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NicktheQuick

BMW M5 F10 Erfahrungsbericht

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NicktheQuick
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Hallo,

das hier ist mein erster Beitrag und ich möchte mich als BMW M5 F10 Fahrer vorstellen. Ich habe hier oft im Stillen mitgelesen und würde gerne jetzt am Forumsgeschehen aktiv teilnehmen. Dazu habe ich euch meinen Erfahrungsbericht zum M5 hier reingestellt und freue mich auf eine rege Diskussion.

Viele Grüße Nico

----------------------------------------------------------------

Dieses mal möchte ich einen Bericht über die Power-Limousine von BMW abgeben.

Ich habe das Fahrzeug als Langstrecken- und generell als Autobahnfahrzeug angeschafft, denn da gehört der M5 meiner Meinung nach als einziges hin.

Der Motor:

ist der zentrale Drehpunkt, um den sich der neue M5 überhaupt dreht. Klar war ein V10 auch was tolles, aber man wird ihn fahrleistungsmäßig nicht vermissen, weil die 680nm Kraft immer und sofort zur Stelle sind, man Schub bis in den Begrenzer ohne Nachlassen hat und ganz entspannt bei 130kmh mit 10l Verbrauch und 2000rpm auf der AB cruisen kann. Meiner Meinung nach hat der M5 wirklich 2 Gesichter, zum einen der rationelle Cruiser, ein ganz normaler 5er halt und dann sobald die Sport-Taste gedrückt wird, kommt das Biest zum Vorschein. Die Beschleunigungsleistungen kann man ab 100kmh wirklich ausnutzen (darunter wird man permanent mit der Traktionskontrolle konfrontiert) und sind ungefähr auf Porsche Turbo 997 Niveau.

Die Eigentliche Sensation ist meiner Meinung nach nicht die Fahrleistung bei 560 PS, sondern der niedrige Verbrauch von 10-13 Litern Super Plus. Im Alltag ist der M5 genauso sparsam wie ein 335i.

Das Fahrwerk:

Ein Alleskönner!!

Comfort-Modus zum Gleiten. Unebenheiten werden gut abgefedert.

Sport: Hart, mit viel Rückmeldung am Lenkrad, man spürt die Unebenheiten und den Grip an VA und HA.

Sport Plus: noch härter, eigentlich für den Alltag nicht wirklich zu gebrauchen.

Die Stabilität und der Geradeauslauf der M5 ist grandios. Bis zur Endgeschwindigkeit von 305 kmh kommt keine Unruhe auf. Es ist erschreckend wie wenig man von der Geschwindigkeit merkt. 200kmh kommen einem wie 120kmh im Normalauto vor.

Der M5 soll ja laut Autozeitungen auch sehr sportlich in Kurven zu fahren sein. Ich bin der Meinung das die Landstrasse und auch von mir aus der Nürburgring nix für den M5 sind. Ich habe nur den 335i als Vergleich und der ist auch kein Kurvenräuber. Aber der M5 ist nochmal behäbiger. Da können auch das super Fahrwerk ohne Seitenneigung und die dicken 295er Hinterreifen nichts ändern. Das Sperrdifferential macht dabei jedoch eine gute Arbeit. Man kann jedenfalls aus den Kurven gut rausbeschleunigen.

Die Bremsen:

Die Bremsen sind ausreichend dimensioniert, dennoch bremst der M5 als 2 Tonnen-Klotz nicht mit der Leichtigkeit eines Kleinwagen und schon gar nicht eines Sportwagens. Die Bremsen verschleissen dementsprechende im Rekordtempo wenn man es drauf anlegt. Auch auf der HA ist (wahrscheinlich ESP bedingt) relativ viel Verschleiss zu verzeichnen.

Die Schaltung:

Das DKG ist wirklich gut gelungen und dem Doppelkupplungsgetriebe von Audi ebenbürtig. Man kann 3 Schaltzeiten konfigurieren von ganz gemütlich bis ultraschnell. Im schnellesten Modus wird wirklich stufenlos und ohne Ruck geschaltet. Die Schaltzeiten sind auf Sportwagenniveau, was auch sicherlich den grandiosen Durchzug des M5 mitbedingt.

Das ESP/Traktion:

Traktion hat der M5 reichlich, doch sollte man den Gasfuss mit Köpfchen einsetzen. In den ersten 3 Gängen ist eine volles durchbeschleunigen fast nicht möglich. Auch im Trockenen ist mehr als 3/4 Gas nicht möglich. Die Dosierung des Gaspedals ist je nach Modus schärfer aber insgesamt etwas inhomogen. Drückt man das Pedal im ersten Drittel durch passiert wenig, im zweiten Drittel ist man gut unterwegs, erst im oberen drittel bekommt man die vollen 560PS.

Die Physik kann man nicht überlisten, dennoch schafft der M5 seine Werksangaben von 4,4 sec auf 100kmh. Auf der AB kann es auch mal sein das die Traktionskontrolle im 3. oder 4. Gang bei 150 oder 180kmh nochmal aufleuchtet. Den Regeleingriff merkt man zwar nicht, aber das permanente flackern des gelben Lämpchens schon.

Sonstiges:

Der M5 ist von aussen wirklich laut im Sport-Modus. Man merkt es jedoch im Innenraum überhaupt nicht, daher kommt kein wirkliches Sportwagenfeeling auf. Es kann sein das man durch die Wohnsiedlung fährt und der Nachbar zwei Strassen weiter sagt das er einen schon gehört hat. Die Akzeptanz und der Sozialneid in Bezug auf den M5 sind ausgewogen. Ich habe schon alles erlebt von blöden Sprüchen an der Tanke, bis hin zu "Daumen hoch" von Passanten. Alles in allem ein Wagen der auffällt, zwar vielleicht nicht wie ein Porsche oder Lamborghini aber dennoch wissen viele Leute was da auf der Strasse rollt, trotz der relativ zivilen Optik des M5.

Fazit:

Der M5 ist sehr gut gelungen und voll alltagstauglich bei brachialen Fahrleistungen. Gut kontrollierbar und gut dosierbar verdient er meiner Meinung nach das Lob der Presse zurecht. Er fährt in derselben Liga wie die AMGs oder auch der Porsche Panamera.

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Thorsten0815
Geschrieben

Schöner Bericht :-))!

Danke

Gast amc
Geschrieben

Ein schöner Bericht, aber ich habe ein paar Anmerkungen aus meinem Blickwinkel:

Der M5 soll ja laut Autozeitungen auch sehr sportlich in Kurven zu fahren sein. Ich bin der Meinung das die Landstrasse und auch von mir aus der Nürburgring nix für den M5 sind. Ich habe nur den 335i als Vergleich und der ist auch kein Kurvenräuber. Aber der M5 ist nochmal behäbiger. Da können auch das super Fahrwerk ohne Seitenneigung und die dicken 295er Hinterreifen nichts ändern. Das Sperrdifferential macht dabei jedoch eine gute Arbeit. Man kann jedenfalls aus den Kurven gut rausbeschleunigen.

Hier macht sicher auch der Ausstattungsgrad nochmal was aus (z.B. Schiebedach ja/nein). Nach über 2 Jahren mit dem M5 und parallel einem leichten E85 Z4 macht mir gerade auf der Landstraße der M5 viel Spaß. Gewiss, es kommt auf die Art der Landstraße an - Haarnadelkurven sind schon wegen des Radstandes ein Problem - aber vor allem auf unruhigen Landstraßen ziehe ich ihn jederzeit jedem beliebigen 3er vor - da müsste man zum E46 zurück um etwas zu bekommen was wirklich und nicht nur gefühlt agiler ist.

Meiner Meinung nach entsteht der subjektive Eindruck dadurch daß die Lenkung erheblich mehr Lenkkräfte als in anderen BMWs erfordert.

Das DKG ist wirklich gut gelungen und dem Doppelkupplungsgetriebe von Audi ebenbürtig. Man kann 3 Schaltzeiten konfigurieren von ganz gemütlich bis ultraschnell. Im schnellesten Modus wird wirklich stufenlos und ohne Ruck geschaltet. Die Schaltzeiten sind auf Sportwagenniveau, was auch sicherlich den grandiosen Durchzug des M5 mitbedingt.

