Jump to content
EUROPAS GROßE
SPORTWAGEN COMMUNITY
chelios_00

Mein Porsche 996 für 35.000 €

Empfohlene Beiträge

chelios_00
Erster Beitrag:
Letzter Beitrag:

Hallo liebe Gemeinde, ich wollte mich passend zum Wochenende mit meinem Anliegen an euch wenden...

 

Nachdem ich in den vergangenen Monaten gesucht habe, um einen 993 oder 964 zu finden, der in mein Budget passt,

habe ich mich auch dank des Forums davon verabschiedet. Bevor ich mir für das Budget einen hinstelle, mit dem ich

nachher gar keine Freude habe, hab ich mich die letzten Wochen auf die Suche gemacht nach einem 996, der mir gefällt

und ins Budget passt. Nun wollte ich euch einfach mal fragen, ob ihr zu meiner unten stehenden Wunschliste etwas 

hinzuzufügen habt, jemand eventuell sogar einen 996 verkauft, oder jemand kennt, der jemand kennt, ihr wisst was ich meine ;-)

 

Also - zu meiner Wunschliste, die ich bei Mobile und Autoscout mal so gespeichert habe und mir auch schon 2 996 angeschaut habe.

 

Facts

- Porsche 996

- EZ ab BJ 2000

- Cabrio - möchte ich einfach haben

- C4 - im Bezug auf Werterhalt und das finde ich bessere Fahrgefühl

- 3.4 oder 3.6 - würde ich fast zum 3.6 tendieren, da mir mal jemand gesagt hat, dass sie der "werterhaltendere" Motor sind

- Getriebe - definitiv ein Schalter

- Scheckheft - er sollte glaubhaft gepflegt sein

- Austauschmotor - finden wir ja jede menge im Internet. Wie ist hier euer Tipp, kaufen oder eher Finger weg?

 

Dinge wie die Zündspulen, Klimakondensatoren, Lichtschalter, Blinker- Rücksetzung etc. stehen auf der "Achtung- Liste".

 

Nun würde ich mich freuen, wenn ihr mir noch ein zwei Tipps geben könntet, im Bezug auf Werterhalt, Preis, Fahrleistung etc.

Mir geht es "weniger" um die Investition in die Zukunft, mir geht es um ein Auto mit dem ich Spaß haben möchte und in Zukunft vielleicht

die Perspektive habe, dass er nicht mehr weniger Wert wird, sondern vielleicht etwas nach oben geht. Ich möchte ihn nicht nach 3-4 Jahren

verkaufen, sondern ein bleibendes Stück in meiner Garage werden.

 

Ich freu mich von euch zu lesen und viele Grüße, kommt gut ins Wochenende!

 

 

 

Jetzt registrieren, um Themenwerbung zu deaktivieren »
Alaska
Geschrieben

Schau Dir die Fahrzeuge auch von unten an, ob sie im Bereich des vorderen KWS (Kurbelwellensimmerring) trocken sind. Nimm den 3,6 l.

Grüße André

chelios_00
Geschrieben

Danke @Alaska für den Hinweis. Ich hab mir bei denen wo ich bereits geschaut habe,

einen trockenen und einen "tropfenden" gehabt. Wobei man mir im Porsche Zentrum

dann sagte, dass das ein häufiges Problem ist und das am Spiel der Dichtungen liegen 

kann, was in die Kupplungsglocke tropft und dann unten sickert.


