteilung hat selbst der CSR260 mit immerhin 260PS keine wirklichen Traktionsprobleme. Wheelspin geht selbstredend immer, aber Probleme, die Kraft auf die Straße zu bringen, kommen beim Caterham nicht auf.

  7. Graunase 21. April 2011 at 20:43

    Sensationell :-))! Fahren in seiner ursprünglichsten Form! Glaube kaum, daß man die Widebodyvariante braucht.Ich habe jedenfalls mal in so einem Teil gesessen, selbst mit meinen 1,95m nicht wirklich ein Problem. Wer mich kennt weiß aber auch daß ich extrem zierlich gebaut bin, denke aber dennoch, daß man sich arangieren kann. Irgendwann kommt mir sowas auch noch ins Haus – was sonst wäre die konsequente Steigerung eines Porsche?!