Bei mir ruckt es beim Hochschalten unter Volllast im schnellsten manuellem Modus - finde ich aber auch passend so. Übrigens finde ich das DKG schon allein deshalb so gelungen weil die Paddles extrem gut in der Hand liegen und das mechanische Feedback sehr schön ist und die Schaltrichtung des Knaufs genau richtig ist (sehr nützlich beim Schalten beim Abbiegen aus dem Stand heraus).

Was den Durchzug beim Hochbeschleunigen angeht, ist etwas anderes entscheidend - Drehvermögen und Drehmomentkurve des Motors. Der M5 dreht bis 7000 ohne daß die Maximalleistung fällt und kuppelt nach dem Hochschalten gleich wieder nur sehr knapp unterhalb der Maximalleistung ein.

Auch im Trockenen ist mehr als 3/4 Gas nicht möglich. Die Dosierung des Gaspedals ist je nach Modus schärfer aber insgesamt etwas inhomogen. Drückt man das Pedal im ersten Drittel durch passiert wenig, im zweiten Drittel ist man gut unterwegs, erst im oberen drittel bekommt man die vollen 560PS.

Es geht schon mehr, aber halt nicht immer. Wenn die Sommerreifen auf Temperatur, der Asphalt warm und für den letzten Kick das DSC auf "MDM" gestellt ist. Die Charakterisierung des Gaspedals halt ich nicht für richtig, ich denke Du hast Verzögerung durch Ladedruckaufbau teilweise hineinempfunden. Auf Sport Plus ist das Gaspedal bei mir auch am Anfang so empfindlich, daß man sehr sorgsam dosieren muss um sauber anzufahren. Und die 560 PS liegen vor allem erst ab ca. 5500 U/Min am Getriebe an, die Gaspedalstellung ist nochmal eine andere Frage. Meintest Du das Drehmoment?

Sonstiges:

Der M5 ist von aussen wirklich laut im Sport-Modus. Man merkt es jedoch im Innenraum überhaupt nicht, daher kommt kein wirkliches Sportwagenfeeling auf. Es kann sein das man durch die Wohnsiedlung fährt und der Nachbar zwei Strassen weiter sagt das er einen schon gehört hat.

Hast Du das Competition Package oder einen anderen Optionsauspuff? Kaltstart außenvorgelassen (der ist sehr laut) finde ich den M5 im Teillastbereich außen ziemlich leise - unter Volllast ist das freilich eine andere Sache, das aber ist auch ohne Sportmodus so.

Auch zu ein paar anderen Punkten wäre noch gut zu wissen von wann Dein M5 ist (es gab Lenkungs- und Fahrwerksänderungen) und welche fahrdynamisch relevanten Ausstattungen Du hast.

NicktheQuick
Geschrieben

Ich habe den M5 ja noch nicht so lange, daher experimentiere ich noch mit dem Gaspedal. Das Drehmoment ist positiv gesagt, etwas gewöhnungsbedürftig :). Mein M5 ist von 2012 mit Drivers Package, ist also offen bis 305 kmh. Kein Competition-Package, also ganz normale Stahlbremse (die ab und zu quietscht) und auch kein Performance-Auspuffanlage. ...

Ist der Unterschied zur Performance-AGA sehr gross?? Also wie gesagt ist der M5 im SportPlus Modus nicht zu überhören...oder meine Nachbarn haben halt gute Ohren :).

milkyway
Geschrieben

Hallo!

Also beim M5 mit der Akrapovic-Anlage brauchen Deine Nachbarn keine guten Ohren mehr, eher Ohrenschützer.

ich nutze mit meinem Nachbarn zusammen eine recht lange Einfahrt und meine Garage liegt so, dass der Schalltrichter direkt gen Schlafzimmerfenster von denen geht. Obschon da etliche Meter dazwischen liegen, wissen die sehr genau, wann ich wegfahre und wann ich wiederkomme.

Letztens kam ich nach hause und meine Frau saß auf der Terasse. Eine frische Tasse Kaffe stand auf dem Tisch (meine Frau trinkt keinen Kaffee). Sie meinte, sie hätte ihn aufgebrüht (mit der Jura) als ich von Autobahn abfuhr, da sie mich ab da gehört hätte. Nun ja, das ist Luftlinie locker über einen Kilometer weg. Ach ja, jetzt bitte keinen dummen Spruch von wegen "war für den Hausfreund gedacht, der schnell verschwand etc."!!!

Als mein Sohn das Auto hatte, habe ich es auch bei weitem länger gehört als gesehen. :)

Sovie zum Thema Performance-Anlage etc.

CU Oliver

charder
Geschrieben

wer von euch hatte auf der Autobahn schon mal eine Begegnung mit dem Audi RS6, aktuelles Modell?

Ich hatte heute einen solchen vor mir, freie Straße, trocken, um die 15 Grad. Ab 120 beide voll beschleunigt, aber er kam überhaupt nicht weg, sondern der Abstand wurde sogar deutlichst geringer.

Macht der Allrad, Windschatten, Doppelkupplungsgetriebe hier so viel aus. Oder streut der M5 competition wirlich so stark noch oben?

Ich war wirklich enttäuscht vom Audi.

Gast amc
Geschrieben

Warum sollte der Audi denn wegkommen? Er hat doch in diesem Szenario nur Nachteile und bei der Leistung auf dem Papier in etwa Gleichstand. Auf dem Prüfstand werden beide sich in der Nähe von 600 PS einordnen.

Der Allradantrieb hat aber mehr Reibung und bringt bei der Geschwindigkeit keine Vorteile. Getriebetyp sollte kaum etwas ausmachen, das vom RS6 hat eine Wandlerüberbrückung.

Der RS6 ist 100kg schwerer, mehr Verlust im Antriebsstrang (5-10% darf befürchtet werden), Aerodynamik vermutlich ähnlich oder einen Tick schlechter (habe leider keine Daten zum RS6), dann kommt halt sowas dabei raus.

Solange die Straße trocken ist, versteht sich.

Eno
Geschrieben
(...)Macht der Allrad, Windschatten, Doppelkupplungsgetriebe hier so viel aus. Oder streut der M5 competition wirlich so stark noch oben?

Da hast du deinen Grund.

Je schneller es wird, desto höher wird der Luftwiderstand - Ich bin mit meinem im Vergleich untermotorisierten Wagen auch schon an Autos der 400+ PS Klasse dran geblieben.

(Über den Sicherheitsabstand decken wir mal den Mantel des Schweigens - wenn man einmal den Windschatten verliert, ist es nämlich vorbei.) ;)

Mit anderen Worten: wenn du jemandem wegfahren willst, der sich in den Windschatten hängt, brauchst du gad bei so hohen Geschwindigkeiten deutlich mehr Leistung. (Oder eine deutlich höhere Vmax)

Kleine Anekdote aus meiner Jugend:

Mit dem eigentlich nur ca. 60 - 65 km/h fahrenden 50ccm Moped habe ich mich ganz gern hinter einen Bus gehängt - dann lief das Teil auch 80 :D

Gruß

Eno.

ilTridente
Geschrieben
wer von euch hatte auf der Autobahn schon mal eine Begegnung mit dem Audi RS6, aktuelles Modell?

Ich hatte heute einen solchen vor mir, freie Straße, trocken, um die 15 Grad. Ab 120 beide voll beschleunigt, aber er kam überhaupt nicht weg, sondern der Abstand wurde sogar deutlichst geringer.

Macht der Allrad, Windschatten, Doppelkupplungsgetriebe hier so viel aus. Oder streut der M5 competition wirlich so stark noch oben?