Aber, hab ich absolut im Blick!! Danke dir

Ecco
Geschrieben (bearbeitet)

Hallo Chelios_00,

um dich vor finsteren Überraschungen zu bewahren, möchte an dieser Stelle mal meine Erfahrungswerte hinsichtlich der 996 Baureihe mit Dir teilen.
Nachfolgend beschränke ich mich nur auf die größten Schwachpunkte (dass mal eine Zündspule oder ähnliches kaputt gehen kann, ist m.E. bei so einem alten Auto selbstverständlich und verdient die Erwähnung nicht):

 

Schwachpunkt Motor
Der größte Schwachpunkt der 996 Baureihe sind die Lokasil-Motoren. Also alle Motoren der nachfolgenden Modelle: Carrera, Carrera 4, 4s, Targa, Carrera Cabriolet. Der Grund hierfür, war der damalige Versuch (1996) eine kostengünstige Version des bisher verwendeten "Mezger-Motors" (benannt nach dem maßgeblichen Entwicklungsingenieur "Mezger") zu schaffen. Dabei wurde u.a. eine Zwischenwelle  und eine sogenannte Lokasil-Beschichtung auf die Zylinderlaufbahn aufgetragen. Unter dem Strich konnte man mit Hilfe der neuen Konstruktion eine erhebliche Kostenreduktion, bei gleichzeitigem Leistungszuwachs in Höhe von 14 PS erzielen. 
Heute weiß man, dass die aufgetragene Lokasil-Beschichtung kausal für die Vielzahl an Kolbenkippern (= Motorschaden) ist. Darüber hinaus ist das Lager der Zwischenwelle und die Zwischenwelle selbst dafür bekannt, zu brechen. Ein Motorschaden bei vorbezeichneten M96 Motoren sollte auf jeden Fall beim Kauf miteinkalkuliert werden. Zwar haben sich mittlerweile ein paar Firmen auf die Instandsetzung und Mängelbeseitigung dieser Motoren spezialisiert, günstig ist dies aber nicht!
 

Oftmals findet man in den gängigen 996-Inseraten die Abkürzung "ATM". Diese steht für "Austauschmotor" und ist nur scheinbar ein Vorteil, denn die ausgetauschten Motoren verfügen über die gleichen grundsätzlichen Schwachstellen und können genau so gut zu einem Motorschaden führen (nur als Anekdote: ein Bekannter von mir besaß einen 996.2, welcher bereits den 2. Tauschmotor hatte).

 

Trockensumpf

Im Zuge der Kostenoptimierung verzichtete man auch auf die herkömmliche Trockensumpfschmierung. Die Details der neuen "Pseudo-Trockensumpfschmierung" erspare ich uns an dieser Stelle und verweise nur auf die Werksangabe, welche besagt, dass diese Modelle nicht mit Semi-Slicks betrieben werden dürfen. Tut man das doch, riskiert man das Trockenlaufen, welches einen Motorschaden zur Folge haben kann. (als kleine Anekdote: Ein Freund von mir hatte damals am Boxberg seinen Boxster dadurch zugrunde gerichtet)

 

Falsche Kausalität

In gängigen Foren wird oftmals die Meinung vertreten, dass der Kurbelwellensimmering (KWS) für die Motorschäden verantwortlich ist. Das ist so nicht korrekt. Der KWS ist ein Dichtring an der Kurbelwelle, welcher bei einem Defekt Öldurchlässigkeit hervorruft, welche wiederum das Öl an der Gehäuseunterseite auf den Boden tropfen lässt. Dies ist zwar manchmal etwas peinlich, wenn man bei Freunden auf der Garageneinfahrt einen dunklen Fleck hinterlässt, führt aber nicht automatisch zu einem Motorschaden. Wer den Ölstand regelmäßig kontrolliert und keine Verschlimmerung des Ölverlusts feststellt, muss keinen (kausalen) Motorschaden befürchten.
Im Laufe der Zeit ist der Simmering von Porsche 2x überarbeitet worden (zuletzt mit einer "Doppellippe"), einen nachhaltigen Schutz bietet aber auch der neueste Simmering nicht.

Die Kosten für den Simmering betragen etwa 10 EUR. Die Installation ist bauartbedingt leider sehr aufwändig und wird mit Preisen in Höhe von 500 - 700 EUR in freien Werkstätten angepriesen (Preisangabe bezieht sich auf den Markt im Jahre 2010 und ist nicht unbedingt mehr repräsentativ).

