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Bremsservo Girling MK2a

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Gast
Geschrieben (bearbeitet)

Die Girling MK2a sind in diversen Fahrzeugen eingebaut, u.a. auch Lamborghini Jarama und Espada. Im Betrieb und bei Überholen gibt es mitunter Probleme, die hier abgehandelt werden sollen.

 

Die ersten beiden Bilder zeigen den Servo, das dritte das Innenleben.

 

 

girling4.JPG

girling1.JPG

girling5.jpg

 

 

 

 

 

 

Typisches Problem bei alten Einheiten ist, dass die Dichtung zwischen dem hydraulischen Teil (im Schema oben) und dem pneumatischen Teil (im Schema unten) versagt. Man erkennt es daran, dass das Bremsflüssigkeitenniveau langsam sinkt, ohne dass man irgendwo ein Leck feststellen kann. Im weit fortgeschrittenen Fällen raucht es aus einem Auspufftrakt. Warum? Weil der pneumatische Teil, der an der Ansaugbrücke angeschlossen ist wg. Unterdruck, mit Bremsflüssigkeit vollläuft. Da isse also geblieben

 

girling3.jpg

 

 

 

Gute Überholkits enthalten all dies

 

 

girling2.jpg

 

Bitte dabei den schwarzen Schaumgummi rechts um die Korkdichtung beachten, dieser spielt noch eine Rolle.

Im Prinzip ist die Überholung einfach, nämlich Austausch der alten Dichtungen durch die Neuen und entsprechend der meist mitgelieferten Anleitung. Dabei ist der schwierigste Teil, die Zylinder des hydraulischen Teil sauber zu bekommen. Hierzu erfolgt bei mir eine Reinigung im Ultraschall,zunächst in alkalisch/wäßriger Lösung, dann in Aceton und dann in Waschbenzin. Danach werden die Laufbahnen aber immer noch Dreck und (hoffentlich nur) leichte Alukorrosionsspuren aufweisen. Dies bearbeite ich indem ich für den jeweilig zu bearbeitenden Zylinderabschnitt einen etwas kleineren Bohrer auswähle und um den Schaft 1200er Schleifpapier wickele. Dann mit Öl benetzen, einführen und schleifpolieren per Hand natürlich. Braucht viel Geduld und Ausdauer, aber man erhält eine perfekt innere Oberfläche, wobei nur minimalst abgetragen wurde.

 

Selbstverständlich sollte man genauestens prüfen, wenn in einer Laufffläche Schäden sind, die so nicht verschwinden, dann muss entweder ein neuer Servo her, oder man muss eine neue Laufbuchse anfertigen und einsetzen (anderes Thema)

 

 

Nun haben erstaunlich viele Leute Probleme mit überholten Servos, nämlich dass diese die Bremsen nur verzögert wieder lösen, oder gar blockieren, bei gelöstem Bremspedal. Hierfür gibt es m.E. eine Reihe möglicher Ursachen. Dazu nochmals das Schema..

 

 

girling5.jpg

bearbeitet von Gast
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Gast
Geschrieben (bearbeitet)

 

Der Pneumatikkolben 36 trägt eine Stange (ohne Bezugszeichen), welche in den Hydraulikteil eingeführt wird (die Dichtung dort ist bei Versagen der Grund für das Vollaufen des Gehäuses 30 mit Bremsflüssigkeit) Außen um den Kolben umlaufen ist eine Ledermaschette, welche den Kolben 36 gegen das Gehäuse 30 dichtet. Diese Ledermanschette wird durch die Schaumgummiwurst 35 unterfüttert und gestützt.

 

Probleme (Blockieren bzw. verzögertes Lösen) entstehen, wenn der Kolben 36 nicht frei und gut in dem Gehäuse 30 gleiten kann, denn solange der Kolben nicht in seiner Ausgangslage (nach rechts) ist, "drückt" der Servo die Bremse, auch bei nicht getretenem Pedal.

 

Ein schlechter "Lauf" des Pneumatikkolbens kann verschiedene Ursachen haben

 

1) Mangelnde Zentrierung des Kolben 36 im Gehäuse 30. Betrachtet man das Schema, dann sieht man 3 Schrauben 38 mit welchen das Gehäuse 30 an dem Hydraulikgehäuse 5 angeschraubt wird. Hierbei ist seitliches Spiel vorgesehen. Daher dürfen die Schrauben 38 erst nach Zentrierung endgültig fest geschraubt werden. Die Zentrierung ist eine heikele Sache und funktioniert so, wie in der Überholanleitung angegeben, eher nicht gut. Besser ist es, die Schrauben 38 eher fest anzuziehen, den Kolben 36 einzuführen und gegen die Feder 37 ganz einzudrücken und zu checken, dass der Kolben möglichst leichtgängig auch wieder ganz raus kommt (und einen "anspringt". Ggf. kolben wieder raus, Schrauben 38 lösen, das Gehäuse 30 leicht verschieben (möglichst in die richtige Richtung) wieder anziehen und wieder testen. In mehreren "try and error" Schritten kommt man so zu dem besten Rsultat.

 

2) Die Wurst 35. Das Teil, welches in den Überholssätzen mitgeliefert wird, ist m.E. viel zu steif. Hinzu kommt, dass das Leder des Kolbens 36 alterungsbedingt gegenüber dem Neuzustand steif geworden ist. Beides zusammen führt oft dazu, dass der Kolben 36 viel zu schwergängig im Gehäuse 30 läuft. Ohne dies empfehlen zu wollen, entweder mit der alten Wurst, oder ganz ohne Wurst (wenn diese kompostiert ist) funktioniert das System auch bestens nach meinen Erfahrungen (auch nach 20 Jahren). Dazu trägt sicherlich auch bei, das das steif gewordene Leder selbst völlig hinreichend abdichtend angedrückt wird.

 

3) Schmierung zwischen Kolben 36 und Gehäuse 30. Hier sollte m.E. kein hochviskoses Fett verwendet werden, weil dies ebenfalls den Lauf des Kolbens bremst. Vielmehr sollte ein möglichst niederviskoses Fett (ich nehme Silikonfett, welches in diversen Viskositäten erhältlich ist) eingesetzt werden und die gesamte Zylinderinnenfläche des Gehäuses 30 damit sparsam (!) eingestrichen werden.

 

 

Das Blockierproblem hatte ich beim Jarama vor 25 Jahren beim ersten Überholversuch auch. Also das Teil wieder raus (macht Spaß) und zu eben obigen Erkenntnissen gekommen, insbesondere zu dem Verzicht auf die "Wurst" 35. Beim Espada funktioniert es auch schon einige Jahre, also insgesamt  6:0 gegenüber anderen Erfahrungen, die dann mitunter verzweifelt einfach andere Servos eingebaut haben .... B):D

 

 

 

P.S.:

Noch eine wichtige mögliche Fehlerquelle ist mir eingefallen, nämlich die Blattfeder 7 bei den Steuerventilen 6. Diese muss plan sein. Ist sie aus welchen Gründen auch immer verbogen, muss diese gerichtet oder ersetzt werden (nicht im Kit enthalten)

 

Ansonsten ist das Teil einfach und zuverlässig :D

bearbeitet von Gast

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