Ich war wirklich enttäuscht vom Audi.

hatte ich mal mit der Corvette das vergnügen ( ok die war nicht Serie ) , allerdings inhaliert man damit auch den M5 :-)

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      Ab 5000 U/min fühlt sich der V12 richtig wohl und zieht dabei ohne mit der Leistung nachzulassen brutal schnell bis 8500 U/min in den Drehzahlbegrenzer. Im Vergleich zu den heute üblichen, aufgeladenen Sportwagenmotoren mit wesentlich höheren Literleistungen bricht bei dem Sauger die Leistungsabgabe bis in die höchste Drehzahlregionen unter Volllast nie ein da ein zunehmender Hitzestau aufgrund heiß laufender Laderkomponenten hier absolut kein Thema ist. Bezüglich Standfestigkeit gilt ganz klar die alt bewährte Formel - Hubraum ist durch nichts zu ersetzten. Hohe Drücke bei hohen Temperaturen wirken sich generell sehr negativ auf die Dauerfestigkeit aus!
       
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      Es ist eine wahre Freude wie unnachgiebig und lässig der V12 jenseits der 340 km/h auch noch auf den üblichen Autobahnsteigungen immer weiter schiebt bis in den Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer - den Begrenzer konnte ich leider nicht mehr erreichen da zu viele Beckenrandschwimmer auf der rechten Fahrspur aufgetaucht sind (hoffe, dass bald wieder eine Fußballmeisterschaft kommt und die meisten vor der Glotze hocken). Selbstverständlich werde ich niemand in irgendeiner Weise durch die schnelle Vorbeifahrt erschrecken oder in Bedrängnis bringen nur um zu kontrollieren ob der Höchstgeschwindigkeitsbegrenzer bei 8000 U/min und 362 km/h nach Tacho oder erst bei 366 und 8070 U/min einsetzt. Das hat man als Aventador-Fahrer überhaupt nicht notwendig, allein aufgrund der physikalischen Gegebenheiten hat das Fahrzeug bezüglich Topspeed gewaltiges Potenzial.
       
      Das Überholprestige ist das Beste was man sich (ohne Blaulicht) vorstellen kann und spart eine Menge Nerven. Über die Hälfte der Verkehrsteilnehmer machen bereitwillig Platz, wenn sie so etwas breites und flaches im Rückspiegel bemerken. Bei den übrigen Kandidaten schaltet man nur 2 bis 3 mal kurz runter um bei über 6000 U/min den bestialischen Formel1-Sound zu aktivieren. Mit dem Aventador ist dadurch ein dichtes Auffahren oder stressiges Drängeln komplett unnötig.
       
      Die niedrige Gesamthöhe von 1,13 m mit der dadurch resultierenden geringen Projektionsfläche und den beim Aventador S nicht vorhandenen abstehenden Spoiler wirken sich sehr positiv auf den Luftwiederstand und die Höchstgeschwindigkeit aus. Mehr Abtrieb benötigt er auch nicht da er im Vergleich zum SVJ rein statisch ein Mehrgewicht von 22 kg auf die Vorderachse und 50 kg mehr auf die Hinterachse bringt. Dass der S dabei ohne die weicheren Sportreifen des SVJ in der Beschleunigung von 0 auf 100 nur 0,1s, von 0 auf 200 nur 0,3s und von 0 auf 300 nur 0,2s länger benötigt ist ein Witz (Messwerte AutoBild Sportscars).
       
      Längere Staus bei einer rekordverdächtigen Affenhitze (Ende Juli) mit gemessener Außentemperatur von 41°C zwischen den reflektierenden Betonfassaden im Großstadtverkehr lässt sich mein komplett schwarzer Aventador S nicht im geringstem negativ anmerken. Die Temperaturen bleiben bei maximal aktivierter Klimaanlage stabil im Mittleren Bereich (ca. 100°C Öl und 90°C Wasser). Lamborghini hat die Kühlungskapazität über die Jahre immer weiter optimiert - perfekt für die Heißländer mit wohlbetuchter Kundschaft. Blickt man durch den Rückspiegel, wenn die großvolumigen Gebläse mit hohen Drehzahlen am Heulen sind flimmert nur so die Luft über dem Heck wie bei einem Kampfjet mit Nachbrenner beim Start. Überall freuen sich die Passanten und animieren einem zum Gas geben, so macht das Stehen im Stau bei den recht unangenehmen Außentemperaturen auch noch richtig Spaß. Echt verwunderlich, der brutale V12-Sound würde von anderen PKWs niemals in der Ausprägung so positiv akzeptiert werden.
       
      Fahrwerk: Die aktive Hinterradlenkung ist für den Aventador ein richtiger Segen und eine wesentliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger. Damit lässt es sich richtig wendig um die Ecken fetzen wie bei einem viel kleinerem Auto mit kurzem Radstand. Der Allrad verspannt sich beim Abbiegen weniger und er hat in engen Kurven eine bessere Traktion weil die Hinterräder aktiv in die richtige Position gelenkt werden - er bringt dadurch die Leistung generell effektiver auf die Straße. Jedoch muss man sich bei den sehr hohen Geschwindigkeiten an die mitlenkenden Hinterräder gewöhnen. Er bleibt immer präzise und stabil in der Spur, wenn das Lenkrad möglichst ruhig geführt wird.
       
      Die magneto-rheologische Dämpfung lässt sich von hart bis knall-hart verstellen, für den artegerechten Umgang voll ausreichend, jedoch nichts für Weicheier. Das aufwändige Pushrod System mit den horizontal liegenden Dämpfer an Vorder- und Hinterachsaufhängung ist absolut das Beste was im Sport- und Rennwagenbau existiert.
       
      Das Infotainment habe ich außer ein paar dringender Telefonate in den ganzen 1,5 Jahre noch nie benötigt obwohl ich die nicht gerade günstige Sensonum-Musikanlage mitbestellt habe. Mit dem Aventador fahre ich auch nicht nach dem Navi sondern frei Schnauze dahin wo es mir gefällt und ich möglichst freie Fahrt habe oder freundlich Platz gemacht wird. Fakt ist; das richtige Sound- und Entertainment-System sitzt beim Aventador hinter den Sitzen im Motorraum in Form von 12 Zylinder! In 10 oder 20 Jahre ist das heute schon wieder veraltete Infotainment vollkommen irrelevant. Für einen angehenden V12-Klassiker zählen robuste und konventionelle Technik in einem einzigartigen Design. Wer ein Fahrzeug mit hochmodernem Multimediasystem sucht liegt hier völlig falsch und kauft sich am besten jedes Jahr ein billigeres Multimediavehikel.
       
      Der Verbrauch von 20 bis 30 L/100km entspricht keinem kränkelndem Spritsparwunder, sondern ganz den Fahrleistungen eines robusten, großvolumigen V12 und man darf sich öfters auf die Gaudi beim Tanken freuen. Da ist immer was los, 95% der Passanten sind dabei total begeistert. Den restlichen 5% (meist Artenschützer bzw. Hobbynaturschützer) erklärt man recht freundlich und fundiert, dass es sich dabei nicht nur um ein Fortbewegungsmittel zum sinnlosen Drauflosfahren handelt sondern um eine kunstvolle Synthese aus atemberaubendem Design und einer klassischen frei atmenden, vom Aussterben bedrohten V12-Verbrennungskraftmaschine mit artgerechtem Bewegungsdrang und Geräuschverhalten.
       
      Ein paar Nachteile oder kleinere Spaßbremsen muss es natürlich auch geben. Der Aventador ist generell nur sehr eingeschränkt alltagstauglich und höchstens als Zweit- oder besser als Drittwagen geeignet. Im Innenraum auf der Fahrerseite sind außer dem winzigen Fach in der Mittelkonsole keine Staufächer oder Ablagemöglichkeiten vorhanden. Nur in Verbindung mit dem Reisepaket für schlappe 952€ Brutto gibt es zwei Becherhalter in denen ich mein Handy mit Geldbeutel platzieren kann und ein zwingend erforderliches Gepäcknetz hinter den Sitze damit nicht alles durch die Gegend fliegt.
      Allein aufgrund seiner Dimensionen kann man nicht einfach einsteigen und drauflosfahren wie mit jedem anderen Auto. Die Sicht ist im Allgemeinen und Besonderem nach hinten extrem eingeschränkt. Hoch hängende Ampeln sind aufgrund der fast auf dem Boden liegenden Sitzposition kaum im Sichtbereich und alle andere Verkehrsteilnehmer schauen auf einem herab. Die Rückfahrkamera und das Liftsystem sind fast immer erforderlich. Da der Aventador ohne Rückspiegel schon über zwei Meter breit ist muss man sich vorher genau überlegen ob man in eine schmälere Straße einfahren kann oder z. B. mit Verengungen aufgrund geparkter Autos rechnen muss. Hohe Randsteine sind der blanke Horror! Permanent muss ich auf genügend Abstand zum filigranem Felgenhorn meiner schwarz beschichteten Diantus mit der extrem niederen Querschnittsbereifung achten.
       