 

Kaufempfehlung:

Schlägt das Herz nur für den 996, so empfehle ich, Modelle mit Mezger-Motor zu kaufen. Diese sind zwar deutlich teurer, aber beliebter (Werterhalt), leistungsstärker und vor allem zuverlässiger.
Mezger-Motoren wurden in folgenden 996 Modellen verbaut: GT1, GT2, GT3, Turbo (+Cab), Turbo S.


Einschätzung der Wertentwicklung: 
Auch wenn im Netz gerne versucht wird, den vorbezeichneten 996 Modellen eine ähnlich positive Wertentwicklung wie die des 993 anzudichten, ist meine Prognose für diese Modelle unter besten Umständen werterhaltend. Dabei muss man die Gefahr eines sehr kostspieligen Motorschadens billigend in Kauf nehmen.

Ich hoffe, ich konnte Dir einen guten Überblick über die 996 Baureihe vermitteln.

Beste Grüße!

bearbeitet von Ecco
LittlePorker-Fan
Geschrieben (bearbeitet)

Ich seh den Standard 996 nicht so pessimistisch

 

Dass diese ersten "Wasserboxer" einige Probleme haben, stimmt - allerdings sind sie auch -relativ- kostengünstig zu beheben. Wer vergleicht und freie Werkstätten abklappert kommt inzwischen mit deutlich unter 10k raus, selbst wenn der Motor vollkommen hinüber ist. Dafür wurden in den letzten Jahren genügend Rechtslenker 996 (und auch 986) geschlachtet. Auch eine gecrashte Tipstronix wird in der Regel filetiert.

 

Und mit einem Standard 996 oder 986 würde ich ehrlich gesagt nicht mehr zum PZ zur Wartung, dafür ist der Wagen zu *sorry* wertlos und wird es auch absehbar bleiben. Wer da auf den großen Durchstart wartet ...

 

PS: Die vielen ATMs kommen, weil Porsche bei den Neuwägen auch beim KWS radikal vorgegangen ist ...

 

Es gibt genügend 996 die problemlos fahren - die Wahrscheinlichkeit mit einem 964 oder 993 teuer einzugehen ist auch nicht unerheblich - die fangen ja auch im Alter zum Suppen an und das ist auch ein teurer Spaß die vernünftig abzudichten (meistens ist dann auch eine Überholung nicht verkehrt) ...

 

Wie bei Porsche üblich, sollte man halt etwas auf der Seite haben. Also wenn der Wagen 35tsd kostet - und da bekommt man schon gute 996 - dann sollten noch 10tsd auf der hohen Kante sein, damit man nicht beim ersten größeren Defekt verzweifelt. Das ist aber bei einem älteren M3, R129/R230, Maserati und was sonst noch so als Alternativen existiert auch nicht anders.  Wenns noch billiger sein soll, muss man eine "Klasse" runter ... Boxster, SLK, Z4 und Co.

 

GT3 und Turbo sind fein - sind aber mit ganz anderen Kosten verbunden und damit meine ich nicht nur die Einstandspreise ... keine Sparmodelle.

 

Ich würde mir einen 996 holen, wenn ich einen haben wollen würde. Zwischen 3.4 und 3.6 würde ich rein nach dem Design gehen.

Bei mir persönlich:

1.) 996 4S Cabrio

2.) 996 3.4 Cabrio

3.) 996 Targa

...

weitab geschlagen: 996 3.6 Cabrio ... die sehen irgendwie unschön aus.

 

bearbeitet von LittlePorker-Fan
Alaska
Geschrieben

@ecco : Lokasil ist keine Beschichtung. Die Einschätzung von @LittlePorkerFan teile ich. Würde mich allerdings für die 3,6 l Maschine entscheiden.

Grüße André

Ecco
Geschrieben

Hallo Alaska,

ich glaube, du täuschst dich. Hier eine von vielen Quellen, die über genügend Sachverstand verfügen:

Zitat

Problembeschreibung der originalen Lokasil beschichtete Zylinderlaufbahnen der ersten wassergekühlten Porsche Motoren, aus 40-jährige Porsche Berufserfahrung.