      Beim Überholen eines LKW oder Landmaschine ist auf den schmäleren Land- oder Kreis-Straßen ein cooles Vorbeiquetschen wie z. B. mit dem 911er unmöglich, wenn der Andere nicht freiwillig auf den Straßenrand fährt. Enge Kurven machen gewaltigen Spaß und liegen dem Aventador S mit ordentlicher Querbeschleunigung richtig gut, nur darf nichts Breites entgegenkommen oder die Straße muss breit genug sein!
       
      Fazit: Die Unterhaltskosen gehen voll in Ordnung bei dem was er vor allem an Highspeed-Fun, atemberaubender V12-Soundkulisse, exklusivem Fahrfeeling, außergewöhnlichem Design und Überholprestige bietet. Da gibt es noch kostspieligere Exoten, die kaum schneller sind, schlechter verarbeitet sind und eine anfällige Technik ohne die notwendige Entwicklungstiefe mit ausreichender Erprobung haben. Ich möchte hier keine langwierige Milchmädchenrechnung aufstellen, kurz zusammengefasst kostet er wesentlich mehr wie mein ehemaliger Gallardo oder ein Huracan, aber nicht ganz das Doppelte. D. h. wer am besten gleich mit den doppelten Unterhaltskosten eines Huracan rechnet kommt mit den Ausgaben für den Aventador ganz gut klar.
       
      Wir können gespannt sein was bei den Ideen unserer Gesetzgeber noch von diesem einzigartigen, brutalen Fahrspaß ab kommender Euro7-Norm beim Nachfolger erhalten bleiben darf. Ich bin echt glücklich, dass ein pures Spaßfahrzeug in der Form noch eine Zulassung bekommen hat und ich diesen Aventador S mit all seinen aufregenden, ungefilterten Eigenschaften inkl. dem atemberaubenden Design, noch lange bis ins Rentenalter fahren kann während meine Alltagsauto immer geräuschloser, elektrischer und autonomer (langweiliger) werden.
       

    • Hallo Leute,
       
      Wie ihr ja inzwischen mitbekommen haben dürftet, fahre ich meinen Lamborghini Huracan Performante, ausgeliefert als Neuwagen Anfang Mai 2019 und frisch produziert in Sant'Agata Bolognese Ende April 2019, seit fast zwei Monaten. Inzwischen hat das Fahrzeug bereits 6000 km hinter sich. Ja, wirklich!
       
      Ich habe das Fahrzeug bis 2500 km penibel eingefahren, laut Bordbuch.
       
      Deshalb hier, in Stichpunkten, meine Erfahrungen mit dem Fahrzeug:
       
      1. Probleme: Null. Nichts. Nada. Nix. In Italien waren bis zu 38°C, bin Stunden(!) herumgefahren, teilweise auch nur im Schritttempo (leider, um den Gardasee herum) und der Motor hat nicht mal kurz geächzt, alle Temperaturen waren im absolut grünen Bereich, nicht einmal wirklich leicht erhöht. Alle Achtung!
       
      2. Motor: Läuft und läuft, atmet offenbar immer freier, leistungsmäßig dürfte er an der oberen Grenze liegen, jedenfalls im Vergleich zu anderen Fahrzeugen. Bei km Stand 3000 mal zwei kurze 1/4 Meile Werte gemessen (Dragy), dabei sind einmal 10.79 und 10.80 Sekunden herausgekommen. Vollgetankt, mit Beifahrer, auf einer öffentlichen Straße und bei 30°C Außentemperatur. Nicht übel. Die mechanischen Geräusche des Motors, vor allem im Corsa Modus, sind einfach nur göttlich. Man kann es einfach nicht beschreiben aber es knistert und knackt und zischt und klackt, es ist einfach nur ein Genuss. Die Drehfreudigkeit ist ebenfalls ein Genuss, man muss vor allem im ersten und zweiten Gang immer aufpassen, dass man nicht in den Drehzahlbegrenzer rutscht. Das Drehmoment ist akzeptabel und besser als gedacht aber wirklich fühlbare Kraft bietet der Motor erst ab ca. 6000 U/min an. Mir gefällt dieses Setup ungemein und ich schalte in der Regel zwischen 8000 und 8300 U/min hoch. Mir ist allerdings nicht ganz klar, wann man wirklich hochschalten sollte um den idealen Schaltzeitpunkt zu erwischen, vielleicht hat ja jemand einen Tipp?! Vom Gefühl her sind es um die 8200-8300 U/min.
       
      3. Ölverbrauch: Bei etwa 4500 km habe ich einen halben Liter nachgefüllt. Finde das nicht übel. Von meinen früheren Porsche 911 Turbo Modellen bin ich auch 1-1.5 l je 1000 km gewöhnt. 
       
      4. Getriebe: Blitzschnell, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Fast schon telepathisch schnelle Schaltvorgänge. Ein Vergnügen manuell im Corsa Modus zu schalten, nicht so toll im Automatikmodus im Strada Modus.
       
      5. Fahrmodi: Corsa ist der einzige Fahrmodus, den ich nutze. Bei längeren Fahrten im tempolimitierten Ausland, wie z.B. erst neulich in Österreich und Italien, auch im Strada Automatikmodus, was dem Verbrauch sehr dienlich war. Der Sport Modus ist mir zu hecklastig, Corsa ist für meine Fahrweise genau richtig. Viele Performante Fahrer sind der Ansicht, dass Corsa Modus zu sportlich bzw. zu gefährlich ist (ESP) aber meine Erfahrung zeigt, dass der Corsa Modus eigentlich sehr einfach und beherrschbar zu fahren ist. Neutraler als im Sport Modus und das ESP arbeitet noch ausreichend mit, ohne den Fahrspaß zu dämpfen oder den Fahrer in gefährliche Situationen zu bringen.
       
      6. Auspuffklang: Gibt es hier wirklich noch etwas zu sagen? Nur kurz: Infernalisch. In jeder Hinsicht. Ich wage zu behaupten, dass der Performante klanglich in den Top 3 der modernen Serienfahrzeuge liegt. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl macht der Auspuff bereits Laune, selbst bei 2000 bis 3000 U/min röhrt das Teil wie die Hölle. Einfach nur fantastisch! In Häuserschluchten oder Tunneln wird der Sound, rein gefühlt, 2fach verstärkt, man kommt aus dem Verzücken einfach nicht mehr raus. Praktisch: Umgeschaltet in den Strada Modus, spart man sich unnötigen Ärger mit Nachbarn und Nachbarschaften in den Nachstunden. Es ist unglaublich, wie leise der Performante sein kann, wenn man denn will.
       
      7. Qualität (Innenraum, Geräusche, Verarbeitung, etc.): Keine Probleme. Selbst nach 6000 km klappert nichts im Innenraum obwohl ich immer im Corsa Modus fahre und das Fahrwerk entsprechend hart ist.
       