Quelle: https://www.theimann-motorengmbh.de/motor-probleme/

 

Landstreicher
Geschrieben

Bei dem Lokasil-Verfahren wird ein hochporöser Formkörper aus Silizium in die Gussform eingebracht. Das Motorgehäuse wird dann mit einer siliziumarmen Aluminiumlegierung gegossen. Die Zylinderlaufflächeneigenschaften sind nahezu gleich. Die Siliziumkristalle tragen auch hier den Ölfilm, in dem der Kolben gleitet. Im Gegensatz zum Alusil-Verfahren (komplettes Motorgehäuse aus Aluminium/Silizium-Legierung) lassen sich die Motorblöcke oder Gehäuse sehr gut spanend weiter bearbeiten.

matelko
Geschrieben
vor 3 Stunden schrieb Ecco:

eine von vielen Quellen, die über genügend Sachverstand verfügen

Das möchte ich bezweifeln. Nur weil etwas x-mal im Internet wiederholt wird (weil der eine vom anderen abschreibt, oder "zitiert"), ist es noch lange nicht richtig.

 

Lokasil ("lokale Siliziumanreicherung", eine Entwicklung der Firma Kolbenschmidt) ist definitiv keine Beschichtung. Ganz im Gegensatz zu Nikasil, das in der Tat eine echte Beschichtung für Aluminium-Zylinderlaufflächen darstellt, die nach dem Guß mit elektrochemischen Verfahren auf die Zylinderlaufbahn aufgebracht wird. Nikasil ist eine Entwicklung des Kolbenherstellers Mahle.

 

Die von "Landstreicher" erwähnten Formkörper (Hülsen) aus Silizium stammen von der Firma CeramTec AG aus Plochingen, die dafür eigens ein pulvertechnologisches Verfahren zu ihrer Herstellung entwickelt hat. Die Formkörper verbinden sich während des Druckgießens mit dem Aluminium des Motorblocks, das Metall wird in die poröse Preform-Struktur regelrecht infiltriert. Deshalb spricht man auch von "quasi-monolithisch", denn die Bauteile bestehen trotz der gewollten lokalen Abweichung der Zusammensetzung aus einem einzigen Guß ohne nachfolgenden Schichtauftrag.

 

Marc W.
Geschrieben

Vielen Dank für die fundierte Aufklärung. Als Mitleser stellen sich nun drei Fragen, die sich daraus ergeben und unbeantwortet sind:

 

Sind die Zylinder von den "nicht-Mezger-Motoren" der 996-Baureihe nun Nikasil beschichtet oder Lokasil lokal Silizium-angereichert?

 

Führt dieses für Porsche beim 996 neu eingeführte Verfahren zu Problemen in der Haltbarkeit?

 

Als Laie kann ich mir vorstellen, dass eine Beschichtung verschleißt/abschleift, eine lokale Silizium-Anreicherung hört sich allerdings sehr viel "dicker" an. Wenn diese lokale Silizium-Anreicherung Probleme verursacht, wie muss man sich das technisch vorstellen? Wird das Silizium wie bei Keramik-Bremsscheiben über die Dauer heraus gelöst und die Oberfläche dadurch dann zu weich?

Ecco
Geschrieben (bearbeitet)

Matelco und Alaska haben recht! Es handelt sich bei den "Lokasilzylidnern" nicht um eine Beschichtung. Dies hat allerdings nur Relevanz für die Herstellung und nicht für die Folgen.
Die M96 Motoren mit den Ziffern M96.70, (Turbo) M96.70 SL (ich habe noch keinen gesehen und weiß daher nicht, ob der GT2 Motor wirklich so heißt) M96.76 (GT3 MK I), M96.79 (GT3 MK II) und M96.?? (GT1) verfügen über die Nikasilbeschichteten Zylinderlaufbahnen und das alte Layout und gelten als langlebig.

An dieser Stelle sei gesagt, dass die Lokasilzylinder sicherlich eine konstruktionsbedingte Schwachstelle darstellen, dies muss aber nicht zwangsläufig mit dem Werkstoff zusammenhängt. Die M96.01 .. Motoren waren damals eine Neuentwicklung mit geändertem Aufbau (z.B. Zwischenwelle., Kurbelgehäuse...). Die eben benannten GT3 / GT2 / GT1 und Turbo-Motoren der M96 Serie finden ihre Wurzeln beim 964 Triebwerk (der Kopf und die Wasserkühlung einmal außen vor).

 

Nur als Info: Die Metzger Motoren wurden sogar noch im 997 MK I Turbo und GT3 / GT2 (in Rennfahrzeugen sogar noch in späteren Modellen) eingesetzt.

bearbeitet von Ecco
Gulliver
Geschrieben

...aber er will doch nur einen Porsche als Occasion kaufen, kein Diplom im Maschinenbau erwerben!

 

Beste Grüße, G.

  • Haha 1
  • Verwirrt 1
matelko
Geschrieben

Die luftgekühlten Boxer-Motoren hatten keinen Motorblock. Das waren 6 einzelne(!) Nikasil-Zylinder und 6 einzelne(!) Zylinderköpfe, die auf ein zweigeteiltes Kurbelgehäuse montiert wurden. Das war in der Fertigung extrem teuer, zudem konnte bei den luftgekühlten Motoren aufgrund zu hoher Temperaturen keine Vierventiltechnik realisert werden.

 

Die damals neuen wassergekühlten Boxer-Motoren für die Boxster- und Carrera-Modelle erhielten demgegenüber einen klassischen Motorblock, also einen aus einem Stück gegossenen Block bestehend aus Kurbelgehäuse und Zylinderblöcke (die Ingenieure nennen das "Zylinderkurbelgehäuse"), um einerseits die Wasserkühlung realisieren zu können und gleichzeitig die Fertigungskosten bei den "Brot- und Butter-Modellen" zu reduzieren. Als diese Motoren entwicklelt wurden, waren Aluminium-Motorblöcke üblicherweise vollständig aus Alusil gefertigt, was die nötige Nachbearbeitung aufgrund des Gehalts an Silizium verhältnismässig aufwändig macht. Kolbenschmidt, als ein Anbieter der herkömmlichen Alusil-Technik, hat deshalb die Lokasil-Technik entwickelt, sodaß nach dem Guß nur noch die Zylinderwände aus Alusil bestehen. Neben der viel einfacheren Nachbearbeitung gibt es einen weiteren Vorteil: Lokasil läßt sich im Gegensatz zu Alusil im Druckguß-Verfahren gießen, was allerdings zusätzlich einen entscheidenden Kompromiß bei der Auslegung von Motorblöcken benötigt. Denn Druckguß erfordert zwingend Formen ohne Gußkerne, und damit kann ein Motorblock nur in der sog. "Open-Deck" Bauweise ausgelegt werden, bei der die Zylinder umlaufende Wassermantel nach oben zum Zylinderkopf hin geöffnet ist.

 

Das führt uns zu den Problemen, die mit Lokasil verbunden sind und besonders bei Hochleistungsmotoren auftreten können. Zunächst einmal verliert ein Motorblock in "Open Deck" Bauweise gegenüber der "Closed Deck" Bauweise an Steifigkeit, weil die Zylinder in ihrem Gehäuse über keine Abstützung verfügen. Die Zylinder können sich also in einem gewissen Maß verformen. Das war der Grund, warum die Lokasil-Motoren nicht Turbo-tauglich waren und letztlich auch nicht in den GT3-Modellen zum Einsatz kamen. Dann kamen anfängliche Fertigungsfehler bei Kolbenschmidt hinzu, bei denen dem Guß nicht genügend Zeit gewährt wurde, damit das Aluminium vollständig in den Silizium-Preformer eindringen konnte. Die Folge war, daß einzelne Siliziumkristalle nicht genügend Halt hatten und sich später während des Betriebs zu lösen drohten und dann zur Riefenbildung im Zylinder beitrugen. Während die Fertigungsfehler über die Bauzeit der Motoren weitgehendst abgestellt werden konnten, war ein Wechsel von der "Open Deck" Bauweise zur "Closed Deck" Bauweise konstruktionsbedingt nicht möglich.