      8. Fahrwerk: Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, befindet sich das Fahrwerk immer im sportlichsten Modus. Ja, es ist schon sehr hart aber ich liebe es. Genau so. Es dürfte weder härter noch weicher sein, meiner Ansicht nach ist die Härte perfekt, da auch auf schlechten Straßen das Auto in der Regel nicht springt bzw. aus der Spur gerät. Der Performante fährt sich wie auf den sprichwörtlichen Schienen, es ist einfach nur ein Vergnügen dieses Fahrzeug zu fahren, vor allem auf Landstraßen oder auf engen Passstraßen. Auf der Autobahn kann es schon mal mitunter vorkommen, dass das Fahrzeug bei einer größeren Bodenwelle "springt" aber die Lenkung fängt das ab, man spürt es kaum und es kommt auch nicht zum Versetzen oder irgendwelchen anderen unangenehmen Fahrreaktionen. Bei Tacho 290 fuhr ich mal über eine Bodenwelle und das Fahrzeug sprang richtig aber in der Lenkung spürte ich faktisch nichts, das Fahrzeug setzte wieder problemlos auf und folgte weiter brav der Straße. Kein Stress, wirklich gutmütiges Fahrverhalten. Nur mit dem Reifendruck muss man aufpassen, ist er zu niedrig kann man nicht zu schnell fahren (die Angaben im Bordbuch zum Vmax Luftdruck sind leider etwas schwammig) und ist er zu hoch, dann ist das Kurvenverhalten nicht so der Hit und die Reifentemperatur steigt deutlich über 70°C an, vor allem bei hohen Außentemperaturen. 
       
      9. Lenkung: Im Corsa Modus sehr direkt, angenehm schwergängig und mit einer messerscharfen Präzision. Da ich vornehmlich im Corsa Modus fahre, stört mich die dynamische Lenkung überhaupt nicht. Stöße von schlechten Straßen werden kaum in die Lenkung übertragen, was erstaunlich ist. Sehr gute Abstimmung.
       
      10. Reifen: Die serienmäßigen Pirelli PZero Corsa sind wirklich nicht übel, sie bieten vor allem bereits ab 30°C Reifentemperatur einen guten Grip. Ab 50°C legt der Grip nochmals deutlich zu, allerdings muss man auf öffentlichen Straßen immer bedenken, dass die Reifen nicht viel wert sind, wenn die Asphaltqualität nicht passt. Bei hohen Asphalttemperaturen kann es schon mal sein, dass der Asphalt etwas schmierig wird und die Reifen trotz hoher Temperaturen leichter Grip verlieren. Hier ist Vorsicht angebracht! Auch bei Nässe sind die Corsa nicht immer vertrauenswürdig. Wenn die Straße nass ist aber sich noch kein richtiger Wasserfilm gebildet hat, dann leisten die Corsa Reifen eigentlich eine ordentliche Arbeit bei Nässe. Wehe aber, wenn das Wasser steht. Dann fühlen sich die Corsa Reifen bereits bei 110-120 km/h schon unsicher an. In dieser Hinsicht sollte man auch mit dem Strada Automatikmodus und dem Kickdown aufpassen: Ich habe bei Nässe und etwa 100 km/h mal Vollgas (Kickdown) gegeben, auf gerader(!) Strecke und das Heck wollte partout ausbrechen, konnte es gerade noch einfangen. Wohlgemerkt: Im Strada Automatikmodus auf gerader(!) Strecke. Das ist mir bisher noch mit keinem Allradler passiert. Die optionalen Trofeo R Reifen wären, meiner Ansicht nach, für den öffentlichen Straßenbetrieb viel zu gefährlich und auch unsinnig.
       
      11. Navigations- und Unterhaltungssystem: Mittelprächtig. Das Navi funktioniert gut, besser als erwartet (auch im Vergleich zu dem modernen System im E63 S). Allerdings kann man keine eigenen POIs setzen (beim Audi R8 ist das möglich), leider. Die Bedienung ist mittelprächtig und wenn man im Corsa Modus einen Anruf bekommt oder auch nur mal kurz die Modi im System umschalten will, dann geht das leider nicht. Man muss hierzu immer auf den Sport oder Strada Modus umschalten, was ein wenig unverständlich ist. Das serienmäßige Soundsystem klingt gut und somit besser als gedacht aber selbst im Strada Modus ist das Geräuschniveau so hoch (Reifen, Wind), dass ein angenehmer Musikgenuss fast unmöglich ist. Wenn man die Anlage laut genug dreht, ist der Klang jedoch akzeptabel. Ich denke aber mal, dass man sich Sensonum ruhig sparen kann, da ich nicht sehe, wie der Sound aufgrund der Geräuschkulisse wirklich deutlich verbessert werden kann. Oder um es kurz zu machen: Das Navi macht Sinn, alles andere (bis vielleicht auf den Verkehrsfunk) eher nicht. Hätte ich nochmals die Wahl hätte ich allerdings sowohl auf Navi wie auch auf alles andere verzichtet. Man kann ein mobiles Navi installieren, das oft auch moderner ist und selbst Blitzerdaten bietet.
       
      12. "Neuralgische Punkte" am Fahrzeug: Die niedrige Fahrzeughöhe ist definitiv ein Problem. Wer sein Fahrzeug liebt, der sollte es auf keinen Fall tieferlegen. Der Lift ist ein Muss, ein Huracan Performante ohne Lift ist meiner Ansicht nach im öffentlichen Straßenverkehr nicht zu fahren. In Italien musste ich mehrmals während der Fahrt(!) den Lift aktivieren, da auf vielen Straßen künstliche "Bodenwellen" installiert worden waren. Ohne Lift hätte ich ein sehr großes Problem gehabt. Der Lift ist ein absolutes Muss!!! Auch bei Tankstellenausfahrten ist die Ausfahrt oft abgesenkt, so dass ich ohne Lift aufsetzen würde. Mir ist das ein einziges Mal passiert, es war kaum absehbar und dabei habe ich mir wohl die Gummilippe vorne etwas zusammengestaucht. Keine Ahnung was das Ding kostet und keine Ahnung, ob man das überhaupt wechseln muss aber es ist ärgerlich. Ein weiteres Problem sind die Felgen und der niedrige Querschnitt der Reifen. Man muss bei Bordsteinen aber auch bei kleinen Straßenschäden oder auch etwas abgesetzten Kanaldeckeln höllisch aufpassen. Eine Beschädigung kann teuer werden. Ansonsten ist der Performante wirklich alltagstauglich, die Übersicht ist gut und im Strada Automatikmodus kann man entspannt mit dem übrigen Verkehr mitschwimmen, wenn man denn mag.
       
      13. Öffentliche Wahrnehmung: Wesentlich positiver als ich dachte. Überall sehe ich nur Daumen hoch oder lächelnde Gesichter. Bisher habe ich in Deutschland(!) keine negative Erfahrungen gemacht, selbst nicht mit der lieben Polizei, die mich bereits zwei Mal angehalten hat (angeblich Lautstärke, beide Male). Dagegen war meine Erfahrung in Italien eher durchwachsen, entweder sind alle Italiener Ferrari Fans oder sie sind zu stolz. Einige Italiener taten ihre Begeisterung durch "Bella Macchina" und "Lamborghini" kund, andere fühlten sich offenbar eher provoziert und reagierten mit teilweise abenteuerlichen Fahrmanövern um mich zu überholen. Was ich in dieser Hinsicht erlebt habe, würde man in Deutschland wohl als kriminell bezeichnen aber egal, so ist das nun mal. Die größte Begeisterung kam von Touristen in Italien, vornehmlich Deutsche oder Skandinavier. Kleiner Tipp: Als Single kann man schnell sehr viele weibliche Freundschaften mit so einem Auto schliessen, meine Frau war da nicht so begeistert, meine Tochter schrie sogar einmal aus dem Fenster "er ist verheiratet", nachdem eine junge Blondine, die mit ihren Freundinnen über einen Zebrastreifen lief, die Bluse hoch nahm. ? Man hat auf jeden Fall viel (positiven) Spaß in diesem Auto, solange man kein Arsch ist und andere Leute provoziert. Wer natürlich an der Ampel mit dem Gas spielt oder mit 100 Sachen durch kleine Ortschaften rast, der darf keine Begeisterung erwarten. Ich habe auch absichtlich immer sehr viel Rücksicht auf Radfahrer und Fussgänger genommen, was offenbar gut angekommen ist. Irgendeiner muss ja Markenbotschafter spielen. ?
       