 

Porsche war damals Pilotkunde für die Lokasil-Technik. Man wirft Porsche ja gerne vor, nicht genügend innovativ zu sein und bei technischen Entwicklungen häufig hinterher zu hinken. Nun, im Falle des Lokasils war Porsche einmal besonders innovativ, was sich aber letztlich als ein Fehler heraus kristallisierte...  Die zweite Motorengeneration mit Wasserkühlung, bei der auch die Direkteinspritzung Einzug hielt, wurde dann ganz herkömmlich aus Alusil gefertigt, was auch ein Wechsel zur "Closed Deck" Bauweise ermöglichte. Heute ist mir auch ausserhalb von Porsche kein Motor mehr bekannt, der aus Lokasil gefertigt wird.

 

Übrigens, die Wasser-gekühlten Mezger-Motoren für den GT3 und den Turbo (ab Baumuster 996) erhielten je ein separates Zylindergehäuse für jede Zylinderreihe, in das die einzelnen, aus Aluminium gefertigten und nach wie vor mit Nikasil beschichteten Zylinderlaufbüchsen eingesetzt wurden. Die Existenz der Zylindergehäuse war der konstruktive Unterschied zu den luftgekühlten Motoren, um die Wasserkühlung der Zylinder zu ermöglichen. Die beiden Zylindergehäuse waren aber ebenfalls nicht mit dem Kurbelgehäuse verbunden. Die Fertigung dieser Motoren war immer noch ausserordentlich teuer, allerdings konnte man mit den GT3- und Turbo-Modellen auch deutlich höhere Verkaufspreise erzielen.

 

  • Gefällt mir 12
  • Wow 1

Schreibe eine Antwort

Du kannst jetzt einen Beitrag schreiben und dich dann später registrieren. Wenn du bereits einen Account hast, kannst du dich hier anmelden, um einen Beitrag zu schreiben.

Gast
Auf dieses Thema antworten...

×   Du hast formatierten Text eingefügt.   Restore formatting

  Only 75 emoji are allowed.

×   Dein Link wurde automatisch eingebettet.   Einbetten rückgängig machen und als Link darstellen

×   Dein vorhergehender Inhalt wurde wiederhergestellt.   Editor leeren

×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Ähnliche Themen

    • FerrariFan7
      Hallo an das ganze Forum!
       
      Mein erster Post hier, also eine kurze Vorstellung - Manuel, 29 Jahre alt aus Österreich und zwar aus dem schönen Westen - mit einer kleinen Auto Sucht 😉
      Aktueller Bestand bei mir:
      Porsche 991 Cayenne Turbo (2008 Bj.) Lotus Elise als Spass-Auto Von dem 991er werde ich mich jetzt trennen und eventuell auch von der Elise... what comes next? Da mein Kindheitstraum Ferrari ist... soll es ein Ferrari werden....
      Nun ich habe eigentlich von Ferrari noch relativ wenig Ahnung, habe mich aber online versucht einzulesen, schwanke nun aber eben zwischen einem 458er und einem 488er ...
      Geldtechnisch sollten beide Fahrzeuge kein Problem sein, ich habe 100.000 auf der Seite - möchte das Auto aber gerne finanzieren - und wenn mich das Auto im Monat 2000 Euro kostet, geht sich das mit meinem aktuell Gehalt locker aus - auch 3000 Euro sind kein Problem 🙂
       
      Meine Fragen:
      Welches Auto hat vermutlich den besseren Werterhalt? Ich tippe hier auf den 458er, da letzter Sauger in dieser Serie? Welches Auto ist zu präferieren - klar die Frage ist subjektiv und mir ist natürlich ein guter Sound auch wichtig, eine Beschleunigung, Querydynamik und der Fun-Faktor aber auch. Eventuell stand jemand vor der gleichen Entscheidung und kann mir hier positives/negatives der Fahrzeuge berichten? Mit welchen Kosten muss ich a) für einen 458er und b) für einen 488er rechnen, wenn ich folgende Anforderungen unterstelle: KM-Leistung < 30.000, Fahrzeug muss unfallfrei sein, am liebsten wären mir die Farben Rot, Schwarz, Gelb. Auf was muss ich beim Kauf achten? Wie finanziere ich am "Besten"? Direkt bei Ferrari? Lieber über meine Hausbank? Was empfehlt Ihr? Danke euch schon einmal für den konstruktiven Input ! 🙂
       
      Grüsse, Manuel
    • LP560-4U
      Hallo,
       
      die letzten Tage habe ich damit verbracht das Gallardo Forum durchzulesen. Es wurden einige wichtige Punkte genannt, die bei Gallardo Kauf zu beachten sind.
      Es bleiben jedoch noch Fragen offen. Hier erstmal die Fragen, die ich jedem Anbieter vorweg stelle:
      Ist das Fahrzeug unfallfrei? Ist das Scheckheft lückenlos bei Lamborghini gepflegt? Die wievielte Kupplung ist verbaut und wie ist der Verschleiß der Momentanen? (Lässt anhand der Laufleistung Rückschlüsse ziehen wie das Auto bewegt wurde) Welchen Reifen sind momentan montiert und wie viel Restprofiltiefe haben Sie? Ist eine Stahl- oder Keramikbremsanlage verbaut und wie ist der Verschleiß? (Keramik kaufe ich nur, wenn sie einen sehr geringen Verschleiß hat) Falls ein Lift System vorhanden ist, funktioniert es? Wurde das Fahrzeug vermietet? (Drückt den Preis massiv) Nach einer Probefahrt mit einem 2012er Audi R8, bei der es an Emotionen gefehlt hatte, möchte ich mir einen LP560-4 zulegen.
      Ist der Gallardo ähnlich im Verschleiß wie der R8? Der Besitzer hatte mit 60.000 km noch die erste Kupplung drin obwohl er meist im Automatik-Modus fährt.
      Welches Gerät benötige ich um den Verschleiß der Kupplung bei einem E-Gear Getriebe auszulesen und die Werte nach einem Kupplungswechsel zurückzusetzen? Funktioniert das mit dem Vas5054A?
      Welche Ausstattungsvarianten gab es bei dem LP560-4 und kennt jemand die Preise dafür?
      Fahrzeuge aus Dubai sind preislich verlockend. Welche Abstiche muss man bei denen in Kauf nehmen? 
       
      Auf was ist sonst noch besonders zu achten?
       