      14. Kritikpunkte: Mir fallen eigentlich nur die Blinker sowie die Fensterheber ein. Keine Ahnung, wie man das Problem mit den Blinkern (am Lenkrad) lösen könnte, vor allem bei der Ausfahrt aus dem Kreisverkehr nerven die Dinger ungemein. Bei den Fensterhebern wäre das Problem leicht lösbar aber offenbar ist es Tradition, dass die Fenster beim Runterdrücken(!) hochfahren. Auch wäre ein digitaler Ölstandanzeiger wünschenswert, wie beim R8. Man muss beim Performante ja fast schon raten, wann aufgefüllt werden muss. 
      Die schwarz glänzenden Aussenspiegel lenken ein wenig beim Fahren ab, weil sich die Fahrtbewegung in ihren glänzenden schwarzen Rahmen spiegelt, so dass man aus den Augenwinkeln heraus manchmal den Eindruck hat, es würde sich etwas im Spiegel bewegen. Nicht wirklich ein Problem und ich habe mich daran gewöhnt aber vielleicht doch interessant.
       
      Fazit: Der Huracan Performante ist ein Traum. Ohne Wenn und Aber. Wer Sportwagen liebt, der wird dieses Auto vergöttern. Man kann es kaum besser machen. Selbst im Leistungsbereich würde ich mir nicht mehr wünschen, weil so eine Mehrleistung vermutlich nicht wirklich im Alltagsbetrieb besser fahrbar wäre. Der V10 Saugmotor ist einfach nur fantastisch, die Gasannahme perfekt und die Drehfreude jenseits von Gut und Böse. Vom Klang will ich erst gar nicht anfangen, hier fehlen einem die passenden Worte. Erneut muss ich das Wort infernalisch benutzen, mehr braucht man nicht sagen. Das ESP im Corsa Modus ist perfekt abgestimmt, bisher habe ich keinen Moment erlebt, in dem mich das ESP zurückhalten wollte. Wunderbare Abstimmung!
       
      Falls ihr irgendwelche Fragen zum Performante habt, meldet euch. Inzwischen, so glaube ich, kenne ich dieses Fahrzeug ganz gut. 





    • Letztens fiel mir wieder ein Foto in die Hände, welches mir meine Mutter einmal geschickt hatte, Erinnerungen wurden wach und diese ganz persönliche Geschichte entsteht nun auf dem Laptop in der Sonne auf der Terrasse so ein wenig auch als meine Art der Vorstellung hier.
      Apropos Laptop welch Unterschied zu damals… der Zeit, den Autos und Geschichten über die ich ganz persönlich schreiben möchte.
      Ich hatte nicht, nein ich wusste nicht einmal was das sein sollte: Handy, Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround - Sound, eigener Fernseher, Computer, Internet, Internet – Chat – Rooms, ABS, ESP, Airbag. (welch Wunder war ja noch nicht erfunden).
      Ich hatte Freunde. Ich ging einfach raus und traf sie auf der Straße. Oder ich marschierte einfach zu deren Heim und klingelte. Manchmal klingelte ich gar nicht und ging einfach hinein. Ohne Termin per Handy und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns ... Wie war das nur möglich?
      Als Kind saß ich mit meinem Bruder in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags mit sage und schreibe 34 PS. Auf dem Fahrrad trugen wir beide nie einen Helm. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Ich verließ mittags das Haus zum Spielen, blieb den ganzen Tag weg. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy (achso, war ja noch gar nicht erfunden) dabei, damit wir immer erreichbar seien (wollten wir auch gar nicht, und will ich heute immer noch nicht!!)
      Und in den Garagen unserer Väter tunten wir, wenn diese zur Arbeit waren, unerlaubterweise unsere Mofas und Mopeds.
      Und wenn wir mal wieder Mist gebaut hatte, war klar, dass die Eltern uns nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!
      Achso, wir sind hier ja bei Carpassion, und die Autos und die zugehörige Geschichten….
      Ja, es geht los....
      Es war Sommer und ich hatte kein Bett im Kornfeld, dafür sollte ich im Winter ENDLICH 18 Lenze zählen. Mein alter Herr kam zu mir und eröffnete mir, dass seiner Meinung nach der Führerschein zur Ausbildung seiner Kinder gehören würde, leider kam dann die Einschränkung, aber nur Klasse III (damals PKW).
      Oha, wie bring ich ihm das nur mit dem Motorrad bei? Lange Verhandlungen folgten, er würde den 3er zahlen und die Steuer und Versicherung für ein Jahr für ein Auto, wenn ich kein Motorrad kaufen würde. Ok, damit konnte ich leben, vor allem, da ich ja gar kein Motorrad kaufen wollte, (wegen der Mädels, ins Auto gehen mehr rein), und das ich den Motorradführerschein (damals 1er) dann halt selber zahlen würde hab ich wohl vergessen zu erwähnen, der 1er fand ja in der Abmachung auch keine Erwähnung…..
      Endlich hin (mit dem Fahrrad) zur Fahrschule.
      Frage des Fahrlehrers, ein älterer lockerer Typ (die gab es auch damals):
      Jung, kannste schon fahren? Klar, die Antwort von mir, wenn auch nicht so ganz wahrheitsgemäß, aber immerhin hatte ich schon mehrfach Vaters Audi 55 in und aus der Garage gefahren.
      4 (vier!!!) Fahrstunden weiter hat er dann gesagt, nicht dass es nicht so wäre, dass er mir nichts mehr beibringen könnte, aber er wäre mich ganz gerne wieder los und hätte mich zur nächsten Prüfung angemeldet. Und außerdem würde man richtig Fahren nur in der freien Wildbahn lernen.
      Vorsichtiger Einspruch von mir: Und Motorrad?
      Dein Vater hat dich nur für Klasse 3 angemeldet!
      Ja, aber es ist doch billiger beides zusammen?
      Breites Grinsen: Zwei Rechnungen?
      Mmmmmm, ja?
      Kannste Motorradfahren?
      Klar!!!!!!! (was auch sonst), nicht so ganz wahrheitsgemäß, aber auf meinem Mofa (natürlich frisiert bis zum Anschlag), den Mokicks der Freunde mit satten 50 ccm, hatte ich immerhin schon gesessen, natürlich ohne Führerschein.
      Ok, Jung, hab noch ne Stunde Zeit, dann nimm man gleich die da!
      Und zeigt anstatt auf die olle 125er Fahrschulmaschine auf seine private Yamaha 750er, 3 Zylinder.
      Zurück ging nicht mehr, war sowieso noch nie wirklich meine Stärke…
      Er vorweg, erst etwas durch die Stadt, mindestens 3-mal die Maschine an der Ampel abgewürgt, er biegt ab auf die Schnellstraße, oh Shit! und geht voll aufs Gas.
      Hmmmm, muss ich ja irgendwie dranbleiben, schließlich stehen die Kosten für den Führerschein in direktem Verhältnis zu der Anzahl der Fahrstunden, also guten Eindruck abliefern…. Das erste Mal im Leben im 2ten Gang voll aufgemacht, wow ging das ab, von wegen er weg, haha, ich sofort wieder an der Stoßstange…glücklicherweise nicht in selbiger…
      Nachher: Bist ja gut drangeblieben Jung, du zahlst Motorrad aus eigener Tasche? Ich meld dich mal für beides an. Spach`s und tat`s.
      Kurz später, auf dem Schleswiger Stadtfeld (ein schöner großer Platz), dort wo alle Fahrprüfungen in unser kleinen Stadt im hohen Norden stattfanden. Die Autoprüfung war für mich schon geschafft, und Spaß hat`s auch gemacht.
      Jung, ich hab dir ein paar Pylonen hingestellt, fahr dich mal warm solange wir noch die anderen mit dem Auto prüfen!
      Da ließ ich mich nicht zweimal bitten, vor allem, genau, er hatte die 750er mitgebracht. Also Bremsübungen, Slalomfahren, Beschleunigungsorgien.
      Ab und an kamen die dann mit dem Auto vorbei zum Prüflingswechsel und irgendwann kam der Prüfer bei mir vorbei und meine nur ganz kurz.
      Ich hab schon genug gesehen, dass war deine Prüfungsfahrt, und außerdem muss ich nun weg!
      Wie sollte ich das verstehen?
      Das war also meine Prüfungsfahrt? War das gut oder schlecht?
      Ja, sie war es!
      Ja, so war das früher, 4 Fahrstunden PKW, eine Motorrad, den begehrten Schein, für mich die Freiheit überhaupt, erhalten. Summa Summarum keine 500 DM (heute 250 EUR)
      Leider hat er dann ganz zum Schluss bemerkt, dass ich erst 17 war und den Schein behalten.
      Den kannst Du dir dann an deinem Geburtstag auf dem Amt abholen, und mit einem breiten Grinsen: Da darfst du dann auch schon mit dem Auto hinfahren!!
      Damit war das nächste Ziel definiert. Ein Auto musste noch vor dem Geburtstag her. Ich wusste genau was nicht: Keine Ente (nur für Ökotanten, die mag ich immer noch nicht); Käfer (oberpeinlich), Opel, Ford….
      Irgendwas aus Italien (damals wusste ich noch nicht, dass sich die an sich nur in warmen Gefilden wohlfühlen).
      Da mein Budget etwas beschränkt war kamen die tollen Italiener nicht in Betracht.
      Es wurde dann ein Unfallwagen, an den Baum gefahren (oder wohl eher die Parklücke nicht getroffen) von einer jungen Frau, die wohl mit den zerrenden Kräften der unheimlichen 44 PS an der Vorderachse nicht zurechtkam.
      MEIN ERSTER:
      Ein Autobianchi A112 für 400 DM
      stand im Garten zur Reparatur und Lackierung (fand auch im Garten statt)
       
      Er war völlig frei von solch schnöden Dingen wie Servolenkung, elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, ABS. An sich war er frei von allem…. Überflüssigem.
      Er hatte 4 Räder, ein Lenkrad, Motor und Getriebe; und das war es im Wesentlichen auch. Und wenn man auf einen kleinen Gummiball im Fußraum trat kam Wasser auf die Windschutzscheibe getröpfelt, oder in den Fußraum, wo es allerdings nicht so erwünscht war, sich aber flugs mit dem eingedrungenen Regenwasser vermischte…
      Aber es war ein Auto, noch dazu MEINS von meinem Geld, und es war kein Käfer oder eine Ente…..oberpeinlich, Gründe s. oben….und dann noch aus Italien und mit munteren 44 PS verteilt auf 650 kg ausgestattet.
      Die nächsten Wochen wurde der Unfallschaden repariert, und diverse wichtige Verschönerungen vorgenommen, wie ein Heckscheibenwischer aus einem Renault (wieso weiß ich bis heute nicht), eine Zierline aufgeklebt (die ich vorher aus Kostengründen längs geteilt hatte, wohlgemerkt die war 4 mm breit!!) die Kette für den Nockenwellenantrieb erneuert, die Chromzierringe um die Scheinwerfer durch obercoooole Mafiosi schwarze ersetzt. Weitere Verschönerungen erwähne ich hier lieber nicht, das wäre dann doch zu peinlich, ich war schließlich immer noch 17 Jahre….
      Der große Tag des Führerscheins rückte näher. Das Auto stand fix und fertig da, repariert, geputzt, angemeldet.
      Der 29. Dezember (wie können Eltern nur so einen Tag wählen auch wenn der Grundstein 9 Monate vorher gelegt worden ist. Hab ich ihnen nie verziehen, man kann ja schließlich rechnen) war da, ich weiß es immer noch genau, ein grauer, trüber, eben typisch Norddeutscher Wintertag begann mit einem traumatischen Erlebnis.
       