    • master_p
      Moin,
      mir liegt schon lange eine Frage auf der Leber, die nur Leute aus einem Sportwagen-Forum beantworten können.
      Warum kauft keinen einen günstigen und leichten Sportwagen!?
      Alle (Sportwagen-) Foren der Welt und auch sämtliche Sport-Automagazine sehnen sich nach dem leichten und dabei günstigen Sportwagen. Aber kaum einer kauft ihn. Warum ist das so?
      Toyota/Subaru hat im Prinzip mit dem GT86/BRZ etwas geschaffen, wonach alle gerufen haben. Einen leichten und günstigen Sportwagen. Natürlich ist beides nur damit zu erreichen, dass man den Wagen nicht over-engineered und im Innenraum eben nicht die Volllederausstattung zu finden ist, sondern günstiger Kunststoff. Auch meinetwegen Hyundai mit ihrem Genesis Coupé oder sogar Nissan mit dem 370Z (auch wenn der schon nicht mehr günstig ist). Und auch Peugeot hat so einige nette Spaßmodelle auf Lager. Aber wann sieht man diese Wagen schonmal auf der Straße?
      Ich für meinen Teil wünsche mir natürlich auch einen günstigen Sportler. Und man sehnt sich zurück nach E30 oder E34. Als die Welt noch simpel, dafür aber lustig war. Aber würde ich mit einen GT86 kaufen? Nein. Einerseits, weil ich - vermutlich wie andere auch - nicht 3 Wagen in der Garage stehen habe und daher eher die eierlegende Wollmilchsau benötige mit Platz für die Familie, Komfort für Reisen, am besten einem Rest an Sportlichkeit und wenn ich schon 30.000€+ für einen Wagen ausgebe auch eigentlich nicht in einer Plastikwüste sitzen will.
      Aber auch gerade deshalb sind wir natürlich Schuld an den Fahrzeugen, die die Marken auf den Markt werfen. Eigentlich hätte sich jeder auf diese Fahrzeuge stürzen müssen, um den Herstellern zu zeigen, dass es sich lohnt solche Flitzer im Markt zu halten. So denke ich wird es für die o.g. Modelle kaum noch Nachfolger geben. Man sagt dem GT86 zu wenig Leistung zu. Aber 200PS reichen doch für alles möglich aus - machen Spaß und der Wagen ist wirklich lustig zu fahren. Aber auf der Autobahn holt mich fast jeder Vertreter-Diesel mit seinen Nm ein und das ohne zu schwitzen und ohne, dass einem ein Hörsturz einholt.
      Günstiger Sportwagen gesucht. Wer schreit denn immer nach solchen Wagen und wer kauft sie dann am Ende doch nicht - außer mir? Und was sind Eure Gründe dafür? Wenn es so weitergeht, wird sowas überhaupt nicht mehr zum Kauf angeboten. Aber juckt das dann jemanden? Klar wirklich Spaß machen auch Elise und Co. aber die sind dann wieder so teuer, dass sich nur wenige so ein Teil für die wochenendlichen Sportfahrten in die Garage stellt - zumal rund um HH auch keine wirklich netten Fahrerstrecken zu finden sind, aber das ist eher das Problem der Nordlichter-Fraktion. Was empfiehlt ihr denn für billige Sportwagen?
       

    • Uexkuel
      Hallo liebe community,

      seit geraumer Zeit verfolge ich das Ferrari Forum und interessiere mich immer mehr für einen F-355 Spider.

      Kann mir jmd. mit Erfahrung sagen, was ich für einen F-355 Spider mit folgenden Parametern als Kaufpreis rechnen muss und auf was es zu achten gilt?

      Parameter:

      - F-355 Spider
      - Deutsche Erstzulassung
      - Baujahr 1998-1999
      - Farbkombination: rosso corsa / crema
      - weniger als 30000 Km
      - Zustand 1 bis 1.5

      Vielen Dank für Infos im Voraus.


      Mit freundlichen Grüssen,

      Uexkuel
    • DennisL
      Hallo leute!
      Mein Name ist Dennis und ich habe entschlossen mir einen Ferrari 458 Italia in Weiß zu kaufen.
      Nun wird dies mein erster Sportwagen sein & habe somit keine Kostenvorstellung.
      Ich würde gerne wissen wieviel Euronen ich insgesamt für das Auto pro Monat weglegen müsste (Sprit - Versicherung c.a - e.t.c )
      Ich weiß das man sowas pauschal nicht beantworten kann weil man ja nicht weiß wie oft jemand damit fährt, aber eine ungefähre Angabe würde mir echt weiterhelfen:-))!
      Außerdem würde ich gerne wissen ob man an der einen oder anderen Ecke sparen könnte
      Ich habe ein monatliches Einkommen von 10.000 Euro wobei 2500 davon abgehen (Umkosten)
      Dazu kommt noch hinzu das ich das Fahrzeug höchstwahrscheinlich Leasen muss da ich nicht mal eben 100.000 - 150.000 angespart habe.
      Freue mich auf Antworten! Gruß Dennis

×
×
  • Neu erstellen...