      Er sprang nicht an, nicht mit bitten, nicht mit betteln.
      Kurz vor 12 stieg ich aufs Fahrrad, raste zum Amt und holte den Schein ab, ganz anders als ich es mir über Wochen in meinen kühnen Träumen immer vorgestellt hatte….
      Als ich zurückkam war die Sonne etwas hervorgekommen, ich unternahm einen letzten Versuch, er sprang an und ich vermeinte ein schwarz-gelacktes Mafiosigrinsen im Kühlergrill entdecken zu können.
      Über die Zeit entdeckte ich dann die Geheimnisse automobiler Unwilligkeit. Immer wenn es neblig, feucht, nass war -- und das war es verdammt oft (an sich immer) in Norddeutschland -- mochte er nicht. Verteilerkappe (das ist das meist rötliche Ding welches man bei modernen Autos gar nicht mehr findet) runter, Caramba rein, starten, alles ok.
      Später dann hab ich die Sprühdose in den Innenraum verlegt, einen dünnen Schlauch durch eines der unzähligen sowieso vorhandenen Löcher in den Motorraum verlegt, ein Loch in die Verteilerkappe gebohrt, Schlauch angeschlossen.
      Blick in den Himmel, feucht? ein Druck auf die Sprühdose, Motor starten….haha, dich krieg ich.
      Er wurde dann sehr schnell süchtig, ohne Dope ging so gut wie gar nichts mehr.
      Eines Tages fuhr er nicht mehr los, gar nicht mehr, Motor läuft, wohl irgendwas mit der Kupplung?
      Die muss doch irgendwo zwischen Motor und Getriebe sein….
      In Ermangelung einer Bedienungsanleitung (Auto war auch aufgrund nicht vorhandener Bedienmöglichkeiten ohne zu fahren. Versuch das einmal einer heute??) und Reparaturanleitung (zu teuer) Kiste Bölkstoff (Norddeutsch für Bier) gekauft und Freund eingeladen.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Versucht zusammen mit Freund Motor und Getriebe im Motorraum zu trennen, es fehlen ein paar Millimeter.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mit großer Schraubzwinge Motor ganz zur Seite gezogen, ja, das bringst….Getriebe fällt runter, Kupplung in vielen (zu vielen) Teilen daneben.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Auto drüber gehoben. Ja, wir waren stark damals.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mit Fahrrad (hatte damals immerhin schon 3 Gänge) zum Großhändler geflitzt. Aus Kostengründen nur Kupplungsscheibe selbst neu gekauft.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Alles wieder eingebaut.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Kühler montiert, Kühlwasser eingefüllt.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Eine Schelle muss noch nachgezogen werden, zum Schraubenzieher gegriffen, was liegt da in der Werkzeugkiste, das Ausrücklager. Kann nicht sein, haben wir ja gar nicht neu gekauft….
      Keine Flasch Bölkstoff getrunken.
      Mucker (Synonym für schönen ca. 1000g Hammer), in die Hand genommen, allerdings verweilt er nicht lange in dieser, sondern trat geschleudert von den Befehlen eines kochenden Großhirns eine schöne parabelförmige Flugbahn an.
      Aber wie sagte schon mein damaliger Physiklehrer. Die Physik und insbesondere die Erdanziehung und die Fliehkräfte sind gerecht und fair, sie gelten immer, überall und für jeden, außer vielleicht für Walter Röhrl.
      In diesem Falle schlug Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel erbarmungslos zu, und nachdem urplötzlich eine Garagenwand in der Flugbahn des Muckers (immer noch Hammer) auftauchte, entschloss sich dieser abrupt die Richtung zu wechseln und seine Energie vollständig in den Kotflügel meines geliebten Autos (Namen habe meine Autos nie, das ist nur etwas für, genau, Ökotanten und ihre Enten) einzuhauchen.
      Wer kennt noch das HB Männchen aus der gleichnamigen Zigarettenwerbung?
      Das war nichts gegen mich.
      Viel Flasch Bölkstoff getrunken.
      Arbeit für den Tag beendet.
      Nächsten Tag das Ganze noch einmal, ging ziemlich schnell, waren ja geübt, diesmal mit Ausrücklager, nur das Kotflügelausbeulen hat den Schnitt total versaut.
      Flasch Bölkstoff erst nach der Arbeit getrunken.
      Danach mit dem A112 in den Sommerurlaub gefahren, nach Spanien ins Baskenland, war toll da, keine anderen Touristen, lag vielleicht doch an der seinerzeit sehr aktiven ETA.
      Megamäßig viel Spaß gehabt, die Mädels mochten mein Auto, fanden ihn süß (das fand ich gar nicht süß, ich fand ihn geil ,sportlich, Megatoll, aber auf gar keinen Fall süß), und uns auch (Freund rothaarig, ich blond…..). Damit konnten wir leben, gut leben...
      Hab allerdings feststellen müssen, dass der Innenraum für jedwede sportliche Betätigungen doch etwas beengt war…Das absolute Muss für den Nächsten war damit gelegt.
      Die Rückfahrt führte über diverse Pyrenäenpässe immer an der Grenze zu Frankreich entlang, hoch, runter, hoch, runter, ein Reifen kaputt. Reserverad aufgezogen.
      Ja auch so etwas hatten damals alle Autos.
      Warum sollte ein zweiter kaputtgehen? Sehr unwahrscheinlich!
      Fast oben auf einem Pass –genau- ein Zweiter entlüftet sich trotz Verstoßes gegen die Wahrscheinlichkeitsrechnung ohne jeden Kommentar.
      Es ist Abend, wir übernachten in einer Schafshütte.
      Viel Flasch Vino Rosso getrunken.
      Nächsten Morgen mit dem Reifen unterm Arm an die Straße, runtergetrampt, Werkstatt gefunden, geschlossen.
      Meister in Dorfkneipe gefunden. Mit viel Vino Rosso überzeugt, in Reifen Schlauch eingezogen. Weinvorrat ergänzt, herzlich mit viel … verabschiedet…
      Hochgetrampt.
      Auto wiedergefunden, Freund auch, hatte zwischenzeitlich aus Langeweile unseren Weinvorrat vernichtet, kein Problem hatte ich ja ergänzt.
      Flasch Vino Rosso getrunken.
      Noch eine Nacht in Schafshütte zugebracht.
      Am nächsten Tag mit 2 Simca`s Rennen geliefert, gewonnen.
      Reifen danach gar nicht mehr gut, guckt schon so weißliche Leinwand durch. In Andorra 2 neue Reifen gekauft. Für 4 reichte es nicht mehr, wegen unplanmäßigem Vino Rosso Verbrauch.
      Nach 6 Wochen wieder Zuhause aufgetaucht, kein Handy, kein Anruf, wir waren halt einfach wieder da, immerhin mit 2 neuen Reifen, ist doch auch was.
      Das Getriebe schaltete nicht mehr richtig, lang wohl an dem Rennen mit den Simca`s. Hä, gewonnen….
      Getriebe raus, ging nun schon echt schnell.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Wie demontiert man ein Getriebe, kein Problem, einfach alle Schrauben lösen und mit Gewalt auseinanderziehen….
      Einige Federn sprangen in der Gegend herum, was soll`s.
      Flasch Bölkstoff getrunken.
      Aha, die Synchronisationsringe und auch ein paar Lager sind nicht mehr so richtig gut.
      Kein Flasch Bölkstoff mehr getrunken, schließlich dazugelernt….
      Teile ausgewechselt, Getriebe mit Hilfe von selbstgebauten Spezialwerkzeugen (Radbolzen und große Nuss als Gegenlager) montiert, Federn nach bestem Gewissen einsortiert.
      Schalthebel steht komisch, aha, das waren die Federn, Federn wohl vertauscht.
      Deckel auf Getriebe abgenommen, große Feder mit noch größerer Zange abgekniffen. Passt schon halbwegs, noch eine Windung abgekniffen, passt, zugeschraubt, schaltet einwandfrei.
      Jetzt viel Flasch Bölkstoff getrunken.
      A112 fährt und fährt, die Freunde kaufen sich so langsam den nächsten, die Leistungsexplosion ist nicht aufzuhalten, die sind ja schon bei 55 PS. Da komme ich auch trotz Zylinderkopfmodifikationen nicht mehr ran.
      Freund R. muss nach dem letzten Wochenende auch einen neuen kaufen. Irgendwie lag sein Mazda 323 plötzlich auf dem Dach, vielleicht lag es auch daran, dass wir von hinten an der Handbremse spielten, auf jeden Fall ließ er sich wohl ablenken. Der Elchtest war zwar noch nicht erfunden, aber auf dem Dach landete er trotzdem.
      Stille, nur das Radio spielte „Born to be wild“ weiter. Naja, schnell wieder auf die Räder geschmissen und gleich bei unserem Stammschrottplatz vor die Tür gestellt.
      Wie gesagt alle kriegten einen neuen BMW 1302, Fiat 128 oder ähnliches.
      Also auch bei mir muss ein Neuer her, A112 verkauft für 1600 DM, aha so funktioniert das mit Buy low – Sell high.
      Audi 80 mit 55 PS Motor (allerdings ziemlich am Ende) gekauft für 1400 DM. Auto mit schwarzen Rallyestreifen versehen. In Ermangelung von jungfräulichen, südpazifischen Jungfrauen selber gemacht (siehe anderen Fred in Ferrari ? )
      (waren ja nur 200 DM übrig)
      Wurde dadurch aber nicht wirklich schneller, hilft wohl nur bei Ferrari….
      Motor brauchte 5 Liter Öl auf 1000 km, Altöl von den Freunden gefahren, irgendwann wohl zu wenig nachgefüllt, Motor gehimmelt (der erste, aber nicht letzte in meiner Autofahrerkarriere)
      Endlich……….
      Hatte ich doch schon lange eine 75 PS Maschine im Auge. Rumpfmotor für 200 DM dem Audi Händler mit Hinweis, dass mein Vater seinen Audi 100 ersetzten wolle, abgeluchst. Vater sprach mich kurz darauf an, hatte einen Anruf vom Händler erhalten, wusste damit gar nichts anzufangen. Upps.
      Junge ging die Maschine ab an dem kurz untersetzen Getriebe vom 55 PSler.
      Und dann noch die 175/70 er Breitreifen, heute Trennscheiben genannt.
      Was mich dann auch kurz danach……..
      Wie war das mit der Physik und den Fliehkräften. Ja, die sind fair zu allen.
      Der Meinung war ich allerdings seinerzeit gar nicht als diese Kurve plötzlich vor mir auf die Straße sprang und auch noch viel enger war wie jemals zuvor und mein Autochen (hatte auch keinen Namen) ohne ESP, ABS und sonstiges unaussprechliches Zeugs meinte ein Eigenleben mit dem Hinterteil vollführen zu müssen.
      Links Seitensteifen, überreagiert (weiß ich heute), rechts Seitenstreifen (soweit war noch alles ok), überreagiert, links Graben (da war es nicht mehr so ok)
      Ein paar Beulen mehr, ein paar Leitpfähle weniger, ein Hinterrad stand aus dem Kotflügel heraus, - das sah geil aus - auf der gegenüberliegenden Seite war der Reifen dafür nicht mehr zu sehen, - das sah völlig ungeil aus -, eine Diagonalstrebe die verbogen am Boden schliff (welch ein unterdimensioniertes Teil, einfach mit der Hand zurückgebogen).
      Naja, ich war ja sowieso auf dem Weg zu unserem Stammschrottplatz, da hab ich dann statt Tuning- schnöde Ersatzteile eingekauft.
      Und wenn es Euch gefallen hat dann könnte es unregelmäßig noch mehr geben, immerhin sind wir erst durch die allerersten 2 Autos von immerhin über 40 von besagtem A112 über Alfa Spider, Jaguar 12 Zylinder bis zum Mercedes Unimog mit dem es durch Afrika ging, in meiner Autofahrerkarriere gekommen. Oder auch der 38-Tonner, der sich plötzlich so gut abschmieren ließ. Wobei, den meisten Spaß hatte ich wohl wirklich mit meinen Ersten, da gab es noch Verteiler, Zündkontakte (weiß die Jugend noch was das ist?), Vergaser, Motoren und Getriebe, die man verstanden, mit ein wenig Geschick selbst repariert hat, und sogar auch noch tunen konnte, oder zumindest der festen Überzeugung war ihn getunt zu haben.
      Benzingrüße an Alle
      Kai360

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